Wenn der Plot größer ist als die Idee
DoppelspielDoppelspiel von Arne Dahl und Jonas MOSTRÖM ist ein rasanter Thriller, der von Anfang an hohes Tempo macht. Die Handlung zieht einen durch ständige Spannung und neue Wendungen schnell in den Bann – ich ...
Doppelspiel von Arne Dahl und Jonas MOSTRÖM ist ein rasanter Thriller, der von Anfang an hohes Tempo macht. Die Handlung zieht einen durch ständige Spannung und neue Wendungen schnell in den Bann – ich habe das Buch in wenigen Tagen beendet. Trotzdem bleibt bei mir am Ende ein zwiespältiger Eindruck zurück.
Die Grundidee – eine kleine Gruppe plant unter dem Deckmantel des Klimaschutzes eine gelenkte Diktatur – ist originell und gesellschaftlich brisant. In der Ausführung wirkt das Ganze jedoch überdimensioniert und stellenweise konstruiert.
Und dass ein Schriftsteller eine Schreibblockade hat und schlussendlich in den Anfängen seines neuen Buches landet, ist auch nicht besonders originell. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Arne Dahl alleine bessere Triller hinbekommt, also bitte kein weiteres Doppelspiel.
Die Verschwörung erscheint zu mächtig, um wirklich glaubwürdig zu sein.
Auch die Figur Tom überzeugt mich nicht ganz: Er ist der perfekte Mann für jede Situation, ein Spezialist in allen Lebenslagen – das wirkt zu glatt und lässt wenig Raum für echte Entwicklung. Dazu kommen klassische Thriller-Elemente wie Erpressung und familiäre Bedrohung, die zwar Spannung erzeugen, diesmal aber etwas überzogen und fast surreal wirken.
Während sich die Suche nach der Wahrheit durchaus fesselnd liest, fehlt mir am Ende ein stärkerer Nachklang. Die Auflösung erklärt zwar die Hintergründe, aber sie bleibt im Gesamtbild oberflächlich. Die Konsequenzen des großen Plans werden kaum beleuchtet.
Insgesamt ein temporeicher Thriller, der spannend geschrieben ist und mitreißt, dessen Auflösung aber nicht das Niveau des Aufbaus hält. Unterhaltsam, aber für mich kein Highlight.