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Veröffentlicht am 17.04.2026

Viele abwechslungsreiche Wendungen, aber melodramatisch

Das romantische Château in Frankreich – Ein Neuanfang für Élodie
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Die Inhaltsangabe des Verlags kreiert eine Situation, die nicht viel mit dem Roman zu tun hat. Erstens gibt es im Buch keine Dreiecksgeschichte und zweitens scheint das Dorf aus bloß sechs Einwohnern zu ...

Die Inhaltsangabe des Verlags kreiert eine Situation, die nicht viel mit dem Roman zu tun hat. Erstens gibt es im Buch keine Dreiecksgeschichte und zweitens scheint das Dorf aus bloß sechs Einwohnern zu bestehen, von denen gerade mal eine (oder zwei) bei dem Dreh dabei sein möchte/n. Zumal es auch etwas dauert, bis Élodie in ihrem Heimatdorf ankommt. 1,5 Kapitel werden aufgewendet, um Élodies Lage klarzumachen: eine Jura-Studentin in Paris, die zum dritten Mal das Examen verkackt hat und nun aufs Land zu den Eltern flieht. Dort will sie für den vierten Anlauf lernen und die Eltern hat sie sowieso zwei Jahre lang schon nicht mehr gesehen. Der Vater ist den ganzen Roman entlang entsprechend angesäuert und ruppig. Das Hotel der Eltern ist überraschend voll, denn im Schloss wird ein Film gedreht. Die Geschichte, wie Élodie zum Filmdreh kommt, ist etwas umständlich und ich hatte insgesamt den Gedanken, dass die Geschichte verschleppt wird. In den ersten Kapiteln hat mich gestört, dass Claire Bonnett viele Nebensächlichkeiten beschreibt wie unbedeutsame Gesten oder Hintergrundgeräusche. Die Szenen werden wie für einen Film geschildert. Es dauert lange, bis die Autorin mehr ins Erzählen kommt. Die Gefühle und Stimmungen sind kaum spürbar. Gestört hat mich zudem die pubertäre Sicht der Hauptfigur, aus deren Augen heraus die Story erzählt wird. Vieles hat eine übertriebene Bedeutsamkeit, die ich nicht nachvollziehen kann. Deshalb habe ich die letzten drei Kapitel nur noch überfolgen, nachdem mir die letzte Wendung zu melodramatisch und unrealistisch war. Vorher habe ich bereits nicht begriffen, wieso Élodie einen Vorwand braucht, um zum Schloß zu gehen und ihrem Jugendfreund einen Besuch abzustatten; wieso es so schwer ist, mit ihm zu reden. Es gibt viel meines Erachtens künstliches Drama, welches rein durch Élodies Bewertung entsteht. Dabei wurde mir aber nicht klar, wie sie zu dieser Bewertung kommt. Andererseits ist das vielleicht nicht so schlecht in einem Feel-Good-Roman, dass man als Leser*in die ganzen negativen Dinge wie die Angst, im Examen zu versagen, oder den Frust, bereits so oft versagt zu haben, nicht wirklich abbekommt. Den Versuch, französischen Flair zu verbreiten, indem französische Redewendungen verwendet wurden, fand ich misslungen. Ich finde diesen Kunstgriff grundsätzlich billig. Als positiv kann man anführen, dass die Story viel Abwechslung enthält. Es passiert einiges. Trotzdem fand ich es mühsam, das Buch zu lesen, obwohl es sprachlich in Ordnung ist. Ich gebe diesem Roman 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

80/90er Jahre-Flair, perverse Morde, sonst ganz ok

Tote lächeln nicht
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Um meinen Eindruck zusammenzufassen, würde ich sagen: Der Roman ist in den 80/90ern hängengeblieben. Bruce Willis wird mehrmals erwähnt, welchem der Kraftmeier Sven Schäfer ähneln soll, und so redet er ...

Um meinen Eindruck zusammenzufassen, würde ich sagen: Der Roman ist in den 80/90ern hängengeblieben. Bruce Willis wird mehrmals erwähnt, welchem der Kraftmeier Sven Schäfer ähneln soll, und so redet er auch: viele Kraftausdrücke, viel Spott, ein paar Anzüglichkeiten. Zwischen ihm und Elsa Dorn ist es wie mit Hund und Katz und, wie es der Brauch will, mögen sie sich insgeheim vielleicht ein bißchen. Im ersten Band der Reihe passiert aber noch nichts zwischen den beiden, wenn überhaupt. Das liegt nicht unbedingt daran, dass beide gleich schwer sind und Elsa mit Reiner Calmund verglichen wird, obwohl der mal mehr als doppelt so viele Kilos wie Elsa hatte. Später schafft es Elsa trotzdem, ihre gefesselten Hände über ihren dicken Hintern (ihre Worte) vom Rücken nach vorn zu bringen, und das ist ein Beispiel für verschiedene Stellen, an denen es absurd wird. Besonders absurd fand ich die Haltung, dass es gute Gewalt gäbe oder der Zweck die Mittel heilige; das wird verschiedentlich vertreten. Aber so müssen sie eben sein, die kernigen Ex-Cops der 80/90er. Insgesamt fand ich die Geschichte übertrieben brutal. Ich kann leider keine Spannung daraus ziehen, wenn Taten möglichst pervers dargestellt werden. Auch die Action hat mich nicht angemacht. Die Szenen wären in einem Film gut gewesen. Aber zum Lesen waren sie zu lange und teils auch gestört von Erklärungen. Der Autor geht oft aus einer Szene heraus, um dann etwas später wieder einzusteigen. Die Auslassung muss teils erläutert werden, weil der Fortgang oft unerwartet ist. Besonders an einer Stelle hat es mich irritiert, weil es unrealistisch ist, in diesem Moment zu reden. Dennoch hat Franz Hafermeyer es geschafft, dass ich seinen Krimi zügig durchgelesen habe. Der Text ist lebhaft. Er hat Wendungen. Sprachlich gibt es keine Hemmnisse, die den Lesefluss stören würden. Ich fand gut, wie der Autor durch die Stadt Augsburg führte. Die Ortsangaben und kleinen Angaben zu Sehenswürdigkeiten fügten sich sehr gut in die Geschichte ein. Ich möchte diesem Krimi 3 Sterne geben.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Parlabane hat bei mir nicht gezündet, Mich hat die Geschichte etwas überfordert

Der Gefallen
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Momentan bin ich überrascht von der Inhaltsangabe, die den Titel gerade auf diese Szene bezieht. Denn Gefallen werden verschiedene getan in dieser Geschichte. Jedoch sah Parlabane die Konfrontation mit ...

Momentan bin ich überrascht von der Inhaltsangabe, die den Titel gerade auf diese Szene bezieht. Denn Gefallen werden verschiedene getan in dieser Geschichte. Jedoch sah Parlabane die Konfrontation mit den Männern am Bahnhof nicht als Gefallen, sondern als Möglichkeit, seinen eigenen Frust abzureagieren. Er ist also gar kein Held oder Wohltäter. Auch wenn er einen deutlichen journalistischen Auftrag spürt, unterstützt er Kendra aus eigenen Motiven. Schön, dass auch jemand anderes nicht ganz durchgeblickt hat bei dieser Story. Mir war sie nicht ganz klar. Es gibt verschiedene Wendungen und die Erzählung ist nicht chronologisch. Das ist an sich nicht schwierig. Dennoch fand ich die Vorstellung schräg/unrealistisch, dass Parlabane die Geschichte erzählt, während er im 5. Stock von einem Fensterbrett hängt. Beim Ende wusste ich nicht, ob ich denke, es ist offen oder abgeschnitten. Ganz zufrieden war ich nicht mit dem Text und er hat mich auch nicht begeistert für weitere Parlabane-Storys, obwohl es dem Autor gelungen war, bei mir ein gewisses Interesse zu erzeugen. Thematisch war der Text nicht uninteressant und griff verschiedene aktuelle Problematiken auf. Sprachlich fiel manchmal eine gewisse Derbheit auf, die aber auch lebhaft war und dem entsprach, was ich mir für Parlabane vorgestellt hatte. Für mich war das eher ein grober Klotz, der als früherer Investigativ-Journalist sich für nichts zu schade ist. Ich gebe dieser Geschichte 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Interessante All-Age-Krimireihe

Flavia de Luce - Das Geheimnis des kupferroten Toten
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Mir hat diese Kurzgeschichte sehr gefallen. Gleich der erste Satz verkündet unerschrockene kindliche Neugier für Flavia. Unmittelbar darauf wird deutlich, dass sie zudem erwachsene Umsicht und ein Wissen ...

Mir hat diese Kurzgeschichte sehr gefallen. Gleich der erste Satz verkündet unerschrockene kindliche Neugier für Flavia. Unmittelbar darauf wird deutlich, dass sie zudem erwachsene Umsicht und ein Wissen besitzt, welches das Wissen vieler Erwachsenen übertrifft. Wie Flavia in die Situation gerät, einen Tod zu klären, ist eigentlich eine absurde Sache für ein Kind, wurde jedoch nachvollziehbar erklärt. Sprachlich fällt der ein oder andere Begriff auf, der lockerer ist und eher der Jugendsprache entlehnt ist. Das gibt dem Text aber auch etwas mehr Lebendigkeit. Insgesamt bietet Flavia aufgrund ihrer Art Identifikationsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen und ich halte den Begriff All-Age-Krimireihe für zutreffend. Schade fand ich nur, dass das Ende überraschend schnell kam und der Raum im Buch nicht voll für die Geschichte des kupferroten Toten genutzt wurde. Von den 46 Seiten werden etliche von einer Leseprobe eines weiteren Bandes eingenommen. Ich gebe der Geschichte 4 Sterne und werde mir Flavia de Luce/Alan Bradley merken.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Der Schreibstil ist überhaupt nicht meins

DOORS - Der Beginn
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Ich finde die Idee der Buchreihe mit den Zeit-Raum-Portalen und der Antwort auf die Frage "was wäre wenn?" zwar nicht neu, aber dennoch interessant. Allerdings halte ich die Umsetzung für schlecht. Nach ...

Ich finde die Idee der Buchreihe mit den Zeit-Raum-Portalen und der Antwort auf die Frage "was wäre wenn?" zwar nicht neu, aber dennoch interessant. Allerdings halte ich die Umsetzung für schlecht. Nach meiner Meinung fehlt dem Autor der Blick fürs Wesentliche. Er erzählt nicht, sondern er beschreibt wie ein Regisseur oder Maler. Mich als Leserin haben die vielen Details gestört und wenn sich ein Dreitagebaart kurz in einer Sonnenbrille spiegelt, mag dies ein kreativer Kunstgriff sein, welcher trotzdem nichts für die Story getan hat. Ich hätte mir gewünscht, dass öfter ein schlichtes Pronomen verwendet worden wäre statt eines weiteren beschreibenden Substantivs. Wenn ich lese, dass jemand Mitte 40 ist, dann ist "Mittvierziger" in den meisten Fällen dennoch kein gutes Synonym für dessen Namen. Erst nach mehr als 20 Seiten wird der Stil etwas lockerer und weniger ausführlich. Spannung oder sonstige Gefühlsregungen werden trotzdem zwischen irrelevanten Angaben und Schilderungen zerrieben. Inhaltlich fand ich es etwas viel, dass jede der sechs Personen ein Geheimnis/ eine vorgeschützte Identität haben sollte. So scheint der Inhalt genauso wie die Darstellung überladen zu sein. Ich bin mir sicher, dass ich die weitere Geschichte, egal in welcher Form, nicht lesen möchte, und gebe dem Text 2 Sterne.

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