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JonasRoka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2025

Die Schrecken der Tiefe

Nautilus Noir / Das Geheimnis der Nautilus Noir
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Ein ausrangierter Polizist, der nun als Privatdetektiv seinen Lebensunterhalt bestreitet, wird mit der Aufklärung eines Falles in einem U-Boot beauftragt. Einer der Meeresbiologen ist bei einem Landgang ...

Ein ausrangierter Polizist, der nun als Privatdetektiv seinen Lebensunterhalt bestreitet, wird mit der Aufklärung eines Falles in einem U-Boot beauftragt. Einer der Meeresbiologen ist bei einem Landgang spurlos verschwunden ..

Kommt zunächst also wie eine klassische Kriminalgeschichte daher, doch schon beim ersten Tauchgang erscheinen erschreckende Trugbilder und der Mystery bzw. Horroreffekt lauert fortan zwischen den Seiten. Trotzdem geht unser Held Victor Blackwell systematisch vor und lernt dabei alle Besatzungsmitglieder und Passagiere der Nautilus Noir kennen. Natürlich sind darunter nicht wenige interessante Persönlichkeiten.

Bald ist ein erster Toter zu beklagen. Und die Mischung zwischen Krimi und Horror nimmt an Fahrt auf bis zum großen Showdown.

Zeitlich und örtlich spielt die Geschichte wohl in einer Parallelwelt, aber mit klarem Bezug zum Erdenrund. Atmosphärisch würde ich die Handlung im späten 19. Jahrhundert verorten. Interessant fand ich die Auseinandersetzung mit Halluzination und Realität und dem einfachen technischen Mittel, diese voneinander zu unterscheiden.

Schön finde ich ebenso, dass einiges der eigenen Vorstellungskraft der Leserschaft zugetraut wird, indem nicht alles bis ins Detail aufgeklärt wird. Gar nicht gefallen hat mir jedoch der unmissverständliche Cliffhanger zum Schluss, obwohl ich prinzipiell solchen gar nicht so abgeneigt bin. Doch dieser war mir zu krass.

Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen und erzeugt vor allem im letzten Drittel sehr viel Spannung und lässt mitfiebern.

Besonders gut hat mir die Gestaltung des Buches gefallen. Schon beim Cover dachte ich mir, dass die Autorin über das Schreiben hinausgehende Fähigkeiten besitzt.



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Veröffentlicht am 12.11.2025

Ermutigender Anstoß

Ich komm wieder klar
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Dieses Büchlein richtet sich an junge Menschen ab ca. 12 Jahren, die gerade in unterschiedlichen Belastungssituationen stecken, aber auch an die sie begleitenden erwachsenen Personen.

Zunächst werden ...

Dieses Büchlein richtet sich an junge Menschen ab ca. 12 Jahren, die gerade in unterschiedlichen Belastungssituationen stecken, aber auch an die sie begleitenden erwachsenen Personen.

Zunächst werden 12 kurze Geschichten erzählt, die als Beispiel für gelungene Lösungswege dienen können. Fünf Geschichten über Jungen und entsprechend sieben über Mädchen. Bei den geschilderten Schwierigkeiten handelt es sich um die vielfältigen Hürden, die das allmähliche Erwachsenwerden heute mit sich bringt. Unstimmigkeiten mit dem eigenen Selbst, mit der Familie, mit der Schule und dem Freundeskreis. Die ganz schweren Themen, wie z.B. suizidale Gedanken oder sexuelle Gewalt, werden jedoch nicht in den Fokus genommen. In einer Geschichte wird eine Andeutung gemacht, dass es ein traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit gab, das jedoch nicht näher benannt wird. Die Geschichten werden zeitgemäß und alltagsnah geschildert.

In einem 2. Teil folgt unter der Überschrift „Zum Ausprobieren für dich“ eine kleine Selbsteinschätzung und erste Lösungsansätze. Es folgen unter „Ideen zum Umgang mit starken Gefühlen“ konkrete Anregungen, die Sache selbst „in die Hand zu nehmen“.

Ergänzend und passend folgt eine Liste mit Hilfsangeboten und einem Nachwort von Dr. Therese Steiner für die Erwachsenen.
Über einen Link erhält man außerdem Zugriff auf Begleitmaterial (10 Seiten mit wertvollen Anregungen für Jugendliche, Eltern und Helfer)

Das kompakte Werk könnte zum Notfallbuch beim Warten auf einen Therapieplatz werden, Anstoß für die ersten Schritte geben, für manchen sich aber auch als ausreichend erweisen, indem es dazu anregt, selbstwirksam etwas zum Positiven hin zu verändern. Mir fallen spontan mehrere Jugendliche aus meinem beruflichen Kontext ein, für die dieser kleine Ratgeber hilfreich sein könnte.

Die Lösungsorientierung finde ich sehr gut. Nicht ganz außer Acht lassen sollte man jedoch den Elterneinfluss. Meine Erfahrung ist, dass mitunter die eigentlichen psychischen Problem dort liegen und die jungen Menschen auf etwas reagieren, was an anderer Stelle ins Zentrum gerückt werden sollte bzw. unter einem systemischem Blick.

Fazit: Hilfreicher Ratgeber für junge Menschen in unterschiedlichen Belastungssituationen.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Roadtrip ins Katastrophengebiet der Ahr und an die Ostsee

Koller
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Zwei Männer fangen etwas miteinander an. Der eine hat gerade erfahren, dass er ein vierjähriges Kind aus einer früheren Beziehung hat. Der andere sucht nach der „großen Liebe“. Sie machen sich mit einem ...


Zwei Männer fangen etwas miteinander an. Der eine hat gerade erfahren, dass er ein vierjähriges Kind aus einer früheren Beziehung hat. Der andere sucht nach der „großen Liebe“. Sie machen sich mit einem alten Polo auf den Weg und müssten dabei mache Umwege in kauf nehmen. So richtig offen reden, gelingt ihnen nicht.

Es wird nicht nur diese Geschichte erzählt, sondern auch die von Änne, Ella und Ulla, damit die Seiten voll werden. Auch hier mit homoerotischer Komponente.

Am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen, es ist ein wenig der Handlungsverlauf, der halt geschrieben und nicht authentisch wirkt. Ich habe schon eine Idee, weshalb der Roman so geworden ist und welche Zielgruppe er eventuell bedient. Für mich war es ein schnelles Lesevergnügen, das nicht lange nachhallen wird.

Fazit: interessante Mischung, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Kompakte Selbsthilfe

Die Psyche kann ein Arschloch sein- sie muss aber nicht!
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Wenn im Leben etwas schiefgeht, stellt man sich natürlich die Frage, woran das liegt. Häufig spielen dabei „Glaubenssätze“ aus unserer Kindheit eine Rolle, die uns geprägt haben und eventuell einer wirklichen ...

Wenn im Leben etwas schiefgeht, stellt man sich natürlich die Frage, woran das liegt. Häufig spielen dabei „Glaubenssätze“ aus unserer Kindheit eine Rolle, die uns geprägt haben und eventuell einer wirklichen Selbstentfaltung im Weg stehen. Die Autorin deckt die gängigsten auf, benennt Beispiele, gibt aber vor allem Betroffenen das Handwerkszeug des S.W.A.T-Teams in die Hand, welches unser innewohnendes Kabinett aktivieren soll; stärkende Gegenkräfte, die uns ermutigen, etwas Neues auszuprobieren. Besonders wichtig halt ich dabei Balu den Bären.

Das vorliegende Büchlein knüpft an der erste Buch der Autorin an: „Handwerkszeug zur Radikalen Resignation 2.1“, das mir gut gefallen hat.

Im vorliegenden Band soll es – laut Aussage der Autorin – mehr in die Tiefe gehen, was ihr auch gelingt.


Fazit: Umkehr aus der Negativität – kleine Anleitung für mehr Glück im Alltag – es liegt in der eigenen Hand.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Lass ein bisschen mehr Livia in dein Leben

Die Frau, die er nicht zähmen will
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Livia ist nach ihrem mutigen Einsatz zur Rettung der Grundschulkinder durch einen Schuss ins Bein außer Gefecht gesetzt. Im Krankenhaus ist die Verpflegung zum Himmel schreiend schlecht.
Nur gut, dass ...

Livia ist nach ihrem mutigen Einsatz zur Rettung der Grundschulkinder durch einen Schuss ins Bein außer Gefecht gesetzt. Im Krankenhaus ist die Verpflegung zum Himmel schreiend schlecht.
Nur gut, dass sie von ihrer besten Freundin Stella und ihrem Lover Pit kulinarisch ersatzversorgt wird. Bald wird klar, wer hinter dem Anschlag steckt. Und dieser Drogenboss lässt nicht locker und hat keine Skrupel, lästige Zeugen aus dem Weg zu räumen und seinem Kontrahenten Onkel Charly möglichst viel Leid zuzufügen und hat seine „Prinzessin“ ins Visier genommen. Livia hat zwar polizeilichen Personenschutz, steht aber weiterhin in der Schusslinie.

So der Einstieg in die Handlung. Mir fiel es nicht schwer, trotz längerer Pause seit dem Lesen von Teil 1, sofort anzuknüpfen und mit den bereits vertrauten Personen warmzuwerden. Doch so richtig in Fahrt kommt die Geschichte erst, als Livia wieder direkt ins Geschehen eingreifen kann.

Es ist bewundernswert, wie es der Autorin gelingt, immer wieder neue Schleifen zu drehen und mich als Leser bei der Stange zu halten. So kommt auf über 600 Seiten keine Langeweile auf, da immer wieder etwas Überraschendes passiert und das Profil der Charaktere beibehalten und ausgebaut wird. Gerade das Aufzeigen der inneren Kämpfe und die Weiterentwicklung von Pit hat mir besonders gut gefallen. Und Livia läuft sowieso außer Konkurrenz, denn sie ist ja die Frau, die es eigentlich gar nicht gibt. Mit einem Augenzwinkern verzeiht man ihr so ihre kleinen und größeren Sünden, da sie tief im Inneren doch ein gutes Herz hat.

Ganz bewusst spielt die Geschichte wohl im ländlichen Bayern mit seinen Traditionen und dem urwüchsigen Menschenschlag, da die Figur der Livia einen wundervollen Kontrast dazu bietet. Selbstverständlich ist manches völlig überzeichnet, aber macht das nicht gerade den Reiz aus?

Der Schreibstil ist abwechslungsreich und kreativ, aber es gibt ein Haken für mich, als schon etwas älteres Semester: Die kursive Schrift ist zu klein und gerade bei künstlichem Licht für mich nicht mehr gut zu lesen. Aber auch davon habe ich mich nicht abhalten lassen und abends vor dem Kamin eben parallel ein anderes Buch zur Hand genommen.

Wem „Die Frau, die es nicht gibt“ gefallen hat, der wird von der Fortsetzung begeistert sein.
Und das Vergnügen hält lange an.

Fazit: Sehr, sehr langer Lesespaß für eine ausdauernde Leserschaft

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