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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2017

Überzogener Hype um ein Buch ohne Tiefgang

The Couple Next Door
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Inhalt:
Anne und Marco Conti erleben DEN Alptraum von Eltern: Sie gehen aus und stellen bei ihrer Rückkehr fest, dass ihr Baby Cora nicht mehr da ist!

Meine Meinung:
Ausgehend von dieser Situation entwirft ...

Inhalt:
Anne und Marco Conti erleben DEN Alptraum von Eltern: Sie gehen aus und stellen bei ihrer Rückkehr fest, dass ihr Baby Cora nicht mehr da ist!

Meine Meinung:
Ausgehend von dieser Situation entwirft die Autorin ein Szenario, das einfallsloser nicht hätte sein können. Die Geschichte hat keine besonderen Wendungen und ist im Präsens quasi in Echtzeit erzählt.
Die Figuren sind lieb- und konturenlos gezeichnet, man fasst sich ständig bei einer solchen Naivität, die verströmt wird, an den Kopf. Es gelingt Lapena nicht, sich von der Oberflächlichkeit und damit auch von Klischees zu lösen. Die fehlende Tiefe ist auch ein Grund, warum ich nicht richtig mit dem Buch warm wurde.
Zudem fehlt ein Sympathieträger, was es zusätzlich erschwert, die Geschichte lieb zu gewinnen.
Daneben erzählt Lapena in einem Stil, der mit simplen Satzstrukturen und einfacher Wortwahl dazu beiträgt, dass sich alles zäh und langweilig liest. Darüber hinaus wird alles zigfach wiederholt, als wäre der Leser nicht in der Lage, einen komplexeren Zusammenhang zu durchschauen bzw. zu verstehen.
Einzig und allein die Neugier, was mit Baby Cora passiert ist, hat mich dazu bewogen, immer weiter lesen zu wollen. Die Angst einer Mutter oder eines Vaters um das eigene Kind kann ja jeder nachvollziehen, der selbst Kinder hat.
Ich hatte leider keinen großen Lesegenuss und kann das Buch daher auch nicht empfehlen. Der Autorin kann man wirklich nur ans Herz legen, ihren anderen „Steckenpferde“, die Juristerei und das Lehrertum, zu frönen und nicht weiter Bücher zu schreiben.

Fazit:
Schade, das Buch ist eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Das reißen auch die letzten Seiten mit einigen interessanten Enthüllungen und einer netten Wendung nicht raus.
Ich rate klar von der Lektüre ab.

Veröffentlicht am 17.04.2017

Ei, Ei, Ei: Ein paar witzige Sprüche, aber eher ein Werbegag // Schmetterlingspracht & Co.: Etwas für fleißige Bienen

Ei, Ei, Ei, was seh ich da?
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Eher Werbegag als alles andere

"Hab mich gewogen, bin zu klein!" - Diesen und andere Sprüche findet man in dem kleinen Osterbüchlein "Ei, ei, ei, was seh ich da?"

Witzige Sprüche, gepaart mit Visualisierungen ...

Eher Werbegag als alles andere



"Hab mich gewogen, bin zu klein!" - Diesen und andere Sprüche findet man in dem kleinen Osterbüchlein "Ei, ei, ei, was seh ich da?"

Witzige Sprüche, gepaart mit Visualisierungen von Eiern, z.B. im Gras, im Stroh und im Supermannkostüm, das soll Lust auf Ostern – und gehäkelte Eierwärmer machen!

Ich finde das Buch ganz süß und witzig und würde es auch verschenken. Ob ich es aber in großer Zahl kaufen würde, ist fraglich.

- Was ich nicht unterschreiben kann, und das haben einige in der Leserunde angemerkt, ist, dass es kreative Ideen zum Selbermachen enthält.

- Auch finde ich den Preis zu hoch, da es doch eher ein guter "Werbegag" für das Produkt "gehäkelter Eierwärmer" ist. Denn auf etlichen Seiten findet sich der Hinweis auf einen Link, bei dem man den abgebildeten, gehäkelten Eierwärmer - und noch weitere Exemplare, bestellen kann.

Fazit:
Ein nettes Bilderbüchlein mit Fotos zum mehrmaligen Anschauen und Schmunzeln, mehr aber auch nicht.



Filigrane Blütenpracht und Schmetterlinge zum Ausmalen für fleißige Bienen




Das Buch „Blütenpracht und Schmetterlingszauber“ von Recca Jones beinhaltet
- 24 Karten im Format B 5 (?) in schwarz – weiß in etwas schwererer Kartonausführung (160g/m2?)
- 24 Umschläge zum Selberfalten im gleichen Format (sw) in dünnem Papier (80g) und
- 24 bunte Sticker, die z.B. dem Verschließen der Umschläge dienen.

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend, hier bekommt man schon einen ersten Eindruck davon, dass und wie man die Karten colorieren kann.

Die Illustrationen der Karten und Umschläge sind sehr schön, aber auch sehr filigran, d.h. zum Beispiel für Kinder recht schwierig auszumalen. Auch ich hätte nicht die Geduld, alles auszumalen, zumal die Umschläge auf der einen Seite eine komplette Zeichnung haben, die man ebenfalls ausmalen kann.

Die auf der ersten Umschlagseite angegebene Anleitung ist praktisch, hier wird erklärt, wie man die Karten und Umschläge heraustrennt und die Umschläge faltet. Ähnliche Erläuterungen zum Heraustrennen finden sich auf jeder Seite noch einmal separat am Rand.

Positiv ist zu vermerken, dass die Karten eine etwas schwerere Qualität haben als die Umschläge. Das macht Sinn.

Für 12 Euro finde ich das hier vorliegende Buch ziemlich happig bepreist. Ich wäre keine Person, die 24 Karten coloriert und die passenden Umschläge bastelt.

Für Kinder im Grundschulalter oder fitte Vorschulkinder im Kindergarten, die gerne sehr fleißig ausmalen und falten, ist dies hier sicherlich eine nette Anregung. Und natürlich für alle, die sich beim Malen entspannen möchten. Für jüngere Kinder ist dies noch kein passender Malspaß.

Fazit: Ein Buch für fleißige Maler, die auch anspruchsvolle, filigrane Figuren mögen.

Veröffentlicht am 15.04.2017

Beeindruckend!

Sieben minus eins
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Das war mein erstes Buch, das ich von Arne Dahl gelesen habe und die Lektüre hat mich begeistert.


Zum Einen hat mir seine Erzählweise sehr gefallen, die irgendwie so ganz anders ist als die der Autoren, ...

Das war mein erstes Buch, das ich von Arne Dahl gelesen habe und die Lektüre hat mich begeistert.


Zum Einen hat mir seine Erzählweise sehr gefallen, die irgendwie so ganz anders ist als die der Autoren, die ich bisher lesen durfte – vorwiegend deutsche und englische sowie amerikanische Krimi-/Thrillerautoren.
Man stürzt als Leser sofort hinein ins Geschehen und findet den etwas kauzigen Protagonisten Sam Berger sofort sympathisch. Seine Figur wird schön gezeichnet und hat Tiefe, was mir sehr imponiert. Auch die zweite Protagonistin, die im Laufe der Geschichte hinzukommt, wird toll beschrieben.
Zum Anderen ist der Aufbau der Handlung wirklich gut geglückt! Irrungen und Wirrungen bestimmen sie, aber stets wird alles so beschrieben, dass man als Leser nach kurzen Fragezeichen sofort wieder den Anschluss bekommt und die Spannung auf den 400 Seiten nicht abreißt.
Insgesamt ist der Krimi mitreißend und hat mich so in den Bann gezogen, dass ich ihn kaum aus der Hand legen konnte und innerhalb von wenigen Tagen gelesen habe.
Klasse!

Veröffentlicht am 05.04.2017

Romantisch-skurriles Road"movie"

Fernverkehr
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Sibel, die überforderte Grundschullehrerin, fährt für ihren fußkranken Bruder eine Ladung Sexspielzeuge nach Istanbul. Vorher hat sie noch mit ihrem bösen Fremdgeherfreund Florian Schluss gemacht. Grund ...


Sibel, die überforderte Grundschullehrerin, fährt für ihren fußkranken Bruder eine Ladung Sexspielzeuge nach Istanbul. Vorher hat sie noch mit ihrem bösen Fremdgeherfreund Florian Schluss gemacht. Grund genug, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben – und wie zu erwarten, erwarten sie auf dem Weg in die Türkei nicht nur jede Menge unverhoffte abenteuerliche Begebenheiten, sondern – auf Umwegen - auch die große Liebe.


Viele witzige und nette Ideen hat der Autor Tim Boltz (Pseudonym des Autors Zeno Diegelmann) hier zu einem witzigen Roadmovie in literarischer Form verarbeitet.
Der Schreibstil ist einfach und flüssig, so dass man das Buch sehr schnell lesen kann und nicht über jeden zweiten Satz stolpert. Daher kommt man sich als Leser auch direkt als Begleiter der Protagonistin Sibel auf ihrer Reise vor. Witzige Dialogpassagen wechseln sich mit Beschreibungen von Handlungen auf der Reise ab.


Die alltagsphilosphischen und hobbypsychologischen Überlegungen von Sibel zu ihrer Persönlichkeit sind nett eingestreut und so mancher Leser wird sich problemlos in ihren Gedanken wiederfinden. Die Wandlung von der spießigen Kontrollfrau zu einer gelasseneren Person wird einige Anhänger finden. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz – nach ihrer Enttäuschung mit ihrem bösen Florian nähert sie sich an den Anhalter an, der sie vor einem Überfall bewahrt. Hat er ein Geheimnis? Ist er eine Gefahr?


Eine für mich nette Abwechslung zu meinem sonstigen momentanen Lesestoff. Auch wenn vieles vorhersehbar ist, ist das Buch eine gefällige Reise durch Europa. Gerade die Tatsache, dass keine großen Wendungen auftauchen, macht die Lektüre leicht und lässt den Leser beschwingt zurück. Geschmunzelt und gelacht werden darf auch zwischendurch.
Einzig und allein die Tatsache, dass ich durch die Story an sich und durch mehrere Beschreibungen an Fatih Akins Film „Im Juli“ erinnert fühlte (,den ich im Übrigen klasse finde,), trübt mein Lesevergnügen etwas. Aber es gibt nie was, was es nicht schon mal gab.

Das Buch wird Abnehmer finden, "ich habe es immern gesagt".

Veröffentlicht am 20.03.2017

Nicht sein bestes Werk

AchtNacht
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So schnell erscheint nach dem letzten Buch „Das Paket“ ein neuer Thriller vom Thrillerkönig Deutschlands!
Ich war sehr gespannt und habe das Buch daher auch sehnlichst erwartet und innerhalb kurzer Zeit ...

So schnell erscheint nach dem letzten Buch „Das Paket“ ein neuer Thriller vom Thrillerkönig Deutschlands!
Ich war sehr gespannt und habe das Buch daher auch sehnlichst erwartet und innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Zum Inhalt:
Eine Website ruft dazu auf, einen Todeskandidaten zu nominieren, der am 8.8. um 20.08 für zwölf Stunden „vogelfrei“ ist, d.h. unabhängig vom deutschen Rechtssystem verfolgt und getötet werden darf. Demjenigen, der den Nominierten tötet, winken 10 Millionen Euro Belohnung.
Soweit Fitzeks „Gedankenexperiment“, das er aufgrund einer Inspiration durch den Film „the Purge“, der mir unbekannt ist, in seinem neuen Thriller für eine hanebüchene Story zugrunde legt. Es gibt um Halbwahrheiten und darum, ob einzelne Menschen bzw. die breite Masse bereit ist, ihre Moral für eine gewisse Zeit komplett auszuschalten, eine Person zu jagen und zu töten.

Meine Meinung:
In Teilen bringt das Buch zuviel „Action“, ist eigentlich eine reine Verfolgungsjagd. Die typischen „fitzek´schen“ Dialoge und Wendungen kommen zunächst zu kurz.
Dafür gibt es marginal im ersten Teil des Buches kleine „Cliffhänger“ am Kapitelende, die teils etwas reißerisch wirken, wie aus einer billigen Seifenoper entnommen.

Was mir missfallen hat, ist die Figurenzeichnung, die durchgehend oberflächlich wirkt. Sind die Charaktere in den übrigen Fitzekbüchern in den meisten Fällen sehr vielschichtig, so zeigen sich hier nur schwarz und weiß. Dies ist mir nicht tiefgründig genug und ich habe an vielen Stellen die Augen verdreht. Die Hauptfigur Ben beispielsweise, ein abgehalfterter, gescheiterter Musiker (Drummer) ohne Geld und festen Wohnsitz, eine gescheiterte Existenz, die von seiner Freundin getrennt ist, sie aber immer noch liebt, scheint dazu auch noch naiv. M. E. ist dieser Mensch kaum glaubwürdig beschrieben.

Die ersten 150 Seiten etwa hatte ich den Eindruck, dass der Aufbau der Geschichte etwas konfus und ungeplant ist. Dann erst fesselt der Fortgang der Handlung, da immer mehr fitzek-typische Überraschungen (Die Fragen „Wer hat mich nominiert?“ „War der Unfall meiner Tochter wirklich ein Unfall?“ und Ansätze von Antworten darauf) auftauchen. Im ersten Teil fehlen einfach viele der sonst typischen Dialoge, die das Geschehen auflockern oder spannend machen. Es gibt viele eigenartige Formulierungen, teilweise eine mir zu einfache, lieblose Sprache und der Autor verliert sich in unnötigen Erläuterungen, als wenn der Leser zu dumm wäre, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen.

Zur Thematik ist zu sagen, dass das Buch sicherlich interessante Gedankenanstöße zum Thema „Internet-Hype“ und „Hetze in sozialen Netzwerken“ bietet, diese werden aber nicht differenziert genug beleuchtet. Die Themen Kindesmissbrauch, Mobbing usw., die auch schon in anderen Büchern thematisiert wurden, ermüden beim Lesen. Es scheint gezwungen, dass Fitzek diese Themen in diesem Zusammenhang anschneidet. So kommt die psychologische Betrachtung des Phänomens (massenpsychologischer Virus) zu kurz, andere Aspekte, die nichts mit dem Thema zu tun haben, werden hingegen beleuchtet, was für mich nicht zwingend zusammen passt.

Dennoch habe ich das Buch sehr schnell gelesen, der Schreibstil ist – wie immer – flüssig, so dass das Buch leicht und zügig zu lesen ist. Zu gerne will man doch wissen, wie die Geschichte endet.
Die Auflösung enttäuscht jedoch – hier hätte ich mir mehr von den unendlichen fitzek´schen Wendungen, die noch einmal alle miteinander verschlungen sind, gewünscht. Mittlerweile sind bestimmte „Lösungen“, die Fitzek anbietet, abgenutzt.

Fazit: Ein Thema, das hohe Erwartungen weckt, die Fitzek in seiner hier angebotenen Verarbeitung aber nicht erfüllen kann. Definitiv nicht sein stärkster Thriller. „Das Paket“ war im Vergleich dazu Klassen besser.