Humorvolles Gefühlschaos
Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?Die 16-jährige Lilia ist vor Kurzem mit ihrem ersten festen Freund Tom zusammengekommen und eigentlich im siebten Himmel. Am liebsten würde sie jede Minute mit ihm verbringen und überschreitet damit direkt ...
Die 16-jährige Lilia ist vor Kurzem mit ihrem ersten festen Freund Tom zusammengekommen und eigentlich im siebten Himmel. Am liebsten würde sie jede Minute mit ihm verbringen und überschreitet damit direkt eine Grenze bei ihrem Vater und erhält prompt Hausarrest. Doch nicht nur das: auch der bei den SchülerInnen sehr unbeliebte jährliche Spendenlauf der Schule, eine Mitschülerin, die ein bisschen zu gerne Zeit mit Tom verbringt und weitere kleine und große Probleme funken dem jungen Glück dazwischen. Und dann sind da ja auch noch diese vielen neuen Gefühle und Fragen… und das alles hält Lilia ausführlich in ihrem Tagebuch fest. Bei „Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage?“ handelt es sich um das dritte von Lilias Tagebüchern.
Auch wenn das Buch von außen eher unscheinbar gestaltet ist, macht das Innere optisch umso mehr her. Das Buch ist im Tagebuchstil verfasst, in dem die Protagonistin über ihr Erlebtes berichtet und dies verarbeitet. Es werden ausreichend Informationen in ihren Einträgen gegeben, sodass man der Story seht gut folgen kann; auch ohne die vorherigen Teile gelesen zu haben. Ein paar Informationen zur Vorgeschichte der Mutter oder dem heimkehrenden Freund Felix wären aber schön gewesen. Die einzelnen Tagebucheinträge werden zudem mit liebevollen kleinen Zeichnungen passend zu den Geschehnissen und Emotionen der jeweiligen Textstellen gestaltet. Zusätzlich werden am Ende jeden Kapitels bzw. am Ende jeden Tages weitere Informationen anhand von Sprachnachrichten oder Texten der anderen Personen in Lilias Umfeld gegeben. So erfährt die lesende Person Details, die die Protagonistin selbst nicht kennt.
Dafür, dass der Klappentext nur von Lilia und Tom und den nächsten Schritten in deren Beziehung handelt, drehte sich die Handlung hauptsächlich um den Boykott des Spendenlaufes und die anderen Problemchen in Lilias Leben. Besonders angetan bin ich von den sehr kreativen Versuchen der Protagonistin ihr Gefühlschaos in (neue) Worte zu fassen. Hierbei erfindet sie Wortkombinationen und -neuschöpfungen, welche einen mehrmals zum Schmunzeln bringen. Und auch das Projekt im Geschichtsunterricht hat mich zum Nachdenken angeregt und einem den Blick als Zeugin/Zeuge der eigenen Zeit auf das eigene Leben gegeben.
Besonders gut finde ich zudem, dass in diesem Buch der Vater zuhause bei den Kindern ist und nicht nur die Zweifel und Emotionen von Teenagern thematisiert werden, sondern auch Unsicherheiten und zeitweise Ratlosigkeit von Seiten des Elternteils.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen; es ließ sich einfach lesen und war wie eine kleine Zeitreise in das gefühlstechnisch aufregende Teenager-Alter. Somit kann ich das Buch sowohl Jugendlichen als auch den Altersklassen darüber empfehlen.