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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2022

Eine faszinierende Frau

Dian Fossey - Die Forscherin
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Auch ich erinnere mich noch gut an den romantisch-verklärenden Film "Gorillas im Nebel" und als ich erfuhr, dass Susanna Leonard eine Romanbiografie über diese faszinierende Frau geschrieben hat, war ich ...

Auch ich erinnere mich noch gut an den romantisch-verklärenden Film "Gorillas im Nebel" und als ich erfuhr, dass Susanna Leonard eine Romanbiografie über diese faszinierende Frau geschrieben hat, war ich neugierig darauf.
Dian Fossey hatte keine einfache Kindheit, Liebe war beinahe ein Fremdwort in ihrem Leben. Afrika ist schon früh ihr Sehnsuchtsland, doch erstmal orientiert sie sich beruflich anders. Aber dann hat sie genug Gelder gesammelt, um nach Afrika zu fliegen und endlich die Berggorillas zu sehen. Allerdings ist es nicht einfach, sich als Frau und auch noch als weiße Frau dort durchzusetzen, vor allem zum Wohl der Tiere. Sie macht sich viele Feinde und hat kein einfaches Leben. Natürlich sehen die Wilderer sie als Feindin, aber nicht nur diese. Dian Fossey war sicherlich keine einfache Frau und Susanna Leonard beschönigt hier meiner Meinung nach nichts, aber dennoch war sie eine überaus faszinierende und überaus ziestrebige Persönlichkeit.
Mir haben der Schreibstil und der Aufbau des Buches mit seinen Zeitsprüngen sehr gut gefallen. Vor allem bin ich ein großer Fan von Personenregister, Zeittafel und Glossar, zu denen ich immer wieder geblättert habe.
Nun habe ich ein anderes, umfassenderes Bild von Dian Fossey.

Veröffentlicht am 15.09.2022

Tod in der Hochzeitsnacht

Die rätselhaften Honjin-Morde
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Das Original des Buches erschien vor ungefähr 80 Jahren in Japan und das Cover passt super für einen Krimi aus dieser Zeit. Schön gruselig. Die Handlung spielt im Jahr 1937 in einem kleinen, japanischen ...

Das Original des Buches erschien vor ungefähr 80 Jahren in Japan und das Cover passt super für einen Krimi aus dieser Zeit. Schön gruselig. Die Handlung spielt im Jahr 1937 in einem kleinen, japanischen Ort. Der älteste Sohn der Ichiyanagi-Famile wird nun doch endlich heiraten. Die LeserInnen bzw. in meinem Fall HörerInnen werden ausführlich in die Familie und deren Zusammensetzung eingeführt und auch in den Ort und weitere Personen. Da ich des Japanischen nicht mächtig bin, wäre manches für mich sicherlich einfacher gewesen, wenn ich das Buch gelesen hätte, allerdings wäre ich so nicht in den Genuss der tollen Vorlesestimme von Denis Moschitto gekommen. Bei den japanischen Namen musste ich immer gut aufpassen, aber spätestens mit dem Auftritt des Privatermittlers Kosuke Kindaichi kam ich viel besser mit. Dieser locked room Fall, in dem ein Paar in seiner Hochzeitsnacht tot aufgefunden wird, hat es wirklich in sich und man muss genau auf jedes Detail achten. Die Auflösung war genial; alles arbeitete auf diesen Höhepunkt hin.

Veröffentlicht am 13.09.2022

Mademoiselle "Bon appétit"

Die Köchin - Lebe deinen Traum
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Zuletzt konnte mich Petra Durst-Benning mit ihrer Reihe um die Fotografin begeistern und auch der Start der neuen Reihe gefiel mir gut. Außerdem geht es dieses Mal nach Frankreich, an den Canal du Midi, ...

Zuletzt konnte mich Petra Durst-Benning mit ihrer Reihe um die Fotografin begeistern und auch der Start der neuen Reihe gefiel mir gut. Außerdem geht es dieses Mal nach Frankreich, an den Canal du Midi, nach Carcassonne und dann nach Lyon. Neben den geographischen Sehnsuchtsorten lief mir bei der Beschreibung manch eines Gerichts das Wasser im Munde zusammen.
Fabienne ist Tochter eines Schleusenwärters und gemeinsam mit ihrer Mutter bekocht sie die Bootsleute mit einfachen, aber schmackhaften Gerichten. Ihre Mutter lässt sich keine schlechten Lebensmittel andrehen und das wissen die Marktleute auch. Doch nach dem plötzlichen Tod der Mutter und der erneuten Heirat des Vaters, ist alles anders.
Fabienne brennt mit Eric durch, doch auch dieser lässt sie im Stich, so dass sie sich alleine durchbeißen muss.
Nach mehreren Stationen landet Fabi in Lyon und besonders die Beschreibung der traboules und der mères lyonnaises hat mir gefallen. Diese "Mütter" haben alle ursprünglich für bürgerliche Familien gekocht, sich dann aber selbstständig gemacht und kleine Restaurants eröffnet und sich gegenseitig unterstützt.
Fabi ist anfangs noch sehr naiv, lernt aber dazu. IHr großer Traum ist es, einmal ein eigenes Restaurant zu eröffnen.
Insgesamt gesehen hat sie trotz ihrer Probleme immer wieder Glück - bis auf einmal, aber das möchte ich hier nicht erwähnen.
Stéphanie, die Tochter eines Weingutbesitzers, lernt Fabi in Carcassonne kennen und sie verschafft ihr eine Stellung in der Küche des Gutes. Stéphanie ist eine sehr egozentrische Person, die immer denkt, sie würde allen Gutes tun, dabei aber nicht merkt, wie selbstbezogen sie dabei handelt. Aber auch sie entwickelt sich weiter und taucht auch später im Roman zwischendurch auf.
Ein Hörbuch, das auch wie die Fotografinnen-Reihe wieder von Svenja Pages toll vorgelesen wird und mich ins Frankreich des 19. Jahrhunderts "entführen" konnte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 13.09.2022

Arus Abenteuer

Aru gegen die Götter, Band 1 - Die Wächter des Himmelspalasts
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Rick Riordan hat mit seiner Percy-Jackson-Reihe und weiteren Erfolgen wie zum Beispiel die Kane-Chroniken (ägyptische Götterwelt) in spannenden Abenteuern seinen LeserInnen diese Götterwelten näher gebracht. ...

Rick Riordan hat mit seiner Percy-Jackson-Reihe und weiteren Erfolgen wie zum Beispiel die Kane-Chroniken (ägyptische Götterwelt) in spannenden Abenteuern seinen LeserInnen diese Götterwelten näher gebracht. In diesem Buch geht es nun um die überaus komplexe hinduistische Götterwelt, geschrieben von Roshani Chokshi und empfohlen von Riordan.
Die Protagonistin Aru Shah wohnt mit ihrer oftmals abwesenden - sei es nun körperlich, oder aber zumindest geistlich - Mutter in einer Wohnung über dem Museum für Altindische Kunst und Kultur in Atlanta. Da sie nicht viel Geld haben, wird sie oft von ihren superreichen MitschülerInnen gehänselt. Doch Aru versucht es immer wieder mit ihren phantasievollen Lügen aus der Klemme zu kommen. Allerdings geht das wie vermutet meist nach hinten los. Tja, und als es am Wochenende an der Tür des Museums klingelt, öffnet Aru noch in ihrem Schlafanzug die Tür. Davor stehen drei MitschülerInnen, denen Aru mal wieder eine Geschichte erzählt hatte. Tja, da muss sie jetzt wohl tatsächlich die alte Lampe anzünden, obwohl ihre Mutter dies verboten hatte. Und damit weckt sie den "Schläfer" und ein rasantes Abenteuer beginnt. Gemeinsam mit einer Taube und ihrer "Schwester", die überängstlich ist, soll sie nun einen gefährlichen Auftrag ausführen zur Rettung der Welt.
Ein rasantes Abenteuer, dass uns die indische Götterwelt ein wenig näherbringt. Toller Schreibstil und gute Geschichte - ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 07.09.2022

Auf der Champollion

Die Passage nach Maskat
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Das Cover lädt uns schon ein auf eine faszinierende Zeitreise auf der Champollion, die zum Schauplatz eines Kriminalfalles wird. Ich habe schon recht viele Bücher von Cay Rademacher gelesen, seien es nun ...

Das Cover lädt uns schon ein auf eine faszinierende Zeitreise auf der Champollion, die zum Schauplatz eines Kriminalfalles wird. Ich habe schon recht viele Bücher von Cay Rademacher gelesen, seien es nun historische, oder aber zeitgenössische Krimis. Wie auch in seinen anderen Werken beweist der Autor auch hier wieder große Kenntnisse und zeigt, wie detailliert er sich in diese Zeit eingearbeitet hat und seine Figuren sind abwechslungsreich und authentisch gezeichnet ohne in Klischees zu verfallen. Begeben wir uns auf den Ozeanliner Champollion in das Jahr 1929, vergessen wir jedoch all die weltpolitischen Ereignisse, sondern widmen wir uns stattdessen diesem Mikrokosmos und der Fahrt vom südfranzösischen Marseille bis in den Oman. Theodor Jung, seine Frau Dora und so manch ein Familienmitglied sowie Mitglieder der High Society. Doch dann verschwindet Dora und nach ein paar Tagen versuchen andere Jung davon zu überzeugen, sie sei nie auf dem Schiff gewesen. Was ist wirklich passiert? Während das Schiff seinen Weg durch den Suezkanal und weiter nimmt, habe ich die Lektüre sehr genossen. Ein ausgefeilter Schreibstil, eine verzwickte und interessante Geschichte und ein überzeugendes Ende.