Was wäre, wenn...?
Die Iden von RomDie Geschichte erscheint uns im Nachhinein immer zwangsläufig. Napoleon verliert die Schlacht um Waterloo, muss ins Exil und bewirkt damit eine Rückkehr der Monarchie. Hitler überlebt das Attentat 1944 ...
Die Geschichte erscheint uns im Nachhinein immer zwangsläufig. Napoleon verliert die Schlacht um Waterloo, muss ins Exil und bewirkt damit eine Rückkehr der Monarchie. Hitler überlebt das Attentat 1944 und führt noch monatelang einen grausamen Krieg mit Millionen Toten. Günther Schabowski liest unvorbereitet etwas von einem Zettel ab und löst damit ungewollt den Mauerfall aus. Es ist für uns nicht vorstellbar, dass alles hätte anders kommen können.
Doch zum Glück haben wir die Literatur, die solche Gedankenspiele ohne Einschränkungen durchspielen kann.
Michael Peinkofer stellt sich in seinem neuen Roman "Die Iden von Rom" die Frage, was wohl im antiken Rom geschehen wäre, wenn Brutus sich eben nicht gegen Cäsar gewandt, sondern das Attentat verhindert hätte. Dabei lässt er den Leser tief ins Zeitalter des antiken Roms eintauchen. Gekonnt vermittelt er einem den Eindruck, wie die Akteure damals agiert und gesprochen haben, welche Hoffnungen und Ängste, welche Vorstellungen sie von Roms Zukunft gehabt haben könnten.
Im Zentrum stehen dabei natürlich Cäsar und Brutus. Doch schafft es Peinkofer, auch die anderen Akteure, die zu dieser Zeit in Politik und Militär tätig waren, authentisch und glaubwürdig darzustellen und die jeweiligen Verbindungen zueinander anschaulich zu beschreiben.
Auf diese Art und Weise wird man von allen Intrigen und Absprachen von Anfang an in den Bann gezogen. Obwohl man weiß, was mit Cäsar (nicht) passieren wird, verfolgt man gebannt das politische Geschehen. Und es lässt einen bis zum Ende nicht mehr los.
In diesem Roman kommen also nicht nur Historiker auf ihre Kosten (auch wenn es für Diese wahrscheinlich nochmal einen Ticken spannender sein dürfte). Wer politische Thriller mag, wird dieses Buch lieben. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.