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Garten_Fee_1958

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2018

zu viel Drumherum, zu wenig von der Familiengeschichte der Protagonistin

Hummersommer
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Eliza, geboren und aufgewachsen in Little Harbor, lebt und wohnt mit ihrer Familie in der Stadt, in elitären Kreisen. Als ihr Vater einen Unfall hat und sich herausstellt, dass er einen Hirntumor hat, ...

Eliza, geboren und aufgewachsen in Little Harbor, lebt und wohnt mit ihrer Familie in der Stadt, in elitären Kreisen. Als ihr Vater einen Unfall hat und sich herausstellt, dass er einen Hirntumor hat, kehrt sie zurück nach Little Harbor und muss sich nicht nur damit auseinandersetzen, dass sie ihren Vater bald verlieren wird, sondern auch alte längst ins Abseits gedrängte Erinnerungen kommen an die Oberfläche und Eliza muss sich nicht nur der Frage stellen, ob sie noch zu der eingeschworenen Gemeinschaft gehört….
Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht, das Cover sofort angesprochen und ich habe eine einfühlsame Familiengeschichte erwartet, doch ich wurde enttäuscht, denn statt einer Familiengeschichte wurde ich zu Beginn mit vielen Personen geradezu erschlagen, der alle nur Nebencharaktere sind, allerdings die Protagonistin Eliza dadurch völlig ins Abseits drängen, sie Autorin hat wesentlich mehr über die Nebencharaktere und deren Nebensächlichkeiten geschrieben, als über das eigentliche Thema und ich habe die ein oder andere Seite überschlagen, da mir das nebensächliche Geplänkel völlig belangloser Geschehnisse leider total die Leselust genommen hat. Von Beginn an fehlt mir in diesem Roman die Spannung, die Ereignisse, die eine Familiengeschichte prickelnd und spannend machen, verlieren sich auf Nebenschauplätzen und ich habe mich als Leserin mehrfach gefragt, warum schreibt die Autorin das, wo ist der Bezug, schade, leider konnte mich der Roman nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Sommerroman mit Nachdenkpotential

Meeresblau & Mandelblüte
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Die Protagonistin des Romans, Leonie ist eine erfolgreiche Firmensaniererin, die für ihre Arbeit lebt, wenig Freizeit hat und noch weniger Freunde. Als ihre Tante stirbt, reist sie kurzfristig nach Mallorca, ...

Die Protagonistin des Romans, Leonie ist eine erfolgreiche Firmensaniererin, die für ihre Arbeit lebt, wenig Freizeit hat und noch weniger Freunde. Als ihre Tante stirbt, reist sie kurzfristig nach Mallorca, um dort vor Ort zu erfahren, dass sie ein kleines Agrotourismus-Hotel geerbt hat. Sie plant schon in Gedanken den Verkauf, als sich so ganz nebenbei herausstellt, dass vier Rentner dort ihren Altersruhesitz haben und das Testament auch noch Überraschungen für sie bereithält. Sie muss um planen, was ihr überhaupt nicht gefällt. Als dann auch noch Niklas, ein Sohn einer der Bewohnerinnen auftaucht, gerät ihr Leben ganz langsam völlig aus den Fugen…
Elke Beckers Schreibstil ist leicht und flüssig lesbar; der Roman spielt abseits der Touristenhochburgen in einem kleinen Agrotourismus-Hotel. Sie beschreibt die Landschaft so eindrucksvoll, dass diese vor dem Auge des Betrachters sichtbar wird, den ungetrübten Blick aufs Meer und die zerklüfteten Felsen genau vor Augen. Der Leser spürt die Atmosphäre des kleinen, ein wenig renovierungsbedürftigen Hotels und riecht den Duft der Mandelblüte, der Leser steht als stiller Betrachter mitten im Geschehen. Die Charaktere der vier Rentner sind völlig unterschiedlich und sehr authentisch, eine eingeschworene Gemeinschaft, die in einer heute noch völlig untypischen Wohngemeinschaft zusammenlebt .Neben den Rentnern leben eine Reihe tierische Mitbewohner auf der Finca, die einen ebenso eigenwilligen wie ausgefallenen Charakter haben und den Leser mit der einen oder anderen Episode humorvoll unterhalten und zum Lachen bringen. Eine sehr gelungene Mischung.
Schaut man mit einem zweiten Blick hinter die Kulissen und lässt vor seinem inneren Auge die Geschehnisse Revue passieren, wird einem bewusst, dass diese vier Rentner sicherlich auch ein sehr glückliches Rentner Dasein führen. Sie leben selbstbestimmt und relativ autark in ihrer Gemeinschaft und sitzen nicht einsam in „Seniorenresidenzen“ und machen so dem Leser klar, dass es in der heutigen Zeit auch alternative Formen des Zusammenlebens im Alter gibt, über die man nachdenken sollte, weil sie in meinen Augen durchaus nachahmenswert sind.
Es war ein Sommerroman, wundervoll emotional erzählt, mit Hindernissen und nicht immer eitlem Sonnenschein und ein Roman, der auf den zweiten Blick zum Nachdenken über das Leben im Alter anregt.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Liebesgeschichte mit Tiefgang

Wildblumensommer
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Klappentext: Ein unvergesslicher Sommer in Cornwall Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, ...

Klappentext: Ein unvergesslicher Sommer in Cornwall Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, denn dort erlebte sie vor vierzehn Jahren ihr größtes Glück - und ihren schlimmsten Albtraum. Nun endlich will sie die Geheimnisse jenes Sommers klären. Erneut trifft sie auf ihre große Liebe Jack, erneut schöpft sie Hoffnung auf ein Leben an seiner Seite. Aber die Schatten der Vergangenheit drohen auch ihre Zukunft zu zerstören ...

Der Roman Wildblumensommer von Kathryn Taylor hat ein wunderschön romantisch anmutendes Cover, luftig und leicht, was mir sofort ins Auge gefallen ist. Mein erster Gedanke assoziierte eine wunderbare Liebesgeschichte Doch dieser Roman ist mehr als das, eine spannende Geschichte, einen alten Familienalptraum aufzulösen. Die Geschichte beginnt mit dem von Zoe erlebten Drama voller Emotionen und fesselt von der ersten Seite.
Zwei unterschiedliche Haupterzählstränge Zoe als Protagonistin des einen und Jack des anderen Erzählstranges, außerdem zwei Nebenerzählstränge über Rose, die Zoe seit ihrer Kindheit kennt und des Anwaltes Simon, wechselnd erzählt und voller Spannung. Die zwischendurch eher schnellen Schauplatzwechsel geben dem Roman mehrere gut eingepasste Spannungsbögen, die den Leser zu fesseln verstehen und voller Neugierde weiterlesen lassen und sind dabei emotional und spannend.
Die Geschichte ist flüssig und leicht lesbar erzählt, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit sind sehr klar und vermitteln dem Leser ein tieferes Verständnis der Erzählung. Der Leser fühlt mit Zoe, wenn er ihr Handeln zu Beginn auch nicht unbedingt versteht, fiebert mit Rose, die ihre familiären Geheimnisse versteckt und doch entdeckt werden und hat Mitleid mit Jacks Sohn William, der seine Mutter verloren hat. Alle Charaktere haben ihren eigenen Charme, ohne perfekt zu sein und wirken dadurch sehr authentisch.
Humor, Spannung, Emotionen, romantische Passagen wechseln einander ab und verstehen es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, in seinen Bann zu ziehen, es ist keine seichte Liebeskomödie, denn auch ernste Themen, die in unserer Gesellschaft heute immer noch gerne totgeschwiegen werden, haben in der Erzählung ihren Platz und machen ihn dadurch empfehlenswert.
Ich bedanke mich bei dem Verlag, dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte.

Veröffentlicht am 22.04.2018

Doch die Wahrheit steht auf einem anderen Blatt

Die geliehene Schuld
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Die Autorin Claire Winter hat einen weiteren Bestseller geschrieben. Ihr Roman "Die geliehene Schuld" nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Nachkriegsdeutschland zu der Protagonistin Vera Lessing, ...

Die Autorin Claire Winter hat einen weiteren Bestseller geschrieben. Ihr Roman "Die geliehene Schuld" nimmt den Leser mit auf eine Reise in das Nachkriegsdeutschland zu der Protagonistin Vera Lessing, Journalistin in Berlin, die während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Ehemann verloren hat. Als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan Jacobsen auf rätselhafte und nicht nachvollziehbare Art und Weise in Köln bei einer Recherche ums Leben kommt, wird Vera in seine Arbeit hineingezogen. Ein brisantes Thema, das Jonathan aufgegriffen hat… und das für Vera ebenso viele Gefahren wie auch Überraschungen birgt ….
Nachkriegsdeutschland, noch in der Selbstfindungsphase, noch ohne Regierung – Neuorganisation zweier deutscher Staaten, die für lange Zeit geteilt sein werden, vier verschiedene Besatzungszonen und mitten in dieser geschichtsträchtigen Zeit begegnet der Leser Marie, einer jungen Frau, die nach dem Krieg ihren eigenen Weg sucht, der viele unbeantwortete Fragen auf der Seele brennen, zu denen sie in ihrem Elternzeit keine oder nur unbefriedigende Antworten erhält, die zu den Nürnberger Prozessen reist, um Antworten auf ihre Fragen zu finden, die rein zufällig auf Jonathan trifft und auf Lina, eine Jüdin, die wie sie versucht zu verstehen, versucht aufzuarbeiten, versucht zu begreifen…unterschiedlich erzählt in verschiedenen Handlungssträngen, die von Beginn bis zum Ende spannend geschrieben sind und den Leser in ihren Bann ziehen.
Der Roman ist flüssig, leicht lesbar und hochemotional geschrieben und in meinen Augen hervorragend recherchiert über ein Thema, was in Deutschland nach dem Krieg lange Zeit totgeschwiegen, heruntergespielt und nur am Rande in den Medien erwähnt wurde, die Rolle der ehemaligen Nazis, die kurz nach dem Krieg wieder bedeutende Posten bekleideten und für ihre Vergangenheit nicht in dem Maße zur Rechenschaft gezogen wurden, wie es in meinen Augen notwendig und rechtsstaatlich gewesen wäre. Die Charaktere sind allesamt sehr authentisch beschrieben und man kann sich gut in sie hineinversetzen.
Es ist in meinen Augen ein außergewöhnlicher Roman unserer Nachkriegsgeschichte, der nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch Fragen aufwirft, warum uns jahrelang verschwiegen wurde, dass ehemalige Nazi hohe politische Ämter bekleideten, im Bundestag saßen… und warum hauptsächlich kleine Mitläufer verurteilt wurden, während die „Drahtzieher“ laufen ließ…
Ein klare Leseempfehlung von mir für diesen Roman.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Aufbruchstimmung

Der Himmel über unseren Träumen
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Vera, die Protagonistin des Romans kehrt mit Ihren Eltern zusammen zu Beginn der 50iger Jahre aus dem Exil zurück und während ihre Eltern in Bonn wohnen, zieht es sie magisch in ihre alte Heimatstadt ...

Vera, die Protagonistin des Romans kehrt mit Ihren Eltern zusammen zu Beginn der 50iger Jahre aus dem Exil zurück und während ihre Eltern in Bonn wohnen, zieht es sie magisch in ihre alte Heimatstadt nach München, die sie sehr liebt um dort als Architektin ihren Traum zu verwirklichen, die Stadt mit Herz und Verstand neu aufzubauen. Gleichzeitig muss sie sich mit ihrer eigenen, jüdischen Vergangenheit auseinander setzen und das ist nicht einfach, denn als sie Arthur, einen Architektenkollegen kennenlernt, verliert sie einerseits ihr Herz, andererseits fragt ihr Verstand, ob denn nicht auch er mit seiner Familie während der dunklen Nazizeit Schuld auf sich geladen hat. Kein einfaches Unterfangen, denn verschiedene Geschehnisse trüben die junge Verliebtheit….
Heidi Rehn schreibt flüssig, leicht lesbar und wie schon in ihren anderen Romanen ist sie eine Meisterin der leisen Töne. Spannend geschrieben, entführt der Roman seine Leser von Beginn an in die Zeit der 50iger Jahre, dem Nachkriegsdeutschland, im Aufbau begriffen und schildert sehr gut die damalige Zeit, Aufbruchsstimmung, den Menschen, die nach den harten Kriegsjahren wieder leben wollen, genießen möchten. Es schildert aber auch das Bild der Frau, welches in den Nachkriegsjahren so allmählich entstand, nachdem die Frauen sich vor dem Krieg mehr emanzipiert hatten, prägten die 50iger Jahre die Frau eher als Hausfrau. Die Protagonistin Vera entspricht diesem Bild in keinster Weise, sie weiß, was sie will und lebt für ihre Berufung – dennoch ist sie einerseits verhaftet in den Kriegserlebnissen und andererseits steht sie für Aufbruch in eine neue Zeit, diese innere Gratwanderung fängt Heidi Rehn ebenso hervorragend ein, wie auch die zarten Bande, die zwischen Vera und Arthur geknüpft werden.
Heidi Rehn ist ein wundervoller emotionaler, zugleich auch spanender Roman gelungen, den ich sehr gerne weiterempfehle.