Solide Unterhaltung, lebhaft und abwechslungsreich
Vino, Mord und Bella Italia! Folge 1: Das vergiftete FestZunächst erinnerte mich der Klappentext an den Inhalt zweier Krimis, welche ich im letzten Jahr gelesen hatte und die mir nicht gefallen hatten. Doch der Roman überraschte bald positiv. Einerseits sprachlich, ...
Zunächst erinnerte mich der Klappentext an den Inhalt zweier Krimis, welche ich im letzten Jahr gelesen hatte und die mir nicht gefallen hatten. Doch der Roman überraschte bald positiv. Einerseits sprachlich, da sich der Text geschmeidig lesen ließ. Die Bilder sind zwar oft konventionell, konnten teils aber auch überraschen. Andererseits fand ich die Geschichte sehr gut koordiniert. Die einzelnen Aspekte der Handlung sind für meinen Geschmack geschickt mit einander verwoben worden. Innerhalb eines Kapitels gehen sie fließend in einander über und der Text wird dadurch lebhaft und abwechslungsreich. Die Story an sich fand ich einfach: eine junge Frau kommt in einen kleinen Ort und wird alsbald des Mordes verdächtig. Aber nicht so sehr, dass sie nicht selbst ihre Nase in die Angelegenheit stecken könnte. Der Kommissar ist muffig, aber auch attraktiv. Seine Untergebenen sind Typ Dietmar und Bärbel (siehe "Mord mit Aussicht"). Es gibt verschiedene Andeutungen auf die Vergangenheit, welche sich jedoch in diesem ersten Band der Reihe "Vino, Mord und bella Italia" nicht entwickeln. Daher ist die Story nicht besonders komplex. Eigentlich hätte ich recht bald den Mörder gefunden, wenn, wie ich im Rückblick feststellte, der Realität keine Verschnaufpause verordnet worden wäre. Ob schriftstellerische Freiheit oder Unwissenheit, das hat mir nicht gefallen. Ich finde es unsportlich, wenn dem Leser verwehrt wird, auf die Lösung zu kommen. Die war übrigens eine recht klassische. Allerdings fand ich den Roman trotzdem bis auf das Ende recht gut gemacht. Zum Schluß wird es überdramatisch und unrealistisch (hat sich jemand eine Tabasco-Flasche überhaupt einmal angesehen). Es kommt jedoch zu einem runden Abschluß und es gibt dezente Andeutungen auf den Fortgang der Serie (eine Frau zwischen zwei Männern). Gestört hat mich, dass eine Frau Nicola hieß, obwohl Nicola wie Andrea im Italienischen männlich ist. Im Text wurden so viele italienische Wörter und Redewendungen verwendet, dass es schade ist, dass dieses Detail übersehen wurde. Die italienischen Ausdrücke kann man gut verstehen, weil sie unmittelbar übersetzt wurden. Allerdings fand ich diesen Kunstgriff, um italienisches Flair zu erzeugen, zu gewollt; bei mir hat es nicht gewirkt. Insgesamt war die Unterhaltung aber solide; der erste Band hat durchaus neugierig auf die Fortsetzung gemacht und ich bewerte den Roman daher mit 3 Sternen.