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Veröffentlicht am 23.11.2022

Unterhaltsamer, kurzweiliger und humoriger Cosy-Krimi

Mord mit Heimtücke
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Als die alte Mrs. Shepherd vor ihm sitzt, in seinem Detektivbüro und die Behauptung aufstellt, das jemand sie bestiehlt und ermorden will, glaubt Samson O’Brien zunächst, dass die betagte Dame womöglich ...

Als die alte Mrs. Shepherd vor ihm sitzt, in seinem Detektivbüro und die Behauptung aufstellt, das jemand sie bestiehlt und ermorden will, glaubt Samson O’Brien zunächst, dass die betagte Dame womöglich geistig umnachtet ist. Überhaupt wirkt sie sehr zerstreut, dennoch verspricht er ihr, einmal in ihrem Zuhause vorbeizuschauen. Mrs. Shepherd lebt im gleichen Alterswohnheim, wie Samsons Vater und so kann er seine Ermittlungen gleich mit einem Besuch verbinden, denkt er.

Doch zunächst erfordert ein anderer rätselhafter Fall seine Aufmerksamkeit. Ein Farmer vermisst seinen kostbaren Zuchtwidder und ohne diesen würde er sicherlich bald bankrott gehen. Samson stellt alsbald fest, dass der Widder wohl von einer entfernt liegenden Weide gestohlen wurde, aber bevor er sich ein genaueres Bild machen kann, erfährt er entsetzliche Neuigkeiten. Mrs. Shepherd ist tot!
Hatte die Dame doch Recht mit ihren Vermutungen oder ist sie, eines natürlichen Todes gestorben?

Die Mitbewohner des Altenwohnheims sind zwiegespalten mit ihrer Meinung. Die einen glauben an einen Zufall, die anderen vermuten gar, dass die Heimleiterin etwas mit dem Tod der alten Dame zu tun hat. Und auch im weiteren Verlauf geschehen unerklärliche Unglücksfälle im Heim. Samson ist kurz davor den Durchblick zu verlieren, doch hat er tatkräftige Unterstützung von Delilah, ihrem Hund Tolpuddle und den Heimbewohnern….

Ehrlich gesagt hätte ich den zweiten Teil der „Dales Detective Agentur“ wohl nicht mehr in die Hand genommen und gelesen, da ich den ersten Teil ziemlich zäh und uninteressant empfand. Da ich aber damals im Buchladen gleich die ersten beiden Teile erstanden hatte und ich nicht gerne Bücher ungelesen im Regal verkommen lasse, habe ich mir kürzlich ein Herz gefasst und mir „Mord mit Heimtücke“ zu Gemüte geführt.
Um es vorweg zu sagen, der zweite Teil hat mir tatsächlich viel besser gefallen. Zwar sind auch die beiden in diesem Buch behandelten Kriminalfälle alles andere als spannend, aber immerhin versteht es die Autorin, die Neugierde ihrer Leser zu schüren, wenn es um die unerklärlichen Vorkommnisse im Alterswohnheim geht. Dazu sind die alten Damen und Herren dort durchweg sympathisch und es macht Spaß ihre Dialoge zu verfolgen. Zugegeben, Samsons Vater hat meine Nerven zwar arg strapaziert mit seiner Ungläubigkeit, aber ansonsten ist er ein interessanter rüstiger alter Mann und ich bin sehr gespannt darauf zu erfahren, ob sich das Verhältnis zwischen Samson und seinem alten Herren im nächsten Band noch weiter verbessern wird.

Apropos Verhältnis! Es knistert ziemlich zwischen Delilah und Samson, also auch in dieser Hinsicht wird es im dritten Teil sicherlich noch ein Tickchen spannender werden. Dazu kommt Samson dem Schurken des Dorfes und seinem Widersacher langsam auf die Schliche.
Okay die Sache mit dem Schafbock hätte man nicht unbedingt gebraucht, aber immerhin sind die Romanpassagen, die sich damit beschäftigen humorig beschrieben und die Betreffenden sind außerdem abgrundtief schrullig, so dass man trotzdem Spaß beim Lesen hat.
Ich habe vier von fünf Punkten für diesen Roman vergeben und nicht die Höchstbewertung, weil ich die Auflösung ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen fand und weil es ruhig noch ein wenig spannender hätte zugehen können.
Aber zum ersten Band ist der Autorin eine enorme Steigerung gelungen.

Kurz gefasst: Schafdiebstahl und ein rätselhafter Todesfall halten Samson, Delilah und die Bewohner von Brunscliffe in Atem. Unterhaltsamer, kurzweiliger und humoriger Cosy-Krimi.


Dales Detective Agentur:

1. Teil: Rendezvous mit Todesfolge
2. Teil: Mord mit Heimtücke
3. Teil: Ein Dorf voller Geheimnisse

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Veröffentlicht am 21.11.2022

Routinierte aber lieblos dahingeschrieben wirkende Historical Romance, mit schwülstig formulierten Liebesszenen

Verwegene Geliebte
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England 1824:

Als die schöne und temperamentvolle Isobel Carmichael in Royd Frobishers Büro stürmt, ahnt er bereits, dass sie sich nicht abwimmeln lässt. Ihr Anliegen klingt tollkühn, denn sie will Royd ...

England 1824:

Als die schöne und temperamentvolle Isobel Carmichael in Royd Frobishers Büro stürmt, ahnt er bereits, dass sie sich nicht abwimmeln lässt. Ihr Anliegen klingt tollkühn, denn sie will Royd auf einer Rettungsfahrt begleiten. Eine Verwandte, die angeblich entführt wurde, um in einer Mine zu schuften, soll Royd befreien. Allerdings befindet sich diese Mine weit entfernt. Eine lange und gefährliche Schiffsreise liegt somit vor den beiden.
Royd ist hin und hergerissen. Einerseits will er Isobel nicht in Gefahr bringen, denn er liebt seine Exverlobte immer noch heimlich, andererseits kann er ihre Fähigkeiten gut benötigen, denn sie hat genauso viel Fachverstand wie er, wenn es um Schiffe geht.
Dass er die Rettungsfahrt sowieso antreten würde, ahnt Isobel jedenfalls zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Tatsächlich wurde Royd aus höchsten Regierungskreisen beauftragt, die Schurken, die eine Edelsteinmine aufgetan haben und dort entführte Menschen für sich arbeiten lassen, dingfest zu machen. Besonders pikant an der Angelegenheit ist, dass es sich bei den Kriminellen um Angehörige des Hochadels handeln soll. So ist also höchste Geheimhaltung und ein kluges Vorgehen Vorschrift.

Isobel gelingt es dennoch Royd zu überreden, dass sie ihn begleiten kann. Und mehr noch, auch Royds übrige Familienmitglieder und deren Frauen sind bei dieser gefährlichen Mission mit von der Partie.
Isobel hofft insgeheim aber auch, dass sie und Royd sich endlich aussprechen können. Denn bis heute weiß die schöne Frau nicht, wieso Royd sich damals plötzlich von ihr fernhielt. Und auch auf Royd wartet auf dieser Reise eine Überraschung…

Es ist eine Weile vergangen, seitdem ich einen historischen Liebesroman von Stephanie Laurens in die Hände nahm. Denn ich fand ihre aktuellen Romane eher mittelmäßig im Vergleich zu den ersten Cynster Romanen. Die größte Enttäuschung barg dann für mich die Black Cobra Reihe. Dazu konnte ich mit ihren ausschweifend geschriebenen und schwülstig formulierten Liebesszenen noch nie so viel anfangen.
Aber als ich diesen vierten Teil der Frobisher Reihe auf einem Remittendentisch entdeckte, konnte ich dann doch nicht widerstehen und habe noch einen Versuch gewagt.
Um es vorweg zu sagen, ich hätte es lieber bleiben lassen sollen!
Hier stimmt leider für meinen Geschmack gar nichts. Der Love Story Plot wirkt total konstruiert und die Rahmenhandlung um die Edelsteinmine ist lieblos und unlogisch konzipiert, wie es auch bei der unsäglichen „Black Cobra“ Reihe der Fall war.
Dazu kommen noch eine „Hidden Baby“ Passage, die nebenher abgehandelt werden muss und träge und langweilige Romanceanteile, die sich, wieder mal, durch unendlich altbacken und schwülstig wirkende Liebesszenen auszeichnen. Ich hatte wirklich gehofft, dass Romanceautoren die 80er und 90er Jahre überwunden hätten, in denen wahre „Wogen/Glut/Begierde etc. der Leidenschaft“ über ihre Protagonisten herniedergingen.

So hat man aber das Gefühl, als würde die Autorin mittlerweile nur noch typische Phrasen für ihre Liebesszenen verwenden, die man schon mehrfach so gelesen hat. Innovativ ist anders!
Auch der Krimiplot ist uninteressant geschrieben, dazu die vielen Nebenfiguren, die sich in diesem Roman tummeln und durch ihre Austauschbarkeit verwirren und natürlich sind alle entweder durch und durch gut oder bösartig gestrickt.
Ich habe mich selten so gelangweilt wie beim Lesen dieses Romans und werde in Zukunft wohl nur noch die älteren Romane der Autorin lesen, denn früher konnte sie besser schreiben für mein Empfinden.

Kurz gefasst: Routinierte aber lieblos dahingeschrieben wirkende Historical Romance, mit schwülstig formulierten Liebesszenen, die weniger prickeln als langweilen.

Frobisher Reihe:

1. Teil: Eine ungezähmte Lady
2. Teil: Gespielin der Liebe
3. Teil: Meisterin der Verführung
4. Teil: Verwegene Geliebte


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Veröffentlicht am 21.11.2022

Nette, erotisch prickelnde, aber auch recht seichte Contemporary Romance

Secret Royal
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Der Amerikaner Nick Vane, seinerzeit mit großem Erfindergeist gesegnet der ihm reichlich Geld in die Kassen spülte, staunt nicht schlecht, als er eines Tages einen Anruf aus dem fernen Großbritannien erhält. ...

Der Amerikaner Nick Vane, seinerzeit mit großem Erfindergeist gesegnet der ihm reichlich Geld in die Kassen spülte, staunt nicht schlecht, als er eines Tages einen Anruf aus dem fernen Großbritannien erhält. Als er jedoch erfährt dass es sein Großvater höchstpersönlich ist, der ihn durch seine Sekretärin zu sich bittet, schaltet er zunächst auf stur. Denn der kaltherzige alte Mann gehört nicht gerade zu Nicks Lieblingsmenschen.

Nick hat jedoch nicht mit der Hartnäckigkeit der arbeitseifrigen Sekretärin Brooke Chapman-Powell gerechnet, die sich nicht abschütteln lässt.
Sie macht ihm klar, dass er sich nicht vor der Verantwortung der Erbe seines Großvaters zu sein, drücken kann, da viele Jobs auf dem Spiel stehen, wenn er auf das Erbe und den Familiensitz nebst Ländereien verzichtet, sobald der Earl of Englefield das Zeitliche gesegnet hat.

Nick, neugierig geworden gibt nach, reist über den großen Teich und muss insgeheim zugeben dass die kühle Brooke sein Blut zum Kochen bringen kann, was nicht nur an ihrem frechen Mundwerk liegt. Doch was sich neckt, liebt sich vielleicht auch irgendwann, oder?
Jedoch nicht, wenn es nach den Wünschen des Earls geht, der eine ganz andere Partie für seinen Enkel im Auge hat. Nick soll auf alle Fälle standesgemäß heiraten und keinesfalls eine Bürgerliche.

Dumm nur für den Earl, dass Nick genau weiß was er will und vor allem will er alles das, was sein Großvater ablehnt. Denn der alte Herr trägt die Schuld daran, dass die Ehe seiner Eltern zerbrach und Nick nach dem Tod der Mutter in einem Kinderheim aufwachsen musste.
Nick hasst seinen Großvater also abgrundtief und würde lieber heute als morgen wieder abreisen aus dem versnobten Land mit den seltsamen Sitten und Gebräuchen….

Der Klappentext des Romans von Avery Flynn versprach eine amüsante, nette und erotische Liebesgeschichte und da ich bislang noch nichts von der Autorin kannte, griff ich nur zu gerne zu, um ihrer neuen Trilogie eine Chance zu geben.
Und auf den ersten Blick habe ich auch durchaus eine nette, leichte und humorige Unterhaltung bekommen, allerdings auch nicht mehr als das.
Ich fand einfach, dass man aus der Geschichte noch ein wenig mehr hätte machen können und dass die Ernsthaftigkeit und der Tiefgang in den wichtigen Momenten ein bisschen zu kurz kamen.

Die Streitgespräche zwischen Nick und Brooke sind durchaus ganz witzig geschrieben, aber nicht jeder Gag zündet so wirklich. Andererseits ist Humor ja auch reine Geschmackssache.

Was ich seltsam fand, war, dass der Großvater, der als sturer, stolzer Mann beschrieben wurde, aber eigentlich das Herz am rechten Fleck trägt, seinen Enkel im fernen Amerika in einem Heim versauern ließ. Ein derart kaltes Verhalten kann man leider auch nicht durch fadenscheinige Entschuldigungen ausräumen und so bleibt am Ende ein übles Geschmäckle beim Lesen der „Aussprache“ zwischen Nick und dem alten Herrn.

Der Schreibstil von Avery Flynn ist eingängig. Dazu ist der Roman in recht großer Schrift gedruckt und lässt sich schnell weglesen, aber ehrlich gesagt fand ich die Ausdrucksweise teilweise schon etwas zu vulgär für meinen Geschmack. Die Liebesszenen sind recht hot und sexy, aber ich muss zugeben, dass Schreibstil sowohl Aufbau der Lovestory nicht so wirklich meinem persönlichen Lesegeschmack treffen konnten.
Der Roman wirkt eher wie ein auf 350 Seiten ausgewalzter Heftroman, dem es einfach an der nötigen Tiefe fehlt und in dem die Hauptfiguren zwar sympathisch aber auch ein wenig blass bleiben. Und Nicks zwischenzeitlicher Rückzug, sorgt eher wie eine künstliche Verlängerung der Story auf Biegen und Brechen.

Kurz gefasst: Nette, erotisch prickelnde, aber auch recht seichte Contemporary Romance.


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Veröffentlicht am 24.10.2022

Unterhaltsamer Psychothriller mit hauchdünnem, teils unglaubwürdigen Plot und ahnungsloser TSTL Heldin, die einem den letzten Nerv rauben kann

Gewittermädchen
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Emily ist eine junge, verträumte Frau mit Schauspielerambitionen. Dumm nur, dass ihr Lampenfieber bei Vorsprechen zu groß ist, als dass sie jemals eine Rolle bekommen würde. Überhaupt läuft einiges schief ...

Emily ist eine junge, verträumte Frau mit Schauspielerambitionen. Dumm nur, dass ihr Lampenfieber bei Vorsprechen zu groß ist, als dass sie jemals eine Rolle bekommen würde. Überhaupt läuft einiges schief in ihrem Leben, was auch die Liebe einschließt. Als sie auch noch ihren „normalen“ Bürojob verliert, ist sie am Boden zerstört und weiß nicht weiter. Doch durch einen Wink des Schicksals, scheint ihr, läuft sie kurz nach ihrer Kündigung ihrem Chef in die Arme, der sie geistesgegenwärtig davor rettet von einem Bus überrollt zu werden.
Emily ist hingerissen, trotz ihrer Lage, denn sie fühlt sich sehr von ihrem Ex-Chef angezogen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie ein neues Jobangebot dass er ihr unterbreitet bereitwillig, beinahe glücklich, annimmt.
Emily soll in Zukunft als eine Art Hauswart und Mädchen für alles im Haushalt von Scotts Frau arbeiten. Emily glaubt bereits, sie hätte das große Los gezogen, denn das luxuriöse, abgelegene Anwesen befindet sich direkt an der französischen Küste.

Als Emily dort eintrifft, ist sie fasziniert von dem Gebäude, aber auch von Scotts Ehefrau Nina, die sich herzlich und freundlich um sie bemüht. Außerdem lebt dort noch Scotts und Ninas kleine Tochter Aurelia, die ihr ein wenig schwierig erscheint. Aurelia spricht nicht, hat unkontrollierte Wutanfälle und ist zudem mit einer rätselhaften Sonnenallergie geplagt, die sie davon abhält, lange im Freien zu verweilen.
Aber auch Aurelia schließt Emily schnell in ihr Herz, wäre da nicht der undurchschaubare Gärtner, der sie auf Schritt und Tritt zu überwachen scheint…

Ich habe eine Schwäche für gutgemachte Psychothriller und freute mich daher sehr, als ich dieses Buch bei einer Verlosung gewann. Nun, nach dem Lesen bin ich etwas hin und hergerissen, ob meiner Bewertung. Zum einen ist „Gewittermädchen“ durchaus ein Roman, der sich gut lesen lässt und die Neugierde seiner Leser zu schüren vermag, wenn auch in der ersten Hälfte der Story nicht so viel geschieht im „Paradies“.
Wären da nicht die unsympathischen Romanfiguren, die es einem sehr schwer machen, überhaupt einen Funken Sympathie für sie zu entwickeln.
Während man praktisch schon auf den ersten Seiten erfährt, dass Scott überaus manipulativ ist, umgibt zumindest Nina noch der Hauch des Geheimnisvollen. Mit Emily hingegen, hat die Autorin eine Hauptfigur geschaffen, die einem den letzten Lesenerv rauben kann.
Sie als naiv zu bezeichnen, wäre beschönigt, denn Emily ist eine dermaßen furchtbare TSTL (Too stupid too live/too dumb too die) Heldin, dass ich zwischenzeitlich versucht war, einige Romanseiten zu überlesen.

Zugegeben, das Romankonstrukt verlangt nach einer naiven Person, weil es sonst unglaubwürdig wirken würde, aber manche von Emilys Handlungen und Gedankengängen sind einfach nicht mehr nachvollziehbar für einen Menschen im Erwachsenenalter.

Und das Showdown gegen Ende der Story wirkt ebenfalls wie eine unglaubwürdige Mär, mit der Anna Downes wohl kaum einen Leser überzeugen wird. Emilys Bedenkzeit, bis sie das Richtige tut, dauerte mir ebenfalls viel zu lange, aber immerhin passte es zu ihrem bisherigen Verhalten. Lediglich das Geheimnis das Scott, Nina, die Tochter und das Anwesen umgibt, ließ mich neugierig weiterlesen und tatsächlich gelang es der Autorin letztendlich noch, mich diesbezüglich zu überraschen. Nur allein aus diesem Grund habe ich vier von fünf Lesepunkten bei meiner Bewertung vergeben, also mit viel Wohlwollen aufgerundet.
Empfehlen würde ich diesen Psychothriller wohl nur Lesern, die keine Probleme mit naiven Romanheldinnen oder Helden haben und stets das Falsche tun.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer Psychothriller mit hauchdünnem, teils unglaubwürdigen Plot und ahnungsloser TSTL Heldin, die einem den letzten Nerv rauben kann.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Gut geschriebene, aber auch recht modern wirkende Historical Romance

Die Lady und der Leibwächter
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Die verwitwete Lady Violet Greycliff ist Vorsitzende eines Clubs für Damen. Viele Gerüchte ranken sich um diesen exklusiven Kreis von Frauen, doch die Wahrheit ist noch unglaublicher. Die Damen frönen ...

Die verwitwete Lady Violet Greycliff ist Vorsitzende eines Clubs für Damen. Viele Gerüchte ranken sich um diesen exklusiven Kreis von Frauen, doch die Wahrheit ist noch unglaublicher. Die Damen frönen weder dem Kaffeeklatschkult noch fertigen sie diverse Häkelarbeiten an. Stattdessen finden sich im Club Frauen ein, die sich der Wissenschaft verschrieben haben. In einer von Männern dominierten Welt bietet der Club den Damen einen diskreten Rückzugsort, wo sie in aller Ruhe ihren Studien nachgehen können. Dass die Damen erfolgreicher sind, als die Herren der Schöpfung stößt einigen jedoch sauer auf. Als ein Anschlag auf den Club verübt wird, engagiert Lady Violets Stiefsohn einen Leibwächter für Lady Violet, der diese Schritt für Schritt bewachsen soll, während sie an der Ausarbeitung einer wichtigen Formel arbeitet.

Arthur Kneland hat in seinen Jahren für den Geheimdienst und als Personenschützer viel Ruhm und Ehre, aber auch Argwohn einheimsen können. Der Schutz Violets soll sein letzter Auftrag werden, bevor er sich zurückzieht aufs Land. Und eine seiner Regeln, die er strikt befolgt ist, sich niemals ablenken zu lassen, selbst wenn die zu schützende Person noch so attraktiv ist. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn es ist nicht nur die äußere Hülle die ihn anzieht, sondern vor allem auch ihr Wesen und ihre Klugheit…

Kürzlich erschien mit „Die Lady und der Leibwächter“, der erste Teil der neuen „Secret Scientists of London“ Reihe der Autorin Elizabeth Everett. Zeitlich angesiedelt wurde die neue Trilogie um 1842 und im Fokus der Story stehen eine Reihe von Damen, die sich der Wissenschaft verschrieben haben.
Zugegeben, es sind eine ganze Reihe von Nebenfiguren, die sich in diesem ersten Teil tummeln und es fällt einem anfangs ganz schön schwer, alle auseinanderhalten zu können. Denn neben Lady Violets engsten drei Freundinnen, gibt es noch viele weitere Damen in dem Club, die diversen wissenschaftlichen Untersuchungen nachgehen, sich aber von ihrer Art sehr ähnlich sind. Die Autorin bemüht leider ein typisches Klischee bei der Charakterisierung ihrer weiblichen Akteure- sämtliche Wissenschaftlerinnen sind überaus schusselig und ehrlich gesagt nervte mich dieser Punkt schon ein wenig. Vor allem, weil damit die Grundlage für humorige Szenen geschaffen werden sollte, was mir zu platt erschien.

Dazu fällt auf, dass immer mehr Autorinnen und Autoren historischer Stoffe, damalige Zeiten verklären, bzw. ihre Figuren moderner erscheinen lassen möchten, als es der Wirklichkeit entsprach. Doch so sehr ich mir starke Heldinnen auch wünsche, es muss in die damalige Zeit passen und ab und an schießt die Autorin hier ein wenig über ihr Ziel hinaus, wenn ich die Romanidee an sich auch spannend finde. Wie kann man aus Fehlern, die in der Vergangenheit gemacht wurden, lernen, wenn man diese nun in Büchern mit historischem Kontext ausradiert?

Das Heldenpaar ist sympathisch gestrickt, wenn ich auch noch ein wenig mehr über Arthurs persönlichen Hintergrund erfahren hätte. Immerhin schleppt er ja ein kleines Trauma mit sich herum, das sich eigentlich nicht so schnell in Wohlgefallen auflösen dürfte, wie es hier der Fall ist. Immerhin werden Violets Minderwertigkeitskomplexe stärker thematisiert und auch die Auflösung des Ganzen wird plausibel dargeboten. In Sachen Liebesszenen geht es hier erotischer zur Sache.

Abgesehen von meinen Kritikpunkten ist der erste Teil der neuen Trilogie durchaus lesenswert und gut geschrieben, wenn man sich damit arrangieren kann, dass man hier einen moderner konzipierten Historical bekommt und obwohl ich nicht die volle Punktzahl vergeben möchte, möchte ich aber dennoch dranbleiben an der Reihe.

Secret Scientists of London:

1. Teil: Die Lady und der Leibwächter
2. Teil: A Perfect Equation
3. Teil: A Love By Design



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