Warschauer Verstrickungen
Warschauer VerstrickungenIm Rahmen einer Leserunde durfte ich „Warschauer Verstrickungen“ von Zymunt Miloszewski lesen.
Der Roman zeichnet sich durch ein interessantes Detail aus, jedes Kapitel beginnt mit aktuellen, allgemeinen ...
Im Rahmen einer Leserunde durfte ich „Warschauer Verstrickungen“ von Zymunt Miloszewski lesen.
Der Roman zeichnet sich durch ein interessantes Detail aus, jedes Kapitel beginnt mit aktuellen, allgemeinen und politischen Nachrichten passend zum jeweiligen Tagesdatum. Das habe ich so bisher noch nirgends gefunden und fand die Idee erfrischend kreativ.
Die Hauptfigur des Staatsanwaltes Szacki wird zu Beginn des Buches wie ein normaler Familienmensch präsentiert, mit allen Sorgen und Ängsten, die jedem von uns geläufig sind. Dadurch fühlt man sich ihm nahe und hat das Gefühl ihm auf Augenhöhe zu begegnen.
Der Mord, auf den die Handlung aufbaut, geschieht nach einer Therapiesitzung unter dubiosen Umständen, denn das Opfer hat einen Bratspieß im Auge.
Mit Fortschreiten der Handlung spaltet sich der Roman in immer mehr Handlungsstränge. Diese verwirren und gepaart mit ständig neu auftretenden Figuren sowie jeder Menge polnischer Namen gerät der Lesefluss zunehmend ins Stocken. Der Autor des Thrillers baut außerdem gleich einem Reiseführer bei jeder Fahrt durch Warschau jede Menge Namen und Sehenswürdigkeiten ein, die erklärt werden und es zusätzlich erschweren dem roten Faden der Geschichte zu folgen.
Im letzten Drittel des Buches nimmt die Handlung leicht Fahrt auf, was für mich am Gesamteindruck einer mühsam zu lesenden Geschichte leider nicht mehr viel ändern kann.
Das Grundkonzept der „Warschauer Verstrickungen“ gefällt mir, aber die vielen Nebenschauplätze haben mich unnötige Umwege gehen lassen und am Ende hat sich für mich auch nicht jedes Detail geklärt. So bleibe ich mit einigen Fragezeichen und nicht ganz erfüllten Erwartungen zurück.
Sollte es eine Fortsetzung der Reihe um Staatsanwalt Szacki geben, kann ich mir einen erneuten Ausflug nach Polen vorstellen und würde mich freuen, wenn das Handlungskonzept dann etwas durchdachter verpackt wäre
Ein Danke an den Berlin Verlag für das Leseexemplar und die Gelegenheit an der Leserunde teilzunehmen.