Zum Ende hin wird es besser, aber ich musste mich durch die fast 800 Seiten extrem quälen
Die Landkarte der ZeitAchtung. Um meine Rezension zu schreiben, so dass man auch versteht, was mich stört, muss ich leider etwas spoilern.
„Die Landkarte der Zeit“ von Felix J. Palma ist als erster Teil einer Trilogie ...
Achtung. Um meine Rezension zu schreiben, so dass man auch versteht, was mich stört, muss ich leider etwas spoilern.
„Die Landkarte der Zeit“ von Felix J. Palma ist als erster Teil einer Trilogie 2011 erschienen.
Der Klappentext verspricht dreierlei. Da ist von Zeitreisen die Rede, einmal zu der Zeit von Jack the Ripper, einmal ins Jahr 2000 und dann muss ein Inspektor einen Mörder fangen, der mit Waffen, die noch nicht erfunden worden sind, tötet.
Das klang für mich sehr vielversprechend. Doch die wahre Geschichte sieht ganz anders aus.
Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Jeder befasst sich mit einem der drei im Klappentext beschriebenen Sachverhalten. Im ersten Teil geht es um einen jungen Mann, der seine große Liebe an Jack the Ripper verloren hat und sich nun das Leben nehmen will, weil er ohne sie nicht mehr leben möchte. Sein Cousin ersinnt einen Plan, wie er ihn daran hindern kann. Er schlägt ihm vor, in der Zeit zu reisen, um den Mörder aufzuhalten. Doch ist das alles nur ein Trick, um Andrew wieder Lebensmut zu geben.
Im zweiten Teil glaubt eine junge Frau, dass sie bei einem Ausflug ins Jahr 2000 mitmacht und verliebt sich dort in einen Helden, der die Welt rettet. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte in Form von Briefen. Aber auch hier findet keine wirkliche Zeitreise statt, sondern die Frau erliegt ebenfalls einer Lüge.
Im dritten Teil wird es dann etwas spannender und die Zeitreise kommt ins Gespräch. Menschen werden mit einer Waffe getötet, die es bislang noch nicht gibt. Der Inspektor bekommt Hilfe von einem Autor (H.G. Wells) angeboten. Dieser macht im Laufe der Suche nach dem Mörder eine interessante Erfahrung. Es gibt sie wirklich die Zeitreisen und es liegt an ihm, wie die Geschichte der Menschen und sein Leben weitergeht.
Die Geschichten werden von einem allwissenden Erzähler geschildert. Zwischenzeitlich wird der Leser direkt von dem Erzähler angesprochen, dadurch soll wahrscheinlich eine Nähe zu dem Leser hergestellt werden. Mir gefällt diese Art der Erzählweise allerdings nicht so gut.
Die Charaktere bleiben alle ziemlich blass und Gefühle werden nicht groß übermittelt.
Der Schreibstil ist gut. Die Wortwahl ist gehobener und ein wenig der historischen Zeit, in der die Geschichte spielt angepasst. Allerdings hatte das Buch für mich ziemliche Längen. Es gab – vom dritten Teil abgesehen – keine unerwarteten Wendungen. Teil 1 und Teil 2 waren ziemlich vorhersehbar. Was die Zeitreisen betraf wurden nicht nur die Protagonisten betrogen, sondern auch ich fühlte mich etwas veralbert.
Zwischenzeitlich habe ich die Seiten mehr überflogen, in der Hoffnung, dass es nochmal besser wird. Der dritte Teil wurde dann interessanter, befasste sich tiefer mit dem Thema Zeitreisen und gab auch ein paar gute Denkanstöße zu Parallelwelten, Einfluss von Entscheidungen, Veränderungen des Zeitstrangs.
Fazit:
Zum Ende hin wird es besser, aber ich musste mich durch die fast 800 Seiten extrem quälen.