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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2024

Interessante Einblicke

Der Raum dazwischen
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Pferde faszinieren mich und mit einer allgemeinen Leidenschaft für Tiere, habe ich mir interessant Einblicke erhofft, ohne das ich große Erwartungen an das Buch hatte. Catherin Seib erzählt sehr angenehm ...

Pferde faszinieren mich und mit einer allgemeinen Leidenschaft für Tiere, habe ich mir interessant Einblicke erhofft, ohne das ich große Erwartungen an das Buch hatte. Catherin Seib erzählt sehr angenehm und authentisch von ihren langjährigen Erfahrungen mit Pferden und der Tierkommunikation und vertrauten Verbindung. Dabei geht es auch um ihr Pferd Milan, das letztes Jahr verstorben ist, und dem das Buch gewidmet ist. Die Autorin hat mich vor allem mit den persönlichen Schicksalen sehr berührt und auch gefesselt. Die Schilderungen sind emotional und waren durchaus lehrreich. Besonders ihre Gedanken zu Tod und Sterben nehmen viel Raum ein und sind aufschlussreich. Ich fand die beschriebe Verbindung interessant, besonders die geschilderten „Gespräche“ und Gedanken dazu. Ich kann verstehen, wem das zu esoterisch ist, aber es bietet besondere Einblicke, wenn man offen und neugierig bleibt.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Überraschend, fesselnd, fantastisch

Feuerjagd
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Als der Vater der 15-jährige Trey in das dörfliche Ardnakelty in Irland zurückkehrt, bringt er Unruhe und große finanzielle Pläne mit, die nichts Gutes befürchten lassen. Die vielschichtigen Figuren sind ...

Als der Vater der 15-jährige Trey in das dörfliche Ardnakelty in Irland zurückkehrt, bringt er Unruhe und große finanzielle Pläne mit, die nichts Gutes befürchten lassen. Die vielschichtigen Figuren sind lebendig beschrieben, wirken lebensnah und haben einige Herausforderungen zu bewältigen, die schwierig zu durchschauen sind, was zur Spannung beigetragen hat. Tana Frenchs Direktheit und kritische Kraft in allem, was nicht gesagt wird, ist bemerkenswert. Langsam entfaltet sich eine fesselnde Geschichte, die stetig ihr Tempo erhöht. Die Sogkraft war gewaltig und es wird sich nicht mit unnötigen Nebensächlichkeiten abgegeben. Zum anderen ist da das passende Setting eines nicht idyllischen Ortes mit einer beklemmenden Atmosphäre. Es war ein unvorhersehbares Lesevergnügen, und ein großartiger Krimi, der mich überraschen konnte und auf ganzer Linie überzeugt hat.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Poetisch und philosophisch

Die Unvollkommenheit des Glücks
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„Man kann sich nicht aussuchen, wen man liebt. Und wen man liebt, verändert alles.“

Es ist die Magie eines kurzen Augenblicks und ein einziger Kuss, der Ana und Lew in Erinnerung bleibt, nachdem sich ...

„Man kann sich nicht aussuchen, wen man liebt. Und wen man liebt, verändert alles.“

Es ist die Magie eines kurzen Augenblicks und ein einziger Kuss, der Ana und Lew in Erinnerung bleibt, nachdem sich ihre Wege wieder trennten. Abwechseln erzählt Clara Maria Bagus die Geschichte von zwei Menschen, deren Schicksal verbunden ist. Die 42-jährigen Ana, eine destruktive Beziehung hinter sich, die ein ausgeprägtes Innenleben und eine depressive Schwere, das moderne Leben auszuhalten, von ihren Mitmenschen abgrenzt. Der 45-jährige Lew ist freiheitsliebend und unabhängig. Er zieht mit brennender Begeisterung in den Krieg und misst der düsteren Prophezeiung seiner Mutter keine Bedeutung bei, denn er muss es mit eigenen Augen sehen, um zu begreifen, das der Triumph des Krieges, „die Opfer nie rechtfertigen kann.“

Clara Maria Bagus schreibt von falschen Entscheidungen und Tiefschlägen und wie es gelingt, sich trotz aller Widerstände und Sackgassen ein neues Leben zu erschaffen, denn das Glück ist unvollkommen. Bagus versteht es, viele philosophische Gedankenanregungen poetisch und philosophisch einfließen zu lassen. Sei es der Sinn des Lebens, deren Lehrstelle die Religion einst füllte, oder das Hadern mit sich und der Welt. „Erst muss sie herausfinden, wer sie ist, was sie ausmacht, was sie will und was nicht. Nur dann kann sie ihren Platz finden.“ Manchmal ist das Buch schwermütig, die Beschreibungen des Krieges grausam, während sich die tieferen Details schärfen. Es lässt sich nicht vorhersehen, wie und ob Ana und Lew sich wiedersehen werden. Aber dieser Roman nimmt eine besondere Wendung, die spannend und mitreißend beschrieben wird und das Herz wärmt.

„Ein gutes Buch ist wie ein Gewand, das aus einem Stück Stoff des Universums für seine Leser gefertigt worden ist. In das man sich einhüllen und an dem man sich wärmen kann.“

Veröffentlicht am 05.08.2024

Ungewöhnliche Entdeckung im Gerne

Verbrannte Gnade
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Schwester Holiday ist eine ungewöhnliche Nonne, mit einem komplizierten Verhältnis zu Gott. Die kettenrauchende Musiklehrerin, die gern Punkrock hört, polarisiert mit ihrem Aussehen und ihrer sexuellen ...

Schwester Holiday ist eine ungewöhnliche Nonne, mit einem komplizierten Verhältnis zu Gott. Die kettenrauchende Musiklehrerin, die gern Punkrock hört, polarisiert mit ihrem Aussehen und ihrer sexuellen Gesinnung. Sie ist willensstark, arrogant und einfach knallhart. Ich bin froh, dass die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird, denn für mich ist sie der ausschlaggebende Grund, in dieses Buch einzutauchen.

Ihre detektivischen Fähigkeiten sind gefragt, als sie mitansieht, wie der Hausmeister Jack bei einem Band ums Leben kommt und zwei Schüler verletzt werden, und sie herausfinden will, wer das Feuer gelegt hat. Dabei bleibt es nicht bei einem Verbrechen und schließlich gerät Schwester Holiday selbst ins Fadenkreuz der polizeilichen Ermittlungen. Der Auftakt dieser Reihe besteht auch aus vielen kurzen Rückblenden, die mehr über die bewegende Vergangenheit der Hauptfigur verraten. Was die Krimispannung im ersten Moment schmälert, verleiht der Figurenentwicklung mehr Authentizität und Tiefe, und es bleibt nicht bei einer unterhaltsamen Figur, wie die Ermittlerin Maggie Riveux beweist.

Insgesamt mochte ich die abwechslungsreiche und ungewöhnliche Art der wendungsreichen Geschichte, ganz besonders die poetischen Momente, die nicht ausbleiben, wenn es um eine Nonne geht und sich die Handlung in einem Kloster abspielt. Es gab kein Wort zu viel, keine unnötige Füllmenge und mit der Seitenzahl erhöht sich auch das Tempo und die Spannung. Ein düsteres Debüt mit einzigartiger Heldin und packendem Fall in New Orleans, welches mich sehr überraschen konnte.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Zusammenhalt, Freundschaft und vieles mehr

Unser Buch der seltsamen Dinge
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Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Anfängen der 80er: die 12-jährige Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Damit findet sich die persönliche Krise einer bevorstehenden ...

Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Anfängen der 80er: die 12-jährige Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Damit findet sich die persönliche Krise einer bevorstehenden Fern-Freundschaft in einer Mörderjagd nach dem Yorkshire Ripper wieder, um die Gegend wieder sicher zu machen und möglicherweise nicht umziehen zu müssen, während sich ein Gesellschaftspanorama eröffnet, welches viele dunkle Abgründe aufzeigt. Jennie Godfrey hat viele Themen einfließen lassen, wobei das Erwachsenwerden und Freundschaft deutlich hervortreten.

«Das Buch der seltsamen Dinge» wühlt sehr auf und ist ergreifend, weil es einfühlsam von schwierigen Schicksalen, Ungerechtigkeit und wunderbaren Figuren erzählt, die eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Diese Mischung aus Spannung und großer Tragweite ist Jennie Godfrey hervorragend gelungen. Ich brauchte zwar einige Seiten, aber schließlich konnte ich mich der Sogkraft nicht entziehen. Ein abwechslungsreiches und packendes Buch, das zu überzeugen weiß. Sehr empfehlenswert für alle, die starke Figuren und herzzerreißende Geschichten mögen.