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Veröffentlicht am 21.05.2017

Lasst die Revolution beginnen! - Ein gelungener Abschluss für eine tolle Trilogie

Das Juwel – Der Schwarze Schlüssel
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Inhalt
Der Geheimbund Der schwarze Schlüssel plant einen gross angelegten Anschlag auf den Adel, einen Anschlag, der das Leben auf der Insel für immer ändern soll. Mittendrin sind Violet und ihre Freunde, ...

Inhalt
Der Geheimbund Der schwarze Schlüssel plant einen gross angelegten Anschlag auf den Adel, einen Anschlag, der das Leben auf der Insel für immer ändern soll. Mittendrin sind Violet und ihre Freunde, die Mitkämpfer anwerben und ausbilden. Doch auch wenn Violet sich ihrer Wichtigkeit in dem Plan bewusst ist, kann sie an nichts anderes denken, als an ihre kleine Schwester Hazel, die an ihrer Stelle nun im Juwel festgehalten wird. Und so fasst sie den Beschluss, ins Juwel zurückzukehren und ihre Schwester zu befreien. Als Dienstmagd verkleidet gelangt sie zurück ins Haus zum See, doch kann die Revolution beginnen, wenn sie nicht vor Ort ist?

Meine Meinung
Nachdem ich von Band 1 positiv überrascht war und mich Band 2 total geflasht zurückgelassen hatte, habe ich voller Vorfreude den dritten und letzten Teil von Das Juwel angefangen. Schnell war ich wieder in der Geschichte drin, auch wenn ich erst etwas Mühe hatte, mich an die vorderen Teile zu erinnern - schliesslich ist ein halbes Jahr vergangen, seit ich den Auftakt gelesen habe. Dennoch habe ich mich gut zurecht gefunden und die Charaktere schnell wieder erkannt. Der Schreibstil ist zwar in Präsens gehalten, was ich sonst nicht sehr mag, aber hier stört es mich irgendwie nicht, tatsächlich habe ich es nicht einmal richtig bemerkt. Der Schreibstil ist toll, lässt sich flüssig lesen, schafft es, den Leser zu fesseln. Nur ganz gegen Ende des Buches sind mir plötzlich ein paar wenige Fehler aufgefallen.

Das Buch beginnt eher etwas langsam, es passiert noch nicht sehr viel, wir sind wieder in der weissen Rose, wo sich der Widerstand gebildet hat. Violet und Raven rekrutieren Mädchen aus den Verwahranstalten - künftige Surrogate - und zeigen ihnen ihr wahres Wesen. Dennoch kann sich Violet nicht vollständig auf ihre wichtige Aufgabe konzentrieren, da ihre kleine Schwester Hazel im Haus zum See gefangen gehalten wird. Also macht sie sich auf den Weg zurück ins Juwel, wo sie - getarnt als Zofe - ihre Schwester befreien will. Natürlich läuft nicht alles nach Plan, und ab hier wird es dann langsam immer spannender.

Es passiert sehr viel, die Stimmung wird immer bedrückender. Der Adel fühlt sich zwar noch sicher hinter seinen Mauern, aber man merkt, dass etwas in der Luft liegt. Der schwarze Schlüssel verübt mehrere kleine Anschläge, die Stimmung kippt immer mal wieder, aber das macht das Buch gerade besonders spannend. Nie weiss man, ob die Sache nun klappen kann, oder ob alles zum Scheitern verurteilt ist, ob Violet weiter unerkannt im Haus zum See ihre Intrigen spinnen kann, oder ob sie bald auffliegt und ihr der Tod droht. Diese Stimmung zu schaffen ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Der Abschluss der Trilogie befasst sich mit dem geplanten Anschlag auf den Adel, deckt aber auch weitere Geheimnisse auf, liefert Insiderwissen und gibt den Charakteren noch mehr Tiefe. Alle Stränge des teils verworrenen roten Fadens laufen hier zusammen. Gegen Ende hin gab es für mich kein Halten mehr, die Spannung war fast unerträglich und ich bin zwar traurig, dass es vorbei ist, gleichzeitig aber sehr zufrieden mit diesem Ende.

Setting
Das erste Drittel spielt wieder in den äusseren Kreisen, vor allem in der weissen Rose im Kreis der Farm. Der Ort ist sehr harmonisch beschrieben und ich habe mich wohl gefühlt, auch wenn man merkt, dass alle dort wie auf Nadeln sitzen.

Dann darf der Leser wieder mit Violet ins Juwel zurückkehren. Dieses Mal wird das Haus zum See aus Sicht der Dienstboten dargestellt und man erfährt viel darüber, was hinter verschlossenen Türen geschieht. Diese Sicht der Dinge habe ich als wirklich gelungen empfunden.

Ebenfalls wird noch mehr Licht auf die Geschichte und das Wesen der Paladininnen geworfen, was sehr interessant und spannend war. Das Setting und das Worldbuilding können in der Trilogie Das Juwel definitiv überzeugen.

Charaktere
Violet's Wandlung im zweiten Teil hat mir ja schon sehr gefallen und nun macht sie noch mehr Fortschritte. Sie wird zu einer Kämpferin, zu einer Anführerin, muss schwierige Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen leben. Eine sehr mutige Protagonistin, die viel durchmachen muss.

Ash, Violet's grosse Liebe und ehemaliger Gefährte bekommt nicht ganz die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte. Violet will ihn immer zurückhalten, weil sie grosse Angst um ihn hat, während er fast verzweifelt, weil er nicht wirklich helfen kann. Er kommt sehr authentisch herüber und ich fand es etwas schade, dass er etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Auch Raven ist wieder mit von der Partie, sie hat sich gut erholt und ist ebenso kämpferisch und selbstbewusst, wie Violet geworden. Sie gibt eine wunderbare Freundin ab und einen sehr sympathischen Nebencharakter. Garnet, der Sohn der Herzogin vom Haus zum See hat sich im Geheimen den Rebellen angeschlossen, seine Rolle fand ich in diesem letzten Band fast die beste. Er muss sehr viel mitmachen, kämpft aber stets für die gute Sache. Natürlich ist auch Lucien wieder mit von der Partie. Er war mir nie ganz sympathisch, aber ein starker Charakter, der viel durchgemacht hat. Hier hat er mich vollends überzeugen können als Anführer der Rebellen, aber auch als Freund von Violet.

Auch hier kann ich die Charaktere wieder nur loben. Sie sind wirklich gut durchdacht und ausgearbeitet, haben Schwächen und Stärken, eigene Geschichten, ein eigenes Leben. Wie in jeder guten Geschichte, muss der Leser aber auch in "Der schwarze Schlüssel" von geliebten Charakteren Abschied nehmen und ja, ich war geschockt und ja, mein Herz ist phasenweise fast stehen geblieben. Aber auch das kann ich nur loben.

Fazit
"Der schwarze Schlüssel" ist ein würdiger Abschluss für eine gelungene Reihe. Erst etwas ruhig vermag er mit der Zeit richtig zu fesseln, legt ein tolles Tempo vor, bringt Action und Spannung und lässt einen atemlos aber zufrieden zurück. Mit einem wunderbaren Setting und perfekt ausgearbeiteten Charakteren vermag diese Trilogie mein Herz höher schlagen lassen und ich stelle die Bücher mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück in mein Regal.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 15.05.2017

Schattenmacht

Die Krieger der Königin: Schattenmacht
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Inhalt
Sechs Jahre nachdem Solie zur Königin der Sylphen wurde, regiert sie über das blühende Reich Sylphental. Immer mehr Fremde und Händler zieht es in die florierende Stadt. Doch mit ihnen kommt nicht ...

Inhalt
Sechs Jahre nachdem Solie zur Königin der Sylphen wurde, regiert sie über das blühende Reich Sylphental. Immer mehr Fremde und Händler zieht es in die florierende Stadt. Doch mit ihnen kommt nicht nur Handel und Reichtum, sondern auch Attentäter aus anderen Königreichen, die Sylphental und seine Königin nicht anerkennen. Krieger Hedu und seinesgleichen beschützen ihre Königin und den Stock mit ihrem Leben, doch was, wenn das Böse nicht von aussen kommt?

Meine Meinung
Band 1 und 2 konnten mich schon total begeistern und auch Band 3 hatte mich schnell wieder in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist und bleibt - und da bin ich mir nicht sicher, ob es effektiv der Stil oder aber die Übersetzung ist - etwas zu einfach und vor allem die phasenweise häufige Wiederholung von "aber" und "trotz" verleiten manchmal zum Augenverdrehen. Trotzdem lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen und dadurch, dass sie wieder auf Solie und Hedu fokussiert ist, gibt es auch wieder einiges zu lachen.

Sechs Jahre nach Band 1 und erst kurz nach Band 2 beginnt "Schattenmacht". Wir befinden uns diesmal in Sylphental, dem Tal, dass Solie's Sylphen aus der kargen Einöde geschaffen haben. Unter den Bewohnern herrscht Friede und alle fühlen sich wohl und frei, obschon sie von den Kriegern bewacht werden. Bis ca. Seite 100 plätschert das Buch vor sich hin, bietet Einblick in das Geschehen und die Wirtschaft und das Leben von Sylphental und ich wollte erst schon etwas enttäuscht sein. Doch dann werden Attentäre gefasst und es kommen erste Meister um, was deren Sylphen schier in den Wahnsinn treibt. Und plötzlich rast die Geschichte nur so, ein Ereignis jagt das andere und ich habe die Seiten regelrecht inhaliert.

Dadurch, dass auch in diesem Band die Perspektiven immer wieder wechseln, ist man als Leser allwissend. Trotzdem hat die Autorin versucht, das eine oder andere Geheimnis einzuweben. Meiner Meinung nach ist ihr das nicht immer gelungen und ich fand einiges vorhersehbar, dennoch war das Buch unglaublich spannend.

Sylphental an und für sich finde ich einen sehr schönen Ort, friedlich, voller Leben und wunderbar dargestellt. Die Autorin hat sich sehr um ihre Welt bemüht, was man immer wieder merkt. Mir auf jeden Fall hat es gut gefallen, wie sie die neu geschaffene Stadt umschrieben und integriert hat.

Die Charaktere fand ich wieder super. Solie und Hedu kennen wir ja aus Band 1 schon und vor allem Hedu sorgt regelmässig für Lacher. Auch Lizzy, Ril und Leon haben wieder ihren festen Platz, ihnen merkt man die Ereignisse aus Band 2 noch gut an, sie haben sich aber toll entwickelt. Neu dazu kommen Gabralina und ihr Krieger Wass, die beide nicht gerade mit Intelligenz gesegnet sind, aber im Verlauf der Geschichte an Sympathie gewinnen. Dann gibt es da noch Sala, Gabralina's beste Freundin, die mir von Beginn an etwas suspekt war. Leider muss der Leser in diesem dritten Teil auch Abschied nehmen von geliebten Charakteren und ein Tod hat mich besonders hart getroffen und ich trauere der fiktiven Gestalt noch etwas nach...

Fazit
Der dritte Band der "Krieger der Königin" trumpft mit einem wunderbar fantastischen Setting, tollen Charakteren, fesselnden Schicksalen, Humor und vor allem mit Spannung. Zum Ende hin konnte und wollte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen und ich bin traurig, dass die Serie nun (zumindest auf Deutsch) zu Ende ist.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 13.05.2017

Die Enttäuschung des Jahres...

Der Schwarze Thron 1 - Die Schwestern
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Inhalt
Drei Schwestern, Drillinge, jede mit einer besonderen magischen Gabe und jede eine Königin. Doch es kann nur eine wahre Königin geben, und das fordert seinen Preis: Diejenige, die den Thron besteigen ...

Inhalt
Drei Schwestern, Drillinge, jede mit einer besonderen magischen Gabe und jede eine Königin. Doch es kann nur eine wahre Königin geben, und das fordert seinen Preis: Diejenige, die den Thron besteigen will, muss ihre beiden Schwestern töten. In diesem Jahr beginnt mit dem 16. Geburtstag der drei Mädchen das Jahr des Aufstiegs. Wer wird seine Gabe beherrschen und wer schafft es, bis zum Ende zu überleben?

Meine Meinung
Der Klappentext klingt wahnsinnig vielversprechend, das Buch wird als "brutal, genial und süchtig machend" umworben und hat mich sofort angesprochen. Doch schon nach den ersten Seiten kommt eine erste Ernüchterung: Das Buch ist in Präsens geschrieben. Für mich lässt sich Text in dieser Zeitform nicht angenehm lesen. Manchmal kann man da drüber hinweg sehen, aber hier ist es nicht nur die Zeitform, sondern auch der Schreibstil. Vielleicht ist bei der Übersetzung etwas schief gelaufen, aber ich fand, dass sich die Geschichte nicht flüssig lesen lässt und dass manchmal etwas Chaos im Schreibstil geherrscht hat.

Das Buch begleitet abwechslungsweise pro Kapitel eine der drei jungen Königinnen Mirabella, Katharine und Arsinoe auf ihrem Weg. Als Kinder wurden sie voneinander getrennt, jede in eine Pflegefamilie gesteckt, die ihre Gabe fördern soll. Nun werden die Mädchen 16 Jahre alt und damit beginnt das sogenannte Jahr des Aufstiegs. Nach dem Beltanefest ist jede auf sich allein gestellt und kennt nur ein Ziel: Ihre beiden Schwestern ermorden um den Thron zu besteigen. Klingt vielversprechend und spannend, wenn auch etwas unlogisch (16-jährige, die ihre Schwestern umbringen und dann noch ein Volk, dass darauf hinfiebert, einen Teenie auf dem Thron zu haben? Ähm ja, kann so sein, ist aber eher unlogisch).

Was spannend klang, hat sich aber wahnsinnig schnell als ziemlich langweilig entpuppt. Lange passiert nichts, aber auch wirklich nichts annähernd Interessantes, dann erst ab ca. Seite 320 und auch da ist es nicht so fesselnd wie erwartet. Viel Geplänkel, unnötige Szenen und irrelevante Begebenheiten füllen die 448 Seiten dieses Buches, Spannung habe ich kaum gefunden, ebenso wenig Brutalität, Genialität oder das grosse Gruseln, wie es doch so werbend auf dem Buchrücken steht.

Die Charaktere bleiben allesamt flach und wirken nicht wirklich ausgearbeitet, nur eine der drei Königinnen macht während dem Verlauf der Geschichte eine Art Wandlung durch. Und in jedem Kapitel zu jeder Königin tauchen gefühlte hundert Namen auf, die eigentlich nicht wichtig sind für die Geschichte. So hat jede der Königin mehrere Pflegeschwestern, eine ganze Pflegefamilie inkl. Cousins und entfernte Onkels und alle werden hübsch beim Namen genannt, auch wenn sie absolut nichts zur Geschichte beitragen.

Neben der fehlenden Spannung und den lahmen Protagonisten fehlt mir auch die Tiefe im Buch. Hier hätte man wirklich mehr daraus machen können. Was mich aber besonders stört sind die Botschaften, die das Buch vermittelt. So wird es als okay dargestellt, wenn der Freund die Freundin betrügt und das dumme Gör lässt ihm das dann auch noch durchgehen, ganz à la "ich kann nicht ohne dich leben". Und wenn eine der Protas oder Nebenprotas etwas nicht kann, rät das Buch geradezu zum Betrügen. Was sind das für Botschaften in einem Jugendbuch? Mach dich abhängig von einem Mann, auch wenn er dir nicht gut tut? Schaffst du was nicht, betrüge einfach? Nicht wirklich durchdacht...

Setting
Die Insel Fennbirn liegt abgelegen vom Festland und umgeben von Nebel, der sie verhüllt und versteckt. Dank einer wirklich hübschen Karte vorne im Buch kann sich der Leser besser orientieren. Das Worldbuilding an und für sich hat mir an der Geschichte wohl am besten gefallen. Die Insel Fennbirn wirkt sehr interessant und man möchte gerne mehr darüber wissen. Es leben Menschen auf der Insel mit besonderen Gaben, am meisten vertreten sind jene mit der Gabe der Giftmischer, Naturbegabten und Elementwandler. Seltener sind die Krieger und die Propheten, die aber eigentlich nur kurz am Rande erwähnt werden.

Die drei Königinnen wachsen je bei einer Familie aus den drei Hauptgaben auf und so erhält man einen guten Einblick in das System. Während die Giftmischer nur vergiftetes Essen futtern und den Rat der Insel infiltriert haben, hat sich der Tempel den Elementwandlern zugewandt und versucht, die ersteren zu schwächen. Die Naturbegabten leben eher zurückgezogen vom Rest der Insel, verbringen ihre Zeit mit Fischen und Jagen und haben im besten Fall einen sogenannten Familiaris bei sich - ein Tier, dass mit der Seele des jeweiligen Begabten verbunden ist.

Wie gesagt hätte mir das Worldbuilding so eigentlich zugesagt, aber irgendwie wird alles total überspitzt dargestellt. Wahrscheinlich um die versprochene Brutalität etc. heraufzubeschwören. Was meiner Meinung nach aber nicht geklappt hat..

Charaktere
Mirabella ist die stärkste der drei Königinnen, eine Elementwandlerin und absolut dem Feuer zugetan. Sie lebt in der Stadt Rolanth im Norden der Insel und wird seit sie denken kann vom Tempel umworben. Von all den Protagonisten habe ich sie noch als selbstständigste empfunden.

Arsinoe ist eine Naturbegabte, deren Familiaris aber noch nicht zu ihr gefunden hat. Einerseits leidet sie etwas darunter, andererseits interessiert sie sich von den drei Königinnen am wenigsten für das Amt, dass sie eigentlich innehalten sollte. Sie ist wilder und sturköpfiger als die anderen Protas und hat eine tolle Freundin an ihrer Seite. Sie war mir am sympathischsten.

Katharine lebt bei den Giftmischern, ihre Gabe hat sich aber bisher nicht gezeigt. Sie hat lediglich ein gutes Händchen für Tränke aller Art. Katharine ist eine schwächliche Person, ohne Rückgrat, die mir von Anfang an nicht sympathisch war und von der ich eigentlich gehofft hatte, dass sie von selbst einfach verschwindet.

Die Charaktere der Geschichte habe ich alle als blass und ohne Tiefe empfunden. Jedesmal, wenn ich gedacht habe: Jetzt! Jetzt ändert sich etwas, ist es doch so weitergegangen wie bisher und die Mädchen blieben, was sie waren: Mädchen. Auch die Flut an anderen Charakteren hat das nicht retten können. Rückblickend muss ich sagen: Niemand wird mir in Erinnerung bleiben.

Fazit
Ein Buch, das hoch angepriesen wurde und meiner Meinung nach nichts davon einhalten konnte. Keine Spannung, nichts Fesselndes, flache Protagonisten, die keine Entwicklung durchmachen, überspitzte Darstellungen, fehlende Tiefe. Dass das Worldbuilding einigermassen gelungen ist, kann hier auch nicht viel retten. Für mich leider ein Flop.

Veröffentlicht am 09.05.2017

Emotional, voller Liebe aber auch Schmerz - ein wunderbares Buch!

Call it magic 2: Feentanz
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Inhalt
Nichts ist Megan wichtiger als sich treiben lassen, das Leben zu geniessen, Parties und Freunde. Doch der unwiderstehliche Ash bringt ihr Leben gehörig durcheinander. Denn er ist genauso ein Freigeist ...

Inhalt
Nichts ist Megan wichtiger als sich treiben lassen, das Leben zu geniessen, Parties und Freunde. Doch der unwiderstehliche Ash bringt ihr Leben gehörig durcheinander. Denn er ist genauso ein Freigeist wie sie selber und eine Beziehung zwischen den beiden ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Als Megan's Ex bei ihr einbricht und sie zu stalken beginnt, ist Ash aber sofort an ihrer Seite und beschützt sie gemeinsam mit seinen Brüdern. Was Megan nicht weiss; Ash und seine Brüder sind Nachtschwärmer und auch in ihr schlummert etwas besonderes...

Meine Meinung
Nachdem ich total begeistert von Band 1 "Nachtschwärmer" war, war sofort klar, dass ich auch "Feentanz" lesen werde. Natürlich war ich etwas traurig, dass es in diesem Teil nicht mehr um Eliza und Morgan geht, aber ich war schnell wieder in der Welt der Nachtschwärmer drin und habe mich pudelwohl gefühlt. Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm und unterhaltsam, wenn auch nicht mehr ganz so humorvoll wie in Band 1.

Die Story ist abwechslungsweise aus Megan's und Ash's Sicht geschrieben. Megan die Allrounderin, die sich nur treiben lässt und Parties liebt und Ash, der ein Frauenheld par excellence ist und der nie geglaubt hat, dass sein totes Herz zum Leben erweckt werden könnte. "Feentanz" schliesst direkt an "Nachtschwärmer" an und führt die Geschehnisse fort. Dennoch liegt hier der Hauptaugenmerk auf Megan's und Ash's Liebesgeschichte und nicht auf der Welt der Nachtschwärmer - was mir gut gefallen hat und gleichzeitig habe ich mir doch etwas mehr von der Welt gewünscht, denn diese gefällt mir ganz besonders gut.

Megan fühlt sich zu Ash hingezogen, versteht aber seine Art nicht - er wehrt sich gegen sie und will keine Nähe - und manchmal verhält er sich so richtig wie ein Arsch. Dass er ein Geheimnis hat, weiss sie natürlich nicht. Dass es da ein paar witzige Situationen gibt, erklärt sich von selbst. Spannung hat mir auch nicht gefehlt, vor allem in der zweiten Hälfte geht so richtig die Post ab und die Ereignisse überschlagen sich, man erfährt mehr über Ash und Megan und auch wenn ein paar Dinge etwas vorhersehbar waren, wurde ich wahnsinnig gut unterhalten.

Während Band 1 sehr humorvoll war, ist dieser zweite Teil viel emotionaler und tiefgründiger. Die Autorin schafft wunderbare Charaktere mit unglaublicher Tiefe und ja, ich hatte das eine oder andere Mal ein Tränchen in den Augen - nicht weil die Geschichte besonders traurig ist, sondern eben weil sie mich berührt hat, inhaltlich, von der Sprache her und weil die Schicksale nahe gehen.

Und ich liess los. Bei allen verdammten Monden liess ich los und stob mit ihr davon. Mit der einzigen Frau, die es je geschafft hatte, mein totes Herz zu berühren. Und es zum Leben zu erwecken.
(S. 96)

Obschon ich das eine oder andere Mal die Augen verdreht habe, weil Megan und Ash so sturköpfig sind, habe ich die beiden unglaublich lieb gewonnen. Es war natürlich auch schön, alte Bekannte wieder anzutreffen - Eliza, Morgan, Claire, Cary usw. Megan zu begleiten, wie sie sich selbst findet und ihr wahres Inneres entdeckt und Ash zur Seite zu stehen, seine inneren Dämonen zu besiegen und die Vergangenheit zu bewältigen war eine wundervolle Reise.

Die Call it Magic -Reihe macht unglaublichen Spass, die Welt, die Wesen, die Charaktere, die Handlung - einfach alles passt!

Fazit
Voller Emotionen, Gefühle, Tiefgründigkeit, voller Sehnsucht und Liebe, aber auch voller Schmerz und Angst, hat mich dieses Buch wieder packen können. Ich bin definitiv ein Fan der Reihe und freue mich unglaublich auf den nächsten Teil!

Veröffentlicht am 25.04.2017

Düsterer als Band 1 aber genauso toll <3

Die Krieger der Königin: Falkenherz
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Inhalt
Als die junge Lizzy bei einem Ausflug von Sklavenhändlern entführt wird, steht für ihren Vater und dessen Krieger Ril fest; sie holen sie zurück, koste es, was es wolle. Und so machen sich der Berater ...

Inhalt
Als die junge Lizzy bei einem Ausflug von Sklavenhändlern entführt wird, steht für ihren Vater und dessen Krieger Ril fest; sie holen sie zurück, koste es, was es wolle. Und so machen sich der Berater der Königin, der geschwächte Krieger und der Jüngling, der Lizzy versprochen ist, auf den Weg, die junge Frau zu befreien. Ihr Weg führt sie in die Wüstenstadt Meridal, einer Stadt voller Sklaven, unterdrückter Sylphen und grosser Gefahr....

Meine Meinung
Nachdem mir der erste Band schon sehr gefallen hat, wollte ich direkt mit der Geschichte fortfahren. "Falkenherz" ist aber total anders als sein Vorgänger: Es spielt sechs Jahre, nach dem ersten Band, nachdem Solie Königin wurde und Sylphental gegründet hat. Die Hauptprotagonisten sind diesmal Leon, dessen Tochter Lizzy und sein Krieger Ril. Wie Band 1 schon ist die Geschichte immer wieder aus einer anderen Perspektive geschrieben; begleitet jemand anderen. So erhält man nicht nur Einblick in die Gedankenwelt von Leon, Ril und Lizzy, sondern auch in die von anderen Sylphen, von Sklaven aus Meridal und auch von Sklaventreibern. Diese Wechsel geben dem Buch eine besondere Spannung und dem Leser den ultimativen Überblick.

Lizzy, die seit Band 1 zu einer jungen Frau herangewachsen ist, will endlich wissen, was sie im Leben will. Bei einem Ausflug wird sie von Sklavenhändlern entführt - mit dem Ziel sie und ihr Wissen um Sylphental teuer zu verkaufen. Doch es kommt anders als gedacht, niemand will den Preis zahlen und so landet sie in einem Harem in der Wüstenstadt Meridal. Fortan soll sie den Kriegern der Stadt Vergnügen bereiten. Erst war ich etwas überrumpelt davon und hatte Angst, dass sich ab hier nur noch alles um Vergewaltigung durch Krieger dreht, doch es kam anders als gedacht (was ich eigentlich hätte wissen müssen...). Denn auch die Krieger in Meridal sind mehr, als die Menschen je gedacht hätten und so haben sie sich mit ihrer misslichen Lage arrangiert.

Leon, den ich schon in Band 1 sehr mochte, macht sich natürlich sofort auf den Weg, seine Tochter zu befreien. Ihn begleiten Ril, sein Krieger, der seit einem Kampf angeschlagen ist und nie mehr zu seiner eigentlichen Kraft zurückfinden kann, und Justin, ein Junge aus Sylphental, der Lizzy heiraten möchte. Eine lange, beschwerliche Reise führt sie nach Meridal, doch nie hätten sie denken können, was sie da erwartet...

Meridal als neuer Handlungsort fand ich sehr gelungen. Die Stadt ist völlig anders, als Eferem oder Sylphental - viel schlimmer, als alles, was man sich vorstellen kann. Die Reichen und Mächtigen leben in einer schwebenden Stadt, während die Armen und Sklaven und Sylphen am Boden in deren Schatten ein trauriges Leben führen. Wer auch nur ein wenig Brot stiehlt oder die Krieger schräg ansieht, landet entweder in der Arena - wo ihn der sichere Tod erwartet - oder in einem Käfig, in dem er als Futtersklave für die Sylphen landet. Wer gedacht hat, Eferem sei schlimm gewesen, wird von Meridal richtiggehend geschockt sein. Trotzdem kann ich hier das Setting nur loben - alles war wirklich authentisch und die richtige Stimmung ist definitiv aufgekommen; Angst, Beklemmung, Herzrasen.

Die Charaktere waren auch hier wieder sehr gelungen. Leon, der fürsorgliche Vater und pflichtbewusste Berater, der alles für seine Familie tut, der Kriegssylph Ril, der durch seine Schwäche fast die Hoffnung verliert und trotzdem für seine Liebe kämpft, Lizzy, die im Verlauf der Geschichte eine unglaubliche Wendung durchmacht - sie alle haben mir gut gefallen und mich überzeugen können. Besonders berührt haben mich das Schicksal von Konkubine Eapha und deren geliebter Krieger Zwo, aber auch das von Justin - obwohl ich den gar nicht ausstehen kann, sein Schicksal hat er nicht verdient.

Einziger Mängel ist auch hier wieder der Schreibstil. Der lässt nämlich noch etwas zu wünschen übrig. Viel zu oft werden Wörter wie "aber" und "doch" benutzt, was auf Dauer etwas genervt hat, ausserdem ist mir auch aufgefallen, dass Dinge wiederholt werden - nach ein, zwei Sätzen. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Fazit
Ein weiteres wunderbares Abenteuer um die Sylphen und ihre Welt, diesmal aber anders als der Vorgänger: Andere Orte, andere Protagonisten, viel düsterere Thematik und dennoch spannend von der ersten Seite an! Lizzy und Ril konnten mich total packen. Einziges Manko: Sprachlich besteht auch hier noch Luft nach oben.

4,5 Sterne