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Veröffentlicht am 15.09.2016

Gruseliger atmosphärisch dichter Para-Krimi-Mix um Amelia Gray geht in die dritte Runde

Totenstimmen
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Amelia Gray kann „ihren“ Detective John Devlin immer noch nicht vergessen, auch wenn es bereits viele Monate her ist. Obwohl sie genau weiß, dass sie keine andere Wahl hat, sich von ihm fernzuhalten, da ...

Amelia Gray kann „ihren“ Detective John Devlin immer noch nicht vergessen, auch wenn es bereits viele Monate her ist. Obwohl sie genau weiß, dass sie keine andere Wahl hat, sich von ihm fernzuhalten, da John von Geistern seiner verstorbenen Frau Mariama und seinem kleinen Töchterchen Shani verfolgt wird, ohne das er es weiß. Für Amelia ist die Geisterwelt zwar sichtbar, doch auch brandgefährlich. Schon seit sie ein kleines Kind war, schärfte ihr Vater, ein Friedhofsgärtner, wie nun auch Amelia, ihr stets ein, die Geister, die ihr begegnen , zu ignorieren, damit sie sich nicht an sie hängen, um ihr Lebensenergie zu stehlen oder sie anderweitig zu behelligen.

Ihr Haus steht auf gesegnetem Boden; daher staunt sie nicht schlecht, als eines Tages der Totengeist eines Ex-Kollegen von John Devlin, Robert Fremont in ihrem Garten steht und sie um Mithilfe bei der Aufklärung seines Mordes bittet. Robert hat allerdings fast alle Erinnerungen, die kurz vor seinem Mord geschahen vergessen, so dass er auch seinen Mörder nicht kennt. Amelia würde Robert zwar lieber ignorieren, doch droht er ihr damit, ihre Lebensenergie zu rauben, sollte sie sich querstellen. Und Robert ist nicht der Einzige „Qäulgeist“ der sie heimsucht. Auch Mariama und Shani zeigen sich immer wieder in Amelias Nähe, wobei Mariama ihr stets gewisse Besitzansprüche in Bezug auf John Devlin aufzeigt. Shani dagegen scheint einen anderen Grund zu haben, Amelia heimzusuchen, doch was genau will ihr die Kleine mitteilen?

Um Licht ins Dunkel zu bringen, hilft Amelia Robert Fremont dabei, seinen Mörder zu finden, dabei stellt sie fest, dass ausgerechnet die Personen aus ihrem engsten Freundeskreis darin verstrickt zu sein scheinen, was sie und ihre Ermittlungen in Lebensgefahr bringt…

Nach „Totenhauch“ und „Totenlichter“ ist „Totenstimmen“ der bereits dritte Band der Para-Krimi Reihe von Amanda Stevens um die geistersehende Friedhofsgärtnerin Amelia.
Während es Amelia in den Vorgängerbänden mit diversen, unheimlichen Kriminalfällen zu tun hatte, wird sie diesmal von einem Verstorbenen aus John Devlins nahem Umfeld beauftragt und auch die übrigen Geister, die Amelia in „Totenstimmen“ zu schaffen machen, stammen aus Johns direktem Umfeld. Diesmal erfährt der Leser nun also, was es einst mit Mariamas Beziehung zu John auf sich hatte, warum sie selbst als Geist noch so fixiert auf ihn ist und wieso ausgerechnet Shanis Geist sich Amelia ausgeguckt hat. Der aufzuklärende Kriminalfall steht also in direkter Verbindung zu John Devlins Vergangenheit und auch Amelias Freunde scheinen einiges zu verbergen zu haben, was für spannende Lesemomente bei mir sorgte.

Diesmal ist der kleine Romanceanteil auch etwas größer als zuvor, jedoch fehlte mir für meinen Geschmack trotzdem noch ein wenig mehr Nähe zwischen dem Heldenpaar. Das ist allerdings ob des spannenden Falles zu verschmerzen. Die Autorin legt geschickt falsche Fährten, so dass man lange ob des Täters und des Motivs im Dunklen tappt. Natürlich lässt Amanda Stevens auch hier viel südstaatliches Flair in ihren Beschreibungen miteinfließen. Man erfährt etwas über einen sehr undurchsichtigen, mächtige „Hexer“, dessen Zauberkult, und einer äußerst gefährlichen Substanz, die es ermöglich soll, ohne Umwege direkt ins Totenreich reisen zu können, ohne bei sorgsamer Anwendung, dabei versterben zu müssen.

Obwohl der Täter am Ende des Romans entlarvt wird, hinterlässt die Autorin, ein wie ich finde, sehr fiesen Cliffhanger in Bezug auf John und Amelia und man kann schon gespannt sein, ob sich gewisse Befürchtungen dann im nächsten Band bewahrheiten werden.
Noch ein kleiner Tipp für Serienneueinsteiger: Man sollte die drei bisherigen Bände unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen; zwar wird einiges zur Vorgeschichte erläutert, doch liest es sich einfach besser und auch die Beziehungen der Akteure untereinander, erschließen sich einem viel einfacher.

Kurz gefasst: Gruseliger atmosphärisch dichter Para-Krimi-Mix um Amelia Gray geht in die dritte Runde. Nicht verpassen! 4.5 von 5 Punkten.

Veröffentlicht am 10.04.2017

Humorvolle, beschwingte Historical Romance mit liebeswerten Charakteren. Der Auftaktband zur „Rhymes with Love“ Reihe überzeugt auf ganzer Linie

Entflammt vor Begierde nach dem Duke
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Nachdem Lady Tabithas Mutter bereits vor Jahren starb und nun auch ihr Vater an einem Herzleiden verschied, ist die junge Frau eine Waise und fortan darauf angewiesen, dass sie von Onkel und Tante unterstützt ...

Nachdem Lady Tabithas Mutter bereits vor Jahren starb und nun auch ihr Vater an einem Herzleiden verschied, ist die junge Frau eine Waise und fortan darauf angewiesen, dass sie von Onkel und Tante unterstützt wird. Ihr Onkel, ebenfalls ein Pfarrer wie einst ihr Vater, zieht aus diesem Grund in das beschauliche Dörfchen Kempton, Sussex und übernimmt auch Tabithas bisheriges Elternhaus, das stets dem Dorfpfarrer zusteht.
Doch Tabitha wird lediglich wie eine Dienstmagd von Onkel und Tante behandelt, so dass sie insgeheim hofft, eines Tages frei zu sein.

Heiraten will sie jedenfalls auf keinen Fall; nie wieder will sie sich in eine weitere Abhängigkeit begeben. Dies teilt sie auch dem Duke of Preston unverblümt mit, als sie ihm und seinem Freund Roxley, zusammen mit ihren beiden Freundinnen Miss Harriet Hathaway, genannt „Harry“ und Miss Daphne Dale, während eines Spaziergangs beim Schmied begegnet, wo die Männer ihre lädierte Kutsche nach einem skandalösen Kutschenrennen reparieren lassen.

Preston amüsiert sich prächtig bei dem darauf folgenden Wortgeplänkel, doch nur wenig später, als seine Tante und sein Onkel ihn um eine ernste Unterredung bitten und ihm androhen, dass sie, sollte er seine skandalösen Taten, wie jüngst das Kutschenrennen nicht aufgeben und heiraten, aus seinem Haus ausziehen werden, holt ihn das wahre Leben wieder ein. Er ist über die Vorschläge betreffend möglicher Bräute, die ihm seine Tante macht überaus entsetzt, doch er erklärt sich schließlich bereit, sich ihren Wünschen zu fügen.

Währenddessen haben Tabitha gute Nachrichten ereilt. Der Bruder ihrer Mutter ist verstorben und hat Tabitha zu seiner Alleinerbin gemacht. Plötzlich ist Tabitha unermesslich reich und somit eine gute Partie. Doch einen gewaltigen Haken hat die Sache. Sie muss bis zu ihrem nächsten Geburtstag in ein paar Wochen verheiratet sein- sonst geht sie leer aus. Und zwar mit dem Mann, den ihr Onkel für sie vorgesehen hat. Einen Mann, den Tabitha noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hat.

Auf der Reise nach London mit ihren Freundinnen nebst Anstandsdame, wo Tabitha ihren Bräutigam in spe endlich kennenlernen soll, kreuzen sich aber auch die Wege des Dukes of Preston und Tabithas erneut und ihr erster leidenschaftlicher Kuss, lässt Tabitha rastlos und verwirrt zurück, denn Prestons Ruf ist alles andere als makellos und sie hat sich doch geschworen, niemals auf einen solchen Mann hereinzufallen. Zudem ist ihre Zukunft doch eigentlich schon verplant, oder?

Ungefähr 18 Jahre ist es her, dass ich die erste Historical Romance aus Elizabeth Boyles Feder las und seitdem bin ich ein großer Fan ihrer Romane, denn ich liebe ihren beschwingten Schreibstil, ihre zum Teil schrulligen aber liebenswerten Figuren und vor allem den Humor, der die Romane der Autorin so besonders macht. Zugegeben, die damaligen Romances, die in deutscher Übersetzung erschienen, waren nicht alle gleich gut, doch nur aufgrund der falschen Auswahl von Seiten deutscher Verlage, die Autorin dann so lange ganz zu übergehen, fand ich sehr schade; vor allem weil selbst ein schlechterer Boyle Roman noch so um Längen besser ist, als vieles, was in Sachen Historical Romance in den letzten Jahren so den Weg über den großen Teich fand. Gerade Romances von Debütautoren erhielten einfach viel mehr Aufmerksamkeit; etwas das ich in den seltensten Fällen nachvollziehen konnte, da ich in diesem Genre „alteingessene Autoren“ einfach mehr schätze, weil dort auch Ausdruck und Stil den richtigen historischen Anstrich besitzen.

Nun hat sich der CORA Verlag der Autorin angenommen, was mich sehr gefreut hat und den ersten Teil von Elizabeth Boyles momentan sechsteiliger „Rhymes with Love“ Reihe herausgegeben.

In „Entflammt vor Begierde nach dem Duke“ bekommt es der Leser mit einem sehr quirligen Heldenpaar zu tun, das sich zwar reichlich neckt, aber auch sehr mag, selbst wenn es zunächst keiner von beiden zugeben möchte. Sowohl Tabitha, als auch der Duke of Preston haben nach familiären Schicksalsschlägen lernen müssen, auf eigenen Beinen zu stehen. Aber beide haben auch liebe Freunde, die ihnen zur Seite stehen; wohingegen Prestons „Kumpel“ genauso die gleichen, verwegenen Haudegen sind, wie Preston selbst. Er ist ein Mann, der das Leben liebt, mit all seinen Facetten und Gefahren die es so mit sich bringt, was seinen Onkel und seine Tante zur Weißglut treibt. Sein Ruf eilt ihm voraus, doch wie so oft, verbirgt auch Preston einen weichen Kern im Inneren und natürlich ist er alles andere als schlecht. Vielleicht ein wenig gedankenlos ab und an, doch man kann ihm ob seiner Aktionen nicht lange böse sein. Das merkt auch die Heldin des Romans sehr schnell und ich fand es einfach wunderbar zu lesen, wie sich beide miteinander spritzige Wortgefechte liefern.

Aber auch Tabithas Freundinnen und ihren federnliebenden Hund Mr. Muggins habe ich schnell in mein Leserherz geschlossen und habe schmunzelnd die Romanpassagen verfolgt, in denen Mr. Muggins auf Federjagd geht.
Tabithas steifer Verlobter erinnerte mich dazu vom Verhalten her frappierend an Mr. Collins aus Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ein Umstand, der mich vergnügt weiterlesen lassen hat.

Die Liebesgeschichte zwischen Tabitha und dem Duke entwickelt sich recht langsam, was aber auch passend zum Aufbau der Story ist, jedoch sollte man hier gewarnt sein, dass man sehr explizit geschriebene Liebesszenen, hier nicht so oft bekommt, wie zum Beispiel in Romances von Stephanie Laurens. Hier stehen die Romantik, der Humor und eine süße Liebesgeschichte einfach mehr im Fokus, was mir aber auch gut gefallen hat. Wer Lust auf einen schönen, amüsanten, beschwingten und leichten historischen Liebesroman hat, sollte Elizabeth Boyle und dem ersten Teil ihrer „Rhymes with Love“ Reihe unbedingt eine Chance geben. Da ich mich perfekt unterhalten gefühlt habe, vergebe ich für den Roman und die wie ich fand sehr gute Übersetzung, die volle Punktzahl!

Kurz gefasst: Humorvolle, beschwingte Historical Romance mit liebeswerten Charakteren. Der Auftaktband zur „Rhymes with Love“ Reihe überzeugt auf ganzer Linie.

Veröffentlicht am 10.04.2017

Uneingeschränkte Leseempfehlung für den zweiten Teil der „Rhymes of Love“ Reihe

Verführt von dem falschen Lord?
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Daphne Dale hat sich dazu hinreißen lassen, auf eine Kontaktanzeige zu antworten, weil ihr der Text recht provokant erschien. Doch aus dem anfangs recht forsch geratenen Briefwechsel stellt sich schnell ...

Daphne Dale hat sich dazu hinreißen lassen, auf eine Kontaktanzeige zu antworten, weil ihr der Text recht provokant erschien. Doch aus dem anfangs recht forsch geratenen Briefwechsel stellt sich schnell eine gegenseitige Sympathie heraus, die Mr. Dishforth für Daphne zu hegen scheint. Und auch Daphne ist über alle Maßen daran interessiert, ihren Mr. Dishforth nun endlich kennenzulernen. Ausgerechnet auf dem Verlobungsball ihrer besten Freundin Tabitha soll es so weit sein, denn angeblich ist auch Mr. Dishforth dort zugegen, wie er es in seinem Brief an Daphne verlauten lassen hat.

Als Erkennungszeichen hat Daphne ihrerseits in ihrem Brief an Mr. Dishforth anklingen lassen, dass sie ein rotes Kleid tragen werde. Nur leider stellt sich am Tag der Entscheidung heraus, dass auch viele andere weibliche Gäste Roben in roter Farbe bevorzugt haben. Doch plötzlich steht ein ihr unbekannter, überaus attraktiver Mann vor ihr, der rein äußerlich gesehen, durchaus der Mann sein könnte, den sie treffen möchte. Und bei einem gemeinsamen Tanz mit ihm stellt sich heraus, dass dieser Mann auch überaus höflich, humorvoll und gentlemanlike ist. Wie ihr Mr. Dishforth!

Als Daphne jedoch nach dem Tanz erfährt, dass es sich bei dem Mann ausgerechnet um Lord Henry, dem Onkel des zukünftigen Mannes von Tabitha handelt, ist sie über alle Maßen entrüstet, denn Lord Henry entspringt der Seldon-Sippe; nämlich der Familie, mit denen die Dales schon seit langer, langer Zeit eine private, erbitterte Fehde führen.

Und auch Henry ist erschrocken, als er erfährt, dass er ausgerechnet mit einer Dale getanzt und sie insgeheim für ihre Schönheit und ihren Witz bewundert hat. Er muss anschließend viel Schelte von Seiten seiner Familie ertragen, doch geht ihm Daphne seitdem nicht aus dem Kopf. Was er ziemlich seltsam findet, schließlich ist er doch berühmt für seine zurückhaltende Art. Keinesfalls pflegt er einen solch lockeren Umgang wie einst sein Neffe. Daphne hält ihn jedoch für einen Wüstling, schließlich konnte bislang kein Seldon je aus seiner Haut und so lässt sie ihn ihre Verachtung bei jeder sich bietenden Gelegenheit spüren. Vor allem scheint ihr Tanz mit Henry, ihren Mr. Dishforth verstört zu haben. Warum sonst hat er sich ihr nicht gezeigt? Neue Hoffnungen auf ein gemeinsames Treffen ergeben sich, als sie von Mr. Dishforth einen weiteren Brief erhält. Er ist ebenfalls zu Tabithas Hochzeit eingeladen und so muss Daphne alle Register ziehen, um heimlich auf dem Familiensitz der Seldons erscheinen zu können. Würde ihre Familie davon erfahren, könnte es nämlich sein, dass sie schnurstracks mit einem, ihr ungeliebten Zeitgenossen, verheiratet würde, damit sie den Dales keine weitere Schande mehr bereitet…

Nachdem ich vor einiger Zeit den ersten Teil der „Rhymes with Love“ Reihe von Elizabeth Boyle „Entflammt vor Begierde nach dem Duke“ las, war ich schon überaus neugierig auf die Fortsetzung, denn in „Verführt von dem falschen Lord“, erzählt die Autorin nun endlich Daphnes und Henrys Story. Zwar mögen die Dales und die Seldons eine erbitterte Familienfehde austragen, die bereits mehrere Generationen umfasst, doch braucht man hier als Leser keinesfalls befürchten, in eine Art „Romeo und Julia“ Szenario zu geraten, denn die Autorin hat, statt alles in einer Tragödie entarten zu lassen, hier eine liebeswerte, sehr humorige und spritzige Liebeskomödie in Romanform geschaffen, die mich in beste Lesestimmung versetzt hat. Das Heldenpaar ist dabei sehr liebeswert, smart und brilliert mit viel Wortwitz, wenn es verbal die Klingen miteinander kreuzt.

In seiner Geschichte kann Henry nun zeigen, dass er alles andere als ein verstaubter, trockener und langweiliger Aristokrat ist und im Gegenzug erfährt man auch noch ein wenig mehr über Daphne und ihren frechen Humor. Wunderbar fand ich es zum Beispiel, wenn sie ungeliebten Personen im Geiste freche Dialoge erdacht und auf den Leib gedichtet hat. Zwar könnten strenge Kritiker bemängeln, dass die Handlung etwas dünn geraten ist, doch machte mir das in diesem Fall nichts aus, weil die Story nicht nur sehr humorig und warmherzig geraten ist, sondern zudem auch mit zahlreichen interessanten und zum Teil recht schrulligen Nebenfiguren aufwartet (siehe Tante Zillah, die ihren Neffen zu gerne immer wieder an den Fall diverser Seldons erinnert, die einst dem Ruf einer Dale folgten, welche die armen Seldons dann ins Verderben stürzten) die man genauso schnell in sein Leserherz schließen kann.

Elizabeth Boyle hat mich wieder einmal auf ganzer Linie überzeugt und begeistert, so dass sie auch weiterhin auf meiner „Autobuy- Autorinnenliste“ ganz oben steht. Wer humorige, beschwingte Historical Romances schätzt, sollte hier unbedingt mal einen Blick ins Buch riskieren. Es lohnt sich.

Kurz gefasst: Uneingeschränkte Leseempfehlung für den zweiten Teil der „Rhymes of Love“ Reihe. Aber Vorsicht! Akute Lachfältchengefahr! Ich bin begeistert und hoffe sehr, dass der CORA Verlag weitere Teile der Serie übersetzen wird. Besonders auf Harriets und Roxleys Story bin ich schon sehr gespannt.

Veröffentlicht am 10.04.2017

Auf ganzer Linie überzeugender Abschlussband der Reihe- ein Pageturner, der mich begeistert hat, denn Élise und Sam sind einfach ein tolles Heldenpaar

House of Trent - Der Spion
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Élise, die Ehefrau von Viscount Dunthorpe, ist zu Tode erschrocken, als sie ausgerechnet vom Mörder ihres Ehemanns entdeckt und entführt wird. Eigentlich wäre sie gar nicht zugegen gewesen, im Stadthaus ...

Élise, die Ehefrau von Viscount Dunthorpe, ist zu Tode erschrocken, als sie ausgerechnet vom Mörder ihres Ehemanns entdeckt und entführt wird. Eigentlich wäre sie gar nicht zugegen gewesen, im Stadthaus ihres Mannes, doch dessen finstere Ränkeschmiede, ließen sie nicht kalt und so hoffte sie, in ihrer Lauschposition etwas zu erfahren. Ihr Entführer, Sam Hawkins, ist jedoch keinesfalls ein einfacher, gedungener Mörder- das wird Élise schnell klar. Und auch seine Helfershelfer sind keine gewöhnlichen Männer des Volkes.

Bei einem Fluchtversuch wird Élise dermaßen schnell wieder eingefangen von Sam, dass sie nun endgültig weiß, dass sie wohl einem Agenten in die Hände gefallen sein muss. Und das liegt vor allem nahe, weil ihr Gatte für die Franzosen spionierte. Aber leider halten sie auch Élise, eine Französin, die allerdings bereits seit Kindertagen in England lebt und eine Flüchtige der Revolution war, für eine Spionin und so muss sie damit rechnen, von ihren Entführern bald eliminiert zu werden.

Seltsamerweise fühlt sie sich dennoch sehr von Sam, dem Mörder ihres Mannes, angezogen und auch Sam, der durchaus Misstrauen an den Tag legt, ist Élises Schönheit gegenüber nicht immun. Doch es ist nicht nur ihre äußere Hülle, die Sam gefällt. Während sie tagelang auf den Befehl seines Arbeitgebers harren, lernt Sam die schöne Élise besser kennen und ihm imponiert besonders ihre innere Stärke. Schon bald glaubt er nicht mehr an Élises Schuld. Doch dann kommt der Befehl sie zu töten. Wird Sam diesem Befehl gehorchen können?

Zugegeben, der erste Teil der „House of Trent“ Reihe konnte mich noch nicht so wirklich überzeugen, doch bereits im zweiten Teil, gelang es der Autorin sich zu steigern, so dass ich nun unbedingt erfahren wollte, wie die Serie ausgeht. Und ich bin froh, „drangeblieben“ zu sein, denn mit „Der Spion“ hat Jennifer Haymore es nun tatsächlich geschafft, einen Pageturner zu schreiben, der einem direkt unter die Haut geht beim Lesen. Dazu ziehen die zahlreichen Spannungselemente den Leser in seinen Bann; übrigens genauso wie auch die Liebesgeschichte zwischen Élise und Sam. Sam, der uneheliche Sohn und Halbbruder des Herzogs von Trent, ist wohl der charismatischste Akteur dieser Serie. Er hat bereits viele Tiefschläge in seinem Leben durchleben müssen (zweifacher Witwer) und hat eigentlich nur seine Arbeit als Agent der Krone, die ihn abzulenken vermag. Er lässt nichts an sich heran und ist bereits im Begriff seine Menschlichkeit zu verlieren, als er auf Élise trifft. Diese ist so völlig anders als er und seine toten Frauen gestrickt, dass sie ihn zunächst völlig irritiert und damit aus seinem Schneckenhaus herauszulocken vermag.

Aber auch Élise ist eine wunderbare Romanheldin. Ihre Intelligenz, ihre Warmherzigkeit und ihre zupackende Art, mochte ich sehr. Es knistert gewaltig zwischen den beiden, bereits zu Anfang, doch es dauert eine ganze Weile, bis sich beide einander hingeben. Und diese Romanpassagen sind dann so hocherotisch und romantisch in Szene gesetzt worden, dass Fans von tollen Liebesgeschichten hier ganz auf ihre Kosten kommen werden. Hier stimmt einfach alles- das Timing- die Entwicklung der Love Story, als auch die Hintergrundgeschichte. Lediglich die Auflösung der vermeintlichen Entführung der Herzoginnenwitwe von Trent; also Sams Mutter, die sich bereits durch die beiden Vorgängerbände zog, fand ich etwas schwach geschrieben. Da diese jedoch in diesem Teil sehr nebensächlich bleibt, möchte ich trotzdem keinen Punkt abziehen, von diesem ansonsten so wunderbar geschriebenen Historical. Klasse fand ich es zudem, dass die Autorin die Protagonisten der Vorgängerbände abermals in diesem Teil agieren lässt und zwar überaus aktiv. Lediglich ein Wermutstropfen bleibt. Ich hätte zu gerne mehr über Esme, Sams Schwester erfahren und ihr zu gerne eine eigene Story gewünscht, denn sie hat mich in allen drei Teilen sehr neugierig machen können, auf ihren Lebensweg.

Wer nun neugierig auf diesen Roman geworden ist, sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass man die Vorgängerbände jedoch auf jeden Fall zuvor gelesen haben sollte, da dieser aufeinander aufbauen. Dann steht dem Lesevergnügen nichts im Wege.

Kurz gefasst: Auf ganzer Linie überzeugender Abschlussband der Reihe- ein Pageturner, der mich begeistert hat, denn Élise und Sam sind einfach ein tolles Heldenpaar.


Veröffentlicht am 10.04.2017

Interessante Ausgangssituation- leider fehlte es dem Roman an mehr Drama und Spannung

Deine dunkle Seele
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Frisch von ihrem Mann getrennt, sucht Esther neue Lebensperspektiven und beschließt zunächst einmal, sich einen Urlaub zu leisten, der sie in ein exotisches Land führen soll. Auf einer malaysischen Insel ...

Frisch von ihrem Mann getrennt, sucht Esther neue Lebensperspektiven und beschließt zunächst einmal, sich einen Urlaub zu leisten, der sie in ein exotisches Land führen soll. Auf einer malaysischen Insel will Esther für eine Weile entspannen und Kraft auftanken. Und die ersten Tage sind dann auch genauso, wie sie es sich erhofft hat. Kurz vor Urlaubende überredet sie eine Mitreisende dazu, an einem Ausflug teilzunehmen. Mit dabei sind auch noch weitere Gäste des Urlaubsresorts, die zusammen schnorcheln gehen wollen. Ihr Bootsführer bringt sie zu einer abgelegenen Trauminsel, die sich jedoch in den nächsten Stunden und Tagen zur Albtrauminsel mausert. Denn ihr Bootsführer, der eigentlich nur kurz zurückfahren wollte, um ein Feuerzeug zu besorgen, das er für das große Picknick vergaß, kehrt nicht zurück und nun sitzt die Gruppe nebst Esther fest. Ihre Ängste und Sorgen nehmen zu, als Tag für Tag verstreicht, ohne dass ein Rettungsboot in Sicht ist. Ohne Nahrung und ohne Wasser müssen die Inselgäste improvisieren, doch dank einer patenten Frau, gelingt es der Gruppe, zu überleben. Das Misstrauen in der Gruppe wächst jedoch, als sie ein Funktelefon finden, dessen Akku entnommen wurde. Kann es sein, dass ihr unfreiwilliger Inselaufenthalt von jemandem geplant wurde? Doch warum?

Ich fand, dass sich der Klappentext des Romans von Emily Barr sehr spannend las und war sehr neugierig auf die Geschichte und die Hintergründe. Doch auch wenn ich vom bildhaften Schreibstil der Autorin durchaus angetan war, was auch für die Romanidee an sich gilt, konnte mich „Deine dunkle Seele“ , jedoch nicht so sehr ans Buch fesseln, wie ich es mir im Vorfeld gewünscht hätte. Das liegt vor allem daran, dass man sich als Leser leider sehr viel zusammenreimen kann, was den familiären Hintergrund der Akteure angeht, da die Autorin, deren Vergangenheit bereits von Anfang an in Rückblenden erzählt, so dass man leider nicht wirklich überrascht wird, wenn es denn um das Motiv für den Inselaufenthalt der Gruppe geht.

Interessant beschrieben fand ich dagegen, wie die Gruppe versucht, auf der Insel zu überleben und sich Nahrung zu beschaffen. Eher schwach fand ich dagegen die Charakterisierung der einzelnen Gruppenmitglieder, die sich zwar, jeder für sich, über die Gründe für ihren Urlaub austauschen, wobei ein jeder eine tragische oder skurrile Story zu bieten hat, doch leider ansonsten sehr blass bleiben. Richtige Konflikte kommen eher selten auf, während die Gruppe auf der Insel festsitzt, hier hätte ein wenig mehr Drama der Geschichte nur gut getan.

Der Roman wurde aus der Sicht Esthers geschrieben, so dass man ausreichend Einblicke in ihr Seelenleben bekommt und nachvollziehen kann, wieso sie eine solch schwierig gestrickte Person ist und eine kleine Liebesgeschichte erzählt Emily Barr nebenher ebenfalls, die jedoch recht lieblos eingefügt wurde und eher schmückendes Beiwerk ist. Die Auflösung des Ganzen ließ mich dann ebenfalls eher skeptisch zurück. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass diverse Gruppen zu solch drastischen Maßnahmen greifen würden, wie es hier der Fall war. Leider darf ich an dieser Stelle nicht deutlicher werden; ansonsten müsste ich spoilern. So konnte mich dieser Roman leider nicht allzu sehr überzeugen, zumal ich vor Jahren einen vom Thema her sehr ähnlichen Roman las, der mich im Gegensatz zu Emily Barrs „Deine dunkle Seele“, regelrecht ans Buch gefesselt hat. „Die Insel der fünf Frauen“, von Shirley Conran. Im Vergleich dazu, wirkt „Deine dunkle Seele“, leider zu zahm geschrieben und es wurde reichlich Potential verschenkt, so leid es mir für die Autorin und ihren Roman auch tut.

Kurz gefasst: Interessante Ausgangssituation- leider fehlte es dem Roman an mehr Drama und Spannung. 3.5 von 5 Punkten.