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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2020

Zwei Zwerge gehen als Gespenst auf eine Gartenparty

Achtung, Übernachtung!
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Auf dem Cover schauen zwei Lausbuben sowohl den Betrachter als auch eine Party an und verbinden dadurch beide Welten miteinander. Dazwischen hängt nur ein Gespensterlaken, wo Mund und Nase eins sind und ...

Auf dem Cover schauen zwei Lausbuben sowohl den Betrachter als auch eine Party an und verbinden dadurch beide Welten miteinander. Dazwischen hängt nur ein Gespensterlaken, wo Mund und Nase eins sind und den beiden Jungen Schutz bietet. Es wirkt schön geheimnisvoll.

Der Einstieg in die Geschichte wird mit dezenter Hintergrundmusik unterstützt. Wir lernen Hühnchen und Matz kennen und die Vorzüge ihrer Freundschaft. Alles wird sich aber um eine Gartenparty für Erwachsene drehen, auf der diese kostümiert sein werden. Und dass dort keine Kinder erwünscht sind, verstehen die beiden nicht. Denn die Kinder möchten sich auch verkleiden und Spaß haben. Also werden Pläne geschmiedet und wieder weitergedacht, ganz wie es den Jungen in den Sinn kommt bzw. das Schicksal es ihnen serviert. Das titelgebende Gespenst wird sich ausgedacht und in die Tat umgesetzt. Auf der Party nimmt das Unheil dann seinen Lauf.

Die Hintergrundmusik zu Beginn und zum Ende lässt einen sanft in die Geschichte hinein- und wieder hinauskommen. Die Stimme des Erzählers ist warm und erinnert trotz seines Alters schon an einen tollen Opa. Die Charaktere werden fassettenreich vorgetragen. Von der Stimme habe ich mich gerne durch die Geschichte führen lassen.

Die bildhafte Sprache hat es sehr leicht gemacht, sich in die jeweiligen Situationen hineinzuversetzen. Die Anschauungen von Erwachsenen und Kindern wurden gut dargestellt. Oft kam es dadurch zu witzigen Gegebenheiten. Die kindliche Naivität der Jungen war schön zu hören. Die Stimmungsschwankungen haben mich als Hörer immer berührt. Schade ist nur, dass die Partysequenz so kurz war (erst ab Track 23).

Alles in allem aber ein „spuktakulärer Auftritt“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

In den Weiten Ostpreußens

So weit die Störche ziehen
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Auf dem Cover empfängt uns eine leicht streng blickende junge Frau, die inmitten einer Feuchtwiese steht und in die Ferne blickt, in die Weiten Ostpreußens.

Wir lernen zu Beginn des Buches die junge ...

Auf dem Cover empfängt uns eine leicht streng blickende junge Frau, die inmitten einer Feuchtwiese steht und in die Ferne blickt, in die Weiten Ostpreußens.

Wir lernen zu Beginn des Buches die junge Dora Twardy, die Tochter eines Gutshofbesitzers, ihre Freunde und Familie kennen. Diese warten auf ein besonderes Pferd, einen ausgezeichneten Hengst, die Zukunft des Gestüts. Dora hat ein besonderes Gespür für die Tiere und ist keines der zu erwartenden Frauenzimmer, was ihrer Mutter missfällt. Bald darauf folgt im Ort eine Hochzeit, deren Feierlichkeiten aber dem Kriegsbeginn zum Opfer fallen. Und mit diesem kommen zahlreiche Veränderungen auf die Menschen zu.

Der Weltkrieg und dessen Geschichte ist bekannt und auch die von Ostpreußen. Wir begleiten Dora durch diese Wirren und gleichzeitig ihre charakterliche Entwicklung von einem jungen Mädchen hin zur Frau. Die Liebe zu zwei Männern macht es ihr ebenfalls nicht leicht. Der vielschichtige Einblick in die Gefühlswelt der Menschen dieser Zeit macht den Roman besonders lesenswert. Die Vorstellungen junger Mädchen, aber auch die Unbedarftheit sind schön ausgeführt. Die Freude über ein besonderes Kleid und die Auflehnung gegen die Konventionen machen die Hauptfigur Dora gleich zu Beginn sympathisch.

Ein Heile-Welt-Roman konnte es nicht werden, dafür ist die historische Grundlage nicht geeignet. Aber was der Leser erleben darf, ist eine fesselnde Geschichte, die mit vielen Überraschungen aufwartet. Und wer sich auf diesen Roman einlässt, wird an seinem Ende verstehen, dass Titel und Cover trefflich passen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2020

Ein Kind in der grausamen Götterwelt der Maya

Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer
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Zane ist ein dreizehnjähriger Junge und trotz seiner Größe von fast eins achtzig und Schuhgröße 46 ein Außenseiter, denn er hat ein zu kurzes Bein und hadert sehr damit. Er lebt mit seiner Mutter in der ...

Zane ist ein dreizehnjähriger Junge und trotz seiner Größe von fast eins achtzig und Schuhgröße 46 ein Außenseiter, denn er hat ein zu kurzes Bein und hadert sehr damit. Er lebt mit seiner Mutter in der Wüste von New Mexico und hat nur noch ein paar schräge Nachbarn. Bei ihm lebt außerdem noch die dreibeinige Hündin Rosie, die er über alles liebt.

Mit ihr und wegen ihr erlebt er das Abenteuer seines Lebens. Die Götterwelt der Maya hat ihn schon lange fasziniert. Doch dass er darin eintauchen und viele gefährliche Situationen überstehen muss, hätte er sich nicht zu träumen gewagt.

Es war spannend, Zane auf seinem Weg zu begleiten und die teils sehr gewaltvolle Geschichte, die für die Götter aufgeschrieben wurde, zu erfahren. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, denn es ist noch nicht zu Ende.

Das Buch ist eine Augenweide. Das geprägte Cover gefällt mir sehr. Nur die Augen des Jaguars hätten auch eine Hervorhebung verdient. Das Vorwort von Rick Riordan macht Lust auf mehr, wenngleich es schon viel der Geschichte vorwegnimmt. Nach der Hauptgeschichte folgt noch eine weitere, ebenso interessante. Ein Glossar fasst noch einmal die handelnden Mayawesen zusammen. Eine Leseprobe zum Band 2 bildet das Ende und macht Lust auf mehr.

Ein gelungenes Buch, welches mir mit seiner Geschichte die mythische Welt der Maya nähergebracht hat. Zu empfehlen für alle, die Mythen, Magie, eine fremde Kultur und eine spannende Erzählung lieben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2020

Vor dem Einschlafen traumhafte Bilder

Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln
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Dieses Gute-Nacht-Buch entführt die kleinen Zuhörer in vier Einschlafsituationen. Nach für Kinder typischen Tagesbeschäftigungen können vier Tierkinder nicht einschlafen und benötigen die Hilfe der menschlichen ...

Dieses Gute-Nacht-Buch entführt die kleinen Zuhörer in vier Einschlafsituationen. Nach für Kinder typischen Tagesbeschäftigungen können vier Tierkinder nicht einschlafen und benötigen die Hilfe der menschlichen Kinder. Die Kleinen können sich durch ihre eigene Erfahrung gut mit den Tierkindern identifizieren. Mit leichtem Pusten werden die Sterne am Himmel zum Leuchten gebracht und den kleinen Tieren gelingt das Einschlafen und hoffentlich auch den kleinen Menschen.

Toll, dass nur leichtes Pusten notwendig ist, so werden die Kinder nicht gleich wieder munter, weil sie sich anstrengen müssen. Die Bilder sind traumhaft schön, die Figuren plastisch dargestellt – fast wie Plüschtiere. Die Landschaften wirken natürlich. Und es gibt auf jedem Bild auch kleine lustige Nebenfiguren zu finden. Das Buch ist stabil genug, um durch die Hände der Kleinen zu gehen.

Ein kleines großes Buch mit Sondereffekt, das gerne mehr Geschichten beinhalten hätte können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2020

Generationen treffen aufeinander

Ein ganz alter Trick
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Pascal ist unzufrieden, mit sich und der Welt. Er lebt in einem Internat. Seine Eltern sieht er kaum. Er möchte Aufmerksamkeit und macht dafür alles. Seine Streiche kommen in der Schule aber nicht immer ...

Pascal ist unzufrieden, mit sich und der Welt. Er lebt in einem Internat. Seine Eltern sieht er kaum. Er möchte Aufmerksamkeit und macht dafür alles. Seine Streiche kommen in der Schule aber nicht immer gut an. Außerdem liebt er es zu Skaten. Das hilft die Zeit im Internat zu ertragen. Es gibt noch weitere Außenseiter im Ort, die Senioren. Die wohnen auf der anderen Seite des Ortes in ihrer Residenz und Pascal lernt eine dieser Omas kennen, als ihn die Wut wieder einmal übermannt und er ihren Rollator im See versenkt. Zur Strafe wird er noch mehr Senioren kennenlernen, denn er hat die Sommerferien in der Seniorenresidenz vor sich.

Das Buch ist kurzweilig. Die Personen sind toll herausgearbeitet und besonders Pascal erlebt eine charakterliche Entwicklung. Er selbst kann sich Situationen gut ausmalen, aber nicht immer erklären. Er sucht wie die Senioren Nähe und Beachtung. Die Schatzsuche verbindet die Generationen und sowohl Jung als auch Alt können ihre Vorteile hier gut einbringen.

Der Titel ist gut, aber nicht ganz passend. Die Buchgestaltung ist dagegen herrlich gelungen. Das Daumenkino ist etwas ganz Besonderes. Es erinnert mich an früher, als so etwas eigenständig zu finden war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere