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Veröffentlicht am 31.07.2017

Sachbuch zu einem wichtigen und häufig unterschätzten Thema

Strandgut aus Plastik und anderer Meeresmüll
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Das Büchlein "Strandgut aus Plastik und anderer Meeresmüll" von Jennifer Timrott bietet nach einer Einführung und der Erklärung der Grundlagen zu diesem Thema (Haltbarkeit von Plastik, Auswirkungen auf ...

Das Büchlein "Strandgut aus Plastik und anderer Meeresmüll" von Jennifer Timrott bietet nach einer Einführung und der Erklärung der Grundlagen zu diesem Thema (Haltbarkeit von Plastik, Auswirkungen auf Meerestiere etc.) vor allem eine genaue Darstellung samt Fotos von den häufigsten Funden.
Dieser Teil ist gegliedert nach der Herkunft des Mülls, d.h. Gewerbemüll, Mikroplastik, Geschmolzenes Plastik, Müll aus Freizeit, Spiel und Spaß sowie Verbrauchermüll. Pro Fund - z.B. Plastiktüte, Knicklicht, Angelzubehör, Luftballon aus Folie etc. - gibt es mehrere Fotos auf einer Seite sowie Informationen zur Nutzungsart, Nutzungsdauer und Fundhäufigkeit und eine Beschreibung.

Ich habe mir das Buch bei einem Urlaub auf Sylt gekauft, nachdem ich selbst beim "Dreck weg-Tag" sowie anderen Aktionen sehr viel Müll an den Stränden dort gesammelt hatte. Ich hatte mich immer wieder gefragt, woher die einzelnen Stücke kommen und was z.B. eine Ketchupflasche am Strand macht.
Das Buch gibt gut Aufschluss zu den Fragen und ich habe auch alle von mir gefundenen Müllarten dort wiedergefunden. Auch die Hintergrundinformationen fand ich hilfreich.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir persönlich vielleicht noch ein paar ausführlichere Informationen gewünscht, aber gerade die kurze und knappe Darstellung macht auch irgendwo den Reiz dieses Büchleins aus.

Ich würde mir wünschen, dass das Buch weitere Leser zum Nachdenken anregt und dass es vielleicht insgesamt etwas helfen kann, den Müll im Meer und an den Stränden zu reduzieren.

Veröffentlicht am 31.07.2017

Deutsche Klassiker - neu entdeckt

Heimat
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Das Kochbuch "Heimat" von Tim Mälzer ist aufgeteilt nach den Themen Suppen, Mittagstisch, Fisch, Salate, Gemüse & Beilagen, Abendbrot und Süßes.
Auf mehr als 300 Seiten bietet es weit über 100 Rezepte ...

Das Kochbuch "Heimat" von Tim Mälzer ist aufgeteilt nach den Themen Suppen, Mittagstisch, Fisch, Salate, Gemüse & Beilagen, Abendbrot und Süßes.
Auf mehr als 300 Seiten bietet es weit über 100 Rezepte aus deutschen Landen. Neben den Rezepten gibt es Hintergundinformationen zu kulinarischen oder lokalen Themen und ganz viele großformatige Fotos.

Das Buch hat einen schlichten, aber goldschimmernden Einband und wirkt schon durch das haptisch angenehme matte Papier und die hochwertige Bindung extrem ansprechend.
Die Aufteilung ist logisch. Zusätzlich gibt es mehrere Register, die beim Aussuchen eines Rezeptes helfen. Die großformatigen Bilder vermitteln sofort ein Heimatgefühl und laden zum Stöbern im Buch ein.

Alle Rezepte, die ich probiert habe nachzukochen, zeichneten sich durch eine gute Erklärung aus und gelangen eigentlich immer. Die Zutaten sind meist einfach zu bekommen und nicht zu exotisch, als dass man sie nicht in einem normalen Supermarkt einkaufen könnte. Die angegebenen Mengen und Zubereitungszeiten haben bei mir meist auch ganz gut gepasst.

Inhaltlich finde ich dieses Kochbuch so ansprechend, weil es "ganz normale" Rezepte abbildet, die man in der jeweiligen Saison / Jahreszeit immer wieder gerne isst, z.B. Kohlrouladen, Rinderrouladen, Wiener Schnitzel und auch süße Sachen wie Milchreis. Auch wenn man sicherlich viele dieser Gerichte schon einmal gekocht hat oder auch in anderen Kochbüchern findet, koche ich sie gerne nach den Rezepten aus Tim Mälzers "Heimatkochbuch".

Insgesamt kann ich dieses schön gestaltete Kochbuch nur jedem wärmstens empfehlen, der gerne gute Hausmannskost kocht und hierfür vielleicht auch noch die eine oder andere neue Anregung sucht.

Veröffentlicht am 27.07.2017

Wunderschön gestaltetes Backbuch mit tollen Rezepten

Fräulein Glücklich backt
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Klassischer Blechkuchen, Marmeladen, Eis, süße Geschenke oder kleine Cupcakes und Törtchen. – Das Backbuch „Fräulein Glücklich backt“ von Silke Haun ist eigentlich viel mehr als das.

Das Buch kommt sehr ...

Klassischer Blechkuchen, Marmeladen, Eis, süße Geschenke oder kleine Cupcakes und Törtchen. – Das Backbuch „Fräulein Glücklich backt“ von Silke Haun ist eigentlich viel mehr als das.

Das Buch kommt sehr hochwertig daher: haptisch tolles Papier, einladende großformatige Fotos und eine besondere Schrift laden zum Stöbern ein.
Die Rezepte an sich sind sehr vielfältig. Es ist wirklich nicht nur Kuchen und Gebäck dabei, sondern auch tolle Rezepte für Gelees und Sirupe sowie für Leckereien wie Karamellbonbons, Baisers und Brause.
Die Beschreibungen der Rezepte sind gut verständlich, so dass das Nachbacken leichtfällt. Die Zutaten sind meist nicht so außergewöhnlich und exotisch, sondern leicht zu bekommen. Natürlich sind bestimmte Rezepte von saisonalem Obst abhängig, so dass sie sich nicht ganzjährig anbieten.

Ich schaue immer wieder gerne in das Buch und lasse mich inspirieren und werde sicherlich gerne das eine oder andere weiterhin daraus backen.

Veröffentlicht am 27.07.2017

Seichte Lektüre ohne Spannungskurve

Eine Prise Liebe
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Cami betreibt gemeinsam mit ihren vier Freundinnen sehr erfolgreich in Restaurant in Portland.
Schon seit sie denken kann, ist sie in Landon, den großen Bruder ihrer Freundin Mia verliebt, der jedoch mit ...

Cami betreibt gemeinsam mit ihren vier Freundinnen sehr erfolgreich in Restaurant in Portland.
Schon seit sie denken kann, ist sie in Landon, den großen Bruder ihrer Freundin Mia verliebt, der jedoch mit 20 zur Navy gegangen und damit aus Portland weggezogen ist. Nach einem Unfall kehrt er in seine Heimatstadt zurück.
Cami und Landon treffen sich wieder und es entwickelt sich – natürlich – eine sehr vorhersehbare Liebesgeschichte zwischen den beiden.

Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln abwechselnd aus Kristens und Landons Perspektive erzählt. Allerdings bleibt die Darstellung so sehr an der Oberfläche, dass man keine tieferen Hintergründe, Beweggründe oder Emotionen erfährt. Darüber hinaus wird auffällig viel – amerikanisierte – Fäkalsprache verwendet, was den Lesegenuss schon sehr stört.
Ansonsten ist der Erzählstil zwar flüssig, man konnte das Buch so weglesen, aber es fehlte der Handlung leider jegliche Spannung.
Highlights des Buches waren für mich das sehr ansprechend gestaltete Cover, die netten Szenen mit einem lustigen Kater, der Cami einfach zugelaufen ist und einige starke Szenen mit dem männlichen Protagonisten Landon.

Leider konnte mich das Buch insgesamt aufgrund der nicht vorhandenen Handlung nicht überzeugen und es hat meine Erwartungen an ein nettes unterhaltsames Buch über fünf Freundinnen, die ein tolles Restaurant führen, nicht erfüllt.

Veröffentlicht am 23.07.2017

Ein nachdenklicher stimmender Gender-Roman, der uns schonungslos den Spiegel vorhält

Die Gabe
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Überall auf der Welt entdecken Mädchen und Frauen, dass eine besondere Kraft / Gabe in ihnen erwacht. Sie können ohne weitere Hilfsmittel, nur mit der Kraft ihrer Hände, ihres Körpers, schmerzhafte Stromstöße ...

Überall auf der Welt entdecken Mädchen und Frauen, dass eine besondere Kraft / Gabe in ihnen erwacht. Sie können ohne weitere Hilfsmittel, nur mit der Kraft ihrer Hände, ihres Körpers, schmerzhafte Stromstöße senden.
Es fängt parallel an mit Allie, einem Mädchen aus einer Pflegefamilie in den USA, das eine schwierige Kindheit hat, mit Roxy aus einer Gangsterfamilie in London und mit Mädchen im Umfeld des jungen Mannes Tunde, der sich journalistischer Arbeit verschrieben hat. Im Laufe der Zeit greift die „Power“ immer weiter um sich und führt zu einer deutlichen Umkehr der Machtverhältnisse in der Gesellschaft, in der es Männer zunehmend schwerer haben. Sie müssen sich in einigen Ländern der Welt gegen Diskriminierung wehren, während sich die weltweite politische Lage weiter zuspitzt.

Der Roman „The Power“ von Naomi Alderman ist keine leichte Kost.
Die Geschichte wechselt in der Sichtweise zwischen den einzelnen handelnden Personen, d.h. es werden Kapitel aus der Sicht von Allie, Roxy und Tunde erzählt, sowie aus der Sicht der amerikanischen Politikerin Margot und ihrer Tochter Jocelyn.
Die Erzählweise ist sehr dicht und verlangt konzentriertes Lesen. Es ist kein Buch, das man zwischendurch zur Entspannung „weglesen“ kann.
In der Art und Weise, wie die Autorin die aktuelle Genderthematik aus unserer Gesellschaft aufgreift und uns durch eine schockierende Umkehr extremer Diskriminierungen zwischen Frauen und Männern einen Spiegel vorhält, ist der Roman extrem aufrüttelnd. Durch die sehr subtile und doch krasse Konstruktion wird man zum Nachdenken angeregt und hinterfragt manche Aufteilung von Rollen der Geschlechter, die uns zum Teil selbstverständlich erscheinen.
Die Handlung ist selbstverständlich vollkommen fiktiv.

Aus meiner Sicht ein guter und aufrüttelnder Roman zu einem wichtigen Thema, der zu Recht den „Baileys‘ Women’s Prize for Fiction“ 2017 erhalten hat.

(Ich habe den Roman in der englischen Originalausgabe gelesen.)