Nette, leichte Lektüre
Eigentlich hatte Helene ihr zukünftiges Leben schon verplant; so wollte sie nach ihrer Hochzeit mit dem attraktiven Sänger und Frauenliebling Leon eine kleine Patisserie in Paris aufmachen, um dort ihrer ...
Eigentlich hatte Helene ihr zukünftiges Leben schon verplant; so wollte sie nach ihrer Hochzeit mit dem attraktiven Sänger und Frauenliebling Leon eine kleine Patisserie in Paris aufmachen, um dort ihrer Kreativität und Backleidenschaft nachzugehen- doch es kommt alles anders als sie glaubt. Nur drei Tage vor der Hochzeit platzt die Bombe. Leon ruft seine Verlobte aus dem Krankenhaus an, wo er nach einem Unfall versorgt wird. Da Helene sich verständlicherweise große Sorgen um ihn macht, fährt sie, trotz seiner Beschwichtigung, sofort los, um persönlich nach ihm zu sehen.
Leons Manager versucht Helene noch aufzuhalten, doch da ist es längst zu spät- sie erwischt ihren Verlobten mit gleich zwei keifenden Frauen an seiner Seite- beide tragen exakt den gleichen Verlobungsring wie Helene und eine von den Frauen ist sogar zu allem Überfluss auch noch schwanger!
Entsetzt macht Helene Schluss mit Leon, bricht ihre Zelte in Paris ab und kehrt zurück nach Deutschland in ihr Heimatdorf, wo sie sich zunächst von ihrer Freundin Marie trösten lässt.
Doch ihr ist klar, dass es weitergehen muss, auch beruflich und so packt Helene den so genannten Stier bei den Hörnern und erklärt ihren überraschten Eltern, dass sie wieder zurück ist und gerne wieder bei ihnen in der Konditorei arbeiten würde. Ihr ist natürlich sogleich klar, dass ihre Familie ihre Rückkehr äußerst skeptisch und misstrauisch beäugt. Deren Vertrauen muss sie sich erst wieder verdienen- als ein großer Auftrag des Modefotografen Patrick winkt, sieht sie endlich ihre Chance gekommen, es allen zu beweisen…
Meine Einschätzung:
Die Tortenkönigin ist ein leichter, beschwingter flüssig zu lesender Contemporary, der von einer jungen Frau erzählt, die sich nach einem privaten Rückschlag endlich beruflich etablieren möchte, zunächst jedoch einige Schlachten zu schlagen hat (Familie inclusive).
Wie das Leben so spielt- trotz vieler humorvoller Akzente, die die Autorin , die ihre Romanfigur aus der Ich-Perspektive agieren und erzählen lässt, gesetzt hat, muss Helene in ihrer Geschichte auch traurige Momente überstehen und langsam daran reifen.
Mit Helene kann man sich als Leser schnell identifizieren. Sie ist eine Romanheldin weitab aller Modelmaße, was ich stets positiv finde, denn schöne, perfekte Menschen als Protagonisten in Büchern finde ich persönlich immer sehr langweilig. Das Beste an Helene ist jedoch ihr sarkastischer Humor, den sie recht oft einsetzen muss, um sich ihrer Haut zu erwehren. Sie ist sympathisch, man fühlt, ärgert und leidet in diversen Momenten mit ihr mit und der flüssige sehr gute Schreibstil tut sein übriges dazu, dass man sich von dem Roman gut unterhalten fühlt.
Zwei kleine Kritikpunkte habe ich aber dennoch anzubringen. Zunächst fand ich die Nebenfiguren ein wenig stereotyp beschrieben: Da wären der Ex-Verlobte; ein Sänger, von dem man nur erfährt dass er ein notorischer, eigensüchtiger Fremdgänger ist, die weiblichen Models die klischeehaft als dürr, missgelaunt, überheblich und dumm beschrieben werden und die „böse“ Schwester Susanne, die kein einziges gutes Haar an Helene lässt. Und auch Helenes Mutter verhält sich fast das komplette Buch über stets unsympathisch, kalt und distanziert ihrer Tochter gegenüber- eine ausführlichere Aussprache zwischen den Beiden wäre hier sehr wünschenswert gewesen und hätte dem ansonsten sehr guten Roman auch gleich mehr Tiefe verliehen.
Abgesehen davon war ich angenehm überrascht von der Lektüre und werde weitere Romane der Autorin gerne im Auge behalten.
Empfehlenswert sowohl als Couch oder auch als Strandlektüre, aber Vorsicht, die leckeren hier im Roman beschriebenen Torten regeln den Appetit an und man sollte sich beim Lesen schon die ein oder andere Leckerei bereit halten.