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Veröffentlicht am 09.03.2026

Schicksalhafte Familiengeschichte

Ein weites Leben
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ei einem Unfall Ende der 50er Jahre kommen der Vater und einer der Söhne der Familie MacBride ums Leben. Nur Matthew überlebt schwer verletzt und gezeichnet von dem Ereignis. Für ihn beginnt ein langer ...

ei einem Unfall Ende der 50er Jahre kommen der Vater und einer der Söhne der Familie MacBride ums Leben. Nur Matthew überlebt schwer verletzt und gezeichnet von dem Ereignis. Für ihn beginnt ein langer Weg zurück ins Leben. Gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester Rosie versucht er, den Alltag auf der abgelegenen Schaffarm der Familie weiterzuführen. Doch das Unglück bleibt nicht der einzige Schicksalsschlag, der die Familie trifft. Im Laufe der Jahre werden die McBrides immer wieder mit Verlust, Schuld und schwierigen Entscheidungen konfrontiert. Die Geschichte kreist um die Frage, welche Wahrheiten ausgesprochen werden sollten, welche Geheimnisse besser verborgen bleiben - und welche Folgen dies für das eigene Leben und das der anderen haben kann. Ebenso geht es darum, wie Menschen mit Schuldgefühlen umgehen und was sie lieber versuchen zu vergessen. Der Roman zeichnet ein eindrucksvolles Bild des Lebens in einem abgelegenen Teil Australiens. Die harte Arbeit auf der Farm, die Natur und die Landschaft werden so anschaulich beschrieben, dass man sich leicht in diese Welt hineinversetzen kann. Die Handlung erstreckt sich mit einigen Zeitsprüngen über mehrere Jahrzehnte und umfasst mehr als 500 Seiten. Trotz dieser Länge bleibt die Geschichte durchgehend fesselnd und lebt vor allem von den intensiven zwischenmenschlichen Konflikten und der emotionalen Tiefe der Figuren.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Poetische Erinnerungen

Halber Stein
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Das Cover des Buchs mit den schönen Blumen hat mir besonders gefallen und es passt auch perfekt zur Sprache der Geschichte.
Es geht um Sine, die anlässlich des Todes ihrer Großmutter Jahre nach ihrer Auswanderung ...

Das Cover des Buchs mit den schönen Blumen hat mir besonders gefallen und es passt auch perfekt zur Sprache der Geschichte.
Es geht um Sine, die anlässlich des Todes ihrer Großmutter Jahre nach ihrer Auswanderung als Kind zurück in ihre alte Heimat nach Siebenbürgen kommt. Im Haus der Großmutter, aber auch in der Landschaft und ihrem früheren Elternhaus in Hermanstadt kommen nach und nach ihre Kindheitserinnerungen und die Verbindungen zu den Menschen und der Heimat zurück.
Der Roman lebt nicht von der Handlung, denn viel passiert hier nicht – sondern von der besonders poetischen und bildhaften Sprache. Auch die kleinsten Details werden ausführlich beschrieben, so dass man sich alles gut vorstellen kann. Die Geschichte der Siebenbürger Sachsen lernt man ebenfalls kennen, was ich vor allem spannend fand, da meine Oma aus Siebenbürgen kam und ich daher einen besonderen Bezug dazu habe.
Schnell lesen kann man die Geschichte meiner Meinung nach nicht, man muss die Sprache genießen. An manchen Stellen zieht es sich ein wenig, vor allem, wenn es philosophisch wird.
Auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man eine poetische und langsame Erzählweise schätzt. Wer viel Handlung oder spannende Momente erwartet, wird hier eher enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Hommage an Horrorfilme

Verbrenn das Negativ
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Laura ist Journalistin und wird nach L.A. geschickt, um über das Remake eines Horrorfilms aus den 90ern zu berichten. Mit Schrecken stellt sie schnell fest, dass es sich hierbei um den Horrorfilm handelt, ...

Laura ist Journalistin und wird nach L.A. geschickt, um über das Remake eines Horrorfilms aus den 90ern zu berichten. Mit Schrecken stellt sie schnell fest, dass es sich hierbei um den Horrorfilm handelt, in dem sie selbst damals als Kind mitgespielt hat und der sie schwer traumatisiert hat. Damals sind während der Dreharbeiten viele Menschen ums Leben gekommen und der Film gilt als verflucht.

Als sich dann die Ereignisse zu wiederholen scheinen, versucht Laura, den Fluch zu brechen und herauszufinden, ob es den „Needle Man“ aus dem Film wirklich gibt.

Das Buch ist spannend geschrieben und durch die kurzen Kapitel sehr schnell lesbar. Auch die Auszüge aus Drehbüchern, Berichten und Social Media Beiträgen zum damaligen Film lockern die Handlung auf, was mir besonders gefallen hat.

Wenn man die Horrofilme speziell aus den 80ern und 90ern kennt, wird man viele Verweise finden. Speziell der Needle Man erinnert z.B. an Freddy Krueger. Mir war allerdings manches etwas zu okkult angehaucht, auch die Rolle, die das Medium Beverly spielt. Und die Handlungen von Laura erscheinen oft sehr unlogisch – wobei das in Horrorfilmen auch oft so ist.

Insgesamt aber auf jeden Fall ein kurzweiliger, spannender Roman zum zwischendurch lesen.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Gelungene Verknüpfung von Fantasy und Historie

Das Buch der verlorenen Stunden
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Das Buch der verlorenen Stunden erinnert mich von der Atmosphäre her an Kai Meyers Bücher aus dem Graphischen Viertel in Leipzig und auch ein wenig an Momo von Michael Ende.

Es geht um Lisavet, die als ...

Das Buch der verlorenen Stunden erinnert mich von der Atmosphäre her an Kai Meyers Bücher aus dem Graphischen Viertel in Leipzig und auch ein wenig an Momo von Michael Ende.

Es geht um Lisavet, die als kleines Mädchen von ihrem Vater in den sogenannten Zeitraum, einen Raum außerhalb der Zeit, gebracht wird, um sie vor den Nazis zu beschützen. Als ihr Vater nicht zurückkommt, macht sie sich mehr und mehr mit dem Raum vertraut und lernt, dass in der riesigen Bibliothek die Erinnerungen der Menschen in Büchern aufbewahrt werden und es auch Menschen gibt, die sogenannten Zeithüter, die zum Teil gezielt Erinnerung auslöschen.

Die Geschichte wird in 2 Zeitsträngen erzählt, die aufeinander zulaufen. Im zweiten Zeitstrang lernen wir im Amerika der 60er Jahre das Mädchen Amelia kennen, die durch Moira, eine Agentin des CIA, ebenfalls mit dem Zeitraum vertraut gemacht wird.

Wie alles mit den Zeithütern und historischen Ereignissen wie der Nazizeit und dem kalten Krieg zusammenhängt, ist eine spannende Verknüpfung von Fantasy und Geschichte. Die Entwicklung starker Frauenfiguren und der Gedanke an das Existieren verschiedener Realitäten machen das Buch zu einem äußerst lesenswerten Schmöker. Welche Erinnerungen man für seine Liebsten auslöschen oder bewahren sollte, indem man die Geschichte verändert, regt außerdem zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Ruhig erzählter Roman über die Absurdität der Arbeitswelt

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
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Der Roman ist eine ruhig erzählte Geschichte, in dem sich die namenlose Erzählerin aus ihrem Job wegen eines Burn-outs zurückzieht und einfach müde von der Arbeitswelt ist. Sie wünscht sich einen anspruchslosen ...

Der Roman ist eine ruhig erzählte Geschichte, in dem sich die namenlose Erzählerin aus ihrem Job wegen eines Burn-outs zurückzieht und einfach müde von der Arbeitswelt ist. Sie wünscht sich einen anspruchslosen Job, in dem sie möglichst wenig denken muss. Daraufhin begleitet man sie durch verschiedene, zum Teil schon fast absurde Jobs, die zwar langweilig klingen, aber zum Teil geschehen mysteriöse Dinge und mit jeder Tätigkeit bekommt sie wieder mehr Bezug zu ihrer Tätigkeit.

Es wird einem vor Augen geführt, welchen Raum die Arbeit im Leben einnehmen kann, gerade auch in Japan, wo die Arbeitsbedingungen noch einmal etwas anders sind als bei uns. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, auch wenn ich die zweite Hälfte etwas weniger spannend fand, als die erste Hälfte.

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