Dank einer Leserunde durfte ich das Buch "Die Sprengmeister und der unheilige Gral" von Heiner Wacker lesen.
Der Autor entwirft im Jahr 2040/41 in Münster ein düsteres Bild: Die gesellschaftliche Ordnung ist zusammengebrochen. Auf der einen Seite gibt es im Pomp lebende Reiche, auf der anderen Seite der größte Teil der Bevölkerung, der sich an der Armutsgrenze durchs Leben schlägt.
Die Alten leben teils in sogenannten Mumien-WG´s oder vegetieren vor sich hin.
Langsam formiert sich Widerstand in Form einer Gemeinschaft, die sich die Sprengmeister nennt und Attentate verübt.
Bis hier war die Handlung für mich in vielem nachvollziehbar und dank schwarzem Humor sehr unterhaltsam.
Im 2. Teil des Buchs kippt die Handlung in Richtung Action und wird zunehmend sexlastig. Mir persönlich war es irgendwann "too much".
Außerdem musste ich bei den sich ständig überkreuzenden Handlungsfäden und Figuren aufpassen, dass ich den Zusammenhang nicht aus dem Blick verlieren. Das ist mir an manchen Stellen nur durch Zurückblättern und Nachlesen gelungen.
Die Grundidee des Autors aus Zukunftstechnologien, Gentechnik, Kapitalismus in seiner schlimmsten Form, tiefschwarzem Humor und verschiedenen sozialen Komponenten eine sogenannte "Social Fiction" zu kreieren finde ich grundsätzlich klasse. Die Umsetzung konnte mich leider nicht zu 100 % überzeugen.
Trotdem sage ich "Danke", dass ich mitlesen durfte.