Ziemlich schräg
Jesus, der Hund muss rausJonas Goebel ist Pfarrer. Er und seine Frau Trixi leben in einer sehr ungewöhnlichen Wohngemeinschaft mit Jesus und Martin Luther. Nun ist auch noch ein Hund namens James dazu gekommen. Wie es zu dieser ...
Jonas Goebel ist Pfarrer. Er und seine Frau Trixi leben in einer sehr ungewöhnlichen Wohngemeinschaft mit Jesus und Martin Luther. Nun ist auch noch ein Hund namens James dazu gekommen. Wie es zu dieser Wohngemeinschaft kam, wird wohl in den ersten beiden Bänden erzählt. Diese kenne ich nicht, sondern habe nur Band 3 gelesen.
Hier schildert der Autor nun sehr real, wie er sich ein Zusammenleben mit Jesus und Martin Luther in unserer heutigen Zeit vorstellt. Der Autor hat die beiden historischen Figuren in unsere Zeit verfrachtet, und was dabei herauskommt, ist echt schräg. irgendwie komme ich mit einem Jesus, der vor dem Fernseher abhängt und "Germanys next Topmodel" schaut, der in der Sauna Aufgüsse macht und sich ein Tattoo stechen lässt, gar nicht gut zurecht. Auch wenn Martin Luther, bei einem gemeinsamen Besuch der Wartburg, James anfeuert, er solle doch 95 Hundehaufen hinterlassen (in Anlehnung an seine 95 Thesen), ist mir das alles ziemlich suspekt.
Ich vermute mal, ich bin für diese Art christlichen Humor mittlerweile zu alt und gehöre nicht zur eigentlichen Zielgruppe. Dass Jonas Goebel mit seinen Geschichten junge Menschen erreicht und ihnen vielleicht sogar damit den christlichen Glauben näher bringen kann, halte ich durchaus für möglich. Aber mein Bild von Jesus und auch von Martin Luther ist im Lauf der Jahrzehnte wohl ziemlich festgefahren, und irgendwie fehlt mir das Vorstellungsvermögen, sie in unsere heutige Zeit zu verfrachten, zumindest in der Art wie es hier im Buch geschieht. Wie gesagt, mein 30 Jahre jüngeres Ich hätte sich vielleicht mit der Geschichte anfreunden können. Es werden ja durchaus tiefgründige Themen angesprochen, die junge Christen interessieren, und der locker-flockige Schreibstil ist wirklich kurzweilig. Tut mir leid, aber meinen Humor und mein Weltverständnis trifft es nicht.