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Veröffentlicht am 21.12.2025

Subtile Frauenpower

Die Kryptografin
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Margot studiert als eine von wenigen Frauen Mathematik und wird aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mitarbeiterin für den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes angeworben. Die anfangs verheißungsvolle ...

Margot studiert als eine von wenigen Frauen Mathematik und wird aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mitarbeiterin für den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes angeworben. Die anfangs verheißungsvolle Stelle birgt jedoch seine eigenen Herausforderungen.

Margot muss sich mit Vorurteilen, Mobbing und ihrem eigenen Seelenleben auseinander setzen, welches noch vom zweiten Weltkrieg traumatisiert ist. Dabei hilft ihr einerseits ihre Freundin Sue, welche selbst gerne eine erfolgreiche Journalistin werden möchte, jedoch stattdessen verzweifelt versucht ihren kleineren verwaisten Geschwistern ein sicheres Zuhause zu bieten, auch wenn es sie fast an ihre Belastungsgrenze bringt. Und natürlich Willi, welcher mit seiner sanften und verständnisvollen Art einer meiner Lieblingscharaktere ist.

Der Roman beeindruckt durch seine sanften Töne. Die Story an sich ist nicht wirklich überraschend, mir hat sie jedoch einen völlig neuen Blickwinkel auf die Nachkriegszeit eröffnet. Es sind so viele Frauen gewesen, die durch ihre Stärke geholfen haben, dass es weitergehen konnte. Stellvertretend Margot, die ihren Weg geht und sich langsam selbst akzeptieren lernt und ihre Kriegstraumata überwindet. Aber auch Sue, die alles in ihrer Macht stehende für ihre Familie tut. Sie möchte Geschwistern ein Zuhause bieten, muss aber gleichzeitig für den Lebensunterhalt sorgen. Es sind hier nicht die großen Töne der Männer, die Karriere machen und damit alle beindrucken, sondern Frauen, die durch ihre subtile Art alles zusammen halten und damit neue Perspektiven ermöglichen.

Genauso wie Margot ist das Buch eher ruhig und zeigt auf subtile Art, was Frauen leisten können, wenn sie zusammen halten und sich erlauben ihre Träume zu leben. Die Story birgt vielleicht nicht viele Überraschungen und es hätte für mich etwas mehr von der Kryptografie handeln können, trotzdem hat es mich durchweg interessiert, wie es weitergeht und die einzelnen Personen ihre Probleme lösen. Insgesamt hat mir der Roman ein gutes und hoffnungsvolles Gefühl gegeben, denn in uns allen steckt mehr Positives und Besonderes, als man auf den ersten Blick vielleicht erkennen kann.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Wenig überraschend…

Atlas - Die Geschichte von Pa Salt
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Die sieben Schwestern treffen sich, um sich gemeinsam von ihrem Vater zu verabschieden. Dabei erfahren sie durch Pa Salts Tagebücher seine bewegende Lebensgeschichte und wie es zu ihrer Adoption kam.

Genauso ...

Die sieben Schwestern treffen sich, um sich gemeinsam von ihrem Vater zu verabschieden. Dabei erfahren sie durch Pa Salts Tagebücher seine bewegende Lebensgeschichte und wie es zu ihrer Adoption kam.

Genauso wie bei den Bänden der Reihe, bin ich auch beim letzten Buch hin- und hergerissen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass Lucinda Rileys Sohn das Buch zu Ende schreiben musste oder ob es an der Thematik an sich lag, aber mir hat einiges an Spannung gefehlt. Natürlich wurden zum einen viele schöne, emotionale Momente beschrieben und ich habe mich sehr gefreut alle sieben Schwestern noch einmal wiederzusehen. Doch auf der anderen Seite gab es in dem Roman kaum überraschende Entwicklungen, da man ja bereits die anderen Bände kennt und gelesen hat, wie es zu den Adoptionen kam. Natürlich war es faszinierend, welche Rolle Pa Salt jeweils gespielt hat, aber so außergewöhnlich war sein Wirken meistens nicht, dass es für ein wirkliches Aha-Erlebnis gesorgt hätte.

Für mich persönlich lag auch der Abstand zu den ersten Bänden zu weit zurück. Gerade durch die vielen Figuren viel es mir teilweise schwer mich zu erinnern, wer jetzt genau wer war und wie sie mit den Schwestern zusammenhingen. Eigentlich müsste man noch einmal alle vorherigen Bände lesen, um wirklich zu erkennen, wie verknüpft alles miteinander ist.

Trotzdem finde ich es beeindruckend wie die alte Mythologie der sieben Schwestern ins Moderne übertragen wurde und wie sich alles im letzten Buch findet und zu einem Ende kommt.

Ich bin froh den Roman gelesen zu haben, da er einen guten Abschluss für die Reihe gebildet hat und ich mich von jeder Figur noch einmal verabschieden konnte. Trotzdem war er mir zeitweise viel zu langatmig und ich hätte mir mehr Szenen gewünscht die nur Pa Salt erlebt hat. So jedoch wurde vieles aus den vorherigen Bänden wiederholt und es wirkte zeitweise sehr konstruiert, nur um eine Verbindung zu allen sieben Schwestern herzustellen.

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