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Kusterelle

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Veröffentlicht am 03.11.2019

Wunderbarer Mittelalter Roman mit starker, weiblicher Hauptfigur !

Das Lied der Pferde
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In dem Buch „Lied der Pferde“ von Ricarda Jordan geht es um Aenlin, die Tochter eines Kaufmannes aus Cöln, die Pferde liebt. Um ihre Leidenschaft ausleben zu können, tauscht sie regelmäßig mit ihrem Zwillingsbruder ...

In dem Buch „Lied der Pferde“ von Ricarda Jordan geht es um Aenlin, die Tochter eines Kaufmannes aus Cöln, die Pferde liebt. Um ihre Leidenschaft ausleben zu können, tauscht sie regelmäßig mit ihrem Zwillingsbruder Endres Rollen. So kommt es dazu, dass Aenlin, die zu dem Zeitpunkt für ihren Bruder gehalten wird, für ihren Vater eine Handelskarawane in den Süden führen soll. Somit beginnt für Aenlin ein sehr aufregendes Leben.

Ricarda Jordan - auch bekannt als Sarah Lark hat einen spannenden und mitreißenden Mittelalter- Roman geschrieben. Der Schreibstil war toll. Alles wurde so beschrieben, dass man es wirklich vor seinem innerlichem Auge sehen konnte und ganz in die Geschehnisse eintauchen konnte und die immer neuen Orte mit Aenlin zusammen erkunden durfte.

Während des Buches begleitet der Leser Aenlin durch fast alle Stationen ihres Lebens, die vom deutschen Cöln, in die Arabischen Emirate, und in das heutige Spanien führt. Aenlin erlebt einiges. Dabei dreht es sich auch immer mit um ihre Beziehung zu der wunderschönen Stute Metelay, mit der sie von ihrem Elternhaus weggeritten ist. Wer aber denkt, dass es sich hier um einen Pferde Roman handelt, liegt falsch. Ja, Pferde spielen eine Rolle, aber das Hauptaugenmerk liegt nicht darauf. Trotzdem war es schön, von diesem besonderen Pferd zu lesen und wie Aenlin mit ihr umgegangen ist.

Besonders interessant fande ich an dem Buch, dass die Autorin der Frauenrolle im 11. Jahrhundert viel Platz gegeben hat. Es wurde die christliche Welt der maurischen Haremswelt gegenübergestellt, die sehr verschieden ist. Der Umgang mit Frauen und das Leben damals ist heute überhaupt nicht mehr vorstellbar und dadurch nochmal interessanter darüber zu lesen.

Aenlin ist eine starke, mutige und freiheitsliebende junge Frau, die sich immer wieder ihrem Schicksal stellen muss, jede Herausforderung annimmt und auf ihre Weise damit umgeht.

Also für diejenigen, die ein Buch mit einer starken, weiblichen Hauptfigur suchen und in das Leben des 11. Jahrhunderts eintauchen möchte und ein bisschen Interesse an Pferden haben ist das Buch perfekt geeignet.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Thema
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2019

Unfassbar!

Der Fall Collini - Filmausgabe
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Caspar Leinen übernimmt als Pflichtverteidiger den Fall von seinem Mandanten Collins, der in einem Berliner Hotel einen brutalen Mord begangen und sich gleich danach gestellt hat. Zu seinen Beweggründen ...

Caspar Leinen übernimmt als Pflichtverteidiger den Fall von seinem Mandanten Collins, der in einem Berliner Hotel einen brutalen Mord begangen und sich gleich danach gestellt hat. Zu seinen Beweggründen schweigt er eisern. Leinen stürzt sich in den Fall ohne zu ahnen, welche Steine sich ihm in den weg legen werden.

Der Autor verwendet einen sehr nüchternen und einfachen Schreibstil, was zu dieser Geschichte einfach perfekt passt. Man betrachtet das Geschehen aus der Ferne und erfährt kaum etwas über die Gefühle der Protagonisten. Doch gerade wegen des einfachen Schreibstils fallen Stilmittel umso mehr auf und lassen den Leser in eine Tiefe blicken, die berührt. Schnell will man unbedingt wissen, was wirklich vorgefallen ist und vor allem was der sehr junge Anwalt Caspar Leinen herausfinden wird. Schade dabei ist ein bisschen, dass man nicht auf diese Reise mitgenommen wird. Man liest zwar, wie und wo Leinen seine Recherchen anstellt, hat aber keine Chance selbst mitzurätseln und zu einer Erkenntnis zu kommen. Ich denke dieses Detail hätte das Buch zwar ausgeschmückt aber auch ein bisschen spannender gemacht.
Das Ergebnis des Buches ist dafür einfach erschütternd und man will es nicht glauben.

Fazit: Absolute Kaufempfehlung. Dieses Buch wird in jedem etwas rühren und entsetzen. Das ist ein Buch, über das man noch lange nachdenken und über das man viele tiergehende Gespräche führen kann.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Anfang flop, Ende top!

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Inhalt:
Tiffi ist Lektorin aus Leidenschaft, wurde von ihrem Freund verlassen und ist pleite. Sie ist auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in London. Sie stößt auf eine Anzeige, in der Leon anbietet ...

Inhalt:
Tiffi ist Lektorin aus Leidenschaft, wurde von ihrem Freund verlassen und ist pleite. Sie ist auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in London. Sie stößt auf eine Anzeige, in der Leon anbietet seine Wohnung zu teilen. Die Regeln sind klar. Tiffi darf vor und nach ihrer Arbeit und an den Wochenenden in der Wohnung sein, Leon gehört sie am Tag, zwischen seinen Nachtschichten. Der Plan: Sie können sich eine Wohnung teilen, ohne sich jemals zu treffen. Das Problem: Tiffi hinterlässt eines Tages eine Nachricht für Leon und dann ist nichts mehr wie davor…

Meinung:
Ich habe das Buch gekauft, da es von vielen empfohlen wurde. Außerdem ist die Vorstellung, zwei Menschen könnten sich durch das Hinterlassen kleiner Nachrichten verlieben einfach zuckersüß.
Deshalb konnte ich wahrscheinlich auch nicht ganz unvoreingenommen anfangen es zu lesen. Ich habe etwas Großes erwartet und wurde erst einmal enttäuscht. Am Anfang des Buches fand ich die Protagonisten, vor allem aber Tiffi total nervig. Sie hat mir zu viel gejammert, war zu wehleidig und gleichzeitig viel zu aufgedreht. Ihre Gedankengänge waren für mich nicht immer nachvollziehbar. Das was mir bei Tiffi zu viel war, hat mir gleichzeitig bei Leon gefehlt. Der Unterschied ihrer Charaktere hat sich auch im Schreibstil bemerkbar gemacht. Die Kapitel wurden abwechselnd aus beiden Perspektiven geschrieben. Während der Schreibstil bei Tiffis Kapiteln sehr ausschmückend und voller Gefühlen war, war er in Leons Kapiteln sehr minimalistisch.

Obwohl ich schon nach den ersten Kapiteln die Lust verloren habe, habe ich weiter gelesen. Es hat sich gelohnt. Ungefähr ab der Mitte des Buches, hat sich etwas verändert. Leon und Tiffi haben sich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich persönlich getroffen und waren in den ersten Momenten so verlegen, dass es schon wieder echt süß war. Die Geschichte hat nochmal richtig Fahrt aufgenommen und damit wurde sie um so viel besser. Mittlerweile hatte man sich auch an die Eigenheiten und Macken der beiden gewöhnt, dass sie nicht mehr ganz so nervig wirkten. Ab diesem Moment hat man schon total mit den beiden mitgefiebert und wollte, dass sie den Weg zueinander finden und ihre Schatten überspringen können.

Fazit:
Der Anfang des Buches ist schwach, auch die Charaktere sind meiner Meinung nach schwach und handeln nicht nachvollziehbar. Die Geschichte und vor allem der Verlauf, nachdem sie sich endlich persönlich treffen macht die Macken aber fast schon wieder wett.