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Veröffentlicht am 28.02.2025

Toller historischer Roman!

Eine Ewigkeit für deine Liebe
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Christian war einst ein Kreuzritter und schwor seiner großen Liebe Emma, dass er auf jeden Fall gesund zurückkehren würde zu ihr. Doch Emma spielte Schicksal- als sie in einem alten Zauberbuch einen Schutzzauber ...

Christian war einst ein Kreuzritter und schwor seiner großen Liebe Emma, dass er auf jeden Fall gesund zurückkehren würde zu ihr. Doch Emma spielte Schicksal- als sie in einem alten Zauberbuch einen Schutzzauber aussprechen wollte, hatte ein Versprecher ihrerseits eine große und tragische Wirkung. Christian wurde zwar getötet, wandelte von diesem Zeitpunkt an jedoch als ruheloser Geist auf Erden. Währenddessen war es Emma nun vorbestimmt alle 72 Jahre wiedergeboren zu werden, an den Ort ihrer gemeinsamen Liebe zurückzukehren und kurz nachdem sich beide ineinander verliebt hatten und Emma sich an ihre vergangenen Leben erinnerte, zu sterben. Eine ausweglose Situation die den armen Christian fast in die Verzweifelung getrieben hätte.

Doch nun soll alles anders werden, glaubt man den Ballaster-Hexen, die sich dieser eigentlich unlösbaren Aufgabe angenommen haben, um die Liebenden endlich vereinen zu können.

Nun, in der Gegenwart lebt die Fotografin Emma in Savannah, USA und hat immer wiederkehrende Träume von einer imposanten Burg, die sie nicht loslassen. Nachdem sie im Internet diese Burg wieder findet, hält sie nichts mehr zu Hause und so reist sie nach Arrick by the Sea in Wales, wo besagte Burg steht. Dort angekommen wird sie herzlich von den Ballaster Schwestern aufgenommen, die sich ihr als Vermieter des Fremdenzimmers vorstellen. Als Emma einen Spaziergang zur Burg macht, wird sie von einem mürrischen Geist aufgeschreckt, der sie unter allen Umständen verjagen will. Doch Emma lässt sich nicht so schnell vertreiben, zumal sie diesen Geist überaus attraktiv findet.
Christians Plan scheint also zum Scheitern verurteilt- wenn er Emma nicht vertreiben kann, nimmt die Geschichte abermals ihren Lauf und an ihrem Ende wird Emma sterben, oder?

Meine Einschätzung:

Wenn ich die Geschichte über Emma und Christian rein vom romantischen Standpunkt und vor allem wegen seiner Originalität beurteilen könnte, würde ich glatt die Höchstbewertung für diese wunderschöne Para- Romance geben, denn sowohl die Schilderungen wie sich Emma langsam in Christian verliebt, als auch das Heldenpaar als solches sind sympathisch beschriebene Liebesromancharaktere und da diese Liebesbeziehung wie auch im Vorgängerband „Der Geist der Liebe“ im Fokus dieses Romans steht, kommen Romantiker hier abermals voll auf ihre Kosten.

Dennoch gibt es diesmal auch ein kleines „aber“.
Sicher, ich fand es zwar nett beim Lesen, erneut auf bereits bekannte Geister des Vorgängerbandes zu stoßen, doch dieses Mal nehmen die vielen erwähnten Nebenfiguren ein wenig Überhand. Man liest über sie, ihre Partner und erfährt welche Geschichten sie miteinander verbinden, doch da diese Geschichten bereits in eher erschienenen Anthologien/anderen Büchern der Autorin erzählt wurden, hat man als Nicht-Originalleser ein wenig das Nachsehen und tut sich sehr schwer, die vielen Nebenfiguren überhaupt auseinander halten zu können. Zudem sind alle männlichen Haupt und Nebenfiguren, ob Geister oder Normalsterbliche durchweg attraktiv, markant und wandelnde Macho-Testosteronbomben, die in den Händen ihrer Frauen zu weichen Frauenverstehern mutieren. Sicher Romances sind immer ein wenig realitätsfremd und ich habe auch nichts gegen gut aussehende Protagonisten, doch ein wenig mehr Ecken und Kanten bei ihnen hätte ich mir dann und wann doch schon gewünscht.

Die Handlung ist fast nur auf die beiden Hauptfiguren Emma und Christian fokussiert und auch das Ritterturnier auf Grimm Castle hätte für meinen Geschmack auch ruhig ein wenig detaillierter beschrieben werden können. Aber auch wenn die Hintergrundstory etwas „dünn“ ausgefallen ist, hat mich dieser Roman im Großen und Ganzen trotzdem begeistert- so ist es der Autorin sehr gut gelungen, durch diverse freche Geister sogar ein wenig humorvolle Elemente in ihre Geschichte einzubauen und zudem lässt sich der Roman auch sehr gut lesen. Für alle Leser, die leichte, locker flockige Para-Lektüre im Stile von Lynsay Sands oder Lynn Kurland mögen, ist auch „Eine Ewigkeit für deine Liebe“ ein Lesetipp wert und für diejenigen die langsam die Nase voll haben, von düsteren Vampiren und sich stattdessen lieber von einer Schar sympathischer Geistern unterhalten lassen möchten, möchte ich ebenfalls eine Leseempfehlung aussprechen. Dieser Roman ist durchaus auch für „Young-Adult“ Leser geeignet denn auch wenn der Romantikfaktor hier sehr hoch ist, gibt es eigentlich keine sehr ausgiebig beschriebenen Liebeszenen darin

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Für Fans von Cozy Krimis durchaus nette Unterhaltung mit kleinen Schwächen

Katze, Maus und Mord - Die Entführung der Lady Agatha
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Gleich am ersten Tag als frischgebackene DCI in ihrem neuen Job bei der Northgater Polizei muss sich Anne Remington bei ihren männlichen Kollegen durchsetzen, denn die sind eine etwas gemächlichere Arbeitsgangart ...

Gleich am ersten Tag als frischgebackene DCI in ihrem neuen Job bei der Northgater Polizei muss sich Anne Remington bei ihren männlichen Kollegen durchsetzen, denn die sind eine etwas gemächlichere Arbeitsgangart gewohnt. So unterlassen sie es auch ihrer Chefin mitzuteilen, dass es sich bei Lady Agathe, die Lord Bromshire als entführt gemeldet hat, um eine preisgekrönte Kartäuserkatze handelt. Anne rächt sich indem sie den Fall um eine entführte Katze ernster nimmt, als ihre Kollegen erwartet haben und diese zunächst einmal im freien Gelände bei Matsch und Schmutz ausgiebig nach der Katze suchen lässt. Doch hatte Anne zunächst geglaubt, dass sich in dem ruhigen Dörfchen Northgate nicht viel Kriminelles ereignen wird, muss sie sich binnen kürzester Zeit eines Besseren belehren lassen denn kurz hintereinander werden Menschen getötet, die allesamt auf der Verdächtigenliste von Lord Bromshire standen, die dieser für Anne anfertigte, um einen Ausgangspunkt bei der Suche nach der verschwundenen Katze zu erhalten. Kann der eingebildete Lord Bromshire mit reichlich Standesdünkeln ausgestattet, tatsächlich ein Mörder sein und was hat die entführte Katze mit den Mordfällen zu tun?

Meine Einschätzung:

Nachdem ich vor ein paar Jahren bereits „Die Nacht der roten Katze“ von der Autorin las und erwähntes Buch sehr nett fand, griff ich auch gleich bei „Die Kartäuser-Affäre“ zu, doch obwohl ich die Kriminalhandlung recht undurchsichtig und interessant fand (diesmal tappte ich bis zum Schluss im Dunklen wer denn tatsächlich der Mörder ist) konnte ich diesmal nicht so recht Zugang zu der Hauptfigur des Romans DCI Remington finden, was einfach daran lag, dass sie mir ein wenig zu humorlos daher kam. Sie versucht sofort auf Biegen und Brechen Zucht und Ordnung in ihre neue Dienstelle zu bringen und ehrlich gesagt wirkte dieser Zug an ihr sehr unsympathisch. Zwar freundet sich sie nach dem ersten denkwürdigen Arbeitstag schnell mit ihren Kollegen an, doch der Hauptfigur fehlte auch weiterhin etwas mehr Originalität.

Selbst die Ermittlungsarbeit plätschert ein wenig vor sich hin- untermalt von relativ belanglosen Dialogen zwischen Hauptfigur, ihren Kollegen und Verdächtigen. Außerdem muteten gewisse Passagen in dieser Story ein wenig unglaubwürdig an. Warum sollte die Frau eines ermordeten Katzenbesitzers ihre Katze bei der Polizei abladen und lieber eine Anzeige in Kauf nehmen, statt sich gleich fürs Tierheim oder Bekannte zu entscheiden die die immerhin wertvolle Katze übernehmen würden? Auch die Wandlung von Lord Bromshire am Ende des Romans fand ich ehrlich gesagt recht merkwürdig und konnte dies der Autorin/ dem Autor (trotz Kurzvita der Autorin auf der ersten Seite des Romans, nach der sie in England lebt findet man seltsamerweise keinerlei Originaltitel- so scheint es fast, als ob sich hinter der Autorin ein deutschsprachiger Autor/Autorin verbirgt) nicht so wirklich abnehmen. Dennoch der Roman lässt sich zügig durchlesen und zumindest die Auflösung des Krimis ist interessant! Katzenfans sollten jedoch vor dem Kauf des Romans bedenken, dass Katzen in diesem Roman zwar vorkommen, es sich jedoch hier um keinen expliziten Katzenkrimi handelt; ein Punkt der mich ebenfalls ein kleines Bisschen enttäuscht zurück gelassen hat.

Und zu guter Letzt wurde beim Schreiben des Klappentextes ein wenig geschludert, denn die Katze in diesem Roman heißt nicht „Lady Agatha“ sondern „Lady Agathe“!

Fazit: Für Fans von Cozy Krimis durchaus nette Unterhaltung mit kleinen Schwächen

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Spannender, atmosphärisch dichter historischer Krimi mit feinem, trockenen Humor gewürzt

Der Fluch der Totenleserin
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Zwei Jahre dauert die Ruhe nun schon an, in der Adelia sich auf dem Land in relativer Sicherheit vor dem König wähnt- doch nachdem auf sie ein Anschlag verübt wird, reagiert Adelias Geliebter und Vater ...

Zwei Jahre dauert die Ruhe nun schon an, in der Adelia sich auf dem Land in relativer Sicherheit vor dem König wähnt- doch nachdem auf sie ein Anschlag verübt wird, reagiert Adelias Geliebter und Vater ihrer Tochter Allie, Rowley, Bischof von St.Albans umgehend.
Er teilt der verblüfften Adelia schonungslos mit, dass er ein Schreiben vom König bekommen hat in dem dieser Adelia als Begleitschutz für seine Tochter Joanna auserwählt habe, die in Palermo heiraten soll. Auf der einen Seite ist Adelia froh über diese Wendung, denn sie befürchtete schon, niemals wieder ihre Heimat sehen zu können- niemals ihre Eltern wieder treffen zu dürfen.
Doch es gibt auch einen gewaltigen Haken an der Sache! Der listige König Henry will Adelias Tochter Allie als Pfand in England behalten; genauer gesagt soll Allie bei Eleonore bleiben und dort in höfische Sitten und Gebräuche eingeführt werden.

Wenn der König ein Machtwort spricht, müssen seine Untertanen seinem Befehl ohne Murren nachkommen und so begibt sich auch Adelia zähneknirschend auf die beschwerliche und gefährliche Reise. Außerdem hat Henry dem Tross „Excalibur“, Artus Schwert mitgegeben, das sein zukünftiger Schwiegersohn bekommen soll. Es ist jedoch sicher versteckt in einem Holzkreuz vor neugierigen Blicken verborgen und wird von Ulf, einem Freund Adelias getragen, der sich als Pilger verkleidet hat. Auch Rowley und Mansur sind zunächst mit von der Partie, doch als Rowley zu einem anderen Ort abberufen wird, spitzt sich die Lage innerhalb des Trosses zu, denn Adelia und Mansur werden von der mitreisenden Geistlichkeit misstrauisch beäugt und auch derjenige, der Adelia schon in England nach dem Leben trachtete, befindet sich inkognito inmitten der Reisegruppe. Werden Adelias Freunde die Totenleserin beschützen können?

Meine Einschätzung:

Eigentlich sagt man stets, man solle aufhören wenn es am schönsten ist, dennoch finde ich es sehr traurig dass die Serie um Adelia nach diesem vierten Teil nun enden muss, da die Autorin dieser Reihe, Ariana Franklin alias Diana Norman leider 2011 verstarb. Zudem ist das Ende des Romans sehr offen geblieben und ehrlich gesagt hätte die Geschichte um Adelia noch so viel Potential für weitere Bände bieten können.

„Der Fluch der Totenleserin“ ist abermals ein wunderbarer, atmosphärisch dichter historischer Roman geworden, der sowohl viel Humor, historisches Flair als auch einige spannende Romanpassagen zu bieten hat und in dem Adelia mir noch ein wenig mehr ans Herz gewachsen ist, als in den Vorgängerbänden. Die Autorin befasst sich in diesem Roman aber nicht nur mit der Reise nach Sizilien, sondern richtet ihr Augenmerk auch auf wichtige Themen des Lebens wie etwa den gefährlichen Aberglauben der Menschen im Mittelalter, Verfolgung Andersgläubiger, Standesdünkel und Rassismus, die nach wie vor nichts an Aktualität eingebüßt haben. Und natürlich bekommen auch die kirchlichen Würdenträger wieder „ihr Fett“ weg, wobei Franklin/Normans Humor es möglich macht, dass man als Leser nicht nur entsetzt reagiert, sondern auch einige Male über die verblendeten Eiferer dieser Zeitepoche schmunzeln muss. (Stichwort Vater Adalburt)

Abermals reisen gute Bekannte aus den Vorgängerbänden zusammen mit Adelia nach Sizilien, sorgen für einige Lacher und auch die neuen Figuren, besonders der undurchsichtige und abenteuerliche irische Kapitän O’Donnell versprühen sehr viel Charme, wobei ich an dieser Stelle wieder einmal betonen möchte, wie schade ich es finde, dass es keinen weiteren Teil mehr geben wird, denn ich schätze die Autorin hatte mit O’ Donnell sicherlich noch einiges vor. Zwar darf Adelia abermals ihr medizinisches Fachwissen zum Besten geben, doch diesmal gerät dieser Punkt fast ein wenig zur Nebensache.
Die Autorin lässt im vierten Teil der Serie auch den Mörder, der auf der Reise sein Unwesen treibt, zu Wort kommen bzw. gibt in kursiv gesetzten Abschnitten Einblicke in sein dunkles, düsteres Gedankengut, was mir einige Gänsehautmomente beschert hat. Trotz einiger amüsanter Momente innerhalb des Buches (mir gefiel der trockene Humor der Autorin immer sehr gut) ist „Der Fluch der Totenleserin“ jedoch in erster Linie ein spannender historischer Krimi in dem Adelias Freunde einmal mehr ihre Totenleserin vor sich selbst und dem Mörder beschützen müssen. Trotz all des Lobes:
Anfreunden konnte ich mich dagegen immer noch nicht mit manchen recht saloppen Ausdrücken und Redewendungen der Figuren, die eher in unserer heutigen Zeit Verwendung finden. Ariana Franklin kommt im Nachwort darauf zu sprechen und begründet ihre Entscheidung zugunsten der moderneren Wortwahl allerdings recht plausibel.

Mit Wehmut aber auch große Interesse habe ich das letzte Abenteuer von Adelia, dem knorrigen Rowley, dem spitzzüngigen Mansur und dem gewitzten König Henry verfolgt, das aus meiner Sicht zum Ende hin auch gerne noch einige Seiten länger hätte sein können.

Fazit: Spannender, atmosphärisch dichter historischer Krimi mit feinem, trockenen Humor gewürzt.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Packender, spannender Robin Hood Abenteuerroman mit kleinen Längen; jedoch nichts für zarte Gemüter!

Der Kreuzfahrer
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Nachdem Angus Donald im ersten Teil der Saga um Robin Hood bereits schilderte, wie sich der Junge Alan Dale, der später zum Kämpfer, Barde und Mitstreiter von Robin Hood wurde und der berühmte Räuber aus ...

Nachdem Angus Donald im ersten Teil der Saga um Robin Hood bereits schilderte, wie sich der Junge Alan Dale, der später zum Kämpfer, Barde und Mitstreiter von Robin Hood wurde und der berühmte Räuber aus der Sherwood Forest kennenlernten, geht es nun im zweiten Teil „Der Kreuzfahrer“ zeitlich fast nahtlos weiter mit der Geschichte, die aus Sicht von Alan erzählt wird (Ich-Form). Robin und Mary Anne sind verheiratet, Robin ist von König Richard geadelt worden und soll sich, nachdem er Kampftruppen zusammengestellt hat, für einen Kreuzzug bereithalten, der bald stattfinden wird.

Robin braucht jedoch dafür viel Geld und muss es sich leihen. So macht er sich auf den Weg nach York wo er sich vom befreundeten Juden Reuben eine gewisse Summe leihen will. Doch als Alan und Robin dort ankommen, befindet sich York in einem Ausnahmezustand. Die Bürger wurden aufgewiegelt von einem Hassprediger, der die Juden verteufelt und der zudem Unterstützung von einem gewissenlosen Schergen Prinz Johns erhalten hat. Malbete ist kein Unbekannter, schon einmal hatte er versucht Robin und seine Mannen im Auftrage Johns zu stürzen, diesmal jedoch hat der Prinz auch noch ein sehr hohes Kopfgeld auf Robin ausgesetzt. Obwohl Robin alles Menschenmögliche versucht, die Juden der Stadt zu beschützen, kommt es zu einem grausamen Blutvergießen, bei dem lediglich Reuben gerettet werden kann.

Wieder einmal zürnt Alan seinem Freund, der dafür scheinbar so leichtfertig Reubens Tochter Ruth ihrem Schicksal überließ. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte wird Alan auf grausame Art und Weise daran erinnert, dass Robin alles andere als ein gutherziger Mensch ist und immer erst seine eigenen Interessen verfolgt, doch andererseits ist auf Robins Loyalität seinen Mannen gegenüber immer Verlass und so hält Alan stets an seinem Treueeid fest, auch wenn es ihm manchmal sehr schwer fällt.

Wenige Zeit später ist es dann so weit, der Tross des Königs, Robin, Alan und seine Freunde machen sich auf die lange und beschwerliche Reise ins heilige Land. Und dort müssen sie sehr viele Abenteuer bestehen, denn nicht nur Malbete ist wieder mit von der Partie und trachtet Alan und Robin nach dem Leben; auf Robin werden immer wieder Giftanschläge verübt. Doch wer kann dahinter stecken. Ist es ein Verräter aus den eigenen Reihen?

Schon im ersten Teil „Der Barde“, geht der Autor nicht gerade zimperlich mit seinen Lesern um, denn sowohl Schlachtszenen als auch Beschreibungen von Bestrafungen oder Verletzungen, die sich die Romanfiguren im Laufe der Story zuziehen, sind schon sehr heftig und nichts für zarte Gemüter. Auch diejenigen Leser, die lieber einen historischen Roman über Robin Hood lesen möchten, der ein wenig romantisch verklärt daher kommt, sollten sich zweimal überlegen, ob „Der Kreuzfahrer“ etwas für sie ist, denn keiner der Helden in diesem Roman ist frei von Fehlern oder agiert stets nach einem gewissen Ehrenkodex. Stattdessen zeichnet der Autor für mich ein sehr realistisches Bild was die historische Rahmenhandlung und das Agieren der Akteure angeht und versucht nicht, sie positiv zu verklären, nur damit der Leser die Figuren dadurch schneller in sein Leserherz schließt.
Genau dieser Punkt war es dann auch, der mir sehr gut gefallen hat, da man sich eher in Figuren hineinversetzen kann, die ebenfalls Schwächen vorzuweisen haben und nicht zu Übermenschen stilisiert werden. Auch Alans ehrenhaftes Verhalten bekommt in diesem Teil einige Risse, obwohl er sein Verhalten dann im Nachhinein bereut.

Der Roman ist noch ein wenig actionreicher als der Vorgängerband angelegt, jedoch hatte ich ab und an mit kleinen Längen zu kämpfen, weil ich persönlich eigentlich lieber Romane lese, die etwas dialogreicher daher kommen. Da der Roman in „Ich-Form“ geschrieben wurde, bekommt man lediglich Einblicke in Alans Gedankenwelt geboten und da der Autor zudem ein wenig mit Dialogen geizt, fehlt den anderen Figuren hier und da ein wenig mehr Lebhaftigkeit und Tiefe. Dennoch fand ich auch die Fortsetzung zu „Der Barde“ insgesamt gesehen sehr gut und empfehle diesen historischen Abenteuerroman vor allem Lesern, die in Sachen Metzelei etwas hartgesottener sind.

Fazit: Packender, spannender Robin Hood Abenteuerroman mit kleinen Längen; jedoch nichts für zarte Gemüter!

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Nette, leichte Lektüre

Die Tortenkönigin
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Eigentlich hatte Helene ihr zukünftiges Leben schon verplant; so wollte sie nach ihrer Hochzeit mit dem attraktiven Sänger und Frauenliebling Leon eine kleine Patisserie in Paris aufmachen, um dort ihrer ...

Eigentlich hatte Helene ihr zukünftiges Leben schon verplant; so wollte sie nach ihrer Hochzeit mit dem attraktiven Sänger und Frauenliebling Leon eine kleine Patisserie in Paris aufmachen, um dort ihrer Kreativität und Backleidenschaft nachzugehen- doch es kommt alles anders als sie glaubt. Nur drei Tage vor der Hochzeit platzt die Bombe. Leon ruft seine Verlobte aus dem Krankenhaus an, wo er nach einem Unfall versorgt wird. Da Helene sich verständlicherweise große Sorgen um ihn macht, fährt sie, trotz seiner Beschwichtigung, sofort los, um persönlich nach ihm zu sehen.
Leons Manager versucht Helene noch aufzuhalten, doch da ist es längst zu spät- sie erwischt ihren Verlobten mit gleich zwei keifenden Frauen an seiner Seite- beide tragen exakt den gleichen Verlobungsring wie Helene und eine von den Frauen ist sogar zu allem Überfluss auch noch schwanger!

Entsetzt macht Helene Schluss mit Leon, bricht ihre Zelte in Paris ab und kehrt zurück nach Deutschland in ihr Heimatdorf, wo sie sich zunächst von ihrer Freundin Marie trösten lässt.
Doch ihr ist klar, dass es weitergehen muss, auch beruflich und so packt Helene den so genannten Stier bei den Hörnern und erklärt ihren überraschten Eltern, dass sie wieder zurück ist und gerne wieder bei ihnen in der Konditorei arbeiten würde. Ihr ist natürlich sogleich klar, dass ihre Familie ihre Rückkehr äußerst skeptisch und misstrauisch beäugt. Deren Vertrauen muss sie sich erst wieder verdienen- als ein großer Auftrag des Modefotografen Patrick winkt, sieht sie endlich ihre Chance gekommen, es allen zu beweisen…

Meine Einschätzung:

Die Tortenkönigin ist ein leichter, beschwingter flüssig zu lesender Contemporary, der von einer jungen Frau erzählt, die sich nach einem privaten Rückschlag endlich beruflich etablieren möchte, zunächst jedoch einige Schlachten zu schlagen hat (Familie inclusive).
Wie das Leben so spielt- trotz vieler humorvoller Akzente, die die Autorin , die ihre Romanfigur aus der Ich-Perspektive agieren und erzählen lässt, gesetzt hat, muss Helene in ihrer Geschichte auch traurige Momente überstehen und langsam daran reifen.
Mit Helene kann man sich als Leser schnell identifizieren. Sie ist eine Romanheldin weitab aller Modelmaße, was ich stets positiv finde, denn schöne, perfekte Menschen als Protagonisten in Büchern finde ich persönlich immer sehr langweilig. Das Beste an Helene ist jedoch ihr sarkastischer Humor, den sie recht oft einsetzen muss, um sich ihrer Haut zu erwehren. Sie ist sympathisch, man fühlt, ärgert und leidet in diversen Momenten mit ihr mit und der flüssige sehr gute Schreibstil tut sein übriges dazu, dass man sich von dem Roman gut unterhalten fühlt.
Zwei kleine Kritikpunkte habe ich aber dennoch anzubringen. Zunächst fand ich die Nebenfiguren ein wenig stereotyp beschrieben: Da wären der Ex-Verlobte; ein Sänger, von dem man nur erfährt dass er ein notorischer, eigensüchtiger Fremdgänger ist, die weiblichen Models die klischeehaft als dürr, missgelaunt, überheblich und dumm beschrieben werden und die „böse“ Schwester Susanne, die kein einziges gutes Haar an Helene lässt. Und auch Helenes Mutter verhält sich fast das komplette Buch über stets unsympathisch, kalt und distanziert ihrer Tochter gegenüber- eine ausführlichere Aussprache zwischen den Beiden wäre hier sehr wünschenswert gewesen und hätte dem ansonsten sehr guten Roman auch gleich mehr Tiefe verliehen.
Abgesehen davon war ich angenehm überrascht von der Lektüre und werde weitere Romane der Autorin gerne im Auge behalten.
Empfehlenswert sowohl als Couch oder auch als Strandlektüre, aber Vorsicht, die leckeren hier im Roman beschriebenen Torten regeln den Appetit an und man sollte sich beim Lesen schon die ein oder andere Leckerei bereit halten.

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