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Veröffentlicht am 28.10.2018

Martha Gellhorn und ihr Lebensabschnitt mit Hemingway

Hemingway und ich
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Ernest Hemingway ist einer der bekanntesten und berühmtesten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts und Paula McLain erzählt in ihrem Roman die Geschichte von Martha Gellhorn und Ernest Hemingway. Die Autorin ...

Ernest Hemingway ist einer der bekanntesten und berühmtesten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts und Paula McLain erzählt in ihrem Roman die Geschichte von Martha Gellhorn und Ernest Hemingway. Die Autorin schreibt aus ihrer Sichtweise, verbindet in dem Roman Fiktion und Realität wunderbar zu einem Roman, der den Leser fesselt, der so spannend geschrieben ist, dass man den Roman fast nicht aus der Hand legen kann.
Als sich Ernest Hemingway und Martha Gellhorn zum ersten Mal begegnen, ist Hemingway bereits ein bekannter Schriftsteller. Martha ist 10 Jahren jünger als Hemingway, eine anziehende, ehrgeizige und vor allen Dingen freiheitsliebende Frau, beide verbindet die Liebe zum Schreiben, zu Spanien, beide möchten helfen, Spanien vor der Eroberung zu retten und so beginnt eine Liebesgeschichte mit ungewissem Ausgang….denn er möchte eine Frau zu Hause und nicht in den Krisengebieten der Welt…
Was auf den ersten Blick so aussieht, wie der Beginn einer großen Liebe, ist in Wahrheit der Beginn einer ambivalenten Liebe. Hemingway, so scheint es, liebt Martha auf seine Art und Weise, möchte sie aber immer in seiner Nähe wissen, doch Martha ist schon seit frühster Jugend ein Freigeist, möchte sich entfalten und nicht eingeengt werden. Beide sind starke Charaktere, doch Martha ist auch außergewöhnlich, zu einer Zeit als die Rolle der Frau sich eher auf das Hausfrauen und Mutterdasein beschränkt, durchbricht sie die Schranken, schreibt schon als knapp 20jährige in Paris für die United Press, reist in den 30iger Jahren durch Amerika, um über Arbeitslosigkeit zu berichten und reist später zusammen mit Hemingway nach Spanien aber auch allein in Kriegsgebiete. Sie hat Risiken in Kauf genommen, außerordentlichen Mut bewiesen und der Welt gezeigt, was Frauen zu leisten imstande sind.
Der Roman von Paula Mc Lain ist eine Hommage an das Leben und Wirken von Martha Gellhorn, einer Frau mit Mut, Stärke und Verwegenheit, ergänzt um die Anmerkungen der Autorin, die die realen Fakten dazu erläutert.
Von mir eine klare Leseempfehlung für einen außergewöhnlich spannenden und fesselnden Roman um eine starke, unabhängige Frau.

Veröffentlicht am 07.04.2018

zu viel Drumherum, zu wenig von der Familiengeschichte der Protagonistin

Hummersommer
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Eliza, geboren und aufgewachsen in Little Harbor, lebt und wohnt mit ihrer Familie in der Stadt, in elitären Kreisen. Als ihr Vater einen Unfall hat und sich herausstellt, dass er einen Hirntumor hat, ...

Eliza, geboren und aufgewachsen in Little Harbor, lebt und wohnt mit ihrer Familie in der Stadt, in elitären Kreisen. Als ihr Vater einen Unfall hat und sich herausstellt, dass er einen Hirntumor hat, kehrt sie zurück nach Little Harbor und muss sich nicht nur damit auseinandersetzen, dass sie ihren Vater bald verlieren wird, sondern auch alte längst ins Abseits gedrängte Erinnerungen kommen an die Oberfläche und Eliza muss sich nicht nur der Frage stellen, ob sie noch zu der eingeschworenen Gemeinschaft gehört….
Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht, das Cover sofort angesprochen und ich habe eine einfühlsame Familiengeschichte erwartet, doch ich wurde enttäuscht, denn statt einer Familiengeschichte wurde ich zu Beginn mit vielen Personen geradezu erschlagen, der alle nur Nebencharaktere sind, allerdings die Protagonistin Eliza dadurch völlig ins Abseits drängen, sie Autorin hat wesentlich mehr über die Nebencharaktere und deren Nebensächlichkeiten geschrieben, als über das eigentliche Thema und ich habe die ein oder andere Seite überschlagen, da mir das nebensächliche Geplänkel völlig belangloser Geschehnisse leider total die Leselust genommen hat. Von Beginn an fehlt mir in diesem Roman die Spannung, die Ereignisse, die eine Familiengeschichte prickelnd und spannend machen, verlieren sich auf Nebenschauplätzen und ich habe mich als Leserin mehrfach gefragt, warum schreibt die Autorin das, wo ist der Bezug, schade, leider konnte mich der Roman nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Sommerroman mit Nachdenkpotential

Meeresblau & Mandelblüte
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Die Protagonistin des Romans, Leonie ist eine erfolgreiche Firmensaniererin, die für ihre Arbeit lebt, wenig Freizeit hat und noch weniger Freunde. Als ihre Tante stirbt, reist sie kurzfristig nach Mallorca, ...

Die Protagonistin des Romans, Leonie ist eine erfolgreiche Firmensaniererin, die für ihre Arbeit lebt, wenig Freizeit hat und noch weniger Freunde. Als ihre Tante stirbt, reist sie kurzfristig nach Mallorca, um dort vor Ort zu erfahren, dass sie ein kleines Agrotourismus-Hotel geerbt hat. Sie plant schon in Gedanken den Verkauf, als sich so ganz nebenbei herausstellt, dass vier Rentner dort ihren Altersruhesitz haben und das Testament auch noch Überraschungen für sie bereithält. Sie muss um planen, was ihr überhaupt nicht gefällt. Als dann auch noch Niklas, ein Sohn einer der Bewohnerinnen auftaucht, gerät ihr Leben ganz langsam völlig aus den Fugen…
Elke Beckers Schreibstil ist leicht und flüssig lesbar; der Roman spielt abseits der Touristenhochburgen in einem kleinen Agrotourismus-Hotel. Sie beschreibt die Landschaft so eindrucksvoll, dass diese vor dem Auge des Betrachters sichtbar wird, den ungetrübten Blick aufs Meer und die zerklüfteten Felsen genau vor Augen. Der Leser spürt die Atmosphäre des kleinen, ein wenig renovierungsbedürftigen Hotels und riecht den Duft der Mandelblüte, der Leser steht als stiller Betrachter mitten im Geschehen. Die Charaktere der vier Rentner sind völlig unterschiedlich und sehr authentisch, eine eingeschworene Gemeinschaft, die in einer heute noch völlig untypischen Wohngemeinschaft zusammenlebt .Neben den Rentnern leben eine Reihe tierische Mitbewohner auf der Finca, die einen ebenso eigenwilligen wie ausgefallenen Charakter haben und den Leser mit der einen oder anderen Episode humorvoll unterhalten und zum Lachen bringen. Eine sehr gelungene Mischung.
Schaut man mit einem zweiten Blick hinter die Kulissen und lässt vor seinem inneren Auge die Geschehnisse Revue passieren, wird einem bewusst, dass diese vier Rentner sicherlich auch ein sehr glückliches Rentner Dasein führen. Sie leben selbstbestimmt und relativ autark in ihrer Gemeinschaft und sitzen nicht einsam in „Seniorenresidenzen“ und machen so dem Leser klar, dass es in der heutigen Zeit auch alternative Formen des Zusammenlebens im Alter gibt, über die man nachdenken sollte, weil sie in meinen Augen durchaus nachahmenswert sind.
Es war ein Sommerroman, wundervoll emotional erzählt, mit Hindernissen und nicht immer eitlem Sonnenschein und ein Roman, der auf den zweiten Blick zum Nachdenken über das Leben im Alter anregt.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Liebesgeschichte mit Tiefgang

Wildblumensommer
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Klappentext: Ein unvergesslicher Sommer in Cornwall Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, ...

Klappentext: Ein unvergesslicher Sommer in Cornwall Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, denn dort erlebte sie vor vierzehn Jahren ihr größtes Glück - und ihren schlimmsten Albtraum. Nun endlich will sie die Geheimnisse jenes Sommers klären. Erneut trifft sie auf ihre große Liebe Jack, erneut schöpft sie Hoffnung auf ein Leben an seiner Seite. Aber die Schatten der Vergangenheit drohen auch ihre Zukunft zu zerstören ...

Der Roman Wildblumensommer von Kathryn Taylor hat ein wunderschön romantisch anmutendes Cover, luftig und leicht, was mir sofort ins Auge gefallen ist. Mein erster Gedanke assoziierte eine wunderbare Liebesgeschichte Doch dieser Roman ist mehr als das, eine spannende Geschichte, einen alten Familienalptraum aufzulösen. Die Geschichte beginnt mit dem von Zoe erlebten Drama voller Emotionen und fesselt von der ersten Seite.
Zwei unterschiedliche Haupterzählstränge Zoe als Protagonistin des einen und Jack des anderen Erzählstranges, außerdem zwei Nebenerzählstränge über Rose, die Zoe seit ihrer Kindheit kennt und des Anwaltes Simon, wechselnd erzählt und voller Spannung. Die zwischendurch eher schnellen Schauplatzwechsel geben dem Roman mehrere gut eingepasste Spannungsbögen, die den Leser zu fesseln verstehen und voller Neugierde weiterlesen lassen und sind dabei emotional und spannend.
Die Geschichte ist flüssig und leicht lesbar erzählt, ebenso die Rückblicke in die Vergangenheit sind sehr klar und vermitteln dem Leser ein tieferes Verständnis der Erzählung. Der Leser fühlt mit Zoe, wenn er ihr Handeln zu Beginn auch nicht unbedingt versteht, fiebert mit Rose, die ihre familiären Geheimnisse versteckt und doch entdeckt werden und hat Mitleid mit Jacks Sohn William, der seine Mutter verloren hat. Alle Charaktere haben ihren eigenen Charme, ohne perfekt zu sein und wirken dadurch sehr authentisch.
Humor, Spannung, Emotionen, romantische Passagen wechseln einander ab und verstehen es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, in seinen Bann zu ziehen, es ist keine seichte Liebeskomödie, denn auch ernste Themen, die in unserer Gesellschaft heute immer noch gerne totgeschwiegen werden, haben in der Erzählung ihren Platz und machen ihn dadurch empfehlenswert.
Ich bedanke mich bei dem Verlag, dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte.

Veröffentlicht am 25.11.2018

Wohlfühlroman – gelungene Fortsetzung

Die Rückkehr der Apfelfrauen
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Schon der erste Roman „Eva und die Apfelfrauen“ hat mich begeistert und ich war gespannt auf die Fortsetzung „Die Rückkehr der Apfelfrauen“ und wurde nicht enttäuscht.
Die fünf Freundinnen helfen ihrer ...

Schon der erste Roman „Eva und die Apfelfrauen“ hat mich begeistert und ich war gespannt auf die Fortsetzung „Die Rückkehr der Apfelfrauen“ und wurde nicht enttäuscht.
Die fünf Freundinnen helfen ihrer Freundin Dani, die mitten in der Apfelernte eine gewonnene Reise antreten muss, doch die fünf, die sich auch gerne mal kabbeln, manchmal zickig sind halten trotz ihrer Unterschiede zusammen wie „Pech und Schwefel“ und so reisen alle zu Dany um die „Kohlen aus dem Feuer“ oder die Äpfel von den Bäumen zu holen. Doch mitten im schönsten Altweibersommer brauen sich schwarze Wolken am Himmel zusammen, denn direkt neben dem Apfelhof plant ein skrupelloser Investor ein Bauvorhaben….
Tania Kretschmars Schreibstil ist flüssig, leicht lesbar und besonders die authentischen und vor allen Dingen lebendigen Beschreibungen der Natur und Landschaft, der alten „fast“ vergessenen Apfelsorten und mancher auch selten gewordener Tierarten haben mir sehr gut gefallen. Der Leser wird mitgenommen, sieht sich selbst im Apfelgarten stehen, riecht den Duft der reifen Äpfel und kann so völlig eintauchen in die Handlung und kann es kaum erwarten, die am Ende des Romans beschriebenen Apfelrezepte auszuprobieren, bei denen einem schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft. Alle Kapitel haben ihre eigene Überschrift, die immer etwas mit Äpfeln zu tun haben, so hat mich das Zitat aus einem Schulaufsatz doch zum Schmunzeln gebracht“ Ein Pfirsich ist wie ein Apfel mit Teppich drauf“…
Der Roman endet nicht direkt mit einem „Cliffhanger“, jedoch mit einigen offenen Fragen, wie läuft der Hofladen, wie setzen sie das Projekt des „Baumhaushotel`s“ um, was macht die liebe Liebe und ich finde, genug Stoff für einen weiteren Wohlfühlroman, auf den ich doch sehr hoffe….
Ein wunderbarer Wohlfühlroman nicht nur für kalte, graue Tage…..