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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2017

Liebesgeschichte mit Tiefgang

Wildblumensommer
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Klappentext: Ein unvergesslicher Sommer in Cornwall Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, ...

Klappentext: Ein unvergesslicher Sommer in Cornwall Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, denn dort erlebte sie vor vierzehn Jahren ihr größtes Glück - und ihren schlimmsten Albtraum. Nun endlich will sie die Geheimnisse jenes Sommers klären. Erneut trifft sie auf ihre große Liebe Jack, erneut schöpft sie Hoffnung auf ein Leben an seiner Seite. Aber die Schatten der Vergangenheit drohen auch ihre Zukunft zu zerstören ...

Der Roman Wildblumensommer von Kathryn Taylor hat ein wunderschön romantisch anmutendes Cover, luftig und leicht, was mir sofort ins Auge gefallen ist. Mein erster Gedanke assoziierte eine wunderbare Liebesgeschichte Doch dieser Roman ist mehr als das, eine spannende Geschichte, einen alten Familienalptraum aufzulösen. Die Geschichte beginnt mit dem von Zoe erlebten Drama voller Emotionen und fesselt von der ersten Seite.
Zwei unterschiedliche Haupterzählstränge Zoe als Protagonistin des einen und Jack des anderen Erzählstranges, außerdem zwei Nebenerzählstränge über Rose, die Zoe seit ihrer Kindheit kennt und des Anwaltes Simon, wechselnd erzählt und voller Spannung. Die zwischendurch eher schnellen Schauplatzwechsel geben dem Roman mehrere gut eingepasste Spannungsbögen, die den Leser zu fesseln verstehen und voller Neugierde weiterlesen lassen und sind dabei emotional und spannend.
Die Geschichte ist flüssig und leicht lesbar erzählt, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit sind sehr klar und vermitteln dem Leser ein tieferes Verständnis der Erzählung. Der Leser fühlt mit Zoe, wenn er ihr Handeln zu Beginn auch nicht unbedingt versteht, fiebert mit Rose, die ihre familiären Geheimnisse versteckt und doch entdeckt werden und hat Mitleid mit Jacks Sohn William, der seine Mutter verloren hat. Alle Charaktere haben ihren eigenen Charme, ohne perfekt zu sein und wirken dadurch sehr authentisch.
Humor, Spannung, Emotionen, romantische Passagen wechseln einander ab und verstehen es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, in seinen Bann zu ziehen, es ist keine seichte Liebeskomödie, denn auch ernste Themen, die in unserer Gesellschaft heute immer noch gerne totgeschwiegen werden, haben in der Erzählung ihren Platz und machen ihn dadurch empfehlenswert.
Ich bedanke mich bei dem Verlag, dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Spannung, Liebe und ein wenig Mystik

Sturm über dem Meer
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Klappentext:S ie soll eine versunkene walisische Burg untersuchen – und stößt auf ein Rätsel aus ihrer eigenen Familie...Als die junge Archäologin Dr. Samantha Goodwin den Auftrag erhält, eine vor der ...

Klappentext:S ie soll eine versunkene walisische Burg untersuchen – und stößt auf ein Rätsel aus ihrer eigenen Familie...Als die junge Archäologin Dr. Samantha Goodwin den Auftrag erhält, eine vor der walisischen Küste versunkene Burganlage zu untersuchen, sagt sie begeistert zu. Sie freut sich nicht nur auf die interessante Arbeit, sondern auch auf ein Wiedersehen mit ihrer Großmutter Gwen, die im nahegelegenen Fischerdorf Borth lebt. Dann stößt Sam bei ihren Untersuchungen auf ein Skelett, das seit höchstens sechzig Jahren auf dem Meeresgrund liegt. Gwen ist davon überzeugt, dass es sich um Sams Großvater Arthur handelt, der vor Jahren in einer stürmischen Nacht auf dem Meer verschwand. Samantha beginnt nachzuforschen und begibt sich in große Gefahr. Denn manchmal ist es besser, die Toten ruhen zu lassen ...

Die Protagonistin des Romans, die junge Archäologin Dr. Samantha Goodwin erhält von ihrem Institutsleiterden Auftrag, an der walisischen Küste das versunkene, sagenumwobene Königreich Cantre'r Gwaelod zu vermessen und erste Ausgrabungen zu planen. Sam ist sofort begeistert vom neuen Auftrag, lebt doch ihre geliebte Großmutter Gwen in Borth, ganz in der Nähe. Samantha, genannt Sam, wird nicht von allen Dorfbewohnern begeistert empfangen, doch Sam liebt ihren Job und beginnt mit den Vermessungen. Dabei begegnet sie Max, dem kleinen Sohn des verwitweten Bootsbauers Luke, beide freunden sich an. Als Max erst einen Ehering und dann zusammen mit Sam eine in Ölzeug eingeschlagene Leiche findet, die nicht älter als 60 Jahre ist, verdichtet sich der Verdacht, es könne sich um Artur handeln, den vermissten Mann von Gwen. Viele Fragen tauchen auf und Sam, Gwen sowie Luke, der Vater von Max wollen Gewissheit, was ist damals geschehen…
Es ist nicht der erste Roman, den ich von Constanze Wilken lese und es ist wieder ein Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gezogen hat, der mich gefesselt hat, bei dem ich mitgefiebert habe und Teil der Handlung wurde.
Sehr abwechslungsreiche Perspektiven zwischen den verschiedenen Erzählsträngen der Gegenwart und der Vergangenheit. Der Leser erfährt einiges über das Leben kurz nach dem 2. Weltkrieg, als die Fischer ein karges Dasein fristeten und fast ausnahmslos von der Hand in den Mund lebten. Constanze Wilken beschreibt die Landschaft lebendig, man hört förmlich die tosenden Stürme und die magische Glocke von Cantre'r Gwaelod, man riecht dem Wind und wird eins mit der Handlung.
Neben den Ermittlungen spinnt sich ganz sanft und zaghaft eine romantische Liebesgeschichte ein, damit vermischt die Autorin sehr gelungenen verschiedene Genres miteinander. Das Ende ist dann für den Leser völlig unvorhersehbar, denn der Mörder ist nicht der, auf den alles hindeutet…
Ein empfehlenswerter Roman mit Spannung, Liebe und ein wenig Mystik.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Krimilesevergnügen

Miss Wattenmeer singt nicht mehr
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Nachdem ich schon die ersten beiden Krimis verschlungen habe, ist „Miss Wattenmeer singt nicht mehr“, der dritte Ostfriesen-Krimi mit dem Dorfpolizisten Rudi, Postboten Henner und Lehrerin Rosa in den ...

Nachdem ich schon die ersten beiden Krimis verschlungen habe, ist „Miss Wattenmeer singt nicht mehr“, der dritte Ostfriesen-Krimi mit dem Dorfpolizisten Rudi, Postboten Henner und Lehrerin Rosa in den Hauptrollen - und wieder hat mich das aufgeweckte Ermittlertrio um „Miss Marple“ begeistert. Denn besonders sie geht beherzt und unerschrocken zu Werke, um dem Täter auf die Schliche zu kommen, dabei rutscht sie dann ganz unversehens in eine für sie sehr brenzlige Situation…
Neuharlingersiel an der Nordsee: Sommer in Ostfriesland heißt auch Zeit für die Schlickschlittenrennen-Weltmeisterschaft in Greetsiel. Henner, Rudi und dessen Sohn Sven haben gemeinsam mit Fischzüchter Reent Dönnerschlach verkleidet als „die Daltons“ teilgenommen und einen hervorragenden dritten Platz erzielt. Doch die Freude über die Bronzemedaille endet jäh, als Reent auf seine Fischfarm zurückkehrt und seine Frau tot im Stör-Becken findet – Aleke wurde ermordet, wie schnell feststeht…
Der flüssige und leichte Schreibstil und die wortreichen, schwungvollen Interaktionen zwischen den Protagonisten sind einmalig und wirken authentisch und sehr lebendig. Auch die anderen Charaktere sind lebendig und mit ihren teilweise skurrilen Eigenarten runden sie den Roman ab. Ebenso ist der Humor unverfälscht und natürlich und wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt.
Die Beschreibungen der Handlungsorte, ich selbst kenne als Urlauber Neuharlingersiel und Greetsiel sind gelungen und wirklichkeitsnah beschrieben, man riecht und schmeckt die salzige Luft, hat die Handlungsorte vor Augen, spürt den Wind, eine gelungene tolle Nordsee Atmosphäre.
Mich hat der Krimi von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd und spannend unterhalten und mir einen kurzweiligen Sommernachmittag versüßt, ganz nebenbei habe ich auch mitgerätselt, wer der Täter sein könnte.

Veröffentlicht am 18.07.2017

Trifels - ein alter historischer Mythos

Die Burg der Könige
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Klappentext: 1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, ...

Klappentext: 1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird.

Der Autor nimmt den Leser mit auf eine spannende Zeitreise ins Jahr 1524 in die Gegend Wasgau zur Burg Trifels. Im ganzen Land toben die Bauernkriege, die Menschen hungern, Adelige und Klerus versuchen immer noch mehr Geld zu erpressen. Die ehemals reiche Stauferburg Trifels ist verarmt und in vielen Teilen baufällig. Der Vater der Protagonistin Agnes, ist der Burgvogt, doch er spricht nach dem Tod der Mutter mehr dem Alkohol zu, als ihm gut tut und kümmert sich nicht um das alte Gemäuer. Agnes wächst – gerade für diese Zeit – sehr ungebunden auf. Sie jagt mit ihrem Falken, reitet aus, hat lesen und schreiben gelernt und pflegt die untypische Freundschaft mit Mathis, Sohn des Schmieds. Außerdem rankt ein uraltes Geheimnis um Burg Trifels, hinter dem verschiedene Mächte her sind. Als Mathis sich auf die Seite der Bauern schlägt, muss Agnes aus Geldnot den Grafen Friedrich von Scharfenberg heiraten, der allerdings weniger an ihr, sondern ebenfalls nur am legendären Normannenschatz, der auf Trifels versteckt sein soll, Interesse hat…
„Die Burg der Könige“ ist mit über 900 Seiten ein richtiger Historien-Schmöker, flüssig und leicht geschrieben. Der Autor vermischt sehr geschickt historische Begebenheiten mit Legenden und Sagen, mit einem „es hätte so sein können“ und mit Hauptfiguren, die sympathisch und recht authentisch wirken. Er vermeidet größere Aufzählungen von Jahreszahlen und Beschreibungen diverser Könige, sondern konzentriert sich auf einzelne Personen, die man so näher kennen lernt. In diesem Zusammenhang erzählt der Autor auch viel über die Sitten und Bräuche in dieser Zeit, der Leser erfährt viel über die Intrigen und Ränke der herrschenden Adeligen, die bittere Not der Bauern, die immer mehr Abgaben zahlen müssen, keinerlei Rechte, nur Pflichten haben und sich aus ihrer Not heraus zusammenrotten, um gegen das unmenschliche System zu kämpfen. Der zu Beginn des Romans entstandene Spannungsbogen bleibt bis zur letzten Seiten bestehen und fesselt.
Gut gefallen haben mir am Ende die Wandertipps zu den Orten der Geschehnisse sowie eine historische Übersicht bzw. Chronik zu den deutschen Bauernkriegen.

Veröffentlicht am 17.07.2017

konnte mich nicht so überzeugen

Das Efeuhaus
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Klappentext: Die junge Schauspielerin Helena ist auf dem Weg in die Berge. Als sie in einen Schneesturm gerät, kommt sie mit ihrem Auto von der Straße ab. Schutz findet sie in einem alten Jagdschloss, ...

Klappentext: Die junge Schauspielerin Helena ist auf dem Weg in die Berge. Als sie in einen Schneesturm gerät, kommt sie mit ihrem Auto von der Straße ab. Schutz findet sie in einem alten Jagdschloss, das seit Jahren leer steht – ein verwunschenes Gebäude, das von einstiger Pracht kündet. In der Nacht wird Helena von seltsamen Träumen heimgesucht. Als sie das Tagebuch der Marietta von Ahrensberg findet, versucht sie, mehr über das Schicksal der jungen Frau zu erfahren. Warum ist die Baronin im Jahr 1922 so jung gestorben, am selben Tag wie ihr kleiner Sohn? Gemeinsam mit dem attraktiven Nachfahren der Familie Moritz von Ahrensberg kommt Helena einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur …



Ein schönes Cover, mit Efeuranken und Rosen um ein altes Fenster, geben ihm einen Hauch Romantik, der Blick durch das Fenster ist dem Betrachter verwehrt.

Der Roman spielt in zwei verschiedenen Handlungssträngen auf zwei Zeitebenen: 1906 bis 1929 und in der Gegenwart. Der Handlungsort ist ein altes in der Gegenwart verfallenes Jagdschloss in Niederösterreich und der Stadtvilla in Wien, dessen Eigentümer die adlige Familie von Ahrensberg ist.

Der Schreibstil von Sophia Cronberg ist sensibel und einfühlsam, dennoch auch leicht und flüssig, ein gehobenes Sprachniveau. Die Autorin versteht es, die Charaktere sehr authentisch und lebensecht darzustellen, besonders der Erzählstrang in der Vergangenheit mit Marietta ist sehr eindrucksvoll und beschreibt sehr anschaulich ihre innere Zerrissenheit, ihre Depression, das fehlt hingegen dem Erzählstrang der Gegenwart, ich empfinde ihn als zu seicht, zu oberflächlich und sehr klischeehaft.

Interessant auch die Einblicke in Anfänge der Psychoanalyse nach Sigmund Freud, die ersten Forschungen, die Psychiatrie, die Anfang der 20iger Jahre noch in den Kinderschuhen steckte, wurde sehr gut in den Erzählstrang der Vergangenheit mit eingewoben.

In meinen Augen fehlt dem Ganzen doch ein wenig der Tiefgang, der Roman ist zu oberflächlich, zwar eine interessante und spannende Familiengeschichte, aber nicht genügend ausgearbeitet, die Gegenwart fast ausschließlich vorhersehbar, mir fehlt das Nachhallen bei einem solchen Thema.