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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2017

Süße und unterhaltsame Liebesgeschichte

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt
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Das Buch "Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt" von Kristina Günak spielt in der Verlagsbranche.

Bea arbeitet in einem kleinen Verlag in Braunschweig. Sie erfährt, dass der Verlag in finanziellen Schwierigkeiten ...

Das Buch "Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt" von Kristina Günak spielt in der Verlagsbranche.

Bea arbeitet in einem kleinen Verlag in Braunschweig. Sie erfährt, dass der Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Die einzige Chance, den Verlag zu retten, ist offenbar Starautor Tim Bergmann, dessen zweiter Roman bald verlegt werden soll.

Nun wird Bea, die sich immer um alles und jeden kümmert und die sich daher jede Menge Zusatzarbeit von ihren Kollegen und Freunden aufhalsen lässt, auch noch dazu abgestellt, Tim Bergmann auf einer Lesereise durch alle möglichen großen und kleineren Örtchen der Bundesrepublik zu begleiten. Doch Tim Bergmann ist extrem launisch und gegen extremen Konsum eingestellt, zudem muss er parallel noch an seinem zweiten Roman arbeiten, mit dem er nicht richtig vorankommt.

Haben die beiden eventuell - trotz aller Gegensätze - am Ende mehr gemeinsam, als sie dachten?

Eine nette - wenn auch vorhersehbare - Story, die mit viel Humor erzählt wird und bei der sich Bea und Tim auch sichtbar weiterentwickeln. Es gibt emotionale Stellen, aber auch sehr komische Momente im Buch, bei denen ich mich gut unterhalten gefühlt habe.

Eine schöne Urlaubs-/Sommerlektüre, die intelligente Unterhaltung für Frauen bietet!

Veröffentlicht am 17.07.2017

Sehr nettes Wiedersehen mit guten alten Bekannten und ein neuer spannender Fall

Wir sind die Guten
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"Wir sind die Guten" ist der zweite Syltkrimi von Dora Heldt, der dem Leser/der Leserin ein gelungenes Wiedersehen mit dem Ermittlerteam um den ehemaligen Hauptkommissar Karl Sönnigsen sowie natürlich ...

"Wir sind die Guten" ist der zweite Syltkrimi von Dora Heldt, der dem Leser/der Leserin ein gelungenes Wiedersehen mit dem Ermittlerteam um den ehemaligen Hauptkommissar Karl Sönnigsen sowie natürlich auch Heinz und Walter beschert.

Es geht spannend los: Ein unbekannter Mann wird tot am Fuße des Roten Kliffs im Kampen gefunden, eine Frau, die sich als Haushaltshilfe bei Charlotte sowie Inge entpuppt, verschwindet spurlos auf der Insel und dann werden dem Leser noch Ausschnitte aus dem Tagebuch einer jungen Frau aus dem Jahr 1999 vorgelegt.

Wie werden sich die Ermittler in diesem Fall schlagen? Werden sie Beiträge zur Polizeiarbeit leisten können?

Und wie ist überhaupt der Zusammenhang zur Schwarzarbeit auf der Insel?



Dora Heldts humorvolle und liebevolle Erzählweise hat mich auch in diesem Fall wieder überzeugt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn die verschiedenen Erzählstränge aus unterschiedlichen Perspektiven versprachen wirklich große Spannung. Darüber hinaus hat mir auch die warmherzige Beschreibung der gut bekannten handelnden Personen auf der Insel und ihrer Schrullen wieder sehr gut gefallen. Man fühlt sich wirklich, als würde man gute Bekannte wiedertreffen.

Ganz entzückend ist zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen Onno und seiner Helga beschrieben, die sich im ersten Syltkrimi näher gekommen sind. Wie die Kinder der beiden damit umgehen, ist sicherlich sehr glaubwürdig beschrieben und wirkt wie aus dem Leben gegriffen.

Lustig sind auch immer die Erlebnisse mit Heinz und seinem Schwager Walter - am besten im Zusammenspiel mit ihren Frauen!



Gewohnt charmante Unterhaltung von Dora Heldt - intelligent, spannend und witzig!

Veröffentlicht am 17.07.2017

Gelungene Comedy mit Wiedersehen der türkischen Großfamilie

Milchschaumschläger
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Daniel Hagenberger ist entsetzt, als seine Stammkneipe in Köln zumacht und einem unpersönlichen Burgerladen weichen soll. So übernimmt er den Laden kurzerhand selbst und verwirklicht mit seiner Frau Aylin, ...

Daniel Hagenberger ist entsetzt, als seine Stammkneipe in Köln zumacht und einem unpersönlichen Burgerladen weichen soll. So übernimmt er den Laden kurzerhand selbst und verwirklicht mit seiner Frau Aylin, mit der er seit fünf Jahren verheiratet ist, den Traum vom eigenen Café, da er in seinem Job als Werbetexter in der letzten Zeit ohnehin nicht sehr glücklich war.
Die Wirtin der früheren Stammkneipe stellt er ebenfalls als Bedienung ein sowie eine entfernte Verwandte von Aylin aus der Türkei.

Wie auch die Vorgängerbände "Macho Man" und "Der Boss" ist auch "Milchschaumschläger" von Moritz Netenjakob ein gelungener Comedy-Roman.
Ich habe mich über das Wiedersehen mit der türkischen Großfamilie, aber auch mit Daniels intellektuellen Eltern und deren noch intellektuelleren Freunden sowie Daniels Freund Mark, der immer Udo Lindenberg imitiert, sehr gefreut!
Besonders gelungen finde ich aber immer die Interaktion zwischen Aylin, die ein Buch mit sieben Siegeln für Daniel ist, diesen aber jederzeit durchschaut...
Auch die Beschreibungen der Gäste, des Verpächters etc. sind einfach herrlich.
Ich habe sehr gelacht und mich gut unterhalten gefühlt!

Der Roman hat meine Erwartungen voll erfüllt - einfach gelungene Unterhaltung, ohne zu klamaukig zu sein.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Sehr vielversprechender Stoff, Umsetzung allerdings eher schwach

Die Tochter des Seidenhändlers
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„Die Tochter des Seidenhändlers“ von Dinah Jefferies spielt im farbenprächtigen Vietnam der 1950er Jahre.
Nicole ist die Tochter eines französischen Seidenhändlers und einer Vietnamesin, die bei ihrer ...

„Die Tochter des Seidenhändlers“ von Dinah Jefferies spielt im farbenprächtigen Vietnam der 1950er Jahre.
Nicole ist die Tochter eines französischen Seidenhändlers und einer Vietnamesin, die bei ihrer Geburt gestorben ist, und Schwester der fünf Jahre älteren Sylvie.
Die Beziehung zwischen den Schwestern ist nicht einfach und durch Rivalitäten geprägt, vor allem als der Vater verkündet, dass Sylvie die Firma zukünftig leiten soll. Nicole soll hingegen nur einen kleinen Seidenladen im vietnamesischen Viertel der Stadt übernehmen.
Die politische Situation im Land spitzt sich darüber hinaus auch zu, denn die Vietminh, der vietnamesische Widerstand gegen die französische Vorherrschaft, können zunehmend Siege erringen.
Nicole ist hin- und hergerissen zwischen ihrer vietnamesischen und ihrer französischen Herkunft.
Sie lernt Mark, einen vermeintlichen amerikanischen Seidenhändler, kennen und verliebt sich in ihn. Auf der anderen Seite gibt es auch einen vietnamesischen Jungen, mit dem sie sich gut versteht.

Es ist ein sehr vielversprechender Stoff, den die Autorin auf über 400 Seiten behandelt. Man lernt einiges über Vietnam, die Seidenherstellung, die Konflikte zwischen französischen Besatzern und der vietnamesischen Bevölkerung.
Auch die Konflikte in der Familie, die die tragende Rolle in dem Roman spielt, sind gut angelegt. Grundsätzlich ist Nicole eine sehr sympathische Hauptperson; sie interessiert sich für die Geschichte ihrer Familie, kümmert und sorgt sich um ihre Mitmenschen.
Allerdings ist im Laufe des Buches keinerlei Entwicklung bei den handelnden Personen zu beobachten. Trotz aller schockierenden Erlebnisse (und davon gibt es im Verlaufe des Buches wahrlich einige!) ist vor allem Nicole noch genauso naiv wie zu Beginn der Handlung und hört nur unreflektiert auf das, was andere ihr sagen.
Fast hätte dies noch zu einer größeren Katastrophe geführt, aber dann gibt es doch noch das erwartete Happy End.

Alles in allem hat der Roman meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllen können.

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Veröffentlicht am 18.06.2017

Ruhrpott meets Berlin. Sehr frech und klamaukig.

Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte
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In Anna Baseners Roman "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte" erzählt Bianca ihre Geschichte und die ihrer Oma, die in Essen Wirtschafterin in einem Hotel war. Nach der Beerdigung ihrer Freundin ...

In Anna Baseners Roman "Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte" erzählt Bianca ihre Geschichte und die ihrer Oma, die in Essen Wirtschafterin in einem Hotel war. Nach der Beerdigung ihrer Freundin Mitzi steht die Oma auf einmal bei Bianca in Berlin vor der Tür und will bei ihr einziehen.
Bianca arbeitet in Berlin als Kellnerin, möchte jedoch eigentlich ihren Lebensunterhalt damit verdienen, Unterhosen aus Seide zu nähen und über einen Internetshop zu verkaufen.
Als die Oma bei ihr auftaucht, sind auch deren Freunde zum Teil nicht weit, auch Biancas Vater kommt dann nach Berlin.
Und so kommen nach und nach die Umstände von Mitzis Tod ans Licht und dabei lässt es sich nicht vermeiden, dass Bianca mehr über das Leben ihrer Oma erfährt.

Die Geschichte wird aus Sicht von Bianca erzählt in einer Art und Weise, dass man als Leser das Gefühl hat, wirklich bei einer mündlichen Erzählung live dabei zu sein. Frappierend ist der Ruhrpott-Dialekt, das Ruhrdeutsch, der sich durch das gesamte Buch zieht.
Dadurch wirkt die Erzählung wahnsinnig authentisch.
Manchmal kann es nicht schaden, etwas laut vorzulesen.

Die Thematik an sich ist natürlich oft schlüpfrig und an der Grenze des politisch Korrekten.
Man darf als Leser keinen logischen Aufbau der Geschichte erwarten; wie in einer mündlichen Erzählung kommt man "vom Hölzken aufs Stöckscken". Man erfährt einiges aus der Vergangenheit von Biancas Oma, begleitet sie und die Oma durch Berlin und erfährt dann wieder etwas über die Vergangenheit von Omas Freunden.
Insgesamt ist die Geschichte witzig zu lesen, wenn man auch derben Humor mag.

Sehr erfrischend, rotzfrech und vor allem unkonventionnell mit einer Menge Ruhrpottflair!