Profilbild von Habbo

Habbo

Lesejury Star
offline

Habbo ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Habbo über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2025

Rasant

Narbensommer #Thriller
6

Grausame Morde erschüttern Frankfurt und das Ermittlerteam rund um Marc und Zoé. Da sich diese im Umfeld einerseits der albanischen Mafia, andererseits einer Rockergruppierung zugetragen haben, ist man ...

Grausame Morde erschüttern Frankfurt und das Ermittlerteam rund um Marc und Zoé. Da sich diese im Umfeld einerseits der albanischen Mafia, andererseits einer Rockergruppierung zugetragen haben, ist man versucht, an einen Machtkampf zwischen diesen zu glauben. Allerdings sind die Morde derart brutal, dass das auch wieder widersinnig erscheint. Dennoch tut man sich mit der Abteilung für Bandenkriminalität, Drogen und Prostitution zusammen, um erste Spuren zu finden, aber auch, um eine Eskalation zu verhindern, zumal auch noch ein Anschlag für Chaos sorgt. Dass alles seinen Ursprung in einem Mord vor über 20 Jahren hat, erfährt nur der Leser, der die Gedankengänge des Täters zur Kenntnis bekommt. Man fragt sich, was der Trigger für die heutigen Morde war. Die Sendung Aktenzeichen XY, die die Aufklärung des damaligen Mordes verkündet? In der undurchsichtigen Gemengelage, in der auch Kollegen aus den eigenen Reihen und der Staatsanwaltschaft ins Visier der Ermittlungen geraten, rücken auch Marcs unbewältigte Angststörungen in die Optik und die Ermittler selbst ins Blickfeld des Täters. Die Abhängigkeiten, die hier zwischen bestimmten Personen dargestellt werden, scheinen nicht ganz glaubwürdig oder überzogen. Die dargestellten Taten und die Motivation des Mörders haben etwas zutiefst Widerwärtiges. Wie kommt man nur auf so was? Rasant geschrieben, durch die wechselnden Perspektiven spannend gehalten, der Trick, den Lesern durch die Darstellung der Täterseite quasi einen Vorsprung vor den Ermittlern zu gewähren, gelungen. Pageturner trifft es nahezu.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 10.04.2025

Gute Mischung

MORDsJAHRE
0

Eine bunte Mischung aus Ruhrpott-Geschichten, mal ernst, mal traurig, manchmal abstrus, oft recht lustig, manchmal zum herzhaft Herauslachen, auch mal spannend. Nicht alle gleich gut, aber eine gute Mischung. ...

Eine bunte Mischung aus Ruhrpott-Geschichten, mal ernst, mal traurig, manchmal abstrus, oft recht lustig, manchmal zum herzhaft Herauslachen, auch mal spannend. Nicht alle gleich gut, aber eine gute Mischung. Kann man gut als Unterwegs-Lektüre mitnehmen, im Wartezimmer oder beim Friseur lesen, oder was einem sonst so einfällt. Es ist tatsächlich ein kriminalistisches Porträt der Region entstanden und allemal eine vergnügliche Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2025

Wenig überzeugend

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
0

Unabhängig davon, dass der titelgebende Fisch eine äußerst untergeordnete Rolle in diesem Buch spielt, ist auch die Beschreibung des ebenso titelgebenden Commissarios alles andere als zutreffend. Als feinfühlig ...

Unabhängig davon, dass der titelgebende Fisch eine äußerst untergeordnete Rolle in diesem Buch spielt, ist auch die Beschreibung des ebenso titelgebenden Commissarios alles andere als zutreffend. Als feinfühlig wird er beschrieben. Pfft. Eher gegenteilig. Wenn er nicht gerade verkatert ist, lamentiert er über das dreckige, stinkende Neapel und die minderbemittelten Neapolitaner. Er ist rechthaberisch und brüllt ständig seine Leute zusammen. Ist selbst unkonzentriert, weil durch seine eigene Familiengeschichte abgelenkt, vergisst ständig wichtige Ermittlungsansätze und leistet schlicht schlechte Ermittlungsarbeit. Der Fall selbst ist sehr mysteriös bis widerwärtig. Der Ermordete ist ein absoluter Widerling und wurde von allen verabscheut. Das Ende der Geschichte eher fragwürdig. Eigentlich nicht ohne Spannung geschrieben, auch sehr eindrücklich. Aber diese merkwürdige Verschwurbelung der Neapolitaner mit ihrem Stadtpatron Gennaro und ihrem Aberglauben überschattet alles und nimmt so viel Raum ein, dass man versucht ist, das Buch entnervt zur Seite zu legen. Was schade ist, weil die Geschichte durchaus was hat. Sie verhakt sich jedoch zusätzlich noch in fragwürdige Charaktere und deren zwielichtige Absichten, wie sie der Vorgesetzte des Commissarios und der zugezogene Forensiker darstellen. Da ist viel verschenktes Potential.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2025

Gute Küstenkrimikost

Höllische Küste
3

Höllisch geht es in der Tat zu. Der Absturz von zwei Tandem-Fallschirmspringern ruft Liv Lammers vom Kommissariat Flensburg und Freund Sebastian, seines Zeichens Gerichtsmediziner aus Kiel, auf den Plan, ...

Höllisch geht es in der Tat zu. Der Absturz von zwei Tandem-Fallschirmspringern ruft Liv Lammers vom Kommissariat Flensburg und Freund Sebastian, seines Zeichens Gerichtsmediziner aus Kiel, auf den Plan, weil sie zufälligerweise gerade Urlaub auf Sylt machen und so den „ersten Angriff“ leiten können, bevor die Kollegen aus Flensburg anreisen. Die Sylter Polizei ist ohnehin überfordert, weil sich hier die Fälle von Vandalismus, Sachbeschädigungen und Anschlägen häufen, von Glasscherben im Mehl über durchschnittene Bremsschläuche von E-Pedelecs bis zu den manipulierten Fallschirmen der Tandem-Springer. Zufälle? Verschiedene Täter oder doch Zusammenhänge, die aber noch niemand durchschaut? Weitere Vorkommnisse bringen die Ermittler im äußerst heißen Sylt an ihre Grenzen und erst ganz spät ergeben sich die tragischen und dramatischen Zusammenhänge. Spannend und wendungsreich geschrieben, die Leserschaft überraschend, mit viel Lokalkolorit und Syltgeschichte geschrieben. Lesefreundlich. Eine echte Küstenkrimikost.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.03.2025

Schräg

Die Kurve
0

Wer schräg mag, der liegt hier richtig. Das liegt nicht nur an dem merkwürdigen Lebensweg von Carl, das liegt auch an den ihn umgebenden Personen, allesamt sehr „beschädigt“, und an dem mehr als befremdlichen ...

Wer schräg mag, der liegt hier richtig. Das liegt nicht nur an dem merkwürdigen Lebensweg von Carl, das liegt auch an den ihn umgebenden Personen, allesamt sehr „beschädigt“, und an dem mehr als befremdlichen Umgangston, mit dem er seinen „Vasallen“ Aufträge erteilt. Mal abgesehen von den Aufträgen selbst. Undurchsichtig formuliert, im Ungefähren schwebend. Aber die haben es in sich. Da wird nicht lang gefackelt. Da wird kurzerhand umgesetzt, was eben umzusetzen ist. Kompromiss- und oft auch gewissenlos. Man muss schon ziemlich zwischen den Zeilen des Gesagten, insbesondere aber des Ungesagten, lesen, um hinter all den Aufträgen und Geschehnissen eine Handlung zu erkennen, die eine Ursache und eine Folge hat. Scheinbar sinnlos folgen hier Taten aufeinander, die dennoch irgendwie einen Ursprung haben und denen Ergebnisse folgen, die wiederum Folgen haben. Fragwürdig die Moral hinter der Geschicht. Aber darum geht es dem Autor offenbar gar nicht. Wie gesagt: Wer abstrus und schräg mag, der liegt hier richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere