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Veröffentlicht am 25.07.2018

Rezension "Lucid -Tödliche Träume" - Starke Idee, schwächelnde Umsetzung

Lucid - Tödliche Träume
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Zum Buch:

Bei „Lucid – Tödliche Träume“ handelt es sich um einen Thriller der bei beTHRILLED, dem digitalen Label von Bastei Lübbe, erschienen ist. Als Buch hätte dieser Thriller 619 Seiten. Er wurde ...

Zum Buch:

Bei „Lucid – Tödliche Träume“ handelt es sich um einen Thriller der bei beTHRILLED, dem digitalen Label von Bastei Lübbe, erschienen ist. Als Buch hätte dieser Thriller 619 Seiten. Er wurde von den Autoren Christoph Mathieu und Dennis Todorovic geschrieben und erschien am 10. Juli 2018.

Behandelt wird eine Thematik, die man bisher nur selten in Thrillern hatte, denn es geht in diesem Buch um das luzide Träumen. Also um das bewusste Handeln während man sich in einem Traum befindet.

Die Protagonistin ist Signe Mortensen, die sich für ein wissenschaftliches Projekt zur Verfügung stellt und nicht ahnt in welche Gefahr sie sich damit bringt.

Zum Inhalt:

Signe Mortensen ist Kunststudentin. Doch über das Malen hinaus hat sie auch noch eine andere erstaunliche Fähigkeit – sie kann luzid träumen. Das heißt sie nimmt ihre Träume bewusst war und kann in ihnen agieren als wäre sie wach. Sie träumt sich an die schönsten Orte und wünscht sich herbei wen auch immer sie will. Dann bietet sich eines Tages die Gelegenheit mit ihrer Fähigkeit etwas Gutes zu tun und anderen Menschen zu helfen. Die einzige Bedingung ist, dass sie sich zu einem Forschungsprojekt bereit erklärt und sich den Wissenschaftlern zur Verfügung stellt. Mit der Unterstützung ihres Freundes Fabian, der ebenfalls Wissenschaftler ist, willigt sie ein in dem Glauben das Richtige zu tun. Doch schnell muss sie feststellen, dass nicht alle Beteiligten gute Absichten hegen und es ihnen weniger darum geht Menschen zu helfen, als vielmehr ihre eigenen Ziele zu erreichen. Doch der Ausstieg aus diesem Projekt gestaltet sich schwieriger als gedacht und bald steht nicht mehr nur Signes Leben auf dem Spiel.

Meine Meinung:

Diese Thematik bot unglaublich viele Möglichkeiten um eine spannende Story zu kreieren. Tatsächlich wurden diese Möglichkeiten auch sehr gut ausgenutzt. Natürlich war ein Missbrauch im Verlaufe der Forschung zu erwarten und nicht umsonst hat dieses Buch über 600 Seiten. Es war dem Leser auch nicht von Anfang an klar, wer genau welche Absichten verfolgt, was die ersten Kapitel natürlich sehr spannende gemacht hat. Dann ist allerdings längere Zeit nicht wirklich viel Spannendes passiert. Klar gab es immer mal wieder die ein oder andere unvorhersehbare Wendung, aber trotzdem hatte das Buch seine Längen.

Die Träume, in die man als Leser eintauchen konnte, hätte so tatsächlich ablaufen können. Teilweise waren sie sehr fantasievoll und wirr, aber immer mit Parallelen zur Wirklichkeit. Es gab emotionale Träume, schockierende und lustige. Teilweise haben sie mir die Tränen in die Augen getrieben. Lediglich die kursive Schriftart, in der sie von der eigentlichen Handlung abgesetzt wurden, empfand ich als sehr anstrengend und ermüdend. Nach 10 Seiten Traum haben mir die Augen wehgetan, aber inhaltlich ändert das ja nichts.

Der Schreibstil war sehr angenehm und man kam schnell vorwärts. Ich habe auch an keiner Stelle bemerkt, dass es mehr als einen Autoren gab. Durchweg wurde der Stil eingehalten und so gut beibehalten.

Die Charaktere sind in diesem Buch wohl das, was am meisten auffällt. Es gibt einige wichtige Personen, die die Handlung vorantreiben und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Es gab welche, die ich am Anfang überhaupt nicht mochte, die mir aber im Verlauf der Geschichte an Herz gewachsen sind. Dann gab es durchweg unsympathische Charaktere und solche die man mag, die aber irgendwann irrelevant werden. Es ist charakterlich also für jeden etwas dabei. Einen großen Kritikpunkt habe ich aber. Die Entwicklung der Protagonistin Signe, die im Buch die tragende Rolle hatte, empfand ich als sehr rasant und wenig glaubwürdig. Innerhalb weniger Wochen wurde sie, trotz Schicksalsschlag, vom grauen Mäuschen zur Kämpferin. Das erschien mir doch sehr erzwungen, weil es zwar zur Handlung gepasst hat, aber nicht zum Charakter der Figur. Alle anderen Charaktere machen auch eine ganz schöne Entwicklung durch, die ich aber als sehr viel glaubwürdiger empfinde als die von Signe.

Und dann wäre da noch das Ende. Man hätte so unglaublich viele Möglichkeiten gehabt, dieses Buch enden zu lassen. Gerade die Traum-Thematik bietet ja schon einiges. Stattdessen wurde alles innerhalb eines Kapitels abgehandelt und gelöst. Ohne viel Originalität oder unvorhersehbaren Wendungen. Das Ende war einfach plump und nach dem Motto gestaltet: Wir müssen es halt irgendwie zu einem Ende bringen. Ich hatte das Gefühl da fehlt irgendwo ein Stück zwischen dem letzten Teil der Handlung und dem Ende. Es ist wirklich schade, dass da so viel verschenkt wurde.

Eine Empfehlung?:

Für Thriller-Fans ist es eine Empfehlung, wobei es auch nicht schlimm ist, wenn man die Geschichte nicht kennt. Wer die Thematik interessant findet kann es sich aber guten Gewissens antun das Buch zu lesen. Aber für Leser unter 16 Jahren kann ich es definitiv nicht empfehlen! Dafür sind einige Stellen einfach zu brutal und verstörend.

Fazit:

Eine grandiose Idee mit guter Umsetzung. Atemlose Spannung war es leider nicht, aber den ein oder anderen guten Plot-Twist hab es schon. Da das Ende mich sehr enttäuscht hat, insgesamt sehr viel Potenzial verschenkt wurde und manche charakterliche Entwicklungen mir einfach unglaubwürdig erschienen, gibt es von mir 3 Sterne für dieses Buch.

Veröffentlicht am 04.10.2018

Redwood Love: Es beginnt mit einem Blick - und endet mit mehr Drama als nötig

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
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Zum Buch:
Der Roman „Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick“ wurde von Kelly Moran geschrieben und erschien im September 2018 im Rowohlt-Verlag. Das Buch hat 364 Seiten und ist der Auftakt einer neuen ...


Zum Buch:
Der Roman „Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick“ wurde von Kelly Moran geschrieben und erschien im September 2018 im Rowohlt-Verlag. Das Buch hat 364 Seiten und ist der Auftakt einer neuen Romance-Trilogie, die in jedem Band einen der Tierarzt-Brüder, den O’Gradys, in den Fokus stellt. Der Roman spielt in einer Kleinstadt namens Redwood und die Protagonistin im ersten Band ist Avery, Mutter einer autistischen Tochter.

Zum Inhalt:
Cade O‘ Grady leitet mit seinen beiden Brüdern, dem tauben Flynn und dem Witwer Drake, die Tierarztpraxis seines verstorbenen Vaters. Cade ist eigentlich nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung, doch dann stürzt eines Tages Avery in die Praxis. Avery hat gerade eine Scheidung hinter sich und wollte eigentlich nur für eine Weile nach Redwood zu ihrer Mutter ziehen. Doch dann begegnet sie dem attraktiven Tierarzt und den tollen Menschen, die das kleine Städtchen bereithält. Eine Zukunft in diesem verträumten Ort scheint auf einmal gar nicht mehr so abwegig. Was vielleicht auch an dem charmanten Tierarzt liegen könnte, der Avery den Atem raubt und ihre Tochter Haley scheinbar als einziger normal behandelt. Schade, dass Avery eigentlich eine Pause von einer festen Bindung machen wollte. Ob die beiden trotzdem zusammenfinden?

Meine Meinung:
Ich hatte mich riesig auf dieses Buch gefreut, da es nicht sehr oft vorkommt, dass mal ein Tierarzt im Mittelpunkt steht. Man erfährt am Rande ein wenig vom Praxis-Alltag und wie die Brüder damit umgehen. Aber leider eben nur am Rande, was mich zu meinem ersten Kritikpunkt führt. Man erfährt nur ein wenig vom Praxisleben, geschweige denn von dem Leben als Tierarzt. Vielmehr wurde sich darauf konzentriert, die Flirtversuche zu schildern, als mit der Kulisse zu spielen. Die Möglichkeiten, die dieses Setting bereithält wurden leider nicht so ausgenutzt, wie man es hätte nutzen können. Aufgrund dessen kam leider auch die Atmosphäre, die ich mir gewünscht hätte nicht zustande.

Die Charaktere waren leider zum Großteil Stereotypen. Der attraktive Playboy, der für diese eine Frau seine gesamte Einstellung ändert, oder auch die zerbrochene Frau, mit schwerer Vergangenheit, die sich ausgerechnet bei diesem einen Mann selbst wiederfindet. Die Figuren waren nichts, was man nicht schon aus anderen Büchern kannte, aber etwas Abwechslung boten die autistische Tochter oder auch der taubstumme Bruder. Diese Personen haben etwas frischen Wind in die Geschichte gebracht, welche sonst sehr in das typische Romanzen-Muster getriftet wäre. Diese besonderen Charaktere boten einfach etwas, an dem man sich festhalten konnte. Doch alles in allem war die Geschichte nicht wirklich etwas Neues.

Auch die Idee mit den drei Brüdern in drei Büchern ist bekannt. Doch wenn ich Band zwei und drei ein bisschen mehr auf die Charaktertiefe hingearbeitet wird, könnte man dafür sorgen, dass diese Reihe sich von anderen deutlicher abhebt. In diesem ersten Band waren die Charaktere leider nicht so griffig und tiefgründig, wie ich es mir gewünscht hätte.

Der Schreibstil hingegen war sehr angenehm und flüssig. Man kam durch das Buch gut durch und wurde nicht von seitenlangen Beschreibungen erschlagen.

Diese Geschichte hatte ihre Längen, gerade in der Mitte. Es gab einfach Stellen, da wollte ich gar nicht wissen wie es weitergeht, da das Buch mich da einfach nicht packen konnte. Hinzu kam das ewige, scheinbar grundlose Hin und Her der Charaktere, für das es gar keinen Grund gab. Sie haben manchmal Probleme in Handlungen interpretiert, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte. Zu oft wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Es wurde Probleme kreiert, wo keine nötig gewesen wären.

Eine Empfehlung?:
Wenn man was zum Abschalten sucht und etwas lesen möchte, auf das man sich nicht voll konzentrieren muss, dann kann man dieses Buch sehr gut lesen. Es ist eine nette Geschichte für zwischendurch, die Leser ab 16 Jahren gut unterhalten kann.

Fazit:
Leider war das Buch nicht so etwas Besonderes, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Atmosphäre hat einfach gefehlt. Aber da das Buch letztendlich recht gut unterhalten hat und ich beim Lesen abschalten konnte, bekommt es von mir 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 09.07.2018

Ready Player One - Eine Wirklichkeit in einem Spiel in der Wirklichkeit

Ready Player One
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„Ready Player One“ ist ein Science-Fiction-Roman der erstmals 2012 im Blanvalet-Verlag erschien. Im August 2017 brachte der Fischer Tor – Verlag eine Neuausgabe heraus. Geschrieben wurde dieses 538 Seiten ...

„Ready Player One“ ist ein Science-Fiction-Roman der erstmals 2012 im Blanvalet-Verlag erschien. Im August 2017 brachte der Fischer Tor – Verlag eine Neuausgabe heraus. Geschrieben wurde dieses 538 Seiten starke Buch von Ernest Cline, der heute mit seiner Familie in Texas lebt. „Ready Player One“ ist sein Debüt, welches direkt die Herzen der Leser eroberte und bis heute sehr viel Zuspruch erhält.

Wir begleiten in diesem Buch einen 17-jährigen Jungen namens Wade, der im Jahre 2044 versucht zu überleben. Seine einzige Flucht ist eine virtuelle Realität, die das echte Leben fast verdrängt hat.

Zum Inhalt:

Wade Watts ist ein Gamer. Er ist wie besessen von den Spielen, die sein Idol, James Halliday, mochte und gespielt hat. Halliday ist zugleich der Erfinder, der wahrscheinlich bahnbrechendsten Entwicklung der Menschheit – der OASIS. Eine virtuelle Realität, auf die jeder Mensch, jeder Bevölkerungsschicht Zugriff hat. In der OASIS ist alles möglich und es gibt nichts, das es nicht gibt. Es existieren Planeten nur für bestimmte Videospiele, es gibt friedliche Welten zum Chatten und Welten zum Kämpfen. Dass diese virtuelle Realität die Wirklichkeit immer mehr verdrängt ist nicht verwunderlich.

Als James Halliday stirbt, verkündet er, dass sein gesamtes Erbe an den Spieler geht, dem es gelingt als erster das „Easter Egg“ zu finden, welches er irgendwo in der OASIS versteckt hat. Weltweit beginnt ein Kampf um dieses gigantische Erbe in Millionenhöhe und alle versuchen fieberhaft das „Easter Egg“ zu finden. Auch Wade versucht sein Glück, doch ist er nicht der einzige, der bestens über Halliday und seine Spiele Bescheid weiß.

Es beginnt eine rasante Jagd durch ein fiktives Gamer-Universum, die bis zur letzten Sekunde spannend bleibt.

Meine Meinung:

Der Schreibstil hat mich sehr angesprochen. Er ist sehr angenehm zu lesen und leitet den Leser gut durch diese erstmal relativ komplexe Welt. Sobald man sich an die Welt und die Situation gewöhnt hat, fliegt man nur so durch die Seiten.

Das liegt jedoch auch an dieser grandiosen Story. Es gab keine Stelle, an der die Spannung nachgelassen hat. Denn immer, wenn eine Sache vom Tisch war kam der Autor schon mit der nächsten um die Ecke und hat die Story so immer weiter vorangetrieben, bis das Buch schließlich zu Ende war. Die Entwicklung war an keiner Stelle vorhersehbar und die ganzen, geschickt eingebauten Plot-Twists haben mich echt Nerven gekostet.

Doch auch die Charaktere haben ihren Teil dazu beigetragen. Nicht nur für den Protagonisten Wade, der für seine 17 Jahre schon so einiges durchmachen musste, entwickelt man fast von Beginn an eine Sympathie, sondern auch für alle weiteren Charaktere, die im Verlauf des Buches auftreten. Jeder für sich hat Ecken und Kanten, das macht sie sehr glaubwürdig. Hinzu kommt, dass man sie als ihre Avatare in der OASIS kennenlernt und natürlich wissen möchte, wer sie in Wirklichkeit sind. Man versucht sich die ganze Zeit ein menschliches Bild von ihnen zu machen, wird damit jedoch bis zum Ende auf die Folter gespannt. Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Individuen ist einfach einzigartig und wie sie interagieren einfach spannend zu verfolgen. Man fiebert eigentlich von Anfang an mit ihnen mit und das schafft echt nicht jeder Autor. Einfach toll ausgearbeitete Charaktere, denen man jede Handlung abnimmt. Auch die Entwicklungen, die sie durchmachen passen zur Entwicklung der Story. Das wurde einfach grandios aufeinander abgestimmt.

Das Ende war genau meins. Ein bisschen Drama, pure Action und ein runder Abschluss.

Eine Empfehlung?:

Definitiv! Und zwar nicht nur für Gamer oder Science-Fiction-Fans, sondern für jeden, der sich mal wieder von einer Geschichte so richtig mitreißen lassen möchte. Zudem finde ich, dass dieses Buch Dinge vermittelt, die unsere Gesellschaft, oder besser gesagt, die nächsten Generationen direkt betreffen und denen man ins Auge blicken sollte.

Diese tolle Geschichte sollte auf jeden Fall von jedem gelesen werden.

Fazit:

Wer dieses Meisterwerk nicht liest ist selbst daran schuld. Es gibt nichts, was ich daran nicht liebe. Die Charaktere, die Welt, die Message – ich liebe einfach jede Seite davon.

Natürlich gibt es volle 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 07.06.2018

Die Klinge des Schicksals - Ein Ende mit Altersschwäche?

Die Klinge des Schicksals
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Zum Buch:
„Die Klinge des Schicksals“ ist ein Fantasy Roman des Bestseller Autors Markus Heitz. Hierbei handelt es sich um einen seiner wenigen Einzelbände. Das Buch erschien beim Knaur-Verlag und umfasst ...

Zum Buch:
„Die Klinge des Schicksals“ ist ein Fantasy Roman des Bestseller Autors Markus Heitz. Hierbei handelt es sich um einen seiner wenigen Einzelbände. Das Buch erschien beim Knaur-Verlag und umfasst 570 Seiten.
Markus Heitz ist bekannt für seine grandiosen Fantasy-Welten und auch bei seinem neuesten Werk hat er die Leser nicht enttäuscht. Man befindet sich, zusammen mit der bereits gealterten Protagonistin, in Nankan wieder. Eine Welt, die keine offensichtlichen Parallelen zu unserer aufweist. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt.

Wir begleiten eben jene ältere Protagonistin und ihr eher untypisches Team auf eine Mission, von der das Schicksal der ganzen Welt abhängt.

Zum Inhalt:
Danestra ist nicht mehr die jüngste. Sie hat Kinder, die schon fast alle erwachsen sind und besitzt ein Landgut um das sie sich gemeinsam mit ihrer Familie kümmert. Doch sie ist die landesweit bekannte „Klinge des Schicksals“, das heißt, wenn das Schicksal ihr einen Auftrag gibt, muss sie diesen erfüllen. Sie weiß nie wohin es sie führt oder was genau ihr Auftrag ist, das muss sie stets selbst herausfinden. So geschieht es eines Tages, dass sich ihre Wege und die der schwangeren Kalenia kreuzen. Die junge Frau befindet sich im Fang von Banditen, die ihr nach dem Leben trachten, weshalb Danestra nicht zögert das Leben der jungen Frau zu retten. Jedoch ahnt sie nicht, was für einen Stein sie damit ins Rollen bringt. Denn die schwangere Frau birgt ein Geheimnis, welches eine lange Reise quer über den Kontinent nach sich zieht und Gestalten anlockt, denen man besser nicht begegnen sollte.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist wunderschön gestaltet. Der rote Buchschnitt ist sehr stimmig mit dem Cover. Die enthaltene Karte ist ebenfalls ein Hingucker und sehr nützlich, um sich in der relativ komplexen Welt zurechtzufinden.

Von der Welt bin ich übrigens sehr begeistert. Markus Heitz weiß, wie man Welten erschafft und zum Leben erweckt. Es kam mir während des Lesens so vor, als wäre ich tatsächlich dort gewesen. Bei den Charakteren und mitten im Geschehen – in einer Welt, die ja eigentlich nicht existiert. Grandios!

Der Schreibstil war auch mal etwas sehr erfrischendes. Er hatte etwas Gehobenes und anspruchsvolles und war trotzdem richtig angenehm zu lesen. Ich Nachhinein habe ich eine Vermutung warum der Autor diesen Stil gewählt hat. Er passt einfach zur Protagonistin. Diese ist nämlich eine Frau, die bereits einiges an Lebenserfahrung hat, zudem kommt sie aus der höheren Gesellschaftsschicht und weiß sich auszudrücken. Da ist der Aspekt mit der gehobenen Sprache ein genialer Zug.

Die Charaktere waren an sich alle sehr gut ausgearbeitet. Man erfährt viel aus ihrem Leben und bekommt zu jedem eine detaillierte Beschreibung, die bei solch teilweise sehr außergewöhnlichen Figuren auch nötig ist. Es sind vor allem keine Stereotypen, sondern Figuren mit Fehlern und fehlerhaften Eigenschaften. Es gibt nicht den Helden, wie man ihn in vielen Fantasy-Geschichten hat, sondern mal eine ganz neue Rollenverteilung. Eine ältere Heldin, die bereits weiß, was ihre Bestimmung ist und nun vor einem unbekannten Problem steht. Tolle Idee mit genialer Umsetzung. Es war sehr einfach eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen und mit ihnen mitzufühlen. Keine ihrer Handlungen wirkte unpassend und sie waren einfach greifbar.

Sehr gut fand ich auch, dass man direkt in die Handlung geworfen wurde und man erst nach und nach wusste, was eigentlich Sache ist, wie die Welt funktioniert und wer die Protagonisten sind. Das sorgte für Spannung ab der ersten Seite, da man ja wissen wollte was gerade passiert und wieso. Zu Beginn verlief die Story auch sehr rasant und ich konnte das Buch nicht weglegen. Doch nun zu meinem ersten Kritikpunkt: dem Handlungsverlauf. Nach den ersten, sehr packenden, 100 Seiten baute sich die Spannung auch sehr schnell wieder ab und die Geschichte plätscherte so dahin. Es gab Kapitel, die sehr interessant waren, aber sie konnten den Spannungsbogen nicht permanent oben halten. Es war eine Berg- und Talfahrt – Spannung, Länge, Spannung, Länge. Und das Ende war auch nicht das, was ich erwartet hatte. Es wurde relativ schnell abgehandelt und das Problem, das das ganze Buch über so aufgespielt wurde, konnte dann doch recht schnell gelöst werden. Das ist sehr schade, denn man hatte hier das Potenzial zu einem dramatischen und nervenaufreibenden Ende.

Eine Empfehlung?:
Für Fantasy-Fans auf jeden Fall! Die Welt ist klasse, die Charaktere sind super und die Geschichte hat auch ihren Reiz. Es ist kein schlechtes Buch und hat nur hier und da ein paar Schwächen. Wenn man über diese hinwegsehen und sich von einem Buch treiben lassen kann, sollte man es lesen.

Fazit:
Rasanter Start, durchwachsener Mittelteil, interessantes aber etwas enttäuschendes Ende. Ein Buch mit einem unglaublichen Worldbuilding und tollen Charakteren. Es hat meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllt, bekommt aber trotzdem noch sehr gut gemeinte 4 Sterne.