Gänsehaut 2.0
IgnaelAls ihr Ehemann David gerade unterwegs ist, um sein neues Buch vorzustellen, muss Rebecca vor einer gefährlichen Figur aus ihrer Vergangenheit fliehen. Ihre einzige Möglichkeit: eine Parallelwelt, die ...
Als ihr Ehemann David gerade unterwegs ist, um sein neues Buch vorzustellen, muss Rebecca vor einer gefährlichen Figur aus ihrer Vergangenheit fliehen. Ihre einzige Möglichkeit: eine Parallelwelt, die von ihrem Mann erschaffen wurde und voller Gefahren steckt. Um den Ausgang zu finden, begibt sie sich auf eine Reise, die sie mit ihren ureigenen Ängsten konfrontiert. Gleichzeitig begibt sich David ebenfalls dorthin, um seine Frau wiederzufinden und sie zurück nach Hause zu bringen.
Anfangs habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte zu kommen. Es gab sehr viele verschiedene lose Fäden, die für mich noch keinen Sinn ergeben haben und die ich auch nicht wirklich einordnen konnte. Dazu kam der Schreibstil, der aus irgendeinen Grund für mich zunächst eher holprig war, einige Sätze musste ich öfters lesen und ich kam nicht wirklich in einen Lesefluss rein. Je länger ich jedoch in die Geschichte eingetaucht bin, desto mehr hat mich die Parallelwelt gefangen genommen. Sie ist so voller Überraschungen, bildhafter Eindrücke und fantasievoller Ideen, dass für mich das Buch auch gerne noch länger hätte gehen können. Ab und zu leiden vielleicht die Charaktere etwas darunter, da sie praktisch zum Spielball dieser Welt geworden sind und gar nicht so viele Möglichkeiten haben sich frei zu entscheiden. Für mich war das aber gar nicht so relevant, da ich David und Rebecca trotz allem gerne mochte und gerade den trockenen Humor und die pragmatische Art von letzterer sehr geschätzt habe.
Ich habe als Jugendliche sehr gerne Bücher mit ein paar Horror-Elementen gelesen, jedoch als Erwachsene gemerkt, dass die meisten Bücher aus dem Genre mir einfach zu brutal sind, als müsste ein Mangel an Ideen durch besonders blutige Beschreibungen kompensiert werden. Bei „Ignael“ habe ich dagegen seit sehr langer Zeit zum ersten Mal wieder ein Buch erlebt, dass zwar durchaus Horror-Szenen beschreibt, die auch etwas heftiger sein können, insgesamt den Gänsehaut-Faktor aber eher durch die beeindruckenden Beschreibungen und die bedrückende Atmosphäre erzeugt. Es sind die Details gewesen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Oft wurden alltägliche Dinge zu etwas Verstörendem verändert oder ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich mich vor den Wesen der Parallelwelt eher gruseln oder sie bemitleiden sollte, weil sie zu diesem Schicksal verdammt sind. Jedes Mal, wenn ich dachte, das Szenario kenne ich schon, hat sich die Situation doch noch so verändert, dass sie für mich völlig neu und überraschend wurde.
Zum Schluss, auch wenn es eigentlich ganz am Anfang kommt: das Cover. Ich finde es sehr schwierig zu beurteilen, da das Bild zwar sehr gut zum Buch passt und auch wunderschön aussieht, aber leider nur den Fantasy-Anteil repräsentiert. Dabei steckt noch so viel mehr in der Story.
Insgesamt hat mich das Buch nach einem etwas holprigen Start mit seiner Mischung aus Fantasy und Horror in seinen Bann gezogen. Viele der Szenen werden noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und ich hoffe wirklich, dass es noch eine Fortsetzung geben wird, weil ich mich gerne erneuert auf eine Reise in diese andere Welt begeben möchte.