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Veröffentlicht am 14.01.2020

Rezension zu Gemünder Blut

Gemünder Blut
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Ina Weinz hat nach ihrer Beurlaubung Köln den Rücken gekehrt und ist bei ihrem Bruder in ihrer Heimat Gemünd untergekrochen. Hier möchte sie sich erholen und den Kopf wieder freibekommen und so genießt ...

Ina Weinz hat nach ihrer Beurlaubung Köln den Rücken gekehrt und ist bei ihrem Bruder in ihrer Heimat Gemünd untergekrochen. Hier möchte sie sich erholen und den Kopf wieder freibekommen und so genießt sie erstmal dort die Zeit und findet auch einen neuen Liebhaber. Aber die scheinbare Idylle trügt und Ina sieht sich schon bald mit einem Mord konfrontiert, und so wird sie doch wieder ungewollt zu einer Mordermittlerin.

Gemünder Blut ist der erste Teil um die Kommissarin Ina Weinz aus der Feder von Elke Pistor.

Kommissarin Ina Weinz, möchte sich in Gemünd erholen und sich darüber klar werden wie ihre weitere Zukunft aussehen wird, als sie durch ihren neuen Liebhaber und Bruder in eine Mordermittllung hereingezogen wird.
Der Fall an sich ist spannend aufgebaut, auch wenn ich sehr schnell eine Ahnung hatte wer der Täter sein könnte und sich dies auch bestätigte konnten mich Inas Ermittlungen für sich einnehmen. Ina, als Charakter empfand ich sympathisch und auch kompetent, die aber durch Vorkommnisse in der Vergangenheit zurzeit mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat.

Aber leider empfand ich die hier gezeigte Polizeiarbeit unglaubwürdig und diesem Fall nicht angemessen, natürlich soll der Hauptcharakter glänzen, aber dann die Polizei in der Eifel als fast inkompetent und an richtigen Ermittlungen in alle Richtungen nicht interessiert darzustellen, und den ermittelnden Beamten als absoluten Unsympathen, sowas mag ich persönlich gar nicht. Auch waren Reaktionen des ermittelnden Polizeibeamten für mich völlig überzogen dargestellt und leider auch nicht wirklich realistisch.

Mein Fazit:
Ein netter Lokal-Krimi der mich zwar unterhalten hat, aber auch noch viel Luft nach oben hat. Der Fall war interessant aber die hier gezeigte Polizeiarbeit störte mich wirklich.

Veröffentlicht am 05.12.2019

Rezension zu Draussen

Draussen
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Die 17-jährige Cayenne und ihr jüngerer Bruder Joshua kennen kein Zuhause, sie leben draußen im Wald und sind immer auf der Flucht. Nur Stephan, ihr Anführer und Ersatzvater kennt die Gefahr die den Beiden ...

Die 17-jährige Cayenne und ihr jüngerer Bruder Joshua kennen kein Zuhause, sie leben draußen im Wald und sind immer auf der Flucht. Nur Stephan, ihr Anführer und Ersatzvater kennt die Gefahr die den Beiden droht. Dadurch führen sie ein Leben außerhalb der Gesellschaft, er duldet so gut wie keinen Kontakt zu anderen Menschen und drillt sie im Überlebenskampf. Cayenne mit ihren siebzehn Jahren sehnt sich nach einem normalen Teenagerleben und so sind Konflikte vorprogrammiert. Dabei ahnt sie nicht wie nah die Gefahr ist, denn plötzlich muss sie um ihr Leben kämpfen und all das anwenden was Stephan ihr jahrelang beigebracht hat.

Draussen ist das Thriller-Debüt des Autorenpaars Volker Klüpfel und Michael Kobr.

Für mich war „Draussen“ das erste Buch des Autorenduos und es lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Einerseits beinhaltet das Buch viele spannende Elemente aber andererseits konnte mich auch eine Teile nicht wirklich abholen.

Der Thriller wird als Politthriller deklariert, dabei diente das politische Geschehen für mein persönliches Empfinden hier nur um aufzuzeigen wie skrupellos einer der Charaktere ist und hatte mit der eigentlichen Geschichte nur am Rande zu tun.

Cayenne und Joshua sind zwei Teenager, die ein wirklich ungewöhnliches Leben führen, abgeschieden von der Gesellschaft und einem harten Überlebenstraining ausgesetzt wachsen sie unter der Führung von Stephan auf. Die Beiden wirken auf mich wie zwei normale Teenager, die sich den Umständen angepasst haben, auch das die ältere Cayenne ihre Probleme mit diesem Leben hat, wird von den Autoren gut eingefangen. Stephan war mir von Anfang unsympathisch, sein Verhalten und seiner Geheimniskrämerei vor allem gegenüber den Geschwistern machten ihn zu keinem Sympathieträger.

Immer wieder kommt es zu sehr spannenden und actionreichen Szenen, die mir gut gefallen haben, aber einen wirklichen Spannungsaufbau oder eine durchgehendes Spannungsgefühl wollte sich bei mir nicht wirklich einstellen. Es herrschte bei mir vor allem Neugierde vor, wie alles zusammenhängt und welches Geheimnis Stephan verbirgt.

Die politischen Elemente empfand ich am Anfang noch sehr interessant, aber die Entwicklung dies es nahm und das darauf folgende „Untergangsszenario“ konnte mich nicht überzeugen. Es war mir einfach zu wenig ausgebaut und in seinen Auswirkungen teilweise zu unrealistisch dargestellt, auch war es für mich für die eigentliche Geschichte nicht wirklich notwendig gewesen.

Nach und nach fügen sich die verschiedenen Handlungsstränge dieses Buches zusammen, und ich bekam dann eine Ahnung welches Geheimnis hinter allem stecken könnte, und so konnte mich die Auflösung nicht mehr wirklich überraschen auch wenn ich sie gut erzählt fand. Der Showdown war auch wieder sehr actionreich und sehr spannend, hatte aber auch hier für mich unnötige Elemente, die ich sehr schade fand, und bestimmten Bereichen leider unrealistisch auf mich wirkten.

Mein Fazit:
Ein Thriller mit vielen actionreichen und spannenden Szenen, die mir ausgesprochen gut gefallen haben, bei dem mir aber ein durchgehender Spannungsaufbau fehlte und mich das „Untergangsszenario“ und seine Auswirkungen leider nicht überzeugen konnten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2019

Rezension zu Der Store

Der Store
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Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.“

Cloud ist der weltgrößte Onlinestore, er beherrscht ...

Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.“

Cloud ist der weltgrößte Onlinestore, er beherrscht den Markt und nicht nur das. Paxton und Zinnia lernen sich bei Cloud kennen. Nachdem sein Unternehmen von Cloud zerstört fängt Paxton ausgerechnet dort als Security-Mitarbeiter an. Zinnia verfolgt ihre ganz eigenen Ziele und hat einen Job als Sammlerin. Sie arbeitet in einer riesigen Lagerhalle und sammelt die Waren für den Versand zusammen. Alles scheint perfekt geregelt zu sein, aber der schöne Schein trügt. Langsam kommen die beiden sich in ihrer knappen Freizeit näher, aber eine schreckliche Entdeckung ändert für sie alles…

Der Store stammt aus der Feder von Rob Hart.

In einer unbestimmten Zukunft ist die Umwelt anscheinend nahezu zerstört, Fleisch unbezahlbar und der ganze Warenhandel liegt mehr oder weniger in den Händen von Cloud. Wie eine Krake hat es sich über die ganze Welt verbreitet und ist nicht nur der größter Onlinehändler, sondern auch der größte Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten. Cloud ist der Megakonzern schlechthin, seine Arbeitnehmer leben alle zusammen in der sogenannten Mother-Cloud. Dort werden sie durch ihre Armbanduhr/Cloudband ständig überwacht und können keinen Schritt machen ohne das es Cloud nicht weiß. Jeder Mitarbeiter wird ständig bewertet und steht dadurch unter einem immensen Druck, denn wer die Anforderungen nicht erfüllt wird entlassen.

Die Geschichte wird jeweils aus der Sicht von Zinnia und Paxton geschildert, und auch der Gründer der Cloud Gibson Wells kommt durch Blogeinträge immer wieder zu Wort.
Zinnia und Paxton sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die zusammen bei Cloud anfangen und sich nach und nach näher kommen. Beide Charaktere gefielen mir eigentlich ganz gut, allerdings blieben sie mir zu flach, zu oberflächlich. Hier fehlte mir doch die intensive Auseinandersetzung mit ihrer Situation, die dem ganzen einfach mehr Tiefe verliehen hätte. Mit der sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen den Beiden konnte ich persönlich nicht viel anfangen, da es auch hier eigentlich immer nur an der Oberfläche blieb.
Gibson Wells, der Gründer der Cloud, schreibt in seinem eigenen Blog wie er Cloud gegründet hat und warum und wie er welche Entscheidungen getroffen hat um Cloud nach vorne zu bringen, dadurch bekommt man einen besseren Eindruck davon wie Cloud funktioniert.

Im Großen und Ganzen empfand ich die Geschichte interessant, allerdings hatte sie einige Längen und blieb an vielen Stellen einfach viel zu sehr an der Oberfläche. Gerne hätte ich über bestimmte erwähnte Ereignisse mehr gelesen, das hätte die dort herrschende Situation glaube ich noch besser verständlich gemacht und dem ganzer Geschichte mehr Tiefe verliehen.

Auch wenn die Geschichte mich nicht ganz abholen konnte, war sie interessant, und regte zum Nachdenken an. Den oft hat man das Gefühl man liest nicht etwas von einer entfernten Zukunft sondern es könnte schon vor der Tür stehen.

Mein Fazit:
Eine interessante Geschichte die zum Nachdenken anregt, aber für meinen persönlichen Geschmack doch zu sehr an der Oberfläche blieb um mich wirklich abzuholen.

Veröffentlicht am 21.09.2019

Rezension zu Vater unser

Vater unser
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Eva Gruber wird von der Polizei in die psychiatrische Abteilung eines Wiener Spitals gebracht. Der Leiter des Spitals und ihr Psychiater Dr. Korb nimmt sich ihrer an und sie erzählt ihm wie es dazu kommen ...

Eva Gruber wird von der Polizei in die psychiatrische Abteilung eines Wiener Spitals gebracht. Der Leiter des Spitals und ihr Psychiater Dr. Korb nimmt sich ihrer an und sie erzählt ihm wie es dazu kommen konnte das sie hier gelandet ist. Dabei erzählt sie von ihrem Aufwachsen in einem erzkatholischen Dorf und dem Zusammenleben mit ihrer Familie und das sie ihren jüngeren Bruder Bernhard retten möchte. Das Verhältnis zur Mutter ist gestört und ihren Vater möchte sie töten…

Vater unser ist das Buchdebüt der Autorin Angela Lehner, und schaffte es auf die Longlist des deutschen Buchpreises 2019.

Mich persönlich konnte das Buch nicht so wirklich packen, ich konnte zu der Protagonistin kaum bzw. nur schwer eine Verbindung aufbauen, die glaube ich nötig gewesen wäre um dieses Buch wirklich erleben zu können. Innerlich blieb ich leider immer doch sehr distanziert, auch wenn ich die Erzählungen und das Erleben der Protagonistin interessant fand. Auch empfand ich sie nicht wie vom Verlag angepriesen hochkomisch, mein persönlicher Sinn für Humor wurde hier nicht wirklich getroffen.

Eva Gruber ist mit gutem Grund in der Psychiatrie, aber als Leser ist es wirklich schwer herauszufiltern, was von ihren Erzählungen der Wahrheit entspricht, was sie sich schönredet und für sich günstig hinbiegt oder wo sie lügt. Evas Geschichte wirkt wie ein Puzzle bei dem man als Leser versucht zusammenzusetzen, aber immer wieder fremde Puzzlestücke in den Händen hat, die nicht passen. Um ihren Willen oder ihre Ansichten durchzusetzen ist sie extrem manipulativ und geht dabei auch gelegentlich sehr rücksichtlos vor.

Mit dem Ende der Geschichte habe ich so nicht gerechnet und empfand es auch ein wenig verstörend, aber trotz allem oder gerade deswegen hat es mir gut gefallen.

Mein Fazit:
Das Buch lebt durch seine Protagonistin, wer zu ihr eine Verbindung aufbauen kann, wird ein tolles Leseerlebnis haben. Für mich war es eine interessante Geschichte, die ich zwar gerne gelesen habe, mich aber leider nicht wirklich packen konnte.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Kurzmeinung zu Das Verschwinden des Josef Mengele

Das Verschwinden des Josef Mengele
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1949 flüchtet der bestialische Lagerarzt von Ausschwitz, Josef Mengele, nach Argentinien. Dort trifft er auf ein dichtes Netzwerk aus Unterstützern, und so kann er sich eine neue Existenz aufbauen. Dort ...

1949 flüchtet der bestialische Lagerarzt von Ausschwitz, Josef Mengele, nach Argentinien. Dort trifft er auf ein dichtes Netzwerk aus Unterstützern, und so kann er sich eine neue Existenz aufbauen. Dort begegnet er auch Adolf Eichmann, aber zu seiner großen Enttäuschung kennt dieser ihn nicht einmal. Aber irgendwann ist es mit der Ruhe vorbei, denn nach Eichmann wird auch er nun gesucht, neben dem Mossad auch vom der Nazi-Jäger Simon Wiesenthal und Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. So ist er gezwungen sich von einem Versteck ins nächste zu begeben und sich immer weiter zu isolieren, aber finanzielle gestützt von seiner Familie. Nach 30-jähriger Flucht stirbt Mengele ohne entdeckt und zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.


Das Verschwinden des Josef Mengel stammt aus der Feder von Olivier Guez.


Dieser Roman hat es mir nicht einfach gemacht, die Thematik ist wahnsinnig interessant aber der Erzählstil war nicht wirklich meiner. Als Roman betitelt hatte ich durch den nüchternen und kühlen Erzählstil, eher das Gefühl ein Sachbuch zu lesen. Dazu kamen für mich doch ein paar Längen und das Gefühl von Wiederholungen, und auch die vielen Namen führten manchmal ein wenig zur Ermüdung bei mir. Das alles stand im Widerstreit mit der doch eigentlich interessanten Thematik, so dass ich dieses Buch trotz all meiner Kritikpunkte für sehr lesenswert halte.

Mein Fazit:

Trotz meiner Kritikpunkte für mich ein sehr lesenswertes Buch