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Veröffentlicht am 15.09.2016

Warschauer Verstrickungen

Warschauer Verstrickungen
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Im Rahmen einer Leserunde durfte ich „Warschauer Verstrickungen“ von Zymunt Miloszewski lesen.

Der Roman zeichnet sich durch ein interessantes Detail aus, jedes Kapitel beginnt mit aktuellen, allgemeinen ...

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich „Warschauer Verstrickungen“ von Zymunt Miloszewski lesen.

Der Roman zeichnet sich durch ein interessantes Detail aus, jedes Kapitel beginnt mit aktuellen, allgemeinen und politischen Nachrichten passend zum jeweiligen Tagesdatum. Das habe ich so bisher noch nirgends gefunden und fand die Idee erfrischend kreativ.

Die Hauptfigur des Staatsanwaltes Szacki wird zu Beginn des Buches wie ein normaler Familienmensch präsentiert, mit allen Sorgen und Ängsten, die jedem von uns geläufig sind. Dadurch fühlt man sich ihm nahe und hat das Gefühl ihm auf Augenhöhe zu begegnen.

Der Mord, auf den die Handlung aufbaut, geschieht nach einer Therapiesitzung unter dubiosen Umständen, denn das Opfer hat einen Bratspieß im Auge.

Mit Fortschreiten der Handlung spaltet sich der Roman in immer mehr Handlungsstränge. Diese verwirren und gepaart mit ständig neu auftretenden Figuren sowie jeder Menge polnischer Namen gerät der Lesefluss zunehmend ins Stocken. Der Autor des Thrillers baut außerdem gleich einem Reiseführer bei jeder Fahrt durch Warschau jede Menge Namen und Sehenswürdigkeiten ein, die erklärt werden und es zusätzlich erschweren dem roten Faden der Geschichte zu folgen.

Im letzten Drittel des Buches nimmt die Handlung leicht Fahrt auf, was für mich am Gesamteindruck einer mühsam zu lesenden Geschichte leider nicht mehr viel ändern kann.

Das Grundkonzept der „Warschauer Verstrickungen“ gefällt mir, aber die vielen Nebenschauplätze haben mich unnötige Umwege gehen lassen und am Ende hat sich für mich auch nicht jedes Detail geklärt. So bleibe ich mit einigen Fragezeichen und nicht ganz erfüllten Erwartungen zurück.

Sollte es eine Fortsetzung der Reihe um Staatsanwalt Szacki geben, kann ich mir einen erneuten Ausflug nach Polen vorstellen und würde mich freuen, wenn das Handlungskonzept dann etwas durchdachter verpackt wäre

Ein Danke an den Berlin Verlag für das Leseexemplar und die Gelegenheit an der Leserunde teilzunehmen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Besondere Umstände

Besondere Umstände
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Im Rahmen einer Leserunde durfte ich "Besondere Umstände" von Gabriela Kasperski lesen. Es ist bereits der zweite "Schnyder & Meier"-Krimi aus der Feder von Frau Kasperski und ich kann zusammenfassend ...

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich "Besondere Umstände" von Gabriela Kasperski lesen. Es ist bereits der zweite "Schnyder & Meier"-Krimi aus der Feder von Frau Kasperski und ich kann zusammenfassend eigentlich nur sagen, dass mich das Buch absolut begeistert hat.

Mit dem Thema Babyhandel und vielen, zum Teil recht skurrilen Figuren, spinnt die Autorin eine spannende & sehr unterhaltsame Geschichte, die mich nichts hat vermissen lassen.

Ähnlich wie im ersten Buch begann auch hier alles ein wenig verwirrend und erst mit Fortschreiten der Handlung verdichten sich die lose erscheinenden Handlungsfäden zu einem komplexen Gesamtwerk. Von Kapitel zu Kapitel gleicht die Geschichte mehr einer mitreißenden Fahrt und als Leser erlebt man neben dem Mord an einer Sozialarbeiterin und den damit einhergehenden Ermittlungen, die noch einige Abgründe offenbaren werden, alle Höhen und Tiefen der Geburt und emotionalen Verwicklungen von Frauen, die gerade ein Kind bekommen haben, hautnah mit.

Da ich den ersten Roman schon kannte, gab es in "Besondere Umstände" ein Wiedersehen mit liebgewonnen Charakteren, die mit all ihren kleinen und grossen Macken und Problemen die Handlung nochmal besonders abgerundet haben.

Die Autorin hat es auch in diesem Thriller verstanden der Geschichte überraschende Wendungen zu geben und am Ende alle offenen Fragen und Verwicklungen mit einem grossen Finale aufzuklären.

Als Leser hat mich Frau Kasperski inzwischen am sinnbildchen Haken hängen und ich warte schon gespannt auf Lesenachschub von ihr.