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Veröffentlicht am 26.01.2026

Erotisches Histo-Romance Lesehäppchen, allerdings auch (zu) modern, für meinen Geschmack, geschrieben

Die gekaufte Braut des Duke
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London 1812:

Sebastian Rockliffe, Duke of Loxchester, staunt nicht schlecht, als er einer äußerst sonderbaren Brautversteigerung auf dem Lande beiwohnt. Ein Schafhirt ist seiner Gattin überdrüssig geworden ...

London 1812:

Sebastian Rockliffe, Duke of Loxchester, staunt nicht schlecht, als er einer äußerst sonderbaren Brautversteigerung auf dem Lande beiwohnt. Ein Schafhirt ist seiner Gattin überdrüssig geworden und möchte sie weitergeben. Sebastian entscheidet impulsiv mitzubieten, weil er die Chance sieht, seiner Mutter zuvorzukommen, die ihn in eine arrangierte Ehe drängen will. Er bietet eine wahnwitzig hohe Summe für die vermeintlich bürgerliche Schafhirtin, die zehn Meilen gegen den Wind riecht und nimmt sie mit, nachdem er sie ersteigert hat.

Emma kann es nicht fassen, dass sie als Racheobjekt dienen soll und obwohl sie Sebastian eigentlich verachten möchte, hat er etwas an sich, dass sie fasziniert. Sie verschweigt ihm, dass sie keinesfalls eine Bürgerliche ist und dass sie von ihrem echten Gatten vorgeführt werden sollte bei dieser Brautversteigerung, weil sie in Sebastian eine Chance sieht, von ihrem Mann fortzukommen, der sie so schändlich und lieblos behandelt hat….


„Die gekaufte Braut des Dukes“ von Mariah Stone ist eine unterhaltsame, erotische Histo-Romance der neuen Generation, sprich, wenn man sich mit modernem Schreibstil, bzw. Ausdruckweise arrangieren kann, wird man den Roman sicherlich besser bewerten, als ich. Interessant fand ich jedoch die Tatsache, dass es sich bei dieser Art Brautversteigerung nicht um reine Fiktion handelt. Tatsächlich war es wohl (allein!!!) unter armen Bürgerlichen oftmals Brauch, wenn man eine unglückliche Ehe führte, seine Gattin weiterzuversteigern, allerdings mit deren Einverständnis, weil eine Scheidung zu teuer gewesen wäre. Dieses Prozedere wurde von der Gerichtsbarkeit zähneknirschend geduldet.
Nichtsdestotrotz mochte ich die Ausgangssituation nicht wirklich, aber das ist ja nicht der Autorin anzulasten, sondern alleinige Geschmackssache.

Der Roman umfasst etwas über 150 Seiten Länge und ist, so weit ich es nachgelesen habe, eine Art Prequel zur „Dukes & Secrets“ Reihe. Ich hatte seinerzeit gleich mehrere Bücher der Autorin gekauft, unter anderem diesen Roman und „Tatsächlich Duke“, den dritten Teil der „Dukes & Secrets“ Reihe, der leider so gar nicht meinen Lesegeschmack treffen konnte. „Die gekaufte Braut des Dukes“ gefiel mir zwar im Gegensatz dazu ein Tickchen besser, doch fehlte mir für eine bessere Bewertung mehr Tiefe. Die Figuren mögen sympathisch gestrickt sein und man kann durchaus auch Sebastians Trauma nachvollziehen, doch fand ich das Timing der erzählten Liebesgeschichte nicht so geglückt. Zu schnell ist die große Liebe da und das obwohl noch so viele Geheimnisse zwischen den beiden stehen. Andererseits offenbart sich Sebastian, Emma viel zu schnell in Bezug auf sein familiäres Trauma; das passte nicht. Die Autorin drückt sich sehr gut aus, doch benutzt sie zu moderne Ausdrücke, die mich beim Lesen rausgeworfen haben. Ob einem der Roman gefällt hängt praktisch von der Erwartungshaltung des Lesers ab. Will man ein erotisches, unterhaltsames Histo-Romancehäppchen lesen, kann man durchaus einen Versuch wagen.
Richtig toll finde ich jedoch durchweg die Covergestaltung der Romane, die mich erst aufmerksam haben werden lassen auf die Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Unterhaltsamer, kurzweiliger Histo-Krimi aus dem Sherlock Holmes Universum

Sherlock Holmes Band 04 - Der Fall Harry Houdini
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Als der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes erfährt, dass der ebenso bekannte Entfesselungskünstler Harry Houdini einen spektakulären Auftritt in Berlin geplant hat, überrascht er seinen, wie immer, ...

Als der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes erfährt, dass der ebenso bekannte Entfesselungskünstler Harry Houdini einen spektakulären Auftritt in Berlin geplant hat, überrascht er seinen, wie immer, ahnungslosen Freund mit einer spontanen Einladung und Karten für die Vorstellung. Dr. Watson freut sich sehr über die wohlmeinende Geste, doch schon bald ahnt er, dass Holmes sie beide erneut in ein atemberaubendes und gefährliches Abenteuer verstrickt hat. Und Houdinies Auftakt gerät dabei beinahe zur Nebensache. Denn kurz nachdem ein Säureanschlag auf ihn verübt wird, dem er durch Besonnenheit nur knapp entgehen kann, verschwindet der Entfesslungskünstler spurlos. Houdinies Frau engagiert Holmes und Watson und mögliche Verdächtige sind ebenfalls schnell ausgemacht. Doch die Suche nach dem entführten Entfesslungskünstler entwickelt sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit und führt das befreundete Ermittlerduo mitten ins tiefste Berliner Kneipen und Szeneviertel, wo sie sich mit echten Originalen und finstersten Saufkumpanen gemein machen müssen, um einer möglichen Fährte nachzugehen…

Mit „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ wurde vor einiger Zeit eine neue Hörspielreihe ins Leben gerufen, die sich anlehnt, an die beliebten Romanvorlagen von Sir Arthur Conan Doyle. Wegen des Erfolges, erscheinen nun dazu besagte Hörspiele zusätzlich in Buchform, wobei es sich, wie hier etwa, um ca. 80 Taschenbuchseiten lange Geschichten handelt, die aus Dr. Watsons Sicht geschildert werden. Ich habe bereits von Kindesbeinen an eine Schwäche für Detektivgeschichten und liebe daher natürlich auch die Sherlock Holmes Stories sehr; ob nun in Buchform oder als Verfilmung und erhoffte mir von diesem Büchlein natürlich im Besonderen, dass es die besondere Atmosphäre, die in Doyles Büchern vorherrscht, würde einfangen können. Genauso, dass es sprachlich gesehen, nicht das historische Flair zerstören würde.

Nun, abgesehen von meinem minimalen Kritikpunkt, dass es unglaubwürdig erscheint, dass Holmes und Watson unglaublich lernfähig erscheinen in Bezug auf die deutsche Sprache und tatsächlich sogar den Berliner Dialekt der einheimischen Bevölkerung verstehen können, war ich sehr angetan von der Geschichte. Holmes und Watson wirken lebensecht in ihren Dialogen und trotz der limitierten Seitenzahlen, wirkt die Story rund und atmosphärisch dicht erzählt. Dazu mochte ich die Idee, mit dem deutschen Setting an sich und natürlich auch, Holmes und Houdini aufeinander treffen zu lassen. Holmes & Watson Fans werden sicherlich ihren Spaß haben, an dieser Lektüre und auch anderen Histo-Krimifans kann man die Geschichte bedenkenlos empfehlen. Übrigens auch perfekt als Buch für unterwegs geeignet, etwa während einer Zugfahrt, da herrlich kurzweilig.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer, kurzweiliger Histo-Krimi aus dem Sherlock Holmes Universum.


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Veröffentlicht am 07.01.2026

Unterhaltsamer Dark Suspense mit prickelndem Erotikanteil; mir fehlte jedoch tiefgründigere Charaktere

BAD VIBES. Deine Geheimnisse sterben nie
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Bis vor einiger Zeit waren Dahlia und Jake beste Freunde, doch dann kam es zu einem Streit zwischen beiden, aufgrund sie sich entzweiten. Eines Nachts bekommt Dahlia jedoch einen Anruf von Jake, der sie ...

Bis vor einiger Zeit waren Dahlia und Jake beste Freunde, doch dann kam es zu einem Streit zwischen beiden, aufgrund sie sich entzweiten. Eines Nachts bekommt Dahlia jedoch einen Anruf von Jake, der sie alarmiert. Jake, der sich mittlerweile als Starautor einen Namen gemacht hat und Millionen verdient hat mit seiner Gentleman-Killer Buchreihe, ist mit seinem Auto unterwegs und fürchtet um sein Leben. Er bittet sie um Hilfe, doch dann wird der Anruf abrupt unterbrochen.
Jake hatte einen tödlichen Autounfall in Schottland und Dahlia, die zur Beerdigung und anschließenden Testamentseröffnung eingeladen wird, erfährt zu ihrer Überraschung, dass Jake ihr sämtliche Rechte an seinen Büchern und Manuskripten, Tagebüchern und seinem Büro, das sich innerhalb der ehrenwerten Mauern von MacRaven Manor befindet, übertragen hat. Dazu einen Großteil seines Vermögens, was seine Familie nicht behagt. Von einigen Familienmitgliedern wird sie offen angefeindet, doch zwischen Jakes Zwillingsbruder Evan und ihr knistert es vor erotischer Spannung.

Dahlia ist jedoch fest entschlossen herauszufinden, ob Jake tatsächlich bei einem Unfall ums Leben gekommen ist oder gar ermordet wurde, wie sie befürchtet. Denn Jake hatte in seinen bislang verschollenen drei Tage/Notizbüchern sämtliche dunkle Geheimnisse seiner Familie aufgeschrieben. Geheimnisse, die die Mitglieder der Gin Dynastie verständlicherweise unter Verschluss halten möchten. Ab dem Moment ihres Aufenthaltes in Schottland geschehen unheimliche Dinge, die sie aufhorchen lassen. Es scheint, als ob sie sich durch ihre Ermittlungen selbst in Gefahr gebracht hat. Als dann auch noch der Testamentsvollstrecker ermordet wird, glaubt sie fest daran, dass einer der Familienmitglieder Jake auf dem Gewissen hat. Doch wer und warum? Fieberhaft versucht sie die Notizbücher zu finden und erhält dabei Unterstützung von dem geheimnisvollen Ayden, einem Nachbar, der selbst ein persönliches Interesse daran hat, herauszufinden, ob Jake ermordet wurde. Es entwickelt sich zwischen Dahlia, Evan und Aydan schnell eine verhängnisvolle Ménage-à-trois. Doch kann sie den leidenschaftlichen Männern wirklich trauen? Und falls es so sein sollte, kann sie es wagen, ihnen ihr dunkles Geheimnis zu enthüllen?

Okay, ich hasse gehypte Buchgenres und konnte bislang stets einen großen Bogen darum machen. Als düstere und schlecht gelaunte blutsaugende Gestalten mit langen fiesen Beisserchen, jahrelang ihr Unwesen in Romances trieben, ließen mich diese völlig kalt. Genauso unspektakulär ging die handschellenrasselnde SoG Welle an mir vorüber. Nun schickt sich also das Dark Romance Genre an, diese vergangenen Trends zu beerben. Und obwohl ich gerne meine Abneigungen pflege, wurde ich bei besagtem Buch hier, doch sehr neugierig, denn der Klappentext klang megaspannend. Zumal ich das gute alte Romantic Suspense Genre immer mochte. Dazu ein schottisches Setting, ein altes Gemäuer, Geheimgänge und düstere Familiengeheimnisse, die es zu ergründen galt- kurz, ich konnte nicht widerstehen!
Bianca Iosivonis Roman ist über 700 Seiten dick. Dennoch gelingt ihr das Kunstwerk, dass zu keinem Moment Langeweile beim Lesen aufkommt. Ebenfalls positiv fand ich es, dass die Jungs in diesem Buch die Heldin, trotz aller erotischer Abschweifungen, mit Respekt behandeln. Zugegeben, die Liebesszenen in diesem Buch sind schon explizit geschrieben und ein Dreier mag auch nicht jedermanns Sache sein, aber die Autorin bekommt diese Sache so hin, dass man es der Heldin und den Männern in diesem Buch zu jedem Zeitpunkt abnimmt, dass sie sich lediglich der Leidenschaft wegen einander hingeben. Unerwartete Wendungen und falsche Fährten, auf die man als Leser gelotst wird, kommen noch hinzu und unterm Strich ist „Bad Vibes“ ein durchaus unterhaltsamer Schmöker mit packenden Suspenseelementen.

Wäre da nicht die vertrackte Sache mit der Romantik.

Ich für meinen Teil habe sie vermisst, was natürlich nicht der Autorin anzulasten ist. Dieses Genre ist halt so ausgelegt. Also selbst schuld, wenn man hier mehr erwartet. Es ist also nicht mein „cup of tea“, jedoch gönne ich jedem Fan des Dark Romance Genres besagten Lesestoff. Kritik möchte ich dennoch üben wegen einer anderen Sache. Es tummeln sich reichlich Nebenfiguren in dieser Story, darunter die Familienmitglieder von Jake. Und leider bleiben diese alle durch die Bank zu blass und zu eindimensional gestrickt, so dass man Probleme hat, sie auseinander zu halten. Ich fand, dass auch Aydan und Evan nicht richtig greifbar wurden und mir fehlte für eine bessere Bewertung einfach, der Zugang zu ihnen.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer Dark Suspense mit prickelndem Erotikanteil; mir fehlten jedoch tiefgründigere Charaktere.
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Veröffentlicht am 14.03.2025

Leichte, unterhaltsame Frauen- und Urlaubslektüre für grenzenlose Romantiker!

Verliebt und zugenäht!
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Emma ist eine sehr romantisch veranlagte Träumerin und natürlich auch ein Fan von Hollywood-Romanzen, die die große Liebe in ihrem Leben aber dagegen noch nicht gefunden hat. Auch beruflich steckt sie ...

Emma ist eine sehr romantisch veranlagte Träumerin und natürlich auch ein Fan von Hollywood-Romanzen, die die große Liebe in ihrem Leben aber dagegen noch nicht gefunden hat. Auch beruflich steckt sie in einer Schaffenskrise; zwar arbeitet sie bereits in der richtigen Branche, als Schneiderin, doch durfte sie in ihrem Job ihre Kreativität bislang nicht ausleben. Hauptgrund ist Emmas strenge und ungerechte Chefin, die ihre Mitarbeiter gerne mal mobbt. Besonders Emma ist ihr ein Dorn im Auge, denn Emma ist zwar eine gründliche Arbeitskraft, doch fehlt es ihr an der nötigen Schnelligkeit. Dennoch Emmas Kreationen; nachgearbeitete Damenkleider aus berühmten Filmen, sind originalgetreu geschneidert und zieren Emmas Kleiderschrank.

Eines Tages bahnt sich jedoch ein unerwartetes Abenteuer an. Emma muss ein Kleidungsstück in die Bavaria Filmstudios bringen. Dort, am Set einer Daily Soap, sieht sie den Regisseur Jo und ist sogleich davon überzeugt, das er ihre große Liebe ist. Doch wie kann sie sich nur bemerkbar machen?
Auch Tage später stellt Jo immer noch den Mittelpunkt von Emmas Tagträumen dar. Als Emma durch eine glückliche Fügung zwei Eintrittskarten für den Bavaria Filmball geschenkt bekommt, und Jo dort wieder trifft, scheinen ihre Träume langsam Gestalt anzunehmen…

Meine Einschätzung:

„Verliebt und zugenäht“ ist ein typischer Frauenroman, der die Geschichte der romantischen Emma erzählt, die auf der Suche nach ihrem Mr. Right ist. Da mich die Story einer Schneiderin, die zufällig in die Glitzer- und Scheinwelt des Films gerät und dort auf ihre vermeintlich große Liebe trifft, interessierte, war meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch. Und obwohl die Autorin durchaus einen eingängigen Schreibstil besitzt, dem eine gewisse unterhaltsame Leichtigkeit anhaftet, konnte mich die Geschichte um Emma nicht in dem Maße begeistern, wie ich es mir zuvor erhofft hatte.
Das liegt zum einen daran, dass Emmas Hang zu romantischen Hollywoodfilmen (der eine große Rolle in diesem Buch spielt und auch mit vielen Filmzitaten untermalt wird) , mir eine Spur zu dick aufgetragen wirkte und zum anderen, dass auch Emmas Denkweise eher an eine Frau erinnert, die erheblich jünger ist.

Wäre „Verliebt und zugenäht“ ein Young Adult Roman, hätte ich sicherlich weniger Probleme damit gehabt, mich mit der Heldin dieses Buches gedanklich zu arrangieren.
Mich hat Emma stark an eine Jane Austen Heldin erinnert; genauer gesagt an die gefühlsbetonte Marianne Dashwood aus „Sinn und Sinnlichkeit“. Sowohl Marianne als auch Emma haftet eine gewisse Naivität an, mit der ich in Emmas Fall leider nicht so gut umgehen konnte. Aber zumindest dieser Einwand, Emmas Charakterisierung entsprechend, ist reine Geschmackssache, die sicherlich jeder anders empfindet.

Dennoch ist Emmas Suche nach dem richtigen Mann in ihrem Leben durchaus interessant beschrieben, wenn man sich nicht so sehr daran reibt, dass die Heldin dieses Romans eine Spur zu romantisch verklärt gestrickt ist. Als leichte Urlaubslektüre ist dieses Buch definitiv geeignet.

Fazit: Leichte, unterhaltsame Frauen- und Urlaubslektüre für grenzenlose Romantiker!

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Veröffentlicht am 14.03.2025

„Seit Du tot bist“ von Sophie McKenzie ist ein packender Thriller nach bester Alfred Hitchcock Manier gestrickt.

Seit du tot bist
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Geniver hat einen liebevollen und aufmerksamen Mann, beide sind, da Art einen guten Job hat, vermögend und eigentlich könnte das Leben für die junge Frau nicht besser sein. Wenn sie nicht Jahre zuvor eine ...

Geniver hat einen liebevollen und aufmerksamen Mann, beide sind, da Art einen guten Job hat, vermögend und eigentlich könnte das Leben für die junge Frau nicht besser sein. Wenn sie nicht Jahre zuvor eine Totgeburt gehabt hätte. Ihre Tochter Beth, starb damals vor ihrer Zeit im Mutterleib und Gen konnte sich seitdem zu nichts mehr aufraffen. War sie früher mit Leib und Seele Schriftstellerin, leidet sie seit der Fehlgeburt unter einer regelrechten Schreibblockade.

Doch eines Tages wird sie von einer Frau mittleren Alters angesprochen, die behauptet, dass Gens Baby damals nicht starb. Ärzte und selbst Gens Mann Art sollen gelogen haben. Gen fällt aus allen Wolken als sie davon hört; glaubt aber der Frau zunächst kein Wort.
Art, dem Gen alles erzählt, ist ebenso geschockt über die Dinge, die die unbekannte Frau, deren Schwester damals zum Ärzteteam gehörte, behauptet und streitet alles vehement ab. Mehr noch, er empfiehlt Gen eine Therapie, denn er fürchtet, dass seine Frau langsam ihren Verstand verliert. Doch Gen bohrt weiter. Sie kann nicht aufhören in der Vergangenheit herumzustochern und gerät dadurch plötzlich in Lebensgefahr. Lediglich Lorcan, ein Schauspieler irischer Abstammung und ehemals bester Freund Arts, hört Gen zu und glaubt ihr. Doch meint er es ehrlich mit Gen oder spielt er ein falsches Spiel mit der verzweifelten Frau? Wem kann Gen noch glauben? Ihrem Mann, Lorcan oder nur noch ihrer besten Freundin Hen?
Und dann geht auch noch ein gewissenloser Killer um…

Meine Einschätzung:

Sophie McKenzie hat bereits einige Jugend und Joung Adult Romane verfasst. Dies ist nun ihr Thrillerdebütroman für Erwachsene. Und dieses Debüt hat es wahrlich in sich!
Ich bin recht unbedarft an Sophie McKenzies Thriller herangegangen, erhoffte mir bestenfalls einen halbwegs unterhaltsamen Roman und hatte noch nicht einmal im Ansatz so eine nervenaufreibende, spannende und knifflig gestrickte Handlung erwartet, die mich völlig in ihren Bann gezogen hat. Obwohl die Heldin des Romans, Gen, sicherlich keine einfache Romanakteurin ist, kann man sich vom ersten Moment an in ihre Gedankenwelt hineinversetzen. Man spürt ihre innerliche Zerrissenheit ob der Ungewissheit am eigenen Leib mit und kann sich gut in Gen hineinversetzen. Unweigerlich fragt man sich beim Lesen des Romans, wie man selbst in gewissen Situationen reagiert hätte. Besonders stark fand ich auch die Charakterisierung der Nebenfiguren. Allesamt scheinen sie auf den ersten Blick freundlich, zuvorkommend und der Heldin zugetan zu sein. Doch jeder von ihnen verbirgt ein Geheimnis und legt somit eine gewisse Unehrlichkeit an den Tag. Der Autorin ist es aber sehr gut gelungen die wahren Absichten und Charaktereigenschaften dieser Nebenakteure zu verschleiern und erst gegen Ende des Romans lüftet sie das große Geheimnis, das für meinen Geschmack ziemlich unter die Haut geht. Man ist als Leser hin- und hergerissen, fragt sich zwischenzeitlich ob Gen eventuell alles nur phantasiert oder ob ihr Kind wirklich noch lebt und jedes Mal, wenn man dann glaubt endlich Gewissheit bekommen zu haben, verändert sich der Handlungsverlauf abermals. Und wenn man die letzten Zeilen gelesen hat, wird man noch eine ganze Weile über das Ende nachdenken, soviel ist sicher.


„Seit Du tot bist“ von Sophie McKenzie ist ein packender Thriller nach bester Alfred Hitchcock Manier gestrickt.

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