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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2017

Ein leiser Krimi, der mir gut gefallen hat

Sea Detective: Der Sog der Tiefe
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Vor 26 Jahren wurde die Waise Violet vor die Tür eines Krankenhauses gelegt. Eingewickelt in das Reststück einer Strickjacke, die mit einer Brosche verschlossen war. Violet hat die Hoffnung niemals aufgegeben, ...

Vor 26 Jahren wurde die Waise Violet vor die Tür eines Krankenhauses gelegt. Eingewickelt in das Reststück einer Strickjacke, die mit einer Brosche verschlossen war. Violet hat die Hoffnung niemals aufgegeben, ihre Mutter zu treffen. Mittlerweile ist sie selbst allein erziehende Mutter einer kleinen Tochter, als sie eines Tages einen Anruf erhält, von einem Sozialarbeiter, der ihr erzählt dass seine Behörde einen rätselhaften Brief erhalten habe. Er habe zunächst gezögert, ob er diese womöglich wichtigen Informationen an Violet weitergeben soll, weil das eigentlich verboten sei, diese aber für zu wichtig befunden. In besagtem Brief befände sich der Name ihrer angeblichen Mutter und ein Zeitungsausschnitt, auf dem diese Frau mit Violets Brosche zu sehen sei.

Allerdings wäre diese Frau nicht mehr am Leben. Angeblich ging sie ins Meer und nahm sich das Leben. Violet will dennoch mehr herausfinden, über den rätselhaften Tod ihrer Mutter und begibt sich zu diesem Zweck in das beschauliche Küstenörtchen Poltown. Doch dort scheinen sich die meisten Leute gar nicht an ihre Mutter erinnern zu wollen.

Währenddessen befindet sich auch der Meeresbiologe Cal McGill im Ort. Er ist zur Beerdigung, einer alten Freundin seiner Mutter, angereist. Während der Trauerfeier bemerkt er eine ältere Dame, die überstürzt die Kirche verlässt und erfährt, als er neugierig nachfragt bei einem der Dörfler, dass die alte Dame, Mrs. Anderson, einst in den Diensten der Verstorbenen und deren Mann stand. Cal will eigentlich nicht lange bleiben in Poltown, doch dann erfährt er, dass eine große Windparkfirma versucht, den Dörflern ihr Land abzukaufen. Auch der verschrobene Strandgutsammler Duncan, ist auf der Hut vor den Mitarbeitern dieser Firma, und wird bereits von einigen Dörflern, die ihr Land verkaufen wollen, angefeindet. Cal hat Mitleid mit Duncan und als er später Violet trifft, die einen Spaziergang am Meer macht, beschließt er zunächst zu bleiben, denn Violet tritt mit einer Bitte an ihn heran, die er nicht abschlagen kann…

Nachdem ich vom ersten Teil der neuen Serie über den Meeresbiologen Cal McGill, der anhand von Gezeitenströmen berechnen kann, wo diverse Gerätschaften oder verschollene Personen womöglich ins Meer geraten sind, so angetan war, weil der Autor von „Sea Detective“, Mark Douglas- Home , einen ähnlichen Schreibstil besitzt, wie einer meiner Lieblingsautoren, Phil Rickman, war ich schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Serie und hoffte, nun noch ein wenig mehr über die Hauptfigur, Cal, erfahren zu können.

Um es vorweg zu nehmen: Cal mag in „Der Sog der Tiefe“ durchaus eine Rolle spielen, beschränkt diese sich jedoch eher auf die eines interessanten Statisten. Denn der Autor hat stattdessen Violet und diverse Dörfler von Poltown in den Fokus seines zweiten Bandes gestellt. Cals berufliches Hintergrundwissen mag sich zwar erneut als sehr hilfreich erweisen, doch bleibt er ansonsten eher im Hintergrund. Zwar fand ich diesen angesprochenen Punkt etwas enttäuschend, doch hat das meiner Lesebegeisterung nicht geschadet, denn der Autor wartet mit einer interessanten Kriminalstory auf. Zugegeben, wer sich als Thrillerfan hier Schlachtplatten und Metzelthriller erhofft, greift definitiv zum falschen Buch, bzw. zur falschen Serie! Denn der Autor legt mehr wert auf die Charakterentwicklung seiner Romanfiguren, lotet ihre Stärken und Schwächen aus und lässt so manche von ihnen auch am Rande der Legalität wandeln oder diesen gar übertreten.

Mark Douglas-Homes Figuren sind alles andere als perfekt und besonders gut gelingt es ihm, die dunklen Seiten, von eigentlich harmlos erscheinenden Zeitgenossen, zu beschreiben. So kommt es, dass man als Leser hin und hergerissen ist, bei der Beurteilung mancher Charaktere, wie zum Beispiel der alten Mrs. Anderson. Ich schwankte zwischen Mitleid und Verärgerung beim Lesen ihrer Romanpassagen- derweil hoffte ich für Violet nur das Beste, denn im Laufe ihrer Suche gerät sie in Lebensgefahr. Die Auflösung des Romans hat mich dann doch etwas überrascht. Zwar glaubt man bereits nach dem Lesen der ersten Kapitel alles Wissenswerte zu wissen, doch ist das ein Trugschluss.

Kurz gefasst: „Der Sog der Tiefe“ wartet mit einer interessanten, neugierig machenden Krimihandlung auf, dennoch stet die Charakterentwicklung der Hauptfiguren mehr im Fokus. Ein leiser Krimi, der mir gut gefallen hat.“

Cal McGill Reihe:

Teil: Ein Grab in den Wellen
Teil: Der Sog der Tiefe
Teil: The Malice of Waves (noch nicht übersetzt)

Veröffentlicht am 19.09.2017

Unterhaltsamer Abenteuerroman, so flott wie ein Mantel und Degenroman geschrieben

Das blaue Medaillon
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Die Venezianerin Alessa ist eine geschickte Kletterin und Diebin. Gelernt hat sie dieses, zugegebenermaßen, eher unlautere Handwerk, von ihrem Großvater. Seit dem Tod ihrer Eltern vor vielen Jahren, die ...

Die Venezianerin Alessa ist eine geschickte Kletterin und Diebin. Gelernt hat sie dieses, zugegebenermaßen, eher unlautere Handwerk, von ihrem Großvater. Seit dem Tod ihrer Eltern vor vielen Jahren, die ermordet wurden, lebt Alessa nämlich bei ihm. Von ihrer Tante Zenobia, einer Schauspielerin, hat Alessa, eher heimlich, weil ihr Großvater den Beruf seiner Tochter strikt ablehnt, eine gewisse Faszination fürs Theater entwickelt, wenn sie auch niemals in Zenobias Fußstapfen treten möchte. Doch leider bleibt Alessa, nach dem krankheitsbedingten Tod ihrer Tante und der plötzlichen Ermordung ihres Großvaters nichts anderes übrig, denn der berüchtigte Meuchelmörder Mezzanotte ist ihr dicht auf den Fersen, da sich in ihrem Besitz nun eine Halskette mit einem Medaillon befindet, welche einst ihrer Mutter gehörte, die Zenobia bis zu ihrem Tod hütete. Das Medaillon ist äußerst wichtig, denn damit kann der Besitzer wichtige Dokumente auslösen, die seit dem Tod der Eltern bei einer Vertrauensperson gelagert werden. Dokumente, die von einem Verrat berichten. Gefährliche Papiere, für die Involvierte aus den höchsten Kreisen, alles tun würden, damit sie für immer unter Verschluss bleiben.

Alessa zögert nicht lange und flieht mit einer Schaustellertruppe nach Deutschland, wo ihr letzter, noch lebender Verwandter lebt. Zenobias unehelicher Sohn, der aus einer Liaison mit einem Herzog hervorging. Das Glück ist Alessa hold, denn ausgerechnet zum Herzog von Braunschweig-Lüneburg geht die Reise, da die Truppe an seinem Hofe mehrere Aufführungen vorführen sollen. Der Herzog ist zwar mittlerweile glücklich liiert und hat eine kleine Tochter, dennoch hat er Venedig nie vergessen. Alessa plant, den Herzog oder ihren Cousin um Hilfe zu bitten, doch ausgerechnet ein junger Offizier, der im Dienste des Herzogs steht und ihr zunächst misstraut, könnte sich als Retter in der Not erweisen. Derweil ist Mezzanotte Alessa nach Deutschland gefolgt…

„Das blaue Medaillon“, von Martha Sophie Marcus, ist mein erster Roman der Autorin. Sie hat einen sehr angenehmen Schreibstil und drückt sich der Zeitepoche entsprechend aus, so dass der Roman ausreichend historisches Kolorit aufweist. Was mir sehr gut gefallen hat, an der Story, war, dass die Romanheldin Alessa viele interessante Fähigkeiten aufweist, die eigentlich eher untypisch sind, für eine Frau ihrer Zeit. Dass Alessa sie dennoch besitzt, wurde plausibel von der Autorin erklärt und da der Roman bereits sehr spannend beginnt, konnte ich mich schnell hineinfallen lassen in die Geschichte des Medaillons. Es ist eher ein unterhaltsamer Abenteuerrroman, ähnlich der flotten Mantel und Degenstorys von einst, als ein Liebesroman. Zwar kommt die Liebe nicht zu kurz, wird jedoch eher zur Nebensache. Und auch das Ende des Romans zeugt davon, dass man hier womöglich noch eine Fortsetzung serviert bekommt. Nun zu meinen kleinen Kritikpunkten, die zu einem halben Punkt Abzug geführt haben. Da ich nicht weiß, ob noch eine Fortsetzung geplant ist, bitte ich diese Punkte unter Vorbehalt zu betrachten. Die Autorin führt einige Akteure ein, wie etwa den Cousin Alessas, den sie aufsucht, weil sie bereits in der Kindheit ein enges Verhältnis hatten. Doch entwickelt er sich lediglich als Staffage und sein Zwist mit Alessa wird praktisch offen gelassen. Ich fand, das hätte man besser lösen können. Genauso undurchsichtig verhält es sich mit der Geschichte rund um das Medaillon. Zwar erfährt man etwas über die besagte Verschwörung von einst, doch wird auch diese lediglich kurz erwähnt und hat eigentlich keinen aktuellen Nutzen für den Handlungsverlauf, da Mezzanotte lediglich aus eigenen Ansinnen handelt. Des Weiteren fand ich es befremdlich, dass der Herzog Alessa, nachdem er erfährt, wer sie wirklich ist, nicht viel eher, meinetwegen auch heimlich zu sich ruft. Wenn er damals, in ihrer Kindheit so vertraut mit ihr war, wundert es dann doch, dass er sich fern hält, weil es einfach nicht passt. Abgesehen von diesen aufgeführten Punkten, habe ich mich beim Lesen des Romans jedoch wunderbar unterhalten gefühlt und empfehle „Das blaue Medaillon“ allen Fans historischer Abenteuerromane gerne weiter.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer Abenteuerroman, so flott wie ein Mantel und Degenroman geschrieben.

Veröffentlicht am 01.06.2017

Chelsea und Sebastian- Der bislang beste Teil der Reihe- sexy, erotisch, witzig und romantisch zugleich.

Perfect Touch - Ergeben
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Sebastian Cabrals Familie liebt es, sich in einer TV-Reality-TV-Show darzustellen. Die Cabrals sind genauso bekannt und reich, wie die Kardashians. Doch Sebastian hasst die schauspielerischen Ambitionen ...

Sebastian Cabrals Familie liebt es, sich in einer TV-Reality-TV-Show darzustellen. Die Cabrals sind genauso bekannt und reich, wie die Kardashians. Doch Sebastian hasst die schauspielerischen Ambitionen seiner Mutter und seiner Geschwister und versucht, sich so weit wie möglich, aus allem Rummel um seine Person herauszuhalten. Leider besagt eine Klausel, die er einst unterschrieb, dass er von den Kamerateams der Show gefilmt werden darf, wenn er mit einer agierenden Person der Serie zusammen ist. Diese Person ist seine Exfreundin, die ihn angeblich wieder zurück haben möchte. Dabei war Sebastian lediglich ein paar Wochen mit ihr zusammen. Eine nichts sagende Affäre, die in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Sebastians medienwilde Mutter überlässt nichts dem Zufall und setzt ihrem Sohnemann die Ex nebst Kamerateam, bei sich jeder bietenden Gelegenheit vor, so dass ihm nur noch die Möglichkeit bleibt, für eine Weile abzutauchen.

So kommt ihm die Einladung seines Freundes Hunter gerade recht, der inmitten seiner Hochzeitsvorbereitungen steckt und ihn zu einer Party eingeladen hat. Auf der Party lernt Sebastian die attraktive Chelsea kennen. Sie ist äußerst widersprüchlich und reizt ihn über alle Maßen. Was er nicht ahnt, ist, dass Chelsea vor einiger Zeit mit K.O.Tropfen betäubt und von einem Unbekannten vergewaltigt wurde und Männerbekanntschaften vorerst abgeschworen hat. Sie ist mental immer noch äußerst angeschlagen und fürchtet sich davor, nie wieder Lust zu empfinden. Chelsea fällt es sehr schwer, Vertrauen zu Männern aufzubauen, doch bei Sebastian, der höllisch attraktiv ist, ist es seltsamerweise anders. Beide freunden sich miteinander an; rein platonisch versteht sich. Doch dann macht Sebastian Chelsea einen Heiratsantrag. Beide hätten Nutzen davon. Chelsea würde als verheiratete Frau in Ruhe gelassen und Sebastian würde nicht mehr von seiner Exfreundin belagert.

Chelsea stimmt zu, unter der Bedingung, dass sie nicht mit Sebastian schlafen muss. Obwohl er sich damit einverstanden erklärt, hofft Sebastian jedoch, dass er Chelsea eines Tages von ihren Ängsten heilen und umstimmen kann…

Nachdem ich die ersten beiden Teile von Jessica Clares neuer Reihe eher mäßig fand, war es nun mein letzter Versuch mit Bänden dieser Serie. Ansonsten hätte ich um die Bücher der Autorin wohl in Zukunft einen großen Bogen gemacht, was eigentlich schade gewesen wäre, da ich Jessica Clares leichten und humorigen Schreibstil an sich sehr mag. Doch „Ergeben“ zeigt endlich wieder alle positiven Aspekte eines tollen erotischen Romans, so dass man hier beruhigt zugreifen kann. Zugegeben, Chelseas Probleme lösen sich relativ schnell in Wohlgefallen auf, doch dank des großen Einfühlungsvermögens, dass die Autorin Sebastian auf den Leib geschrieben hat, kann man es als Leser einigermaßen nachvollziehen, warum Chelsea plötzlich ihre Ängste über Bord wirft.

Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass Jessica Clare dem Paar ausreichend Zeit und Raum lässt, um sich besser kennenzulernen, bevor es sich zwischen die Laken begibt. Die expliziten Liebesszenen sind, wie man es von der Autorin gewohnt ist, sehr direkt, hot und sexy geschrieben, so dass Fans des erotischen Romans, sowie Fans reiner Liebesromanlektüre hier voll auf ihre Kosten kommen. Aber, und das ist das Schöne daran, die Romantik wird nicht vernachlässigt. Interessant fand ich auch die geschilderten Einblicke in das Leben einer Roller-Blade- Queen. Die Romanheldin Chelsea, geht diesem Sport nach, in dem sich die Frauen untereinander nichts schenken. Und Jessica Clare, wäre nicht Jesssica Clare, wenn sie nicht diverse Liebesszenen mit Chelseas Vorliebe für besagten Sport verbinden würde.

Dennoch habe ich dem Roman nicht die Höchstbewertung gegeben. Und zwar, weil ich die Nebenhandlung um Sebastians Familie, als viel zu oberflächlich geschildert empfand. Ganz ehrlich, eine Mutter, die die Frau ihres Sohnes mehrfach beschuldigt, eine Frau aus dem horizontalen Gewerbe zu sein und die sich so dermaßen fürchterlich aufführt, wäre im wahren Leben „kein Schuss Pulver wert“. Ich konnte zu keinem Zeitpunkt nachvollziehen, wieso sich Sebastian überhaupt noch mit seiner Mutter und seiner Exfreundin abgibt. Geschweige denn, dass ihnen verziehen wird. Und auch Chelseas Freundinnen, die Brautjungfern, sind in diesem Roman leider nur schmückendes, verzichtbares Beiwerk. 4.5 von 5 Punkten.

Veröffentlicht am 28.02.2017

Ungewöhnlicher, unter die Haut gehender erster Teil einer neuen Serie um Hobby-Detektiv und Meeresbiologen CalMcGill.

Sea Detective: Ein Grab in den Wellen
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Als bei einem hochrangigen Regierungsmitarbeiter eingebrochen wird, befürchten die beiden Ermittler, Detective Inspector David Ryan und Detective Helen Jamieson zunächst das Schlimmste. Der Einbrecher ...

Als bei einem hochrangigen Regierungsmitarbeiter eingebrochen wird, befürchten die beiden Ermittler, Detective Inspector David Ryan und Detective Helen Jamieson zunächst das Schlimmste. Der Einbrecher ist schnell gefasst, denn er wurde bei seinem Eindringen von der Überwachungskamera gefilmt. Als Detective Ryan, den Meeresbiologen Cal McGill vernimmt, erzählt dieser dem Ermittlerduo eine recht seltsam anmutende Geschichte. Angeblich ist Cal McGill lediglich eingebrochen, um eine Pflanze im Garten zu pflanzen. Um damit aufmerksam zu machen, auf den globalen Klimawandel.

McGill ist Detective Ryan ein Dorn im Auge und er versucht sogleich, den Meeresbiologen festzunageln, doch Ryans jüngere Kollegin Helen mag den sympathischen, unkonventionellen McGill. Als Ryan und Jamieson einen kniffligen Fall aufklären sollen, bei dem abgetrennte Füße, die vom Meer an den Strand angeschwemmt wurden, bittet Helen McGill ohne das Wissen ihres arroganten Chefs, um Hilfe bei dem Fall, denn McGill ist darauf spezialisiert Meeresströmungen zu berechnen. McGill steckt bereits bis über beide Ohren in der Ermittlungsarbeit, als er Besuch von einem indischen Mädchen erhält. Basanti erzählt ihm eine traurige Geschichte, aber sie schwebt dazu in Lebensgefahr, denn ihre Verfolger sind bereits sehr nah. Dazu bekommt Cal eine unerwartete Nachricht. Eine ältere Dame, ehemalige Bekannte seines Großvaters, die zusammen mit diesem auf der kleinen Insel Eilean Iasgaich aufwuchs, liegt im Sterben und möchte endlich ihr Gewissen erleichtern. Was geschah damals, während des zweiten Weltkriegs, mit den männlichen Bewohnern der Insel, die seit ihrem Tod in den Wellen, als Helden verehrt werden? Und warum fehlt der Name von Cals Großvater auf der Gedenktafel?

„Sea Detecticve- Ein Grab in den Wellen“, markiert den ersten Teil einer neuen Serie um den Meeresbiologen Cal McGill. Obwohl ich fand, dass der Autor im Auftaktband noch recht spärliche Informationen über die Gefühls-und Gedankenwelt seines Helden herausgibt, wurde es dennoch zu keinem Zeitpunkt langweilig, denn der Autor hat nicht nur einen eingängigen Schreibstil, sondern vermochte es dazu, gleich drei interessante Haupthandlungsstränge einzubringen, die einem beim Lesen sehr unter die Haut gehen. Zum Fall um die angeschwemmten Füße, gehört die Story um die beiden indischen Mädchen Preeti und Basanti, die von ihren Familien in die Prostitution gezwungen wurden. Man ist betroffen und fiebert zugleich mit der jungen Basanti mit, die sich als mutige Kämpferin entpuppt. Der zweite, wichtige Handlungsstrang dreht sich um das Ermittlerduo wider Willen, Ryan und Jamieson. Und auch Helen Jamieson, die von ihrem Chef gemobbt wird, weiß sich auf kluge Art und Weise zu verteidigen und wuchs mir sogleich ans Herz. Ich hoffe sehr, dass sie in weiteren Teilen der neuen Serie ebenfalls mit an Bord ist.

Den dritten und letzten Handlungsstrang um das Geheimnis, der Insulaner von Eilean Iasgaich und Cals, in Ungnade gefallenen Großvater, fand ich persönlich besonders packend erzählt, so dass ich den Roman vor Neugierde kaum zur Seite legen konnte. Ein wenig erinnert mich Mark Douglas-Homes Art zu schreiben, an die von Autoren wie Ann Cleeves oder Phil Rickman- ebenfalls Autoren, deren Romane ich sehr mag, weil die Kriminalfälle nicht so reißerisch aufgezogen wirken, sondern stets die Menschen und ihre Schicksale im Fokus stehen. Dazu finde ich die Idee, einen Meeresbiologen als Hobby-Detektiv ermitteln zu lassen, einfach genial, da der Autor dazu eine Menge über Cals Berufsfeld beisteuert, das ich sehr informativ und besonders finde.

Kurz gefasst: Ungewöhnlicher, unter die Haut gehender erster Teil einer neuen Serie um Hobby-Detektiv und Meeresbiologen CalMcGill.




Veröffentlicht am 15.09.2016

Isabelle & Jens- Gibt es die Liebe auf den ersten Blick wirklich?

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Die Floristin Isabelle hat ihren Traummann noch nicht gefunden. Die Suche nach ihm gestaltet sich ziemlich schwierig, weil Isabelle ein wenig anspruchsvoll ist. Allerdings sieht sie das nicht so. Sie möchte ...

Die Floristin Isabelle hat ihren Traummann noch nicht gefunden. Die Suche nach ihm gestaltet sich ziemlich schwierig, weil Isabelle ein wenig anspruchsvoll ist. Allerdings sieht sie das nicht so. Sie möchte halt nur eine Beziehung, wie die ihrer Eltern, die sich in den 80ern kennen und lieben lernten. Es soll sogleich „Boom“ machen zwischen ihrem zukünftigen Partner und ihr. Und natürlich muss der Partner in spe auch die gleichen Interessen wie Isabelle haben.

Doch sie hat ziemliche Macken, die von ihren Freunden großzügig toleriert werden. So etwa muss ihre Woche strategisch durchgeplant werden. Isabelle hasst Überraschungen und wenn etwas ihren geordneten Tagesablauf durcheinander bringt.

Als der Chinese um die Ecke, plötzlich von einem auf den anderen Tag schließt und Isabelle nicht mehr ihre geliebte Suppe bekommt, die sie sonst tagtäglich in der Mittagspause zu sich genommen hat, sinkt ihre Laune auf den Tiefpunkt. Dennoch ist sie neugierig auf den neuen Inhaber und beschließt dem Rat ihrer Chefin des Blumenladens Brigitte, in dem Isabelle arbeitet zu folgen und mal spontan zu sein und offen für etwas anderes. Doch Jens, der neue Besitzer des Gourmetladens, reagiert ziemlich verschnupft und verständnislos, als Isabelle ihn um eine Suppe bittet, die keinesfalls auf der Tageskarte steht. Beide geraten sich so dermaßen in die Haare, dass Isabelle das Restaurant wutschnaubend verlässt.

Doch man sieht sich, wie das Sprichwort schon sagt, immer gleich zweimal im Leben und so kreuzen sich erneut die Wege zwischen ihnen, als sie Jens Schwester Merle beim Stehlen einer Skulptur im Blumenladen ertappt. Um einer Anzeige zu entgehen, erpresst Isabelle Jens kurzerhand. Sie will von ihm den Auftrag für die Tischdekoration in seinem Lokal. Jens stimmt zähneknirschend zu und so sehen sich die beiden nun sehr oft. Als Merle erneut in Schwierigkeiten gerät und Isabelle als Retter in der Not fungiert, kommt es aber langsam zu einer Annäherung zwischen Isabelle und Jens. Nur ist nicht mehr als Freundschaft drin, oder? Schließlich ist Jens in Isabelles Augen äußerst schwierig!

Vor einiger Zeit las ich Petra Hülsmanns Romane „Hummeln im Herzen“ und „Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen“ und fand beide Geschichten unterhaltsam und gut geschrieben. So habe ich mich gefreut, als ich erfuhr, dass es nun einen neuen Roman der Autorin gibt. „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“: Dieser Roman steht und fällt jedoch mit der exzentrischen, schwierigen Heldin des Romans, Isabelle. Ob er einem gefällt, wird viel davon abhängen, ob man sich mit Isabelles Macken innerhalb der Story arrangieren kann. Denn Isabelle agiert zeitweise schon ziemlich strange bis hin zur Nervigkeit. Mir gelang es jedoch Isabelles Macken zum größten Teil auszublenden, bzw. sie zu tolerieren, weil es natürlich auch einen guten Grund für Isabelles anspruchsvolle Ader gibt. Und dieser ist eigentlich recht traurig, basiert er nämlich auf einer Lüge. Mehr möchte ich dazu an dieser Stelle aber nicht sagen, um nicht spoilern zu müssen.

Aber Isabelle, auch wenn sie schwierig bleibt, ist dann auch in ihrem Rahmen lernfähig. Zudem ist selbst Jens nicht allzu einfach gestrickt, so dass der Romantitel „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“, nicht nur philosophisch klingt und sehr wahr ist, sondern auch auf das Heldenpaar passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Ganz stark fand ich in dieser Geschichte aber auch wieder die Nebenfiguren; allen voran den Taxifahrer Knut, der hier wieder einmal einen denkwürdigen Auftritt in einem von Petra Hülsmanns Romanen bekommt und auch Jens Schwester Merle mochte ich sehr.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich ein wenig langsam, ich fand dass die Geschichte gut und gerne um 50 Seiten hätte gekürzt erzählt werden können und auch Jens Nebenbuhler war mir etwas zu schablonenhaft gestrickt, aber abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten habe ich mich auch vom aktuellen Roman der Autorin gut unterhalten gefühlt.

Kurz gefasst: Isabelle & Jens- Gibt es die Liebe auf den ersten Blick wirklich? Unterhaltsamer Liebesroman, der durchaus auch mal ernstere Untertöne anschlägt. 4.5 von 5 Punkten.