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Veröffentlicht am 04.04.2021

Rückzug auf die Roseninsel

Die Roseninsel
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Der Roman "Die Roseninsel" spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und vor etwa 100 Jahren, der Zeit, in der Prinzregent Luitpold Bayern regierte, nachdem der Märchenkönig Ludwig gestorben war und ...

Der Roman "Die Roseninsel" spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und vor etwa 100 Jahren, der Zeit, in der Prinzregent Luitpold Bayern regierte, nachdem der Märchenkönig Ludwig gestorben war und dessen Bruder und zugleich Luitpolds Neffe Otto als schizophren galt. Im Roman hat Otto aber eine Tochter mit einer Balletttänzerin gezeugt, Magdalena, die nach dem Tod der Mutter zunächst im Haushalt der Tante aufwächst, aber dann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Otto von Luitpold auf die einsame Roseninsel im Starnberger See verbannt wird. Dort lebt sie unter der Aufsicht einer adeligen Witwe ohne Kontakt zur Außenwelt.

Auf dieser Roseninsel landet in der Gegenwart dann auch Liv, eine junge Berliner Ärztin, die nach einem schockierenden Erlebnis Ruhe und Einsamkeit sucht und sich daher als Vertretung für den verletzten Inselverwalter bewirbt. Johannes, der Sohn des Wirtes vom Gasthaus am Ufer gegenüber der Insel, lässt sich aber nicht so leicht von Liv abwimmeln. Und zudem stößt Liv in der alten Villa auf der Insel auch noch auf Spuren aus der Vergangenheit, die ihre Neugier wecken.

Ich fand die Idee hinter dem Roman gut, teilweise enthielt der historische Teil für meinen Geschmack aber etwas zu viele Beschreibungen von Magdalenas Alltag auf der einsamen Insel, bis dieser Teil der Geschichte dann Tempo aufnahm. Liv ist mir sympathisch, auch wenn sie oft sehr impulsiv handelt oder abweisend ist, aber sie kämpft ja eben auch noch mit der Bewältigung eines traumatischen Erlebnisses. Grundsätzlich ließ der Roman sich flüssig und angenehm lesen, etwas viel für meinen Geschmack waren die eingebundenen bayerischen Bräuche und Traditionen nebst Erklärungen für die "Preißin" Liv, das wirkte teilweise etwas erzwungen.
Der Roman "Die Roseninsel" spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und vor etwa 100 Jahren, der Zeit, in der Prinzregent Luitpold Bayern regierte, nachdem der Märchenkönig Ludwig gestorben war und dessen Bruder und zugleich Luitpolds Neffe Otto als schizophren galt. Im Roman hat Otto aber eine Tochter mit einer Balletttänzerin gezeugt, Magdalena, die nach dem Tod der Mutter zunächst im Haushalt der Tante aufwächst, aber dann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Otto von Luitpold auf die einsame Roseninsel im Starnberger See verbannt wird. Dort lebt sie unter der Aufsicht einer adeligen Witwe ohne Kontakt zur Außenwelt.

Auf dieser Roseninsel landet in der Gegenwart dann auch Liv, eine junge Berliner Ärztin, die nach einem schockierenden Erlebnis Ruhe und Einsamkeit sucht und sich daher als Vertretung für den verletzten Inselverwalter bewirbt. Johannes, der Sohn des Wirtes vom Gasthaus am Ufer gegenüber der Insel, lässt sich aber nicht so leicht von Liv abwimmeln. Und zudem stößt Liv in der alten Villa auf der Insel auch noch auf Spuren aus der Vergangenheit, die ihre Neugier wecken.

Ich fand die Idee hinter dem Roman gut, teilweise enthielt der historische Teil für meinen Geschmack aber etwas zu viele Beschreibungen von Magdalenas Alltag auf der einsamen Insel, bis dieser Teil der Geschichte dann Tempo aufnahm. Liv ist mir sympathisch, auch wenn sie oft sehr impulsiv handelt oder abweisend ist, aber sie kämpft ja eben auch noch mit der Bewältigung eines traumatischen Erlebnisses. Grundsätzlich ließ der Roman sich flüssig und angenehm lesen, etwas viel für meinen Geschmack waren die eingebundenen bayerischen Bräuche und Traditionen nebst Erklärungen für die "Preißin" Liv, das wirkte teilweise etwas erzwungen.

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Eine große Liebe abseits der Konventionen

Die Frau von Montparnasse
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Simone de Beauvoir, die Partnerin von Jean Paul Satre, die schon als junges Mädchen dafür kämpfte, studieren und ein freies Leben führen zu dürfen, anstatt ein Dasein ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Simone de Beauvoir, die Partnerin von Jean Paul Satre, die schon als junges Mädchen dafür kämpfte, studieren und ein freies Leben führen zu dürfen, anstatt ein Dasein als Ehefrau und Mutter zu führen, wie es damals von Frauen erwartet wurde. Mit Jean Paul Satre verbindet sie quasi ihr Leben lang eine sehr intensive, wenngleich unkonventionelle und offene Beziehung, bei der die Freiheit und der intellektuelle Austausch an erster Stelle stehen.

Ich fand es sehr spannend, mehr über diese Frau zu erfahren, die sich viel getraut hat, indem sie einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat als den, den ihre Familie und die Gesellschaft von ihr erwarteten. Für mich persönlich wäre dieses Leben nichts gewesen, aber ich respektiere und bewundere sie dafür, dass sie sich selbst treu geblieben ist. Die Autorin zeichnet ein sehr anschauliches Bild von Simone de Beauvoir und ihrer Beziehung, wobei auch immer wieder deutlich wird, dass auch sie manchmal mit dem Lebensmodell haderte, für das sie sich bewusst entschieden hat.

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Angriff des Killer-Heilbutts?

Der weiße Heilbutt
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Der weiße Heilbutt ist der neunte Band der humorvollen Krimireihe um den Dorfpolizisten Thies Detlefsen und seine Fredenbüller Freunde. Diesmal befinden sie sich auf Amrum, wo sie eigentlich Urlaub machen ...

Der weiße Heilbutt ist der neunte Band der humorvollen Krimireihe um den Dorfpolizisten Thies Detlefsen und seine Fredenbüller Freunde. Diesmal befinden sie sich auf Amrum, wo sie eigentlich Urlaub machen wollen, aber ein riesiger weißer Fisch in Strandnähe und ein abgetrennter Fuß am Strand lassen sie nicht so recht zur Ruhe kommen und Thies und Nicole beginnen ganz offiziell mit den Ermittlungen.

Der Krimi ist humorvoll geschrieben und nimmt so manchen aktuellen Trend auf die Schippe. Zugleich fehlt aber auch eine Dosis Ernsthaftigkeit nicht, in dem beispielsweise Investoren angesprochen werden, die ohne Rücksicht auf die Natur und die Bewohner Luxushotels auf den Nordseeinseln errichten wollen. Die Spannung bleibt fast bis zum Schluss erhalten und die Protagonisten sind gewohnt liebenswert. Auch der Lokalkolorit kommt nicht zu kurz und am liebsten möchte man mit nach Amrum reisen und Tage am Strand verbringen und abends leckere Fischgerichte essen.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Vergangenheit und Gegenwart

Stay away from Gretchen
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Tom Monderath, 45 Jahre alt und mehr oder weniger überzeugter Junggeselle ist ein bekannter Nachrichtensprecher. Seine Mutter Gretchen, 84, lebt wie er nach Abstechern ins Ausland auch wieder, in Köln. ...

Tom Monderath, 45 Jahre alt und mehr oder weniger überzeugter Junggeselle ist ein bekannter Nachrichtensprecher. Seine Mutter Gretchen, 84, lebt wie er nach Abstechern ins Ausland auch wieder, in Köln. Es häufen sich jedoch die Zeichen, dass sie langsam geistig abbaut und dement wird, immer wieder kommt es zu mehr oder weniger gefährlichen Vorfällen. Dies führt dazu, dass Tom quasi gezwungenermaßen mehr Zeit als bisher mit seiner Mutter verbringt und so auch auf immer mehr Spuren aus deren Kindheit und Jugend in Ostpreußen und nach der Flucht vor den Russen in Heidelberg stößt. Ab und an gelingt es ihm auch, ihr Erinnerungen aus dieser Zeit zu entlocken, aber bei einem bestimmten Punkt macht sie dicht und sein journalistischer Ehrgeiz ist geweckt, mehr über die Vergangenheit seiner Mutter und die Rolle des großen, dunkelhäutigen amerikanischen Soldaten zu erfahren. Zeitgleich steckt Europa mitten in der großen "Flüchtlingswelle" und es kommt vermehrt zu Protesten gegen die Aufnahme von weiteren Asylsuchenden, zum Beispiel in Heidenau, und Tom ist durch seine Arbeit besonders mit der Thematik konfrontiert.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Ich mag Bücher, die auf mehreren Zeitebenen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit wechseln. Hier ist dies besonders gut gelungen, indem der Leser immer wieder automatisch Parallelen zwischen den Flüchtlingen aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkrieges und jenen aus Syrien heute sieht. Immer wieder werden echte gesellschaftliche Ereignisse in die Handlung einbezogen und dem Leser so wieder ins Gedächtnis gerufen.
Und auch die Geschichte des 45 jährigen Sohnes, der damit klar kommen muss, dass seine Mutter langsam dement wird, ihr so aber auch nahe wie nie zuvor kommt und manch ihrer Verhaltensweisen in seiner Kindheit nun besser versteht, ist eine sehr wichtige und berührende.
Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Reise auf den Spuren der Vergangenheit

Als wir uns die Welt versprachen
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Die italienische Autorin Romina Casagrande beschäftigt sich in ihrem Roman "Als wir uns die Welt versprachen" mit dem Schicksal der so genannten "Schwabenkinder", Kindern aus armen Südtiroler Familien, ...

Die italienische Autorin Romina Casagrande beschäftigt sich in ihrem Roman "Als wir uns die Welt versprachen" mit dem Schicksal der so genannten "Schwabenkinder", Kindern aus armen Südtiroler Familien, die ihre Heimat verlassen mussten, um harte Arbeit auf schwäbischen Bauernhöfen zu leisten, wo man sie wie Sklaven behandelte. Zwei dieser Kinder, Edna und Jacob, die sich vor gut 80 Jahren auf so einem schwäbischen Bauernhof kennenlernten, stehen im Mittelpunkt der Handlung.

Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Einmal zu der Zeit, als Edna ein junges Mädchen war, das viel ertragen musste und andererseits in der Gegenwart, als Edna beschließt, sich erneut auf die lange Reise nach Süddeutschland zu begeben, nachdem sie Jacob durch einen Zeitschriftenartikel "wiedergefunden hat".

Ich fand es sehr interessant, aber zugleich auch erschreckend, mehr über das Schicksal der "Schwabenkinder" zu erfahren, bisher wusste ich noch nichts von dieser "Praxis". Was Ednas Trip auf den Spuren der Vergangenheit angeht, ist natürlich nicht alles vollkommen realistisch, immerhin ist sie gut 90, daher körperlich nicht mehr topfit und hat zudem noch den Papagei und weiteres Gepäck dabei. Aber von dieser leichten Skurrilität und Metaphorik lebt dieser Roman auch. Auf jeden Fall beeindrucken das Schicksal und zugleich die Stärke und Willenskraft der Protagonistin Edna mich sehr.

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