Subtile Frauenpower
Die KryptografinMargot studiert als eine von wenigen Frauen Mathematik und wird aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mitarbeiterin für den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes angeworben. Die anfangs verheißungsvolle ...
Margot studiert als eine von wenigen Frauen Mathematik und wird aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als Mitarbeiterin für den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes angeworben. Die anfangs verheißungsvolle Stelle birgt jedoch seine eigenen Herausforderungen.
Margot muss sich mit Vorurteilen, Mobbing und ihrem eigenen Seelenleben auseinander setzen, welches noch vom zweiten Weltkrieg traumatisiert ist. Dabei hilft ihr einerseits ihre Freundin Sue, welche selbst gerne eine erfolgreiche Journalistin werden möchte, jedoch stattdessen verzweifelt versucht ihren kleineren verwaisten Geschwistern ein sicheres Zuhause zu bieten, auch wenn es sie fast an ihre Belastungsgrenze bringt. Und natürlich Willi, welcher mit seiner sanften und verständnisvollen Art einer meiner Lieblingscharaktere ist.
Der Roman beeindruckt durch seine sanften Töne. Die Story an sich ist nicht wirklich überraschend, mir hat sie jedoch einen völlig neuen Blickwinkel auf die Nachkriegszeit eröffnet. Es sind so viele Frauen gewesen, die durch ihre Stärke geholfen haben, dass es weitergehen konnte. Stellvertretend Margot, die ihren Weg geht und sich langsam selbst akzeptieren lernt und ihre Kriegstraumata überwindet. Aber auch Sue, die alles in ihrer Macht stehende für ihre Familie tut. Sie möchte Geschwistern ein Zuhause bieten, muss aber gleichzeitig für den Lebensunterhalt sorgen. Es sind hier nicht die großen Töne der Männer, die Karriere machen und damit alle beindrucken, sondern Frauen, die durch ihre subtile Art alles zusammen halten und damit neue Perspektiven ermöglichen.
Genauso wie Margot ist das Buch eher ruhig und zeigt auf subtile Art, was Frauen leisten können, wenn sie zusammen halten und sich erlauben ihre Träume zu leben. Die Story birgt vielleicht nicht viele Überraschungen und es hätte für mich etwas mehr von der Kryptografie handeln können, trotzdem hat es mich durchweg interessiert, wie es weitergeht und die einzelnen Personen ihre Probleme lösen. Insgesamt hat mir der Roman ein gutes und hoffnungsvolles Gefühl gegeben, denn in uns allen steckt mehr Positives und Besonderes, als man auf den ersten Blick vielleicht erkennen kann.