Erotisches Histo-Romance Lesehäppchen, allerdings auch (zu) modern, für meinen Geschmack, geschrieben
Die gekaufte Braut des DukeLondon 1812:
Sebastian Rockliffe, Duke of Loxchester, staunt nicht schlecht, als er einer äußerst sonderbaren Brautversteigerung auf dem Lande beiwohnt. Ein Schafhirt ist seiner Gattin überdrüssig geworden ...
London 1812:
Sebastian Rockliffe, Duke of Loxchester, staunt nicht schlecht, als er einer äußerst sonderbaren Brautversteigerung auf dem Lande beiwohnt. Ein Schafhirt ist seiner Gattin überdrüssig geworden und möchte sie weitergeben. Sebastian entscheidet impulsiv mitzubieten, weil er die Chance sieht, seiner Mutter zuvorzukommen, die ihn in eine arrangierte Ehe drängen will. Er bietet eine wahnwitzig hohe Summe für die vermeintlich bürgerliche Schafhirtin, die zehn Meilen gegen den Wind riecht und nimmt sie mit, nachdem er sie ersteigert hat.
Emma kann es nicht fassen, dass sie als Racheobjekt dienen soll und obwohl sie Sebastian eigentlich verachten möchte, hat er etwas an sich, dass sie fasziniert. Sie verschweigt ihm, dass sie keinesfalls eine Bürgerliche ist und dass sie von ihrem echten Gatten vorgeführt werden sollte bei dieser Brautversteigerung, weil sie in Sebastian eine Chance sieht, von ihrem Mann fortzukommen, der sie so schändlich und lieblos behandelt hat….
„Die gekaufte Braut des Dukes“ von Mariah Stone ist eine unterhaltsame, erotische Histo-Romance der neuen Generation, sprich, wenn man sich mit modernem Schreibstil, bzw. Ausdruckweise arrangieren kann, wird man den Roman sicherlich besser bewerten, als ich. Interessant fand ich jedoch die Tatsache, dass es sich bei dieser Art Brautversteigerung nicht um reine Fiktion handelt. Tatsächlich war es wohl (allein!!!) unter armen Bürgerlichen oftmals Brauch, wenn man eine unglückliche Ehe führte, seine Gattin weiterzuversteigern, allerdings mit deren Einverständnis, weil eine Scheidung zu teuer gewesen wäre. Dieses Prozedere wurde von der Gerichtsbarkeit zähneknirschend geduldet.
Nichtsdestotrotz mochte ich die Ausgangssituation nicht wirklich, aber das ist ja nicht der Autorin anzulasten, sondern alleinige Geschmackssache.
Der Roman umfasst etwas über 150 Seiten Länge und ist, so weit ich es nachgelesen habe, eine Art Prequel zur „Dukes & Secrets“ Reihe. Ich hatte seinerzeit gleich mehrere Bücher der Autorin gekauft, unter anderem diesen Roman und „Tatsächlich Duke“, den dritten Teil der „Dukes & Secrets“ Reihe, der leider so gar nicht meinen Lesegeschmack treffen konnte. „Die gekaufte Braut des Dukes“ gefiel mir zwar im Gegensatz dazu ein Tickchen besser, doch fehlte mir für eine bessere Bewertung mehr Tiefe. Die Figuren mögen sympathisch gestrickt sein und man kann durchaus auch Sebastians Trauma nachvollziehen, doch fand ich das Timing der erzählten Liebesgeschichte nicht so geglückt. Zu schnell ist die große Liebe da und das obwohl noch so viele Geheimnisse zwischen den beiden stehen. Andererseits offenbart sich Sebastian, Emma viel zu schnell in Bezug auf sein familiäres Trauma; das passte nicht. Die Autorin drückt sich sehr gut aus, doch benutzt sie zu moderne Ausdrücke, die mich beim Lesen rausgeworfen haben. Ob einem der Roman gefällt hängt praktisch von der Erwartungshaltung des Lesers ab. Will man ein erotisches, unterhaltsames Histo-Romancehäppchen lesen, kann man durchaus einen Versuch wagen.
Richtig toll finde ich jedoch durchweg die Covergestaltung der Romane, die mich erst aufmerksam haben werden lassen auf die Bücher der Autorin.