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Veröffentlicht am 01.06.2025

Alte und neue Feinde, aber ein gleichbleibendes Spannungslevel

Royal Institute of Magic, Band 3 - Der Angriff der Dunkelelfen
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Ben und Charlie haben es als Lehrlinge des Royal Institute of Magic in die zweite Klasse geschafft. Morgens müssen sie nun in eine extra vom Institut eingerichtete Schule gehen, um dann am Nachmittag ihre ...

Ben und Charlie haben es als Lehrlinge des Royal Institute of Magic in die zweite Klasse geschafft. Morgens müssen sie nun in eine extra vom Institut eingerichtete Schule gehen, um dann am Nachmittag ihre Lehrlingsaufgaben abzuarbeiten. Doch damit nicht genug müssen Ben, Charlie und
Natalie weiter nach dem dritten Teil der magischen Rüstung von Queen Elizabeth I. suchen. Zum Helm haben sie nur einen Hinweis der Ausbildungsleiterin und Hüterin der Stiefel Dagmar: ein altes Foto. Ihnen läuft jedoch die Zeit davon, denn die Dunkelelfen haben ihren Angriff angekündigt… Und als wäre das alles nicht schon anstrengend genug, muss Ben sich mit einem neuen Mitschüler namens Aaron auseinandersetzen, der auch irgendetwas im Schilde zu führen scheint, denn er schart zunehmend die Mitlehrlinge um sich…
Auch der dritte Band der Reihe konnte mich wieder sehr begeistern. Ben erscheint etwas gereifter, auch wenn er gewisse Charakterzüge nicht überwinden kann, seine Schwäche für Herausforderungen zum Beispiel. Er handelt jedoch zunehmend besonnener und durchdachter, denkt immer öfter altruistisch und an die Folgen seiner Taten. Auch Charlie durchlebt eine Figurenentwicklung und überwindet seine Ängste und Schwächen zunehmend öfter. Für mich ist er ja sowieso der heimliche Held dieser Geschichte (#sidekicklove).
Die Story rund um Bens Eltern bekommt noch einen weiteren Aspekt hinzugefügt, der Ben zum Nachdenken darüber bringt, wer seine Eltern überhaupt sind und was genau er eigentlich über sie weiß. Ich bin sehr gespannt, wie sich am Ende alles auflösen wird und was von dem stimmt, was den Greenwoods zur Last gelegt wird. Und auch die Figur des Prinzen Robert bleibt undurchschaubar. Ob er tatsächlich der machtgierige Nachfolger des Throns ist, vor dem Elizabeth die Hüter gewarnt hat? Oder ist er am Ende sogar ein wertvoller und loyaler Verbündeter?
Mit Aaron ist ein neuer Gegenspieler ins Figuren-Ensemble eingeführt worden, dessen Handlungsabsichten noch nicht ganz klar geworden sind. Vielleicht erfahren wir im Folgeband noch etwas mehr über ihn, seine Familie und seine Intentionen. Auf den ersten Blick wirkt er sehr janusköpfig: nach außen hin freundlich und zugänglich, aber Ben gegenüber hat er sein wahres Gesicht inklusive seiner Absichten ja kurz gezeigt. Es bleibt spannend!

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Leider ein schwaches Ende der Reihe

Die Chroniken von Lunis – Das Geheimnis (Die Chroniken von Lunis 3)
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Mia kämpft mit sich und ihren Gefühlen. Der König der Finsternis hat ihren Vater getötet und Mia fühlt sich verantwortlich. Sie sinnt auf Rache und tarnt diese mit dem Vorhaben, ihren Freund Miles aus ...

Mia kämpft mit sich und ihren Gefühlen. Der König der Finsternis hat ihren Vater getötet und Mia fühlt sich verantwortlich. Sie sinnt auf Rache und tarnt diese mit dem Vorhaben, ihren Freund Miles aus den Fängen des Königs zu befreien, dessen Körper der König besetzt. Doch alles steht und fällt mit der Befreiung von Ria, der Schwester des Königs der Finsternis, die von Königin Katiya in Stella gefangen gehalten wird. Und für dieses Vorhaben muss es Mia endlich gelingen, ihre Wächterkräfte zu beherrschen, was allerdings gar nicht so einfach ist, wenn man von Rachegedanken getrieben wird…
Die Reihe begann unglaublich stark. Das Weltensetting ist so innovativ und bezaubernd, die Idee mit den Umbra, mit denen die Menschen von Lunis eine enge Beziehung eingehen können, fand ich toll und erinnerte mich an die Daimonen aus der „Der Goldene Kompass“-Reihe. Band 2 endete spannend und dramatisch, sodass ich den letzten Teil der Trilogie herbeigesehnt habe. Leider hat mich das Finale enttäuscht. Unsere Protagonistin ist getrieben von Hass und Rachegelüsten, sie handelt irrational und unfair, impulsiv und sie macht sich selbst zu einer Einzelgängerin und Außenseiterin. Schade, ich mochte Mia eigentlich als starke Persönlichkeit sehr, aber hier passte ihre Entwicklung zu einer so verbitterten Figur nicht.
Außerdem verlief der Endkampf viel zu unspektakulär und glatt. Eine Gruppe Jugendlicher, teilweise noch Kinder, wollen eine professionell ausgebildete Königsgarde einfach so überwältigen können? Die Konsequenzen der Handlungen waren viel zu wenig überlegt und durchdacht. Und was mich mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen hat: Wo zum Teufel ist Königin Katiya hin am Schluss? Diese Leerstelle war mir schlicht und ergreifend zu groß und passte nicht zu Mias Entwicklung, die der Ungerechtigkeit ein für alle Mal ein Ende setzen wollte. Und dann lässt sie die Königin entkommen und versucht nicht, sie zu finden? Das ist inkonsequentes Erzählen.
Im Gesamtergebnis gefiel mir die Reihe dennoch gut und ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten!

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Ich bleibe im Zwiespalt zurück…

Blood of Hercules
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Alexis wächst in einer Welt auf, in der blutrünstige Titanen Menschen angreifen und die Götter selbst miteinander im Krieg liegen und sich nicht für die Menschen und deren Belange interessieren. Alexis ...

Alexis wächst in einer Welt auf, in der blutrünstige Titanen Menschen angreifen und die Götter selbst miteinander im Krieg liegen und sich nicht für die Menschen und deren Belange interessieren. Alexis lebt mit ihrem Pflegebruder Charlie bei Pflegeeltern, die nicht nur drogenabhängig sind, sondern ihre Pflegekinder auch mittels körperlicher Gewalt erziehen. Nachdem die Mutter bei einem Angriff ums Leben kommt und der Vater dafür verhaftet wird, leben Alexis und Charlie auf der Straße. Sie schafft es dennoch, die Schule zu beenden und wird bei ihrem Abschlusstest durch einen Blutnachweis als „Mischblut“ eines Spartaners identifiziert. Alle Abkömmlinge eines spartanischen Hauses müssen sich mit 19 Jahren zunächst einem Kampf auf Leben und Tod im Kolosseum in den Dolomiten stellen, und nur die überlebenden zehn Spartaner dürfen sich der Feuerprobe stellen. Nie musste Alexis härter um ihr Leben kämpfen als jetzt…
Ich musste die Geschichte etwas sacken lassen, bevor ich meine Rezension schreiben konnte. Denn sie ist intensiv, erschütternd, aufwühlend, brutal, leiderfüllt, aber auch auf ihre eigene Art sarkastisch und witzig. Dennoch konnte sie mich nicht vollends überzeugen. Und das hat folgende Gründe:
ACHTUNG SPOILER!

1. Genremäßig würde ich es im Bereich Dystopie und Fantasy einordnen, mit kleinen Einschlägen von Dark Academia, aber auf gar keinen Fall in irgendeiner Weise im Romance Bereich! Nichts könnte ferner sein als der Liebesbegriff in dieser Geschichte…
2. Die Tropes, die der Verlag hier zuordnet, passen für mich auch nicht so recht. „Reverse Harem“ sehe ich zum Beispiel nicht, da es für mich eine bewusste Entscheidung für eine romantische Beziehung mit mehreren Männern beinhaltet. Alexis hat hier jedoch nie ein Mitspracherecht, wer ihr – auf völlig verquere und nahezu krankhafte Weise – den Hof macht. Es ist also alles andere als auf Freiwilligkeit und eigenem Willen basierend, was für mich das Trope des „Reverse Harem“ ausmacht. „Dark Reverse Harem“ könnte ich noch etwas nachvollziehen, wobei auch hier der Romantik-Aspekt nicht gegeben ist. Und „Morally Grey“ ist der Love Interest auch nicht mehr, eher pechschwarz mit lauter Red Flags auf den Körper tätowiert…
3. Das Ausmaß an Misogynie in dieser Geschichte und die Menge an Red Flags sind für mich kaum auszuhalten. Hier wird eine toxische Männlichkeit dargestellt, die selbst für die Dark-Genres echt zu viel ist. Bis auf zwei Beziehungen sind alle im Buch aufgezeigten Verbindungen in irgendeiner Form toxisch. Die (Gewalt-)Fantasie in Verbindung mit Frauen, die hier immer als schwach und minderwertig dargestellt werden, sind grenzwertig, wie ich finde – auch, wenn es der Protagonistin mehr oder weniger gefällt. Man mag von patriarchalen Strukturen mit veralteten Gesellschaftsauffassungen und Bevormundung von Frauen halten, was man möchte, aber mir war es hier schlicht und ergreifend zu viel. Es geht recht derb und brutal zu, stellenweise wird sogar eine Art Freude am Töten bzw. Verletzen deutlich.
4. Das hier als Vorlage verwendete antike Götterpersonal hat kaum etwas mit den historischen griechischen Göttern zu tun. Dessen sollte man sich bewusst sein und sich frei von bereits bekanntem Wissen dazu machen, denn sonst tut man sich schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Jedenfalls ging es mir so.
5. Die Protagonistin Alexis hat mir vom Grundgerüst her gefallen. Sie ist loyal ihrem Bruder gegenüber, sie ist zäh, erfinderisch, zielstrebig, zeitgleich aber auch psychisch und physisch fragil, traumatisiert (was kein Wunder ist bei der Kindheit) und ja, vielleicht auch suizidgefährdet. Aber die Kombination aus allem lässt sie sehr authentisch wirken, ich konnte mich mehrmals gut in sie hineinfühlen. Alles, was sie am Leben hält, ist ihr Wille und ihr Zynismus, mit dem sie hin und wieder für Lacher gesorgt hat. Was mich jedoch durchgängig störte – und das ist ein generelles Problem dieser Geschichte, ohne das das Konzept der Autorin jedoch wohl auch nicht aufgehen würde – ist der Mangel an Kommunikation. Alexis hätte so viele Situationen auflösen können, wenn sie nur einmal ihre Gedanken laut ausgesprochen hätte! Das hat mich zur Weißglut getrieben… So wirkte sie leider oftmals wie ein verhuschtes, verschüchtertes kleines Mädchen, dass Angst vor Männern hat – was nicht ferner von der Realität sein könnte! Sehr schade…
6. Die Menge an Leerstellen in diesem Buch hat mich teilweise gestört. Zum Beispiel Alexis‘ blindes Auge: Sie wurde mehrfach von Ärzten untersucht, aber keiner hat herausgefunden, dass sie links blind und gehörlos ist? Niemand hat sie auf die Geräusche angesprochen, die sie von sich gegeben haben muss, wenn sie mit ihrer Schlange Nyx gesprochen hat? Außerdem kam es durch das vermehrte Auftreten von Zeitsprüngen durch Ohnmachten oder Blackouts von Alexis zu einer Zeitraffung, die unnötig gewesen wären, wenn es im Feuerprobenalltag mehr Abwechslung gegeben hätte. Stellenweise gab es wirklich Längen in der Geschichte durch Wiederholungen und immer gleiche Abläufe.
7. Der letzte Kritikpunkt richtet sich mehr an den Verlag als an die Geschichte an sich, denn die Menge an Rechtschreibfehlern, die nicht aufgefallen sind, sind wohl eher einer Ungenauigkeit im Lektorat geschuldet.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch den Schreibstil der Autorin, denn die 600 Seiten lasen sich zügig und trotz meiner Kritikpunkte fesselnd durch. Bei der Covergestaltung könnte man Verbesserungen vornehmen, die dem Inhalt etwas gerechter werden, aber das stört mich nur zweitrangig.
Ich bin dennoch gespannt auf den zweiten Band, will ich doch schließlich wissen, wie es Alexis weiter ergeht!

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Die Spurenfinder bekommen Verstärkung!

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Ein Jahr nach den Geschehnissen des ersten Bandes wird Elos von Bergen - samt seiner Kinder Ada und Naru (von denen wir nun wissen, dass es nicht seine leiblichen Kinder sind) - von König Fredlaff an den ...

Ein Jahr nach den Geschehnissen des ersten Bandes wird Elos von Bergen - samt seiner Kinder Ada und Naru (von denen wir nun wissen, dass es nicht seine leiblichen Kinder sind) - von König Fredlaff an den Hof in Iriandria berufen. Denn dem Herrscher ist sein Drachenzepter aus der Schatzkammer abhandengekommen, das einen hohen symbolischen Wert für das Königreich Dreibrücken besitzt. In der Hauptstadt treffen die Spurenfinder dann auf weitere, vom König engagierte Spurensucher, die mit teilweise sehr fragwürdigen Methoden ans Werk gehen. Doch dass das verschwundene Drachenzepter erst die Spitze des Eisberges von Intrigen und Geheimnissen ist, zeigt sich schnell. Können die von Bergens dem Rätsel erneut auf die Spur kommen?
Ich muss gestehen: Band 2 konnte mich nicht so sehr begeistern wie der erste Teil. Es fehlte mir etwas an Wortwitz und an den bissigen Schlagabtauschen zwischen den Kindern untereinander, aber auch mit Elos. Der Autor (und die Autorinnen!) konnte seine größte Stärke, nämlich das Spiel mit Worten, hier nicht so stark einbringen, wie es noch im ersten Band der Fall war. Zudem verlief die Spannungskurve bis kurz vor Ende doch recht flach, was ich ebenfalls etwas schade fand. Zudem war der rote Faden hin und wieder hinter Abzweigungen verschwunden, die die Geschichte doch gelegentlich nahm und damit kurz vom Haupterzählstrang fortführte. Man musste schon bei der Sache bleiben, um die Haupterzählung inmitten der Binnenerzählungen nicht aus den Augen zu verlieren.
Wir Leser*innen erhalten mehr Einblick in Elos‘ nicht immer ganz so blütenreine Vergangenheit und treffen dabei auf alte Bekannte und neue Gesichter. Auch das Geheimnis um Adas und Narus Herkunft wird ein klein wenig aufgedeckt. Es ist aber definitiv noch Potenzial für einen dritten Band vorhanden!
Zur Printausgabe: Bernd Kissel hat auch den zweiten Band mit seinen Bleistift-Illustrationen aufgewertet. Bei den Darstellungen handelt es sich vorrangig um Abbildungen der in der Geschichte auftretenden Figuren, die er mit großer Liebe zum Detail zum Leben erweckt. In Kombination mit der Darstellung der Kleidung und/oder der Umgebung wird das frühneuzeitliche Bild dieser Geschichte erst richtig rund. Auch das Cover passt von der Gestaltung zum ersten Band, sodass beide Bücher nebeneinander im Regal stimmig zusammenpassen.
Zum Hörbuch: Marc-Uwe Kling hat auch diesen Band wieder selbst eingesprochen, wodurch die Geschichte in jedem Fall eine Aufwertung erfährt. Für mich sind Hörbücher von Marc-Uwe Kling ein absolutes Muss, denn keiner kann seine eigene Geschichte besser interpretieren als der Autor selbst. Die Figuren waren direkt wiedererkennbar und auch neuen Charakteren verlieh Kling ihr eigenes Timbre.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Lerne die Spellcrafter von London kennen!

Spellcraft, Band 1 - Die Magie der silbernen Flamme
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Lucy Fairwright ist eine normale 12jährige, die bei ihrer Großmutter in London lebt. Naja, ‚normal‘ bis auf die Tatsache, dass sie eine Spellcrafterin ist, die mit ihrem magischen Atem Glas in viele nützliche ...

Lucy Fairwright ist eine normale 12jährige, die bei ihrer Großmutter in London lebt. Naja, ‚normal‘ bis auf die Tatsache, dass sie eine Spellcrafterin ist, die mit ihrem magischen Atem Glas in viele nützliche Dinge verwandeln und ihnen dabei einen Funken Magie einhauchen kann. Auf dem Großen Workshop will Lucy ihre erste Lehrlingsarbeit vorstellen – einen Löffel, der anzeigt, wenn der ihn Haltende lügt. Doch es kommt ganz anders: Lucys Großmutter wird aus ihrem Büro auf spektakuläre Weise entführt! Man vermutet, dass es der Eisenorden auf die Glasbläsermeisterin abgesehen hat, denn der Orden hasst alles, was mit Magie und den Spellcraftern zu tun hat und verwendet Eisen gegen sie, da dieses Metall die magischen Fähigkeiten hemmt. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Renly begibt Lucy sich auf eigene Faust auf die Suche nach ihrer Großmutter und deckt dabei gefährliche Geheimnisse der magischen Gemeinschaft auf, denn sie bekommen es sehr schnell mit einer aus purer Aethermagie bestehenden Kreatur zu tun…
Nachdem die Autorin in ihrer ersten Jugendbuch-Reihe in die Tiefen der Erde, nach Catacombia, abgetaucht ist, reisen wir nun in eine magische Parallelwelt von London. Der Einstieg in die Geschichte erfolgt ohne Umschweife und sehr ausführlich. Für mich persönlich sehr gut nachvollziehbar, für jüngere Leser (Altersempfehlung des Verlags ab 10 Jahren – ich empfehle jedoch 12 Jahre) aber vermutlich etwas zu komplex und umfangreich. Ich hätte mir ein Glossar gewünscht, das die drei Talente der Spellcrafter aufzählt, die jeweiligen Wappen dazu, die drei goldenen Regeln der Spellcrafter usw. Ich denke, das wäre sehr hilfreich und würde der Überschaubarkeit zuträglich sein.
Schon nach nur wenigen Seiten steigt die Spannungskurve stark an und bleibt auch bis zum Ende konstant hoch. Der Schreibstil war schnell lesbar, gut verständlich und flüssig. Die Kapitellängen finde ich für das angesprochene Publikum auch vertretbar lang.
Ein echter Zugewinn für diese Geschichte ist das Figurenensemble. Lucy durchlebt eine Figurenentwicklung, die an manchen Punkten vielleicht etwas zu schnell, aber dafür doch authentisch genug ist, um vertretbar zu sein. Den größten Schatz dieser Geschichte stellt aber ihr bester Freund Renly dar, denn er ist ein strahlendes Beispiel für einen besten Freund: Er ist durchweg loyal, hilfsbereit, kreativ und immer zur Stelle, wenn man ihn braucht – auch, wenn er schreckliche Angst hat. Ein wunderbares Vorbild für junge Leser! Aber auch die weiteren Figuren ergeben ein schlüssiges Ganzes, denn trotz ihrer charakterlichen Divergenzen ist jede Figur für sich genommen einzigartig und ein wichtiger Baustein dieser Geschichte. Ein schlichtes schwarz-weiß Denken, Gut gegen Böse, Magier gegen „Dimmer“ (= Nicht-Magier) gibt es hier nur auf den ersten Blick… Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die Hauptthemen dieser Geschichte Freundschaft, Zusammenhalt, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Überwindung von gesellschaftlichen Grenzen sind.
Mir hat „Spellcraft“ viel Spaß beim Lesen gemacht. Die ein oder andere Frage blieb offen, weshalb es einen Stern Abzug gibt. Aber ich freue mich auf Band 2 im Herbst!

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