Profilbild von Hauntedcupcake

Hauntedcupcake

Lesejury Star
offline

Hauntedcupcake ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hauntedcupcake über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2021

Bittersüsse Romantasy

Dark Heart 1: Nihil
0

„Kannst du die Stille meines Herzens fühlen?“
S. 166/Tolino

Inhalt
Die 17-jährige Heaven wünscht sich nichts mehr, als ein ganz normales Leben führen zu können, ein paar Freunde zu finden und endlich ...

„Kannst du die Stille meines Herzens fühlen?“
S. 166/Tolino

Inhalt
Die 17-jährige Heaven wünscht sich nichts mehr, als ein ganz normales Leben führen zu können, ein paar Freunde zu finden und endlich einen tollen Jungen kennenzulernen und ihren ersten Kuss zu bekommen. Doch ihr Onkel ist Antiquar und immer auf der Jagd nach geheimnisvollen Reliquien – und als ihr Vormund nimmt er sie jeweils auf seine Suchen mit, und lässt sie dann bestenfalls vor Ort gut behütet in einem Hotel zurück. Seine neueste Suche bringt sie nach Port Hardy in die kanadische Wildnis. Heaven befürchtet wieder einen furchtbar langweiligen Aufenthalt mit nichts als Zeit für sich, doch diesmal ist alles anders. Zum einen begleitet sie Orlin, ihr bester Freund und Angestellter ihres Onkels, es passieren ein paar seltsame und unerklärliche Dinge und schliesslich trifft sie in Port Hardy auf Levi. Einen jungen Mann, der sie sofort auf magische Weise anzieht. Doch Levi hat ein dunkles Geheimnis, das Heaven in grösste Gefahr bringen kann...

Meine Meinung
Für mich war es bereits das dritte Buch der Autorin (ich wünschte mir wirklich, sie würde noch viel viel mehr Bücher schreiben!) und es ist das erste, dass in Young Adult Romantasy anzusiedeln ist. Und wisst ihr was? Es war einfach wieder rundum gelungen! Anja hat einfach eine Art, Worte in Geschichten umzuwandeln, die mich jedes Mal aufs Neue verzaubert.

Ja, mir sagt New Adult mehr zu, als Young Adult. Aber Anja hat ihre Sache hier richtig gut gemacht. Ich habe mich weder über die noch junge Protagonistin (die übrigens so authentisch rüberkam) noch über das Geschehen genervt. Und der Aspekt „Insta-Love“, den ich sonst so oft bemängle, wurde hier so umgesetzt, dass klar ist, dass da mehr dahinter steckt. Es ist eben nicht nur Liebe/Gefühle auf den ersten Blick, sondern da spielen noch ganz andere Mächte mit. Eine Vermutung habe ich schon, die Auflösung werde ich dann aber erst mit Band 2 bekommen.

Phasenweise plätschert die Geschichte fast ein wenig vor sich hin. Wer actionreiche Romantasy bevorzugt, wird hier wahrscheinlich nicht glücklich. Wer aber stimmungsvolle Romantasy mit viel Gefühl, Emotionen und einer sich langsam aber dennoch auf spannende Weise entwickelnde Storyline mag, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Denn es ist romantisch-düster-traurig-schön. Anders lassen sich die Emotionen kaum beschreiben. Wobei, doch, es gibt einen englischen Begriff, der hier einfach wie die Faust aufs Auge passt: Bittersweet. Die Emotionen sind so vielschichtig und perfekt dargestellt, dass man einfach ins Schmachten kommen muss. Ich weiss auch nicht, wie Anja das immer wieder schafft, aber ihre Bücher sind einfach immer so voller Gefühl, dass man sich pudelwohl fühlt, auch wenn es mal ordentlich weh tut und einem das Herz zerrissen wird.

Mit Heaven als Protagonistin habe ich mich sofort wohl gefühlt. Sie ist liebenswert aber aufgrund ihrer Lebensweise etwas verkorkst, ein wenig aufmüpfig, ziemlich abenteuerlustig und sich keiner Gefahren bewusst, aber vor allem ist sie einfach ein herzensguter Mensch mit Träumen und Gefühlen und Ängsten.
Als männlicher Protagonist fungiert Leviathan, kurz Levi. Er ist geheimnisvoll, unnahbar und undurchschaubar. Und trotzdem habe ich ein wenig mit Heaven zusammen mein Herz an ihn verloren. Zu Beginn nimmt er noch nicht viel Platz ein, aber mit Fortlauf der Geschichte wird sein Part immer wichtiger – und dieser hat es in sich. Nur so viel sei verraten an dieser Stelle: Es wird romantisch aber es wird auch fantastisch!

„Ich fühle nichts. So ist es schon immer gewesen. Alles, was ich dir geben kann, ist Schmerz und das will ich dir nicht antun. Du hast weitaus Besseres verdient. Schau nicht zurück und such nicht nach mir, denn ich bin dein sicherer Untergang.“
S. 132/Tolino

Die Nebencharaktere werden gespielt von Heavens Onkel, Sam, einem grobmotorischen aber im Herzen liebevollen Mann, der einfach nur um seine Nichte besorgt ist, aber Mühe hat, überhaupt Gefühle zu zeigen. Er ist überfürsorglich und doch mochte ich ihn gerne. Andererseits gibt es seinen Mitarbeiter und gleichzeitig den Kindes- und mittlerweile besten Freund von Heaven, Orlin. Gross, muskulös, volltättowiert und der absolute Traummann. Seine offene, herzliche Art war wunderbar und vor allem ein toller Kontrast zum etwas düsteren Onkel Sam.

Als Setting dient Port Hardy, eine kleine Hafenstadt irgendwo in der Wildnis von Kanada. Ich habe mich sofort ein wenig in den Ort verliebt. Kleine Küstenörtchen haben es mir schon immer angetan. Es ist ruhig und idyllisch und direkt am Meer, da würde ich gerne mal hin! Als Setting ist es perfekt gewählt, denn es unterstreicht die tragisch-schöne Geschichte noch mehr.

Fazit
Young Adult Romantasy mit unglaublich viel Gefühl und noch einigen offenen Fragen, die mir Kopfzerbrechen bereiten. Ich bin wahnsinnig gespannt auf Band 2 und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit den Protagonisten. Anja Tatlisu schafft es einfach jedes Mal wieder aufs Neue, mich mit ihren Geschichten zu verzaubern.

#Lieblingsbuch

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2021

Lesehighlight <3

Court of Demons. Die Nachtläuferin
0

Dieses Mal werde ich nicht nur ein Streichholz entzünden, um seine Dunkelheit zu erleuchten, sondern ein verdammtes Feuer entfachen.
[S. 167 / Tolino]

Inhalt
Kamila hat es als Nachtläuferin nicht leicht. ...

Dieses Mal werde ich nicht nur ein Streichholz entzünden, um seine Dunkelheit zu erleuchten, sondern ein verdammtes Feuer entfachen.
[S. 167 / Tolino]

Inhalt
Kamila hat es als Nachtläuferin nicht leicht. Obschon sie Menschen von der Besessenheit durch Dämonen befreien kann, werden sie und ihresgleichen gefürchtet und in ihrer Heimat Szerokien gar gejagt und zum Tode verurteilt. Deshalb hat sich Kamila schon längst von ihrer Heimat abgewandt und zieht mit ihrem besten Freund und Helfer Dusan von Ort zu Ort um die Menschheit vor den Dämonen zu schützen. Bis eines Tages eine zwielichtige Spionin an sie gelangt und sie geradezu dazu nötigt, zurück nach Szerokien zu kehren um ausgerechnet den Fürsten von einem Dämon zu befreien. Um nicht aufzufallen wird Kamila als Heiratsanwärterin unter dem Namen Tereza eingeschleust. Ein risikoreiches Unterfangen, denn wenn Kamila auffliegt, bedeutet das ihren Tod. Zwischen hübschen Kleidern, noblen Festessen und Tanzanlässen muss Kamila versuchen den mächtigen Dämon der von Henryk Besitz ergriffen hat, zu besiegen und daneben nicht als Nachtläuferin aufzufliegen – und erst recht nicht, ihr Herz an den Fürsten zu verlieren.

Meine Meinung
Seit Der Kuss der Krähe bin ich Fan von Isabel Clivia und ihren Büchern. Umso mehr hat es mich gefreut, dass sie wieder ein neues Fantasy-Werk herausbringt. Genau so spannend wie es klingt, ist es auch. Die Geschichte um die Nachtläuferin Kamila und den besessenen Fürsten Henryk ist rasant, spannend, teilweise düster, aber oft auch witzig. In bester Bachelor-Manier versucht der Fürst seine künftige Frau zu finden, während Kamila eigentlich gar nicht dort sein möchte und alles daran gibt, für Henryk unattraktiv zu sein. Nur leider gilt immer noch „Gegensätze ziehen sich an“ und schon bald weiss Kamila nicht mehr wo ihr der Kopf steht.

Isabel ist für mich einfach eine geborene Geschichtenerzählerin. Schon mit ihrem Debüt hat sie bewiesen, dass sie unfassbar begabt ist, und auch mit Court of Demons zeigt sie wieder, dass ihr das Schreiben einfach im Blut liegt. Ihr Schreibstil ist einfach genial, Worldbuilding und Setting können sich sehen lassen (und kommen nicht zu kurz, auch wenn es sich um einen Einzelband handelt) und die Charaktere sind erste Klasse. Ich weiss nicht, wen ich am liebsten mochte von allen: Kamila ist eine Kick-Ass-Protagonistin, einfach zum liebhaben, während ihr bester Freund Dusan sowohl genial wie auch total verpeilt ist. Auf die gute, liebenswürdige, romantische Art. Aber auch Fürst Henryk hat es mir angetan, schmaaacht. Auch die Nebencharaktere und Nebenbuhlerinnen von Kamila/Tereza waren wunderbar glaubhaft gezeichnet. Ich bin begeistert!

Sehr gelungen fand ich auch den Unterschied zwischen dem alltäglichen Geplänkel bei Hofe – romantisch, glitzernd, mal witzig, mal ernst – und Kamilas nächtlichen Ausflüge in die Leere, die Traumwelt der Menschen, die hoffnungslos, kalt und gruselig waren. Einerseits bietet die Geschichte also eine prinzessinnenhafte Umgebung mit ein wenig Kitsch, viel Tratsch und Neid, andererseits auch eine düstere, verlorene Welt der Träume, die beim Leser nachhaltig hängenbleibt.

Fazit
Court of Demons hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Isabel Clivia zeigt ihr Können als Autorin und beweist, dass auch Einzelbände gelungenes Worldbuilding und Charakterentwicklung bieten können. Spannend, witzig, manchmal aber auch ganz schön düster, bietet die Geschichte alles, was man sich nur wünschen kann. Ein fantastisches Abenteuer mit witzigen Parallelen zum Bachelor aber auch finsteren Geheimnissen und bösartigen Dämonen.

Lesehighlight!!!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2021

Gelungene Urban Fantasy

Moon Sentinel. Verräterin der Wächter
0

„Irgendwie hasse ich dich“, flüsterte sie.
„Warum?“
„Weil du ständig da bist, wenn ich schwach bin.“
(S. 138/Tolino)

Inhalt
Moon hat ihr Leben der Jagd nach übernatürlichen Monstern verschrieben. Als ...

„Irgendwie hasse ich dich“, flüsterte sie.
„Warum?“
„Weil du ständig da bist, wenn ich schwach bin.“
(S. 138/Tolino)

Inhalt
Moon hat ihr Leben der Jagd nach übernatürlichen Monstern verschrieben. Als ehemaliges Mitglied des Motorradclubs Sentinel Riders liegt ihr dies sozusagen im Blut. Doch ihre furchtbare Vergangenheit hat dazu geführt, dass sie vom Club, von ihrer Familie verstossen wurde und von diesen für tot gehalten wird. Nur ihr bester Freund Jam weiss um ihr Geheimnis und steht ihr zur Seite. Doch der Einfluss der Sentinel Riders reicht weit, und als ausgerechnet der Biker Keno bei einem ihrer Aufträge auftaucht, beginnt für Moon ein gefährliches Spiel. Womit sie jedoch nicht gerechnet hat, ist, dass Keno auch ein Geheimnis hütet – und dass sie sich ausgerechnet zu ihm hingezogen fühlt.

Meine Meinung
„Sons of Anarchy“ meets „Supernatural“, so wird das Buch vom Verlag beworben – und so haben sie mich auch kriegen können. Obschon ich Ersteres nie gesehen habe, mag ich Biker-Geschichten und „Supernatural“ bin ich eh ziemlich verfallen. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich war sehr gespannt. Der Schreibstil lässt sich im Grossen und Ganzen flüssig und einfach lesen, und ich mochte, wie vor allem die Gefühle der Protagonisten gut herübergebracht wurden.

Ich habe ziemlich schnell in die Geschichte rein gefunden. Als Leser:in begleitet man Moon und ihren besten Kumpel Jam (den ich wahnsinnig gerne mochte) bei ihren Aufträgen und bei der Jagd auf übernatürliche Monster, und schnell wird klar, dass Moon ein ganz besonderes Geheimnis hütet. Als dann Keno auftaucht, wird die ganze Geschichte, das Versteckspiel noch spannender. Die Kombination aus Motorradclub-Story, Jagd von übernatürlichen Wesen, unzerstörbarer Freundschaft, gefährlichem Geheimnis und prickelnder Anziehung hat mir sehr gut gefallen.

Ganz besonders toll fand ich das Zusammenspiel der Protagonisten. Einerseits die Beziehung zwischen Moon und Jam, die für Aussenstehende wirklich irritierend wirken kann, da sie eher wie ein Liebespaar denn als beste Freunde durchgehen, andererseits und ganz besonders die sich anbahnende Beziehung zwischen Moon und Keno. Ich fand es so toll, dass die beiden sich mit derart viel Respekt begegnet sind. In anderen Büchern wird geknutscht und getatscht wie wild, hier aber steht der Respekt vor dem Gegenüber als Individuum im Vordergrund. Da könnten einige andere Autor:innen noch was lernen.

Gewisse Passagen/Wörter haben sich immer mal wieder wiederholt, was mich etwas gestört hat. So nennt Moon ihr Herz gefühlt in jedem Kapitel „das nutzlose Ding“ und Keno, der harte Biker mit dem weichen Herz mag es lieber „Fudge“ als „Fuck“ zu sagen, was ich ehrlich gesagt sehr seltsam fand. Das Buch nimmt sonst nicht unbedingt ein Blatt vor den Mund, warum ausgerechnet ein Schimpfwort „zensiert“ wird, ergibt sich mir nicht. Ausserdem haben sich die „Bösen“ als wirklich klassische Böse herausgestellt, die keinerlei Grauschattierung aufweisen und einfach wirklich von Herzen böse sind. Ich mag es lieber, wenn man zumindest ansatzweise die Beweggründe der Antagonisten versteht, hier war das definitiv nicht der Fall. Dies und die Tatsache, dass man wirklich schon früh was von Moons schlimmstem Erlebnis ahnt, waren aber die einzigen Dinge, die ich als eher negativ oder störend empfunden habe. Ansonsten wurde ich wirklich wahnsinnig gut unterhalten.

Fazit
„Moon Sentinel“ ist wirklich gelungene Urban Fantasy, die einerseits Motorradclub-Feeling und andererseits wirklich etwas von „Supernatural“ bietet. Die Protagonisten und das Zusammenspiel zwischen ihnen funktionieren wunderbar und alles in allem wurde ich einfach nur gut unterhalten.

4.5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2021

Die Prinzessin, die nicht auf ihren Retter warten wollte...

Dragon Princess 1: Ozean aus Asche und Rubinen
0

„Hast du Angst?“ [...]
Ruby grinste. Sie hatte Todesangst in ihrem Leben verspürt. So lange und so intensiv, dass sie sich dadurch verändert hatte. „Ich bin die Angst.“
[S. 155/Tolino]

Inhalt
In Yevel ...

„Hast du Angst?“ [...]
Ruby grinste. Sie hatte Todesangst in ihrem Leben verspürt. So lange und so intensiv, dass sie sich dadurch verändert hatte. „Ich bin die Angst.“
[S. 155/Tolino]

Inhalt
In Yevel wird die erstgeborene Tochter des Königs traditionsgemäss in einen Turm gesperrt und von einem Drachen bewacht, auf dass ein Prinz sie vor dem Monstrum rettet und zum künftigen König wird. Doch was ist, wenn kein Prinz auftaucht? Wenn der Drache nicht das Monster ist? Und wenn die Prinzessin Rache geschworen hat und sich zu diesem Zwecke mit einer Horde Piraten verbündet?

Meine Meinung
Zugegeben, mein letztes Buch der Autorin hat mich nicht so recht zu überzeugen vermocht. Dennoch klang „Dragon Princess“ einfach irgendwie toll, und so habe ich mich an die Geschichte gewagt – zum Glück! Ich finde, die Autorin hat Schreibstil-technisch extrem Fortschritte gemacht, sie bietet ein wahnsinns Setting und World-Building und dazu noch Charaktere, wie ich sie einfach nur lieben muss. Aber im einzelnen:

Die Story
Eine Prinzessin, die nicht auf ihren Retter warten will, sondern Rache schwört, sich mit einem Piraten verbündet und das Abenteuer ihres Lebens bestreitet. Klingt doch einfach fantastisch? Ist es auch! Obschon der Klappentext doch einiges vorwegnimmt, hat dies keinen Abbruch am Lesevergnügen getan. Man begleitet die junge Ruby, die sich den charismatischen Piraten Fynn als Bauernopfer sucht, um in den Palast von Yevel einzubrechen. Doch alles kommt anders als geplant und so rettet Fynn schliesslich Ruby das Leben und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Ruby und Fynn erzählt. Verschiedene Ansichten schätze ich ja immer sehr. Und hier haben sie mir besonders gut gefallen, da beide Charaktere grundverschieden sind und beide einen grossen Teil an Informationen für den Leser liefern können, ohne zu viel zu verraten. Die Spannung war so sogar noch grösser und ich konnte das Buch kaum weglegen.

Die Charaktere
Zugegeben, die Charaktere machen einen riesigen Anteil an meiner Liebe zu diesem Buch aus. Allen voran haben wir Ruby, die anders ist als alle anderen Menschen, optisch wie auch vom Verhalten her. Sie ist stark und kämpferisch, aber auch naiv, da ihr viel vorenthalten wurde, und eigenbrötlerisch. Weiter will ich hier nicht auf sie eingehen, sonst müsste ich spoilern. Aber so viel sei gesagt: Ich mochte sie als Charakter unglaublich gerne. Als männlicher Protagonist fungiert Fynn, besser gesagt Captain Fynn, junger aber sehr erfolgreicher Pirat, der keinen Unterschied zwischen Männlein oder Weiblein macht, sondern einfach in vollen Zügen sein Leben geniesst. Dies trotz seiner Vergangenheit – und obschon ihn seine Liebeleien öfters was kosten. Fynn war einfach perfekt als Charakter – sowohl sein riesiges Ego als auch seine locker-leichte Art durchs Leben zu gehen, gleichzeitig aber auch sein Beschützerinstinkt. Ein rundum gelungener Pirat.

Natürlich findet Fynn Ruby wahnsinnig faszinierend und macht ihr Avancen, die Ruby aber aufgrund ihrer langen Abwesenheit von den Menschen kaum versteht. Klar, dass das zu ordentlich Lachern geführt hat. Die Dialoge waren einfach nur genial.

Dazu kommt die Piratencrew, und die hat es richtig in sich: eine blutjunge Wissenschaftlerin, eine mörderische adlige Lady mit Vorliebe für feine Stoffe und noch feineres Porzellan, eine männliche Hexe der seinen Familiaris und seine Magie verabscheut, ein schattenbegabter stummer Mann (ihm gehört mein Herz) und Zwillinge, die zwar als Piraten geboren aber als solche noch sehr unerfahren sind. Das Chaos auf dem Schiff ist natürlich vorprogrammiert, was habe ich es genossen!

Fazit
Märchen meets Kick Ass-Protagonistin meets Piratengeschichte meets Humor und Gefühle. Ich habe es geliebt, es hat mich aus meiner Leseflaute geholt und ich kann Band 2 kaum erwarten. Danke Teresa für diese ausserordentliche Geschichte mit diesen faszinierenden Charakteren!

#Lieblingsbuch

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Tragisch, dramatisch, schön

The Crow: Ultimate Edition
0

Siehst du mein Lächeln in meinen Worten, traurig und böse? Traurig, weil ich völlig allein bin. Böse, weil ich tot bin und trotzdem lebe.


​Inhalt
Nach einem brutalen Überfall kehrt Eric von den Toten ...

Siehst du mein Lächeln in meinen Worten, traurig und böse? Traurig, weil ich völlig allein bin. Böse, weil ich tot bin und trotzdem lebe.


​Inhalt
Nach einem brutalen Überfall kehrt Eric von den Toten zurück, um das Vergehen und den Mord an seiner Verlobten und ihm zu rächen. Unaufhaltsam und unermüdlich pflügt er sich durch die Drogenszene, leidend, nach Erlösung flehend und doch voller Liebe zu seiner Shelly.

Meine Meinung
Die Verfilmung "The Crow" mit Brandon Lee war in meiner Jugend einer der wichtigsten Filme für mich. Gerade die Mischung aus Tragik und Hoffnung hatte es mir angetan. Mit der Ultimate Edition erscheint nun erstmals der komplette Comic - inklusive nie zuvor gesehener Seiten.

Bildgewaltig und exzessiv wird die Rache von Eric aufgezeichnet, während seine Liebe zu Shelly auf ganz eigene Art und Weise wunderbar dargestellt und gewürdigt wird. Exzessive, unbeschönigte Gewalt werden in hartem, kantigem Zeichenstil wiedergegeben, während die liebevollen Erinnerungen an die Verlobte sanft und wunderschön daherkommen.

Fazit
Eine Geschichte, die unter die Haut geht, gezeichnet in einem sehr brutalen und hemmungslosen Stil, der einem fast die Tränen in die Augen treibt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere