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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2024

Gelungenes Fake Dating

Funny Story
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Daphne befindet sich in einer misslichen Lage: Ihr Freund Peter hat sie für seine Kindheitsfreundin Petra verlassen und Daphne aus dem Haus geworden. Unterschlupf findet sie nun bei Miles - der wiederum ...

Daphne befindet sich in einer misslichen Lage: Ihr Freund Peter hat sie für seine Kindheitsfreundin Petra verlassen und Daphne aus dem Haus geworden. Unterschlupf findet sie nun bei Miles - der wiederum Petras Ex-Freund ist. Das ungleiche Duo versteht sich gut und schmiedet irgendwann den Plan, sich an den jeweiligen Ex-Partnern zu rächen, indem sie selbst so tun, als wären sie ein Paar. So beginnen eine Reihe von Fake-Dates und strategische Instagram-Posts - aber was, wenn doch plötzlich Gefühle ins Spiel kommen?

Bei Büchern von Emily Henry bin ich immer ein bisschen vor einem Dilemma: Ich finde, sie hat immer gute Prämissen und Settings, aber für mich sind die Protagonisten und ihre Liebesgeschichten irgendwie immer ein bisschen uninteressant. Aus diesem Grund gebe ich ihren Romanen meistens solide drei Sterne, greife aber doch gerne immer wieder zu, wenn etwas Neues von ihr rauskommt. Auch "Funny Story" leidet wieder ein wenig unter diesen Problemen, wenn auch weniger als die Vorgängerwerke.

Auch wenn ich mal wieder etwas länger brauchte, um mit Miles und Daphne warmzuwerden, konnte ich am Ende mit ihn mitfiebern (was mir bei Henrys anderen Büchern nicht gelungen war). Mir gefiel zudem auch sehr das Thema von Daphnes Selbstfindung, in der romantische Beziehungen nur ein Aspekt waren. Auch die Nebencharaktere konnten mich, wie so häufig in Henrys Romanen, wieder überzeugen, die auch für die richtige Portion Humor sorgten.

Da ich trotz der erwähnten Probleme mit diesem Buch deutlich mehr Spaß hatte als mit Emily Henrys Vorgängern, habe ich mich hier mit viel Augenzudrücken für 4 Sterne entschieden. Romance-Fans werden hiermit sicher wieder viel Spaß haben.

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Veröffentlicht am 27.04.2024

Wer ist hier verrückt?

Yellowface
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Die Beziehung zwischen den beiden Autorinnen June Hayward und Athena Lui schwankt zwischen Konkurrentinnen und Freundinnen. Athenas Werke werden aufgrund ihrer einzigartigen Sichtweise einer Frau mit asiatischen ...

Die Beziehung zwischen den beiden Autorinnen June Hayward und Athena Lui schwankt zwischen Konkurrentinnen und Freundinnen. Athenas Werke werden aufgrund ihrer einzigartigen Sichtweise einer Frau mit asiatischen Wurzeln gefeiert, während die Weiße June unbedeutend bleibt und neidisch auf Athenas Erfolg blickt. Doch das Blatt wendet sich, als June miterleben muss, wie Athena auf grauenhafte Weise stirbt - und in ihrer Wohnung kurz darauf ihr neustes Manuskript findet. Sie lektoriert das Werk, von dessen Existenz bisher niemand wusste, und verkauft es unter ihrem Namen an einen Verlag - und es wird zum Erfolg. Wir erleben nun aus Junes Sicht, wie sie mit diesem Erfolg umgeht, aber auch, wie sie die Schuld langsam verrückt werden lässt.

Schon in "Babel" hat mir Kuangs ziemlich einzigartige Sichtweise auf Rassismus unheimlich gut gefallen. Und auch in "Yellowface" schafft sie es wieder, sich auf erfrischende Weise mit dem Thema zu beschäftigen. So hinterfragt man sich (vor allem als Weißer Leser) immer wieder selbst, wenn manche von Junes Handlungen als durchaus plausibel erklärt werden, aber man sich dann selbst dabei erwischt, wie man merkt, dass das alles doch auf sehr rassistischen Grundgedanken beruht. Dabei wird aber auch immer wieder klar, dass bei dem Thema nicht immer alles eindeutig ist und man vieles kritisch hinterfragen sollte.

Auch gut gefiel mir der Einblick in die Verlagswelt, der sicher auch von den persönlichen Erlebnissen der Autorin geprägt ist. Sie zeigt gut, welche Rolle heutzutage Social Media und Bewertungsplattformen spielen und welche Angst selbst bei etablierten Autor*innen darüber herrschen, in Vergessenheit zu geraten. Dahingehend finde ich auch besonders erwähnenswert, wie gut man Junes inneren psychischen Verfall miterleben konnte.

Der Hype ist bei diesem Buch total berechtigt. Wer einen einzigartigen Einblick auf die Buchbranche haben möchte, sollte es unbedingt lesen

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Veröffentlicht am 24.04.2024

Nette Sommerromanze

The Summer of Broken Rules
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Mit dem Anwesen ihrer Familie auf Martha's Vineyard verbindet Meredith viele schöne Kindheitserinnerung - die meisten in Verbindung mit ihrer Schwester Claire, die aber tragisch bei einem Verkehrsunfall ...

Mit dem Anwesen ihrer Familie auf Martha's Vineyard verbindet Meredith viele schöne Kindheitserinnerung - die meisten in Verbindung mit ihrer Schwester Claire, die aber tragisch bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Über ein Jahr nach ihrem Tod traut sich Meredith wieder auf die Insel, um die Hochzeit ihrer Cousine zu feiern. Nicht nur die Feier scheint ein wahres Fest zu werden, auch das großangelegte Spiel "Killer", das über die ganze Woche auf dem Gelände gespielt wird, verspricht Spannung. Da Claire es geliebt hat, Killer zu spielen, macht es Meredith sich zur Mission, für ihre Ehre das Spiel zu gewinnen. Doch da kommt ihr der gutaussehende Wit in die Queere.

Dieses Buch ist die ideale Sommerlektüre: eine lustige Prämisse, ein Strand-Ferienlager-Setting, eine süße Liebesgeschichte und auch ein kleines bisschen Herzschmerz. Wer etwas locker-leichtes für den Strand sucht, wird hier gut bedient sein. Vor allem in der ersten Hälfte hat mich das Buch sehr gut unterhalten, vor allem die Idee des "Killer"-Spiels fand ich super witzig.

Leider konnte das Buch aber irgendwie nicht so richtig einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es schnell vergessen haben werde. Es hatte echt das Potenzial gegen Ende etwas mehr Spannung aufzubauen, aber es dümpelte dann irgendwie nur noch so vor sich hin. Tatsächlich fand ich auch, dass die Chance, mit der Trauer über den Tod der Schwester, der Geschichte etwas mehr Tiefgang zu verleihen, größtenteils verschenkt wurde. Das hätte das Buch echt einzigartig machen können, stattdessen hatte ich manchmal total vergessen, dass es diesen Tod überhaupt gab.

Eine nette Sommerromanze, wer Lust darauf hat, aber (leider) nichts Besonderes...

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Kann das gut gehen?

Alles gut
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Jess hat gerade einen Job beim angesehenen Finanzunternehmen Goldman Sachs bekommen - was besonders für sie als Schwarze Frau etwas Besonderes ist. Dummerweise arbeitet dort auch Josh, einem ehemaligen ...

Jess hat gerade einen Job beim angesehenen Finanzunternehmen Goldman Sachs bekommen - was besonders für sie als Schwarze Frau etwas Besonderes ist. Dummerweise arbeitet dort auch Josh, einem ehemaligen Kommilitonen von ihr, mit dem sie schon in der Uni regelmäßig wegen unterschiedlicher politischer Meinungen aneinandergeraten ist. Im Laufe des Buches lernen die beiden, aufeinander zuzugehen, auch wenn die Streite immer weiter gehen.

"Alles gut" wirft eine in unserer doch sehr polarisierten Welt sehr interessante Frage auf: Ist es möglich, mit Menschen, die komplett entgegengesetzte politische Überzeugungen von uns haben, befreundet oder gar liiert zu sein? Interessanterweise kommt das Buch am Ende auf einen ganz anderen Schluss als ich. Irgendwie war für mich von Anfang an klar, dass Jess und Josh Menschen sind, die in jeglicher Hinsicht toxisch füreinander sind und eigentlich ist es unbegreiflich, wie die beiden es je schaffen, zueinander zu finden. Gerade der Abschluss des Buches hat mich schon fast wütend gemacht, einfach weil ich solch eine Art von Beziehung einfach komplett unrealistisch finde.

Durchaus interessant fand ich die Einblicke in das Leben einer Schwarzen Frau im Finanzbereich, deren Probleme von ihrem Umfeld nicht ernst genommen werden. Trotzdem konnte das Buch für mich einfach nicht die richtige Balance zwischen Liebesgeschichte und anspruchsvollem Roman finden. Letztendlich wäre es mir lieber gewesen, man hätte sich für einen Weg entschieden, so war mir die Tonalität einfach zu durcheinander.

"Alles gut" versucht viel und manches ist auch durchaus interessant, leider konnte mich Jess' Geschichte am Ende nicht vollends überzeugen.

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Klein aber fein

Der ehrliche Finder
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Der sonst eher einsame und eigenbrötlerische Jimmy hat im Kosovo-Flüchtling Tristan einen echten Freund gefunden. Das geht so weit, dass sich Jimmy vorgenommen hat, seine akribisch geschaffene Flippo-Sammlung ...

Der sonst eher einsame und eigenbrötlerische Jimmy hat im Kosovo-Flüchtling Tristan einen echten Freund gefunden. Das geht so weit, dass sich Jimmy vorgenommen hat, seine akribisch geschaffene Flippo-Sammlung mit ihm teilen möchte. Am Tag der feierlichen Übergabe erfährt Jimmy jedoch, dass sich dunkle Wolken in seiner Welt aufgetan haben.

Dieses Buch hat nicht einmal 130 Seiten und erzählt dabei eine doch so tiefgehende und berührende Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Kindern, die anders sind. Für 80 % des Buches war ich einfach begeistert davon, wie die Autorin es schafft, packend und gleichzeitig gefühlvoll zu erzählen und dabei einen prägnanten Schreibstil beizubehalten. Vor allem die Gedankenwelt des wahrscheinlich autistischen Jimmy wurde unheimlich gut wiedergegeben.

Leider wurde ich vom Ende arg enttäuscht. Dass es bei so einem kurzen Buch ziemlich plötzlich und wahrscheinlich auch offen sein würde, hatte ich mir schon gedacht, doch was es dann letztendlich war, war mir dann doch eine Spur zu viel. Die Erzählstruktur wurde mir plötzlich einfach viel zu hastig und die Message des Buches war dann am Ende doch etwas zu offensichtlich reingehämmert.

Trotzdem empfehle ich "Der ehrliche Finder" allen, die Lust auf ein kurzes Buch haben, das trotzdem tief unter die Haut geht.

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