Profilbild von Hundenaerrin

Hundenaerrin

Lesejury Star
offline

Hundenaerrin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hundenaerrin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Leider nichts für mich

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
0

August, Wren, Irene, Masika, Emilio und Olivier haben nur ein Ziel: Bei der Dekadenfeier der Blackwood Academy als bester Schüler des Jahrzehnts proklamiert zu werden, und somit unter die Lehrenden der ...

August, Wren, Irene, Masika, Emilio und Olivier haben nur ein Ziel: Bei der Dekadenfeier der Blackwood Academy als bester Schüler des Jahrzehnts proklamiert zu werden, und somit unter die Lehrenden der Academy aufzusteigen – oder endlich in das Leben nach dem Tod einzutreten. Denn die sechs Studenten der Blackwood haben eins gemeinsam: Sie sind tot und nach ihrem Ableben in der Academy gelandet. Doch dieses Mal verläuft die Dekadenfeier anders als sonst: Die Studenten sollen um ihren Sieg kämpfen und nur, wer am Ende alle Trials überlebt, kann aufsteigen. Werden aus Freunden nun erbitterte Feinde?
Aus sechs verschiedenen Perspektiven erfahren wir Leserinnen nur häppchenweise etwas über die Blackwood Academy, ihre Magie und über die jeweiligen Figuren des Point of View. Meines Erachtens war der häufige Perspektivwechsel in Kombination mit den wenigen Informationen über das Weltensetting und die Academy einfach zu unübersichtlich, zu unstrukturiert, zu sprunghaft und zu langweilig. Der Einstieg war daher für mich schwierig und langatmig. Ich musste mich wirklich motivieren, weiterzulesen… Doch auch meine Hoffnung, dass sich im Verlauf der Geschichte mehr erklären würde zur Weltengestaltung, dem System der Magie und der Academystruktur, wurden im Keim erstickt. Was genau ist denn nun „Schattenmagie“? Und wieso funktioniert der Äther wie eine Venusfliegenfalle, in die sich Seelen verirren?
Auch die Figuren konnten mich so gar nicht überzeugen. Der Einzige, der ein wenig meiner Sympathie erlangen konnte, war Emilio, denn er scheint kein dunkles Geheimnis mit sich herumzutragen, so wie die anderen. Irene und August sind ehrgeizzerfressen, Wren und Masika scheinen etwas gemäßigter, aber dennoch unbedingt siegen zu wollen und für Olivier ist das Leben nach dem Tod eine Art Spiel. Alles erscheint eher wie eine Zwangsgemeinschaft mit mehr schlecht als recht funktionierenden Liebeleien. Es wirkte auf mich auch arg gestellt. Denn: Die sechs kennen sich teilweise schon jahrzehntelang und plötzlich lässt sich die große Liebe blicken? Passt für mich einfach gar nicht. Kommunikation findet innerhalb der Gruppe nicht statt, ihre Traumata werden weder angesprochen noch aufgearbeitet, was wiederum die zwischenmenschlichen Beziehungen enorm stört. Für mich einfach nur anstrengend!
Einzig das Thema dieser Geschichte konnte mich etwas abholen: Wer sind wir ohne unsere Erinnerungen? Definiert sich Menschlichkeit über Erinnerungen? Oder doch über unsere zwischenmenschlichen Beziehungen in Form von Freundschaften oder Liebesbeziehungen? Jede
r der sechs muss eine Antwort für sich selbst finden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2025

Eine magisch-düstere Detektivgeschichte

Magic of Moon and Sea. Die Diebin der vielen Gesichter
0

Ista Flit lebt in einer Welt, in der fast alle Menschen mit Gezeitenmagie geboren werden. Jeder erhält dabei eine ganz eigene Begabung, die bei Flut stärker ausgeprägt ist als bei Ebbe. Ista zum Beispiel ...

Ista Flit lebt in einer Welt, in der fast alle Menschen mit Gezeitenmagie geboren werden. Jeder erhält dabei eine ganz eigene Begabung, die bei Flut stärker ausgeprägt ist als bei Ebbe. Ista zum Beispiel kann die Gestalt von Personen annehmen, die ihr schon einmal begegnet sind. Als sie in den Ort Shelwich reist, um ihren verschwundenen Vater zu suchen, rettet ein zwielichtiger Mann namens Alexo ihr das Leben und stiehlt ihr die Klarinette ihres Vaters, um Ista dazu zu zwingen, kleinere Aufträge für ihn zu erledigen. Gezwungenermaßen willigt sie ein und wird so unfreiwillig zur Meisterdiebin von Shelwich. Doch irgendetwas ist komisch in dieser Stadt… Es verschwinden immer mehr Menschen nach Angriffen von Grilks - Monster mit Flügeln und glühenden Augen. Ista kommt das Ganze komisch vor und so beginnt sie, gemeinsam mit ihren neu gefundenen Freunden Nat und Ruby, die beide auch geliebt Menschen durch die Grilks verloren haben, Fragen zu stellen und den Monstern auf die Spur zu kommen.
Die Stimmung dieser Geschichte ist wirklich düster und ein wenig gruselig. Damit hatte ich, zugegebenermaßen, nicht gerechnet. Es hat mich ein wenig an die Eeri-on-Sea-Reihe von Thomas Taylor erinnert: Ein verschlafenes Küstenstädtchen, das mit und durch die Magie lebt, in der mystisch-magische Wesen die Bewohner erschrecken und starke und junge Protagonisten, die alle Erwachsenen mit ihrem Mut in die Tasche stecken. Ista war mir sehr sympathisch und ist authentisch und ihrem Alter entsprechend angelegt. Ich habe gern mit ihr mitgefühlt und ihre Wandlung von einem einsamen, verlassenen Mädchen, das betrogen wurde, hin zu einer starken Persönlichkeit, die für sich selbst einsteht, endlich Freundschaften schließt und sich für andere öffnen kann, erlebt. Erwartet hatte ich eine kindlich angepasste Fantasy-Geschichte rund um Magie und Verwandlung. Bekommen habe ich eine spannende, finstere Detektivgeschichte mit toller Figurenentwicklung mit den Themen Zusammenhalt, Freundschaft, Mut und Vertrauen.
Einen Stern Abzug gibt es lediglich, weil ich einige Elemente des Buches zu verworren und zu komplex für eine Kindergeschichte ab 10 Jahren finde. Eine Altersfreigabe ab 12 Jahren wäre meiner Meinung nach angemessener – allein schon wegen des Gruselfaktors.
Ich bin gespannt auf das nächste Abenteuer mit Ista! Ob sie ihren Vater wohl wiederfinden wird?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2025

Auftaktbände sind Anna Bennings Spezialität!

To Tempt a God
0

In Auroras Stadt „Silver City“ herrscht einmal im Jahr große Angst, nämlich dann, wenn die Götter neue Diener, genannt Valets, unter den Menschen auswählen. Diese Valets werden in einem Ritual an ihren ...

In Auroras Stadt „Silver City“ herrscht einmal im Jahr große Angst, nämlich dann, wenn die Götter neue Diener, genannt Valets, unter den Menschen auswählen. Diese Valets werden in einem Ritual an ihren Gott gebunden und können sich daher räumlich nicht sehr weit voneinander entfernen, ohne dass der Valet Schmerzen erleidet oder im schlimmsten Fall sogar stirbt. Aurora selbst hält sich in diesen Wochen meist versteckt, sodass sie den Sentinals, den roboterähnlichen Soldaten der Götter, gar nicht erst auffällt. Doch dieses Mal muss sie das Risiko eingehen, denn ihr Bruder liegt seit einem Sturz vor einem Jahr im Koma und benötigt für die Heilung dringend Götterlicht, welches Aurora auf den höchsten Dächern der Stadt einfängt. In der darauffolgenden Nacht bricht ein junger Mann in das Antiquitätengeschäft ihres Ziehvaters Julien ein. Er ist jedoch nicht auf Geld aus, sondern er bemächtigt sich eines leeren Buches und einiger Gläser Götterlicht. Am nächsten Tag geschieht, wovor Aurora sich ihr Leben lang gefürchtet hat: Sie wird als Valet berufen. Und kein geringerer als der Einbrecher der Vornacht kauft sie, denn er ist der Sohn des Exarchon, des Herrschers der Götter. Ob Aurora in der Hölle oder dem Himmel gelandet ist, muss sich erst noch zeigen, denn beide verbergen Geheimnisse voreinander…
Anna Benning ist die ungeschlagene Meisterin der Auftaktbände! In allen drei Reihen ist es ihr bisher anstandslos gelungen, mich sofort für ihre Geschichte und die darin erschaffene neue dystopische Welt zu vereinnahmen! Ich konnte mich sehr gut in die Welt der Götter und Valets hineinfinden und hatte Silver City als eine Stadt vor Augen, die wohl Coruscant bzw. Galactic City aus Star Wars sehr ähneln dürfte mit seinen verschiedenen Ebenen und dem damit einhergehenden gesellschaftlichen Gefälle.
Ja, diese Welt ist brutal. Sklaverei, Misshandlungen, Verstümmelungen und der Tod sind ständig präsente Themen in dieser Geschichte. Wer damit ein Problem hat, der sollte sie besser meiden. Es ist emotional sehr aufwühlend; einige Szenen haben mich doch ganz schön mitgenommen. Aber gerade diese Gefühlskälte der Götter macht diese Dystopie so menschlich nachvollziehbar.
Die Protagonistin Aurora gefiel mir sehr. Sie handelt nicht kopflos, ist eher überlegt und reflektiert, ihrer Familie gegenüber sehr loyal und eine echte Sympathieträgerin. Colden bleibt bis zum Schluss etwas mysteriös, janusgesichtig, wenn auch Aurora gegenüber immer ehrlich und bedacht.
Der doppelte Cliffhanger dieses ersten Bandes war vielversprechend und gibt einen kleinen Ausblick in das, was uns im nächsten Teil erwartet: Weitere Kämpfe, mehr Herzschmerz und ein weiterer, unbekannter Gegner! Ich freu mich drauf und blicke dem Herbst gespannt entgegen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2025

Alte und neue Feinde, aber ein gleichbleibendes Spannungslevel

Royal Institute of Magic, Band 3 - Der Angriff der Dunkelelfen
0

Ben und Charlie haben es als Lehrlinge des Royal Institute of Magic in die zweite Klasse geschafft. Morgens müssen sie nun in eine extra vom Institut eingerichtete Schule gehen, um dann am Nachmittag ihre ...

Ben und Charlie haben es als Lehrlinge des Royal Institute of Magic in die zweite Klasse geschafft. Morgens müssen sie nun in eine extra vom Institut eingerichtete Schule gehen, um dann am Nachmittag ihre Lehrlingsaufgaben abzuarbeiten. Doch damit nicht genug müssen Ben, Charlie und
Natalie weiter nach dem dritten Teil der magischen Rüstung von Queen Elizabeth I. suchen. Zum Helm haben sie nur einen Hinweis der Ausbildungsleiterin und Hüterin der Stiefel Dagmar: ein altes Foto. Ihnen läuft jedoch die Zeit davon, denn die Dunkelelfen haben ihren Angriff angekündigt… Und als wäre das alles nicht schon anstrengend genug, muss Ben sich mit einem neuen Mitschüler namens Aaron auseinandersetzen, der auch irgendetwas im Schilde zu führen scheint, denn er schart zunehmend die Mitlehrlinge um sich…
Auch der dritte Band der Reihe konnte mich wieder sehr begeistern. Ben erscheint etwas gereifter, auch wenn er gewisse Charakterzüge nicht überwinden kann, seine Schwäche für Herausforderungen zum Beispiel. Er handelt jedoch zunehmend besonnener und durchdachter, denkt immer öfter altruistisch und an die Folgen seiner Taten. Auch Charlie durchlebt eine Figurenentwicklung und überwindet seine Ängste und Schwächen zunehmend öfter. Für mich ist er ja sowieso der heimliche Held dieser Geschichte (#sidekicklove).
Die Story rund um Bens Eltern bekommt noch einen weiteren Aspekt hinzugefügt, der Ben zum Nachdenken darüber bringt, wer seine Eltern überhaupt sind und was genau er eigentlich über sie weiß. Ich bin sehr gespannt, wie sich am Ende alles auflösen wird und was von dem stimmt, was den Greenwoods zur Last gelegt wird. Und auch die Figur des Prinzen Robert bleibt undurchschaubar. Ob er tatsächlich der machtgierige Nachfolger des Throns ist, vor dem Elizabeth die Hüter gewarnt hat? Oder ist er am Ende sogar ein wertvoller und loyaler Verbündeter?
Mit Aaron ist ein neuer Gegenspieler ins Figuren-Ensemble eingeführt worden, dessen Handlungsabsichten noch nicht ganz klar geworden sind. Vielleicht erfahren wir im Folgeband noch etwas mehr über ihn, seine Familie und seine Intentionen. Auf den ersten Blick wirkt er sehr janusköpfig: nach außen hin freundlich und zugänglich, aber Ben gegenüber hat er sein wahres Gesicht inklusive seiner Absichten ja kurz gezeigt. Es bleibt spannend!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2025

Leider ein schwaches Ende der Reihe

Die Chroniken von Lunis – Das Geheimnis (Die Chroniken von Lunis 3)
0

Mia kämpft mit sich und ihren Gefühlen. Der König der Finsternis hat ihren Vater getötet und Mia fühlt sich verantwortlich. Sie sinnt auf Rache und tarnt diese mit dem Vorhaben, ihren Freund Miles aus ...

Mia kämpft mit sich und ihren Gefühlen. Der König der Finsternis hat ihren Vater getötet und Mia fühlt sich verantwortlich. Sie sinnt auf Rache und tarnt diese mit dem Vorhaben, ihren Freund Miles aus den Fängen des Königs zu befreien, dessen Körper der König besetzt. Doch alles steht und fällt mit der Befreiung von Ria, der Schwester des Königs der Finsternis, die von Königin Katiya in Stella gefangen gehalten wird. Und für dieses Vorhaben muss es Mia endlich gelingen, ihre Wächterkräfte zu beherrschen, was allerdings gar nicht so einfach ist, wenn man von Rachegedanken getrieben wird…
Die Reihe begann unglaublich stark. Das Weltensetting ist so innovativ und bezaubernd, die Idee mit den Umbra, mit denen die Menschen von Lunis eine enge Beziehung eingehen können, fand ich toll und erinnerte mich an die Daimonen aus der „Der Goldene Kompass“-Reihe. Band 2 endete spannend und dramatisch, sodass ich den letzten Teil der Trilogie herbeigesehnt habe. Leider hat mich das Finale enttäuscht. Unsere Protagonistin ist getrieben von Hass und Rachegelüsten, sie handelt irrational und unfair, impulsiv und sie macht sich selbst zu einer Einzelgängerin und Außenseiterin. Schade, ich mochte Mia eigentlich als starke Persönlichkeit sehr, aber hier passte ihre Entwicklung zu einer so verbitterten Figur nicht.
Außerdem verlief der Endkampf viel zu unspektakulär und glatt. Eine Gruppe Jugendlicher, teilweise noch Kinder, wollen eine professionell ausgebildete Königsgarde einfach so überwältigen können? Die Konsequenzen der Handlungen waren viel zu wenig überlegt und durchdacht. Und was mich mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen hat: Wo zum Teufel ist Königin Katiya hin am Schluss? Diese Leerstelle war mir schlicht und ergreifend zu groß und passte nicht zu Mias Entwicklung, die der Ungerechtigkeit ein für alle Mal ein Ende setzen wollte. Und dann lässt sie die Königin entkommen und versucht nicht, sie zu finden? Das ist inkonsequentes Erzählen.
Im Gesamtergebnis gefiel mir die Reihe dennoch gut und ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere