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Veröffentlicht am 18.05.2024

Ein Spiel gegen den Tod

Princess of Souls
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»Narben sind nichts Schlechtes. Sie zeigen, dass man gelebt hat. Und wer will schon sterben, ohne gelebt zu haben?«

Um unsterblich zu bleiben, muss der König Seelen verschlingen. Um diese zu erlangen, ...

»Narben sind nichts Schlechtes. Sie zeigen, dass man gelebt hat. Und wer will schon sterben, ohne gelebt zu haben?«

Um unsterblich zu bleiben, muss der König Seelen verschlingen. Um diese zu erlangen, muss er eine der tödlichsten Hexen an sich binden. Um dem Ganzen ein Ende zu setzen und den König und seine Monster zu vernichten, lässt sich Nox auf ein gefährliches Spiel mit dem Tod und seinem Schicksal ein.

Geschrieben in einem flüssigen, packenden Schreibstil, hatte ich schon nach der ersten Seite Gänsehaut. Aus der wechselnden Perspektive von Nox und Selestra wird man in ein liebevoll beschriebenes Szenario des Todes hineingezogen, und die Seiten fliegen nur so dahin. Selestra und Nox waren für mich absolute Traumpaar-Protagonisten: intelligent, vorausschauend und selbstbewusst. Sie stellen sich den unmöglichsten Aufgaben und kämpfen sowohl miteinander als auch gegeneinander auf der Suche nach einer Lösung.

Nebencharaktere, Worldbuilding, Plottwists, Verluste, Spannung, Tod und Hindernisse erzeugen einen Strudel der Gefühle, der nur so über mich hinweggeglitten ist und mich das Buch nicht aus der Hand legen ließ. Durch Lachen und Tränen habe ich mich in einem absoluten Jahres-Highlight verloren.

5 von 5 Sternen -H

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Veröffentlicht am 17.05.2024

Nichts ist wie es scheint

Pretty Scandalous - Heißer als Rache
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„Ich vermisste meinen moralischen Kompass und mein Selbst.“

Wutentbrannt beginnt Sarah einen Zwillingstausch, um diejenigen zu bestrafen, die das Leben ihrer Schwester in New York vollständig zugrunde ...

„Ich vermisste meinen moralischen Kompass und mein Selbst.“

Wutentbrannt beginnt Sarah einen Zwillingstausch, um diejenigen zu bestrafen, die das Leben ihrer Schwester in New York vollständig zugrunde gerichtet haben. Doch in der Welt der Reichen und Schönen ist nicht alles so, wie es scheint.

In einem flüssigen und mitreißenden Schreibstil wird man sofort in die Geschichte katapultiert und findet sich im Drogen- und Skandalrausch wieder. Sarah versucht, in den Schuhen ihrer Schwester zu gehen und die dunkelsten Geheimnisse aufzudecken, was mich ein bisschen an eine Mischung aus „Gossip Girl“ und „Pretty Little Liars“ erinnert hat.

Ich habe mich mal wieder ein bisschen von dem schönen Schein um dieses Buch blenden lassen, um festzustellen, dass ich kein großer Fan bin. Sarah beginnt taff und selbstbewusst und verliert sich relativ schnell zu Beginn. Ihre Standpunkte wirft sie über den Haufen, und ihre sonst intelligent wirkende Person verstrickt sich in blinder Loyalität, ohne zu hinterfragen. Das hat mich super genervt.

Alle Charaktere sind gut beschrieben und man stellt relativ schnell fest, dass ebenfalls nicht alles ist, wie es scheint, und die Guten auch nicht immer die Guten sind. Im Grunde fand ich die Geschichte aber super oberflächlich; man bekommt wenig Details und am Ende auch kein Ergebnis.

Es gab trotzdem einige Spannungsspitzen und Rätsel zu lösen, aber bei dem Zwang, alles schlecht zu sehen, verbunden mit Bösartigkeit und Naivität, bin ich raus.

3 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 10.05.2024

Was lange währt, wird endlich gut oder?

A Love Letter To Whiskey
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"Manchmal haben wir mehr Angst vor den guten Dingen im Leben als vor den schlechten. Wir haben das Gefühl, dass wir sie nicht verdienen oder dass sie nicht echt sind, dass sie schnell und einfach verschwinden ...

"Manchmal haben wir mehr Angst vor den guten Dingen im Leben als vor den schlechten. Wir haben das Gefühl, dass wir sie nicht verdienen oder dass sie nicht echt sind, dass sie schnell und einfach verschwinden werden und wir in den Ruinen zurückbleiben."

Eine Geschichte über eine Liebe, brennend wie guter Whiskey, über Jahre gereift.

Jamie und B. Eigentlich Brecks, aber diesen Teil ihres Namens sprechen wir nicht aus. Aus B.s Perspektive durchleben wir die Liebesbeziehung der beiden in Höhen und Tiefen, in Abgründen und wieder von vorn.

Die Vergleiche mit Whiskey haben mich zu Beginn etwas irritiert und ich musste mich in den Lesefluss erst einfinden, aber dann habe ich gelitten, gefiebert, geweint und geflucht. Man erfährt jedes Detail, jeden Gedanken, jede Aktion, und ich habe so vieles nicht verstanden und doch genauso gefühlt. Jamie und B. sind humorvoll, loyal, ehrgeizig und absolut toxisch miteinander.

Die beiden starten billig und kopflos und reifen im Fass über Jahre, um dann einem die Geschmacksnerven wegzubrennen. Ich habe es geliebt.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Selbstliebe ist nicht selbstverständlich

Sorry, aber ...
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"Was ich jedoch sagen kann, ist: Ich wollte, dass es aufhört. Ich wollte nicht mehr danach leben, dass andere mich möglicherweise mögen; ich wollte mich selbst mögen."

In "Sorry, aber..." wird man durch ...

"Was ich jedoch sagen kann, ist: Ich wollte, dass es aufhört. Ich wollte nicht mehr danach leben, dass andere mich möglicherweise mögen; ich wollte mich selbst mögen."

In "Sorry, aber..." wird man durch Fachwissen, Anekdoten und Analysen, kombiniert mit Humor und Sarkasmus, zur Selbstreflexion begleitet. Das klingt jetzt vielleicht ziemlich trocken, ist es jedoch nicht!

Was ist eine Entschuldigung? Muss man sich immer entschuldigen? Entschuldige ich mich für dich oder für mich? Muss man Entschuldigungen annehmen? Kann ich selbst entscheiden, ob ich mich entschuldige? Muss ich immer anderen gefallen? Wo setze ich meine Prioritäten und Grenzen?

In diesem Buch wird man mit Verständnis und Humor durch Erklärungen und Hinweise geführt, um sich ein Stück weit selbst zu heilen bzw. sich selbst zu finden und auch das "Normale" einfach mal zu hinterfragen. Man muss nicht jedem gefallen, sondern nur sich selbst. Nur ich muss mich am Ende des Tages im Spiegel ansehen können und nicht andere.

Leichte und schwere Kost, kombiniert zu einem kurzweiligen Lesevergnügen mit dem Augenmerk darauf, für sich selbst etwas zu ändern, wenn man sich hinterfragt und das eine oder andere zu Herzen nimmt. Auch wenn es einige faktische Einflüsse gab, die mich kurzzeitig im Lesefluss stolpern ließen, kann ich das Buch wirklich sehr empfehlen.

"Ich ziehe Grenzen, keine Gräben. Und bin bereit, dazuzulernen. Ich bin Bauherrin, kein Bagger. Ich will emotional wachsen, nicht emotional bankrottgehen."

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Zwischen den Zeiten

Die Bibliothek im Nebel
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„Ich glaube, sie wollte das Haus spüren, die Böden, den Nebel, diesen gesamten Ort - ihre Vergangenheit."

1917: Auf der Flucht mit einem Manuskript begibt sich Arthur auf die Suche nach der Liebe.

1928: ...


„Ich glaube, sie wollte das Haus spüren, die Böden, den Nebel, diesen gesamten Ort - ihre Vergangenheit."

1917: Auf der Flucht mit einem Manuskript begibt sich Arthur auf die Suche nach der Liebe.

1928: Ein Buch mit einem Schloss und dunklen Geheimnissen bringt Liette und Thomas auf den Pfad zu der geheimnisvollen Bibliothek im Nebel.

Man könnte das Buch alleinstehend lesen oder aber als Vorgeschichte zu "Die Bücher, der Junge und die Nacht" betrachten. Dort findet man eine minimale Vorgeschichte eines Charakters.

Wie gewohnt wird man in einem flüssigen, aber dennoch sehr anspruchsvollen sprachlichen Stil in verschiedene Perspektiven und Zeitspannen eingeführt und durch die historische Geschichte geleitet.

Für meinen Teil kommt dieses flüssige Lesen jedoch nur zustande, wenn man die Geschichte wirklich mit Augenringen riskierend durchliest. Die verschiedenen Perspektivenwechsel erfordern ein komplettes Maß an Konzentration, um das detaillierte, spannende und stellenweise sehr blutige Geschehen richtig zu sortieren.

Aber dann taucht man in ein unglaublich detailliertes Worldbuilding ein, das eine Mischung aus Kriminalroman und Familiengeschichte bietet. Die Geschichten zweier Buchbegeisterter Familien werden beschrieben, und im Verlauf lernt man alle Charaktere und ihre Zusammenhänge kennen. Durch die Einbeziehung verschiedener Epochen und Länder wird man in die Unterschiede von arm und reich eingeführt und in die Liebesbeziehungen der verschiedenen Charaktere eingewoben, verbunden mit dunklen Geheimnissen und schockierenden Spannungsspitzen.

Wer die Bücher des Autors kennt, kennt auch das Niveau und das gewohnt hohe und sehr spannende Leseerlebnis. Dennoch war es stellenweise auch etwas langatmig, sprachlich ausschweifend und zwischenzeitlich auch für mich zu blutig, was nicht unbedingt für die Geschichte nötig gewesen wäre. Alles in allem ein außergewöhnlicher Ausflug nach Russland, Berlin, an die Côte d'Azur und in die Zeit.

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