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Veröffentlicht am 08.01.2018

Die geheime Welt hinter der silbernen Tür

Das Spielhaus
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Das Spielhaus - ein Buch, drei Geschichten, drei Protagonisten, oder doch nicht?

Das Spielhaus von Claire North enthält drei Novellen, oder Kurzromane, die sowohl unabhängig voneinander, wie auch zusammenhängend ...

Das Spielhaus - ein Buch, drei Geschichten, drei Protagonisten, oder doch nicht?

Das Spielhaus von Claire North enthält drei Novellen, oder Kurzromane, die sowohl unabhängig voneinander, wie auch zusammenhängend gelesen werden können.
Der Sprachstil passt sich in jeder Novelle der Handlung an. Somit erlebt man mehrere Spielarten, von einer etwas komplizierten, historischen Ausdrucksweise, bis zum heutigen modernen Sprachstil.
Dadurch und durch die komplexen Handlungsstränge, ist „Das Spielhaus“ kein Buch, das man „mal eben“ lesen kann. Man muss sich schon auf das Buch konzentrieren um den Handlungen vollständig folgen zu könnten.
Und trotzdem bleiben die Charaktere und ihre Aktionen manchmal bis zur letzten Seite ein Rätsel.

Die Autorin verbindet Elemente aus Thriller, historischem Roman, etwas Fantasy und Krimi zu einer fesselnden Mischung und würzt das ganze mit anschaulich beschrieben Handlungsorten und sehr unterschiedlichen und spannenden Figuren.
Die Idee hinter den drei Novellen ist ungewöhnlich und absolut faszinierend umgesetzt.

Die drei Novellen sind Ende 2016 bereits einzeln als Ebooks und Hörbücher erschienen.
Liest man eine Novelle, wird man von einer faszinierenden und spannende Geschichte gefesselt.
Liest man alle drei, tut sich eine einzigartige, verwirrende und berauschende Welt vor einem auf und entführt den Leser geradewegs in die Oberen Gemächer des Spielhauses.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Fantasie
  • Thema
  • Geschichte
Veröffentlicht am 03.01.2018

Unbeantwortete Fragen, bedrückende Erzählweise und Käse.

Die Insel der Freundschaft
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Dies war der erste Roman eines japanischen Autors, den ich lesen durfte. Bisher hatte ich nur Erfahrung mit verschiedensten Mangas und wollte daher auch japanische Literatur abseits der schwarz-weißen ...

Dies war der erste Roman eines japanischen Autors, den ich lesen durfte. Bisher hatte ich nur Erfahrung mit verschiedensten Mangas und wollte daher auch japanische Literatur abseits der schwarz-weißen Bildergeschichten kennen lernen.
Leider könnte mich das Buch nicht überzeugen.

Zunächst einmal finde ich den Titels "Die Insel der Freundschaft“ ziemlich irreführend.
Der Protagonist und seine Gefährten erfahren auf der Insel kaum so etwas wie Freundschaft. Eher im Gegenteil.
Und auch untereinander bleibt das Verhältnis eher distanziert.

Der Erzählstil ist ruhig und lässt sich flüssig lesen.
Leider gerät die Handlung immer wieder ins stocken und eine wirkliche Entwicklung findet ausschließlich beim Protagonisten Ryosuke statt. Wobei diese so schleppend verläuft, dass man sie tatsächlich erst in den letzten paar Kapiteln bemerkt.
Über weite Strecken handelt das Buch nur von der Herstellung von Ziegenkäse und von Fischfang.

Allerdings kann man (aus der Sicht eines Europäers) sagen, dass die Darstellung der Handlungsorte und der dort herrschenden Bedingungen sehr realistisch dargestellt sind. Auch sind sie sehr anschaulich beschrieben, so dass ich mich gut dorthin versetzten konnte. Und auch die Verhältnisse, die auf der Insel herrschen, bzw. die Art wie sich die Menschen dort verhalten kommt mir durchaus realistisch vor.

Dennoch bin ich enttäuscht zurück geblieben.
Das Buch beantwortete kaum eine meiner Fragen. Das Ende ist sehr offen gehalten. Und so hat mich der Verlauf der Handlung eher frustriert und mit einem bedrückenden Gefühl zurück gelassen.
Ich hatte mir deutlichere Entwicklungen sowohl beim Protagonisten, als auch bei den anderen Figuren erhofft. Leider lässt der Autor aber viele Möglichkeiten einfach im Sande verlaufen.

Ich hatte keine Erwartungen an das Buch, sondern war einfach neugierig. Leider habe ich eine Enttäuschung erlebt.
Ich werde wohl wieder zu Mangas zurück kehren.

Veröffentlicht am 18.12.2017

Vorkenntnisse erwünscht, aber nicht zwingend nötig!

His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss
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Bevor ich dieses Buch gelesen habe, kannte ich nur den Film „Der Goldene Kompass“. Philip Pullmans Buch-Trilogie hatte ich noch nicht gelesen. Nach „Über den wilden Fluss“ werde ich das aber schnellst ...

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, kannte ich nur den Film „Der Goldene Kompass“. Philip Pullmans Buch-Trilogie hatte ich noch nicht gelesen. Nach „Über den wilden Fluss“ werde ich das aber schnellst möglich ändern!

Natürlich schadet es nicht, wenn man die Trilogie vorher gelesen hat. Für mein Gefühl würde es sogar zum Verständnis beitragen, wenn man die Trilogie schon kennt, denn Pullman spart viele Erklärungen zu seiner Welt und ihren Eigenheiten ganz einfach aus und widmet sich voll und ganz dem neuen Protagonisten und seiner Geschichte. Das kann einen Neu-Leser zu Beginn etwas verwirren und den Einstieg erschweren.
Der Protagonist Malcolm ist ein liebenswerter, tapferer und auch sehr überlegter Charakter. Er reflektiert sein Handeln und dass seiner Umgebung sehr genau.Damit schafft es der Autor seine Welt sehr detailreich zu beschreiben ohne alle kaputt zu reden.Und er macht trotz, oder gerade wegen der jungen Zielgruppe des Buches auch nicht vor unangenehmen und unbequemen Themen halt.Diese verpackt er dabei sprachlich so geschickt, dass man sie nicht immer auf den ersten Blick erkennt.Trotzdem ist das Buch nicht schwierig zu lesen und fließt quasi einfach so dahin.
Es ist dabei aber auf keinen Fall langweilig.Zwar lässt der Autor sich in der ersten Hälfte Zeit für den Aufbau recht viel Zeit. Trotzdem fiebert man immer mit Malcolm mit. Zum Ende hin wird das Buch dann richtig dramatisch, verzichtet aber auf all zu brutale Schockmomente.
„Über den wilden Fluss“ ist ein sehr interessantes und vielschichtiges, aber auf seine Weise auch anspruchsvolles Buch.Nachdem ich in die Story rein gekommen bin, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Und ich bin sowohl auf die ältere Trilogie um Lyra gespannt, wie auch auf die nächsten Bücher von Philip Pullman.

Veröffentlicht am 15.11.2017

Wohlüberlegte Einführung in das Reich der Esche

Ein Reif von Eisen
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„Die Königschroniken - ein Reif von Eisen“ ist die Eröffnung einer neuen Fantasy-Reihe, die keinen Wert auf bombastische Schlachten und gewaltige Heere legt.
Sondern sie erzählt vom harten Alltag eines ...

„Die Königschroniken - ein Reif von Eisen“ ist die Eröffnung einer neuen Fantasy-Reihe, die keinen Wert auf bombastische Schlachten und gewaltige Heere legt.
Sondern sie erzählt vom harten Alltag eines Kriegsheeres, dem Schicksal einer Gefangenen in einer magischen Welt, die ebenso faszinierend wie grausam ist und von einer dunkeln Bedrohung, die niemand beim Namen zu nennen weiß.

Der Autor versteht es dabei die sehr verschiedenen Schauplätze seiner Geschichte anschaulich und detailreich zu beschreiben. Diese zeigt er durch die Augen von vier verschiedenen Erzählern und schafft es trotz der verschiedenen subjektiven Wahrnehmungen für den Leser ein stimmiges Bild zu zeichnen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass gleich mehrere weibliche Protagonisten im Fokus stehen, die nicht direkt in eine verzweifelte Romanze gestürzt werden.
Das Buch ist eher eine Art Einführung – ein langsamer Aufbau der Welt und der Charaktere – zur Vorbereitung von etwas Größerem.
Was das genau ist bleibt aber noch abzuwarten. Denn wie von einem ersten Teil zu erwarten, werden die großen Fragen kaum jetzt schon beantwortet.

Der Sprachstil passt zur Geschichte in einem mittelalterlichen Setting. Er ist nicht verschachtelt oder hochgestochen aber er erfordert, dass der Leser mitdenkt.
Trotzdem lässt sich das Buch flüssig lesen. Man braucht halt nur so seine Zeit, wenn man alles erfassen will.
Als Unterstützung bekommt der Leser eine Landkarte im Buchumschlag, eine Karte mit zwei Stammbäumen, auf der die Verwandtschaften der einzelnen Figuren dargestellt sind und einen Glossar aller handelnden Personen am Ende des Buches.

Der Spannungsbogen des Buches ziel eher auf eine unterschwellige Bedrohung und heimliche Intrigen ab.
Und dass das Buch mit einem deftigen Cliffhanger endet, mag bei einigen Lesern das Gefühl hinterlassen, dass dem Buch womöglich die rechte Spannung fehlt.
Für mich waren aber vor allem die vielen kleinen und versteckten Dinge spannend. Die Entwicklung der Figuren, die Handlungsstränge, die sich langsam herausgearbeitet haben und die Details, die Stephan M. Rother in seine Welt einarbeitet.

Ich werde der Reihe sicherlich treu bleiben und bin schon sehr gespannt auf „Ein Reif von Bronze“.

Veröffentlicht am 14.11.2017

Philosophie, Kunst und Geschichte in spannendem Gewand

Origin
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Vielen Lesern wird Robert Langdon bekannt sein. Und auch die Art wie Dan Brown seine Abenteuer verfasst.
Für mich war es der erste Dan Brown!
Ich habe vorher weder die Vorgängerbände gelesen, noch die ...

Vielen Lesern wird Robert Langdon bekannt sein. Und auch die Art wie Dan Brown seine Abenteuer verfasst.
Für mich war es der erste Dan Brown!
Ich habe vorher weder die Vorgängerbände gelesen, noch die Filme gesehen. Das war aber kein Problem, denn Brown verfasst seine Bücher als in sich abgeschlossene Geschichten. Kleinere Verweise auf vorangegangene Abenteuer von Mr. Langdon sind für die Story insgesamt nicht von größerer Bedeutung.

Zu Beginn lässt sich das Buch Zeit, beschreibt Schauplätze und Figuren ausführlich und sehr anschaulich und „plätschert“ dahin, wie man es sich vom Alltag eines Harvard Professors vorstellt.
Ich fand diese Abschnitte trotzdem sehr fesselnd, weil alleine die Beschreibung der Schauplätze in Spanien mich so fasziniert hat.

Für diejenigen Leser, die das Robert-Langdon-Prinzip schon kennen wird wohl vor allem die Aktualität des Themas spannend sein. Digitalisierung, Individualisierung und künstliche Intelligenz sind Dinge, die so oder ähnlich in einigen Jahren Realität sein könnten. Nicht nur Browns Figur des Edmond Kirsch betätig sich hier als „Prophet“ der technischen Zukunft.
Doch auch Symbologie und Religion spielen wieder eine große Rolle. Wobei einige Rätsel auch für nicht-Harvard Absolventen lösbar sind.

Der Sprachstil (in der deutschen Übersetzung natürlich) ist angenehm zu lesen und sehr eingängig.
Wo sie benötigt werden, gibt es Erklärungen. Und egal wo man hinschaut, findet man detailreiche Beschreibungen zu allem und jedem. Trotzdem ist die Handlung sehr spannend und mit interessanten Wendungen versehen.
Langdons weiblicher Sidekick war manchmal etwas undurchsichtig, aber insgesamt sehr gut besetzt.

Mich als Brown-Neuling hat das Buch überzeugt.
Es hat mich in eine packende und spannende Verfolgungsjagd gerissen und mir gleichzeitig Fernweh gemacht.
Vielleicht geht ja der nächste Urlaub nach Spanien.
Mit den Langdon-Büchern im Handgepäck.

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