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Veröffentlicht am 12.10.2017

✎ Andreas Steinhöfel - Trügerische Stille

Trügerische Stille
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Das Buch habe ich von einer Kollegin geschenkt bekommen und einfach in mein Regal gestellt, da ich es noch nicht kannte.
Aufgrund des Covers und des Verlages ging ich von einem Jugendbuch aus und habe ...

Das Buch habe ich von einer Kollegin geschenkt bekommen und einfach in mein Regal gestellt, da ich es noch nicht kannte.
Aufgrund des Covers und des Verlages ging ich von einem Jugendbuch aus und habe mir den Klappentext gar nicht erst durchgelesen. Ich dachte auch, bei ca. 170 Seiten kann ich nicht viel falsch machen.

Die Lektüre liest sich tatsächlich relativ schnell weg, weil sie in etwas größerer Schrift gedruckt wurde - ideal für Jugendliche, die es nicht so mit dem Lesen haben.

Leider habe ich nach dem Umklappen der letzten Seite das Gefühl gehabt, als sei die Geschichte noch nicht fertig. Klar, man ist am Ende angelangt, aber irgendwie fühlte ich mich auf halber Strecke allein gelassen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Thema, welches hier verarbeitet wird, wirklich jugendtauglich ist. Für mich fehlen da einfach sehr viele Erklärungen bzw. viel mehr auch ein Danach. Meiner Meinung nach kann man dies nicht einfach so im Raum stehen lassen. Oder man sollte deklarieren, dass diese Zeilen für ältere Jugendliche geschrieben wurden. Mädchen und Jungen, die dem Kindesalter gerade entwachsen, werden - genau wie ich - mit einem leeren Gefühl zurückbleiben und 1000 Fragezeichen über sich schweben haben.

Neben diesem großen Thema gibt es aber noch einige kleinere, die gut, jedoch viel zu ausführlich beschrieben werden. Sie nehmen mindestens 2/3 des Buches ein - und das ist eindeutig zu viel. Es ist nichts Herausragendes, sondern etwas, was viele Kinder / Jugendliche (gerade) durchmachen und es wird sie nicht sonderlich interessieren.

Als ich nach der Lektüre ein wenig über den Autor geforscht habe, ist mir untergekommen, dass er bereits mehrmals "andere Menschen" als Thema in seinen Büchern aufgegriffen hat. Mich würde interessieren, ob er dies ein wenig intensiver tut, seinen Figuren wirkliches Leben einhaucht.

Mit dem vorliegenden Buch konnte mich Andreas Steinhöfel also leider nicht für sich gewinnen, jedoch habe ich ihn noch auf meinem Radar.

©2017

Veröffentlicht am 11.10.2017

✎ Maria W. Peter - Invita 2 Die Legion des Raben

Die Legion des Raben
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Wie oft ich jetzt den Anfang meiner Worte gelöscht habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Mir fällt es gerade unheimlich schwer, die richtigen Sätze niederzuschreiben.

Ich habe schon einige Veröffentlichungen ...

Wie oft ich jetzt den Anfang meiner Worte gelöscht habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Mir fällt es gerade unheimlich schwer, die richtigen Sätze niederzuschreiben.

Ich habe schon einige Veröffentlichungen der Autorin gelesen - zuletzt 'Fortunas Rache', also den ersten Teil um die Sklavin Invita. Dieser hat mir ziemlich gut gefallen, denn ich wurde auf angenehme Weise überrascht.

Also griff ich beherzt zu diesem Teil der Reihe.

Ehrlicherweise muss ich jedoch gestehen, dass ich enttäuscht bin. Die Geschichte hat sich für mich wie Kaugummi gezogen, obwohl man normalerweise durch den leichten Schreibstil der Autorin ziemlich zügig durch die Seiten fliegt, da sie keine komplizierten Zusammenhänge beschreibt.
Bei diesem Buch ist es mir zudem ganz besonders schwer gefallen, mitzufiebern, da ich wusste, dass es noch einen Teil gibt - und das nimmt (teilweise) jegliche Spannung aus den Situationen.

Zwar macht Invita eine Veränderung durch, scheint aus ihren Fehlern gelernt zu haben, aber irgendwie passiert mir viel zu viel. Klar, dass der Zufall erneut am Werk ist - das bin ich ja bereits aus anderen Publikationen gewöhnt -, aber in dieser Geschichte kommt manches unglaubwürdig rüber.
Ferner finde ich, dass hier ein paar Wiederholungen zu oft auftauchen.

Leider muss ich bekennen, dass ich freilich gewiss (fast) alle Arbeiten von Maria W. Peter gelesen und die meisten wirklich gemocht habe - jedoch nur für den Augenblick. Es klingt schlicht nichts nach. Und daher fällt es mir auch so schwer, sie jemanden ans Herz zu legen, zu sagen: "Lies!" Oft kann ich mich einfach nicht mehr an den Inhalt erinnern, kann nicht erklären, was mir zugesagt hat. Und das finde ich schade.

Ich möchte an dieser Stelle einmal ausdrücklich erwähnen, dass die Autorin toll recherchiert, keine Frage. Im historischen Sinne würde ich immer wieder zugreifen, wenn mich die Zeit interessiert. Und sie tut so viel für ihre Werke, wenn diese erst einmal auf dem Markt sind - sie lässt nicht einfach alles durch den Verlag machen.

Aber dieses Mal fehlte es mir einfach an vielem und daher kann ich keine bzw. nur eine bedingt Leseempfehlung aussprechen.

©2017

Veröffentlicht am 07.10.2017

✎ Andreas Izquierdo - Romeo & Romy

Romeo und Romy
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'Romeo & Romy' ist durch Zufall bei mir eingezogen, da ich es gewonnen hatte. Ob ich jemals einfach so danach gegriffen hätte, wage ich zu bezweifeln, denn herausragend ist weder der Klappentext noch das ...

'Romeo & Romy' ist durch Zufall bei mir eingezogen, da ich es gewonnen hatte. Ob ich jemals einfach so danach gegriffen hätte, wage ich zu bezweifeln, denn herausragend ist weder der Klappentext noch das Cover. Und der Autor war mir ebenfalls kein Begriff.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich auch gar nicht über den Autor informiert hatte und mir daher nicht klar war, dass es sich um einen deutschen handelt.

Als ich dann begann, die Geschichte zu lesen, war ich erstaunt, wie leicht es mir fiel, darin einzutauchen. Der Schreibstil ist wirklich leicht und flüssig, man stolpert nicht über schlecht übersetzte Sätze und konnte sich somit ganz dem hingeben, was Herr Izquierdo zum Ausdruck bringen mag.

Leider bin ich nun, nachdem ich die Lektüre beendet habe, ein wenig unschlüssig.

Ein bisschen seicht, manchmal überspitzt, oft vorhersehbar und auf keinen Fall ein Buch, welches ich leicht weiterempfehlen würde. Man muss schon auf diese Art von Erzählung stehen. Da sie meiner Meinung nach auch nicht immer ganz realistisch rüber kam, empfand ich es teilweise schwer, den handelnden Personen zu glauben bzw. der Geschichte aufmerksam zu folgen.

Es gab ein paar Schmunzler. Und sicher auch Lacher. Jedoch ebenfalls die ein oder andere Länge. Wobei diese der Autor mit seinem Schreibstil gut zu überspielen weiß und man über diese geradezu hinweg liest.

Zwei Punkte haben mich jedoch außerordentlich gefreut: Die Erwähnung von Ute Freudenberg - auch wenn ich das erwähnte Lied wirklich nicht mehr hören kann, es ist jedoch das berühmteste - und die Tatsache, dass es im Osten spielt, denn ich bin selbst ursprünglich aus Thüringen und liebe Dialekte einfach, sodass mich diese Stellen zum Beispiel ein wenig melancholisch machten, aber auch unheimlich bespaßten.

Wie gesagt, es ist nicht ganz einfach, eine Zielgruppe für dieses Werk zu nennen und ich bin sicher, dass ich sie in ein paar Wochen bereits wieder vergessen habe. Aber für ein paar unbeschwerte Stunden am Abend bestens geeignet.

©2017

Veröffentlicht am 03.10.2017

✎ Harald Roth - Was hat der Holocaust mit mir zu tun?

Was hat der Holocaust mit mir zu tun?
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An diesem Buch habe ich wirklich lange gelesen. Es ist ein Werk, welches man nicht früh morgens in die Hand nimmt und abends mit der letzten Seite weglegt. Diese Veröffentlichung ist aufwühlend, nachdenklich ...

An diesem Buch habe ich wirklich lange gelesen. Es ist ein Werk, welches man nicht früh morgens in die Hand nimmt und abends mit der letzten Seite weglegt. Diese Veröffentlichung ist aufwühlend, nachdenklich machend und Einblick gebend.

Am Ende werden alle Autorinnen und Autoren kurz vorgestellt. Ich hätte mir gewünscht, dass man dies immer an den Anfang der jeweiligen Geschichte schreibt. Mit dem Hintergrundwissen, welches man dadurch bekommt, liest sich der ein oder andere Text nämlich ein wenig anders. Nicht komplett anders, klar, aber man hat eine gewisse Vorstellung des Schreibers vor Augen.

Ansonsten finde ich es eine gelungene Mischung aus persönlichen Erzählungen und versuchten Stellungnahmen. Man muss das Buch auch nicht der Reihe nach lesen, denn alles steht für sich und umfasst doch ein einziges Thema.

Ich habe beim Lesen mehrmals den Drang verspürt, mir bestimmte Stellen zu markieren. Sei es, weil sie besonders emotional rüber kamen. Sei es, weil ich sie so nicht gutheißen mochte. Aber das wäre nicht gerecht. Alle Personen, die hier zu Wort kommen, sollten gehört werden.

Dieser Band wird einen Platz in meinem Bücherregal bekommen. Ich bin gespannt, ob sich mein Kind später dafür interessieren wird oder ob dieses Thema bereits zu weit weg ist. Da wir auch nicht mehr in Deutschland leben, frage ich mich, ob man es hier in den Schulen überhaupt aufgreift.

©2017

Veröffentlicht am 24.09.2017

✎ Cecelia Ahern - Zeit deines Lebens

Zeit deines Lebens
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Ein wenig Bammel, "Zeit deines Lebens" jetzt zu lesen, hatte ich schon, denn irgendwo war mir mal begegnet, dass es ein Weihnachtsbuch sein soll bzw. in der Weihnachtszeit spielt.
Ich wollte mich trotzdem ...

Ein wenig Bammel, "Zeit deines Lebens" jetzt zu lesen, hatte ich schon, denn irgendwo war mir mal begegnet, dass es ein Weihnachtsbuch sein soll bzw. in der Weihnachtszeit spielt.
Ich wollte mich trotzdem dran wagen, weil mir der Klappentext gerade zusagte und kann zumindest jetzt bereits sagen: Ja, es spielt im Winter, in der Weihnachtszeit, aber man kann es meiner Meinung nach das ganze Jahr über lesen.

Natürlich hat sich die Autorin auch hier wieder ihrem Lieblingselement bedient: unrealistische Situationen. Und dabei kommen diese hier erst zum Schluss wirklich zum Vorschein, sodass ich den größten Teil der Geschichte genossen habe.
Jedoch sind diese Umstände so arg unrealistisch, dass ich mich fragte, ob es dieser benötigte.

Ihr Schreibstil macht es einem einfach, durch das Geschehen zu gehen. Keine komplizierten Gedankengänge. Keine verschachtelten Sätze.
Dennoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie ein wenig abschweifte, zu viel von dem erzählte und zu wenig auf andere Dinge einging.

Dass eine Moral hervorgehoben werden soll, ist für Kenner der Schriftstellerin ebenso nichts Neues. Die Werte, die hier jedoch zutage kommen, findet man in unzähligen anderen Erzählungen ebenfalls. Mit dem gleichen Setting. Und irgendwie schöner ausgearbeitet. Nichtsdestoweniger finde ich es eine wichtige Botschaft, die man wirklich zu Herzen nehmen sollte.

Die Gefühle blieben bei mir beim Lesen auf dem 0-Level. Selbst, als tragische Momente auftauchten, regte sich in mir nichts. Ich wusste bereits, was geschehen wird, sodass kein unverhoffter Augenblick entstand.

Cecelia Ahern kann schreiben. Ja. Und ich versteh auch, wieso ihre Bücher so gut ankommen. Aber meins ist es einfach nicht. Ich mag das Element, welches sie immer wieder verwendet, (in Büchern) nicht besonders leiden und daher gebe ich gerne eine Leseempfehlung an diejenigen, die das mögen, jedoch werde ich von ihr - bis auf "P.S. Ich liebe dich" - wohl kein Buch mehr lesen. (es sei denn, jemand kann mich wirklich ganz arg überzeugen)

©2017