Abschied mit Wehmut: Im Dienst des Brandenburgischen Kurfürsten
Träume aus FeuerFlorian Illies Werk „Träume aus Feuer. Der Alchemist von der Pfaueninsel“ ist ein kleines, apartes Werk. Es erzählt eine Episode aus dem Leben des heute nur Wenigen bekannten Glasmachers und Alchemisten ...
Florian Illies Werk „Träume aus Feuer. Der Alchemist von der Pfaueninsel“ ist ein kleines, apartes Werk. Es erzählt eine Episode aus dem Leben des heute nur Wenigen bekannten Glasmachers und Alchemisten Johannes Kunckel (1635-1703) am Hof des Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640-1688) von Brandenburg und Herzogs in Preußen (1640-1688) auf eine spannende und unterhaltsame Weise. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Bemühung des Hofes, mit Hilfe von Kunckels Fertigkeit die heimische Glasproduktion zu fördern.
Die Erzählung nimmt seinen Anfang mit einer idyllischen Kahnfahrt im Februar 1686. Der große Kurfürst hat Kunckel die Pfaueninsel zum Geschenk gemacht. In seiner Glashütte auf der Havelinsel bei Potsdam soll Johannes Kunkel ungestört seine Experimente machen können, die ihm dann zur Anfertigung Herstellung des Goldrubinglases dienen sollen. Kunckel stand seit 1678 im Dienst des Kurfürsten. Dieser wollte nach dem Ende des 30jährigen Krieges die Wirtschaft in Brandenburg durch die Verwertung heimischer Rohstoffe wiedererstehen lassen. Der Kurfürst und die Familie des Glasmachers stehen in einem guten Verhältnis zueinander. Im weiteren Verlauf der kurzen Erzählung werden die Freuden und Leiden der Familien mitgeteilt. Aber auch von Neidern am Hof und Intriganten wird berichtet. Danckelmann, der Prinzenerzieher und Mentzel, der Leibarzt sind Kunckels Feinde. Tatsächlich ist die Gefahr sehr groß. Die Idylle auf der Pfaueninsel scheint trügerisch. Nach dem Tod des Kurfürsten 1688 hat Kunckel es schwer. Das Schicksal schlägt zu: der neue Kurfürst Friedrich und spätere König in Preußen schenkt ihm nur wenig Beachtung. Seine Glashütte auf der Pfaueninsel geht in Flammen auf, die Folgen eines Anschlags. Eine Ära ist zu Ende, auch die Träume aus Feuer sind vorbei. Kunckel verlässt Brandenburg. „Ein Traum, im Feuer geboren. Ein Traum, im Feuer verloren.“ (S. 128) Die Erzählung endet wehmütig. Mit diesem "Mollton“ hatte ich nicht gerechnet.
Zwei Fakten aus Kunckels Vita sind im Anhang leider nicht zu finden: Johannes Kunckel wurde 1693 vom schwedischen König Karl XI in den Adelstand erhoben und im gleichen Jahr Mitglied der Leopoldiana. Sein Verdienst um die Wissenschaft kommt mir bei Florian Illies etwas zu kurz.
Trotzdem möchte ich dieses Buch gerne weiterempfehlen, aufgrund seiner schönen, idyllischen Landschaftsbeschreibungen und gut nachgewiesenen Kenntnisse über die kunstvoll gestalteten Gläser und Pokale. Ein gelungens, kleines Oevre!