Profilbild von Inourfaults

Inourfaults

Lesejury-Mitglied
offline

Inourfaults ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Inourfaults über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2020

...ist Ansichtssache

Die perfekte Sünde
0

Helen Fields viertes Buch der 'Perfekt'-Reihe steht den Vorgängern in nichts nach, tatsächlich hat mich dieser Band wieder besser abholen können als der vorherige Band (Die perfekte Strafe).

Die Bände ...

Helen Fields viertes Buch der 'Perfekt'-Reihe steht den Vorgängern in nichts nach, tatsächlich hat mich dieser Band wieder besser abholen können als der vorherige Band (Die perfekte Strafe).

Die Bände sind alle separat lesbar, allerdings wurde auch durch die Leserunde nochmal deutlich, dass es sich empfiehlt die Vorherigen zu lesen.

Zu Beginn des Buches begeben wir uns ganz in Fields-Manier direkt ins Geschehen, in die letzten Momente des ersten Opfers, der achtzehnjährigen Zoey.
Man entfernte ihr große Hautfetzen, präzise geschnitten, teilweise mit Wundversorgung und entledigt sich ihrer letztendlich so unterversorgt, dass ihr Kampf nur grausam und verzweifelt wirken kann.

Zoey hatte kein einfaches Leben, ihre Vergangenheit ist mit Gewalt und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet. Gerade dass sie zum Opfer wurde, treibt die Grausamkeit noch einmal voran, man kann die Beweggründe nicht verstehen, wieso Zoey?

Es werden weitere Frauen entführt.

Wer die vorherigen Bände gelesen hat, darf sich freuen: Christine Salter kehrt zurück!
Sie ermittelt in dem zweiten Fall, um den es in diesem Band geht. Es geht um einen drogenabhängigen Obdachlosen, dem man präzise den Buchstaben Z über die Gänze seines Gesichts geritzt hat. Auch hier werden weitere Opfer gefunden.

Die Ermittlungen in beiden Fällen gehen rasch voran, mit der einen oder anderen Hürde, Sackgassen und Täuschungen. Mir fiel es schwer, überhaupt Vermutungen über den weiteren Lauf der Ermittlungen anzustellen und häufig lag ich auch daneben.

Die Motive der Täter waren lange Zeit überhaupt nicht ersichtlich. Der Titel wurde leider nicht aus dem englischen übernommen. Tatsächlich ist es der Titel des sechsten Teils und führte lange Zeit in die Irre. Der Originaltitel lautet 'perfect silence' also 'perfekte Stille'.

Neben den Ermittlungen kommt es in diesem Teil zu vielen Nebenschauplätzen, in denen etwas sehr breit das psychologische Befinden, Sexualleben und Verhalten einiger Personen beleuchtet wird. Was mich nicht sonderlich gestört hat, aber für Neuleser etwas too much sein könnte...

Besonders begeistern konnten mich der letzte Abschnitt des Buches. Es ist eben nicht immer alles so wie es scheint, Fehler werden gemacht, Dinge übersehen und das ein oder andere mal ist man als Leser versucht wie im Horrorfilm zu rufen "geh doch da hin!" oder "Oh nein, tu das nicht!". Wir werden mit einem Ende zurückgelassen, dass mich sofort den nächsten Teil wünschen lässt.

Für mich unterscheidet sich dieses Buch nochmal deutlich von den anderen. Manches, was ich in vorherigen Teilen kritisiert habe, wurde hier besser gemacht und allgemein muss man hervorheben, wie gut Helen Fields schreibt. Ihre Schauplätze sind alle so deutlich, als würde man einen Film sehen. Das Einzige was daran nicht so gefiel waren einige zu gewählten Fremdworte.Die Charaktere sind bis auf wenige Ausnahmen alle gut ausgearbeitet und die Geschichte hat Ecken und Kanten.

4/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 30.11.2019

Die perfekten Umstände zu sterben...

Die perfekte Strafe
2

In Helen Fields drittem Buch rund um DI Luc Callanach und DCI Ava Turner soll es um den perfekten Tod gehen, wenn man dem Originaltitel trauen darf (the perfect death) und sollte den deutschen Titel dennoch ...

In Helen Fields drittem Buch rund um DI Luc Callanach und DCI Ava Turner soll es um den perfekten Tod gehen, wenn man dem Originaltitel trauen darf (the perfect death) und sollte den deutschen Titel dennoch nicht aus den Augen verlieren...

Dieser Thriller startet mit dem Ableben Lilys. Der erste Satz "Lilys Leben war so gut wie vorbei, sie wusste es nur noch nicht." zeigt einem gleich die Sichten: Wir begleiten das kommende Opfer aus Täterperspektive. Die Protagonisten DI Callanach und Turner ermitteln in dem Fall und müssen sich nebenbei noch mit anderen Dingen beschäftigen, wie einer weiteren Ermittlung oder der Aufarbeitung familiärer Probleme.

Schnell sticht eine Person aus der ganzen Szenerie hervor, der die Hinterbliebenen auf seine Weise tröstet, für Sie da ist und versucht den Übergang leichter zu gestalten. Ich für meinen Teil habe viele Theorien Seinetwegen gehabt als auch über die anderen Mörder oder evtl. kommenden Opfer... dennoch war recht schnell ein roter Faden erkennbar. Und am Ende war es leider typisch Fields: Schnell zum Ende kommen. Das schmälert natürlich das Lesevergnügen, was nicht heißt dass das Ende nicht gut wäre - die einzelnden Handlungsstränge haben ihre Wege zueinander gefunden und haben sich entsprechend interessant entwickelt.

Da dieser Teil ein dritter Teil einer Reihe ist, empfiehlt es sich die Bände davor zu lesen. Auch, weil sie schlichtweg besser waren. Der Titel wurde leider nicht getreu übernommen, weshalb ich lange brauchte um den Sinn dahinter zu finden. Alles in allem war in diesem Teil verdammt viel los, was mir gut gefallen hat. Das Ende war nicht ganz meins, aber die Aufklärung der Hintergründe waren unerwartet und haben mich vollends überrascht. Darauf wäre ich nie gekommen.

Am Ende eins meiner liebsten Sprüche: "Wer glaubte, ein Mensch stürbe einfach so in den paar Sekunden, die ein Fernsehkrimi dafür einräumte, war ein Idiot. Viel öfter trat der Tod in Erscheinung wie ein langsamer Striptease."
Fields schreibt fantastisch, es lässt sich alles via Kopfkino abspielen... Ihre Wortwahl und Vergleiche reißen bei mir viel und begeistern mich schlicht weg. Ich bewerte diesen Teil mit 3-3,5/5 Sternen.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 24.10.2018

Gibt es die perfekte Unschuld?

Die perfekte Unschuld
0

Der zweite Teil mit dem französischen Ermittler Luc Callanach von Helen Fields spielt wie bereits der erste Teil "die perfekte Gefährtin" in Edinburgh.

Da ich mich auf einen zweiten Teil einer Reihe beworben ...

Der zweite Teil mit dem französischen Ermittler Luc Callanach von Helen Fields spielt wie bereits der erste Teil "die perfekte Gefährtin" in Edinburgh.

Da ich mich auf einen zweiten Teil einer Reihe beworben hatte, habe ich kurz vorher noch schnell den ersten Teil gelesen und möchte vorweg sagen, dass sie zwar zum Verständnis der Entwicklung der Personen Callanach und Turner beitragen, aber auch alleine gelesen werden können.

Zwei Morde in einer Nacht erschüttert Edinburgh. Ein Festivalbesucher inmitten der Masse und eine Frau durch grobe Gewalteinwirkung.
Wir treffen in diesem Thriller auf mehrere komplexe Handlungsstränge, die parallel verlaufen.

Warum diese Opfer, warum diese Nacht? Die einzige Gemeinsamkeit beider Opfer ist die Tatsache, dass sie sich in irgendeiner Art sozial engagierten. Nicht einmal der Tathergang oder Todesursache sind sich ähnlich. Folglich absolut keine Gemeinsamkeiten, keine Beziehungen zueinander.

Während der Ermittlung wird schnell klar, wie der Hase zu laufen hat und der Schreibstil lässt erneut nicht zu wünschen übrig. Mir fiel es unglaublich schwer Pausen einzulegen, weil man des Öfteren auch auf die falsche Fährte geführt wird und es stetig spannend bleibt.. Ich war immer interessiert daran was nun passiert und sei es nur wegen Callanachs persönlicher Beziehungen.

Dieser Thriller bietet alles, was man sich wünscht, wenn man eben mehr als bloße Ermittlungsarbeit erwartet - man kann schmunzeln, entsetzt oder enttäuscht sein, als auch schockiert oder einfach überrascht. Die Wendungen und Twists wären mir in den meisten Fällen niemals so in den Sinn gekommen und wer es gerne etwas brutaler und verstörender mag, der kommt hier auf seine Kosten!

  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Idee
  • Handlung
Veröffentlicht am 04.08.2018

Teils absehbar, spannend und unerwartet!

A Stranger in the House
0

Gelesen in drei Abschnitten ergibt sich ein teilweise gut durchdachter und interessanter Thriller.

Der Plot: Karen wacht nach einem Autounfall im Krankenhaus auf und erinnert sich an die Einzelheiten ...

Gelesen in drei Abschnitten ergibt sich ein teilweise gut durchdachter und interessanter Thriller.

Der Plot: Karen wacht nach einem Autounfall im Krankenhaus auf und erinnert sich an die Einzelheiten des vergangenen Tages nicht mehr. Ihr Mann Tom steht ihr zur Seite und auch ihre Freundin Brigid ist stehts da.
Die große Frage als ein Toter wenige Tage später auftaucht, in dessen Umgebung auch Karens Unfallort lag: Gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen?

Der zweite Fall für Kommissar Rasbach. Ich muss gestehen, dass mir die Ermittlungen teils stümperhaft erschienen. Immerhin werden jedoch die beiden Ereignisse miteinander verknüpft und die entsprechenden Personen werden befragt. Das Ehepaar Krupp, bei dem es offenbar keine Probleme gibt, als auch die Nachbarin Brigid. Brigid selbst ist ebenfalls verheiratet, aber eine wirkliche Bindung zu ihrem Mann Bob lässt sich nirgends feststellen.

Die Figuren des Thrillers sind alle nicht besonders emotionsgeladen, so fehlte es mir öfter auch mal an Hintergründen. Und das Mitfühlen und Mitfiebern bleibt oft aus. Nach und nach erfahren wir mehr über die Vergangenheit von Tom und auch Brigid. Karens Vergangenheit bleibt lange im Dunkeln.

Die Gestaltung des Covers finde ich sehr passend, es wirkt düster und geheimnisvoll. Der Schreibstil der Autorin lässt manchmal zu wünschen übrig in Punkto Wörtervielfalt, dennoch lässt es sich flüssig und zügig lesen.

Mein Fazit:
Wen es nicht stört mit den Figuren nicht stehts mitfühlen zu können und auch nicht allzu genau über alles nachdenkt, kann sich hier von einigen Elementen eines Psychothrillers gut in die Irre führen lassen. Das Ende gleicht eher einer Erzählung, dennoch kommt man eher kaum auf diesen Ausgang der Geschichte.

Ich für meinen Teil kann mich nicht beschweren. Mit den Diskussionen in der Leserunde und eigenen Gedanken nimmt man sich hier wahrscheinlich etwas die Spannung, dennoch war es für mich ein schlüssiges und teils perfides Spiel.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Spannung
  • Psychologie