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Veröffentlicht am 03.08.2023

Ein tolles Setting auf den Färöer Inseln

Of Thunder and Rain (Färöer-Reihe 1)
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Bereits das Cover von "Of Thunder and Rain" von Emmy Buckley zeigt das wunderschöne Setting des Romans auf den Färoer Inseln. "Of Thunder and Rain" hat mir wirklich gut gefallen.

Lina betreibt auf den ...

Bereits das Cover von "Of Thunder and Rain" von Emmy Buckley zeigt das wunderschöne Setting des Romans auf den Färoer Inseln. "Of Thunder and Rain" hat mir wirklich gut gefallen.

Lina betreibt auf den Färöer Inseln ein B&B nachdem ihre Mutter vor einiger Zeit verstorben ist. In dieses zieht nun Louay ein, der sich mit seiner Familie zerstritten hat. Er ist ein sehr erfolgreicher Autor, aber leider weiß davon niemand, da er unter einem Pseudonym Liebesgeschichten für ältere Damen schreibt. Gemeinsam unternehmen Lina und Louay einiges und erkunden die Insel.

Eigentlich ist von Anfang an klar, dass es zwischen den beiden knistern wird und auch wenn das plötzlich auftretende "Problem" zwischen den beiden auch vorhersehbar war, hat mir die Geschichte einfach von Anfang an gefallen und ich habe mich beim Lesen richtig wohl gefühlt. Ich bekam beim Lesen immer mehr den Wunsch, auch einmal auf die Färöer Inseln zu reisen und habe die wundervollen Landschaften auch gegoogelt.

Die Passagen über Louay und seine Tätigkeit als Schriftsteller fand ich auch richtig interessant, bei Lina fehlte mir teilweise etwas der Zugang. Ihre Emotionen habe ich nicht so stark gefühlt. Deswegen gibt es auch einen Stern Abzug. Trotzdem möchte ich auch unbedingt Band 2 dieser Reihe lesen, der Ende des Jahres erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 03.08.2023

skurrile dystopische Zukunftsvision mit außergewöhnlichem Schreibstil

Der Vorweiner
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Bov Bjerg war für mich bereits ein Geheimtipp, weil ich "Auerhaus" geliebt habe. Mit "Auerhaus" hat "Der Vorweiner" jedoch nicht mehr viel zu tun, Bov Bjerg gelingt hier literarisch ein wirklich anspruchsvoller ...

Bov Bjerg war für mich bereits ein Geheimtipp, weil ich "Auerhaus" geliebt habe. Mit "Auerhaus" hat "Der Vorweiner" jedoch nicht mehr viel zu tun, Bov Bjerg gelingt hier literarisch ein wirklich anspruchsvoller und sehr humorvoller dystopischer Roman mit viel Liebe zum Detail.

In der Zukunft gibt es so etwas wie Trauer nicht mehr wirklich. Es ist den Leuten zu anstrengend, um Verstorbene auf ihren Beerdigungen, hier liebevoll "Zerstreuungsfeier" genannt, zu weinen. "Trauertreu" (eine tolle Alliteration!) sind nur noch die sogenannten Vorweiner, die man sich kaufen kann. Es handelt sich hierbei um Einwanderer aus der Niederschicht, die noch Gefühle zeigen können. Wenn man sich gut mit ihnen steht und sich rechtzeitig einen Vorweiner besorgt, trauert vielleicht doch einer um einen bei der eigenen Beerdigung. So macht es auch Anna und besorgt sich einen niederländischen Vorweiner:

"Lautes Lachen war die Domäne der Niederschicht und der Vorweiner. Ihnen war der Kontrollverlust gleichgültig, sie hatten nichts zu kontrollieren, nicht einmal sich selbst." (S. 47)



Die Charaktere dieses Romans sind äußerst skurril, ebenso wie die dystopische Welt, die Bov Bjerg hier erschafft. Sprachlich ist dieser Roman einfach nur toll zu lesen, wenn auch nichts, was man eben nebenbei lesen kann. Hier steckt in allem viel Liebe zum Detail. Es geht von tollen Neologismen wie "Zerstreeungsfeierchoräle" (S. 34) über passende Alliterationen wie "trauertreu" (S. 41). Auch steckt im humorvollen Umgang mit den anderen Ländern auch viel Sozialkritik. Beispiele wären hier die Österreichische Partei Österreichs, die Vetternwirtschaft legalisiert oder die klischeehafte Darstellung der niederländischen Vorweiner. Die gesamte Gesellschaft in dieser dystopischen Welt ist einfach nur skurril. Wer könnte sich eine Kanzlerin mit dem Namen Chilli Chayenne vorstellen, die auch noch den Resteuropäischen Songcontest gewonnen hat? Auch die Willkommenszentren Köln Dom und Oberhausen Einkaufszentrum haben mich zum Schmunzeln gebracht.

"Die Auslagerung der Trauer [...] war ein beträchtlicher zivilisatorischer Fortschritt." (S. 58). Das kann man leider nicht behaupten, wenn man sich die beiden Hauptcharaktere anschaut.
Anna, die Mutter in dieser Familie scheint einfach nur perfekt sein zu wollen und sich einer Schönheitsoperation nach der anderen zu unterziehen. Und dann wäre da noch ihre Tochter B,. die jegliches Nachdenken wohl abgelegt zu haben scheint. Sie schreibt Unsinnsnachrichten für die Agentur für spannende Nachrichten und ist stolz darauf, dass sie für diese Arbeit nicht einmal recherchieren muss. Auch sagt sie: "Was in Schulbüchern steht, ist in meinem Hirn verdunstet, sobald ich es gelesen habe" (S.89). So ist es eigentlich klar, dass sie nicht viel von der realen Welt mitbekommt.

"Der Vorweiner" hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Bov Bjergs Schreibstil ist so kompakt und voller Bedeutung, dass ich diesen Roman nur jedem ans Herz legen kann, der das Spiel mit der Sprache liebt.

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Wenn aus der Scheinwelt Realität wird

Idol in Flammen
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Rin Usamis "Idol in Flammen" ist ein kurzer Roman über das Anhimmeln eines Idols, der einen zum Nachdenken bewegt.

Der Roman beginnt mit einem Skandal: Der von Schülerin Akari angehimmelte Sänger Masaki ...

Rin Usamis "Idol in Flammen" ist ein kurzer Roman über das Anhimmeln eines Idols, der einen zum Nachdenken bewegt.

Der Roman beginnt mit einem Skandal: Der von Schülerin Akari angehimmelte Sänger Masaki soll einen Fan geschlagen haben. Wie gehen die Harcore Fans, also auch Akari, damit nun um? Unterstützen sie ihn weiterhin? Stehen sie ihm bei? Oder wenden sie sich von ihrem Idol ab?

"Fan zu sein, ist meine Überlegensstrategie"

"Idol in Flammen" zeigt eindrucksvoll, wie das Leben durch solche Fankults bestimmt werden kann. Akaris eigenes Leben rückt immer mehr in den Hintergrund und alles, was sie macht, verfolgt sie nur mit dem Ziel, ihrem größten Idol bei Konzerten näher zu kommen, über ihn zu berichten oder das neueste Merch zu kaufen. Nicht einmal bewegende Ereignisse wie der Tod eines geliebten Menschen in der realen Welt spielen da noch eine große Rolle.

Doch was macht man, wenn diese Blase irgendwann zerplatzt und der Mensch, um den sich dein ganzes Leben dreht, einfach von der Bildfläche verschwindet? Dann muss man feststellen: "Mein Idol ist ein Mensch geworden."

Mir hat "Idol in Flammen" wirklich gut gefallen, weil mir gar nicht bewusst war, wie weit einige Menschen gehen, um ihren Idolen möglichst nah zu sein. Auch wenn Akari in den meisten Momenten völlig unreflektierten und unlogischen Handlungsweisen an den Tag legt, kann man sie durch den tollen Schreibstil doch immer verstehen. Es kommt nicht oft vor, dass ich mir Passagen aus Büchern notiere, die mir gut gefallen, aber bei "Idol in Flammen" war das gleich mehrfach der Fall. Einziger Kritikpunkt: Natürlich lässt sich "Idol in Flammen" mit seinen 128 Seiten schnell lesen, aber etwas mehr Tiefe hätte ich mir vielleicht an der ein oder anderen Stelle noch gewünscht.

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Liebevolle Geschmacksdetektive laden zum Essen ein

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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"Das Restaurant der verlorenen Rezepte" ist ein wundervoller Roman für all diejenigen, die Essen mit Erinnerungen verbinden.

Bereits das Cover des Romans lädt zum Essen ein, vermutlich sieht man hier ...

"Das Restaurant der verlorenen Rezepte" ist ein wundervoller Roman für all diejenigen, die Essen mit Erinnerungen verbinden.

Bereits das Cover des Romans lädt zum Essen ein, vermutlich sieht man hier die Udon-Nudelsuppe aus dem ersten Kapitel des Romans.

Wer kennt es nicht? Mit bestimmtem Essen verbinden wir bestimmte Erinnerungen. Sicherlich ist auch das ein Grund dafür, dass unsere Eltern immer am besten kochen. Wir verbinden mit ihrem Essen wunderschöne Momente aus unserer Kindheit. Und genau darum geht es auch in "Das Restaurant der verlorenen Rezepte". In sechs verschiedenen Episoden werden hier die Gäste des Restaurants vorgestellt, die allesamt ein Essen gekocht haben möchte, das sie an etwas erinnert.

In diesem Roman steckt so viel Liebe zu Essen und zum Kochen, dass man ihn einfach mögen muss. Ich habe alleine so viel Kulinarisches dazugelernt, dass sich die Lektüre von "Das Restaurant der verlorenen Rezepte" gelohnt hat. Ich habe sofort Lust bekommen, das ein oder andere selbst nachzukochen, nicht, weil ich dieselben Empfindungen wie die Romanfiguren haben möchte, sondern weil ich die Gerichte zum Großteil einfach sehr interessant fand.

Nichtsdestotrotz sind natürlich auch die Charaktere in "Das Restaurant der verlorenen Rezepte" interessant. Gleichbleibend in jedem Kapitel sind nur der Restaurantbetreiber Nagare und seine Tochter Koischi, die die Aufträge annimmt. Die Gäste des Restaurants könnten unterschiedlicher nicht sein, genauso wie die Gerichte. So gibt es Menschen, die Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen wollen, Menschen, die sich an ihre verstorbenen Geliebten zurückerinnern wollen oder wissen wollen, ob sich ihr Leben verändert hätte, wenn gewisse Situationen anders verlaufen wären.

Man könnte dem Roman einzig und alleine vorwerfen, dass die Kapitel recht repititive Stellen aufweisen. Wer aber Essen liebt und die Liebe zum Detail mag, die der Autor hier verwendet, der wird seine Geschmacksdetektive lieben. Mir hat "Das Restaurant der verlorenen Rezepte" außerordentlich gut gefallen.

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Veröffentlicht am 25.07.2023

Ein erneuter Knaller der Autorin!

Malibu Rising
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Taylor Jenkins Reid hat es erneut geschafft, mich mit ihrem Roman "Malibu Rising" restlos zu begeistern! Nach dem außergewöhnlichen Erfolg von "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" hat die Autorin erneut ...

Taylor Jenkins Reid hat es erneut geschafft, mich mit ihrem Roman "Malibu Rising" restlos zu begeistern! Nach dem außergewöhnlichen Erfolg von "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" hat die Autorin erneut ihr Können bewiesen und eine mitreißende Geschichte geschaffen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Bereits das Cover ist wunderschön und die bunte Farbgebung verleiht einem regelrechtes Sommerfeeling, wenn man das Buch nur in den Händen hält.

"Malibu Rising" entführt den Leser in das Jahr 1983, zu einer Sommerparty in Malibu, die von den vier Riva Geschwistern Nina, Jay, Hud und Kit ausgerichtet wird. Die Art und Weise, wie Taylor Jenkins Reid zwischen der Gegenwart und den Rückblenden wechselt, verleiht der Geschichte eine besondere Dynamik und hält die Spannung konstant hoch.

Die Charaktere sind unglaublich vielschichtig und authentisch gestaltet. Jeder der vier Geschwister, Nina, Jay, Hud und Kit, war mir auf seine eigene Art sympathisch, und ich konnte mich gut in ihre Gedanken- und Gefühlswelten hineinversetzen. Ihre Entwicklung im Laufe der Handlung hat mich emotional berührt und mitgerissen.

Besonders beeindruckt hat mich die meisterhafte Darstellung amerikanischer Prominenz in den 80er Jahren. Die Mischung aus Glamour und Intrigen, die Taylor Jenkins Reid in die Handlung einwebt, verleiht dem Buch eine zusätzliche fesselnde Ebene. Es ist, als ob man hautnah miterlebt, wie die Schicksale der Prominenten auf dieser Party miteinander verknüpft werden.

Das Setting in Malibu ist perfekt gewählt und hat mich sofort in Sommerlaune versetzt. Die lebendige Beschreibung der malerischen Küstenlandschaft, der Strandpartys und des Lebensstils der Reichen und Berühmten hat mich förmlich in die Geschichte hineingesogen.

Insgesamt kann ich "Malibu Rising" von Taylor Jenkins Reid uneingeschränkt empfehlen. Die fesselnde Handlung, die sympathischen Charaktere und die eindrucksvolle Darstellung der amerikanischen Prominenz haben mich restlos überzeugt und mich vollkommen in die Welt von Malibu im Jahr 1983 entführt. Dieses Buch ist ein absolutes Must-read für alle, die sich nach einer mitreißenden Sommergeschichte sehnen! Ich werde definitiv noch mehr von der Autorin lesen!

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