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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2024

Hörbuch-Empfehlung

Bücher und Barbaren (Die Viv-Chroniken 2)
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Stell dir vor, du hast dich bei einer Schlacht verletzt und sitzt unfreiwillig an einem Ort fest, und dann entdeckst du die Welt der Bücher und Geschichten und lernst Fremde kennen, die zu Freunden werden. ...

Stell dir vor, du hast dich bei einer Schlacht verletzt und sitzt unfreiwillig an einem Ort fest, und dann entdeckst du die Welt der Bücher und Geschichten und lernst Fremde kennen, die zu Freunden werden. Das ist der Ork-Kriegerin Viv passiert, die sich in einer Schlacht das Bein verletzt und in der Küstenstadt Murk unfreiwillig so lange bleiben soll, bis ihre Verletzung geheilt ist. Ein Umstand, der eine Söldnerin in den Wahnsinn treiben kann. Doch dann besucht sie die heruntergekommene Buchhandlung Disteldorn und lernt dessen Besitzerin Fern kennen, deren Buchempfehlungen immer ins Schwarze treffen. Mit Viv das Städtchen zu entdecken und mitzuerleben, wie sie zu lesen beginnt und das ein oder andere fantasievolle Geheimnis aufkommt, bietet Unterhaltung zum Wohlfühlen und macht Lust auf den Nachfolger «Magie und Milchschaum», indem Viv ein Café eröffnet.

„Das Buch hatte die Angewohnheit, ihre Erwartungen zu durchkreuzen, und jedes Mal, wenn es das tat, verspürte sie einen Kitzel des Entzückens.“

Es ist eine Cozy-Fantasy-Geschichte über Freundschaft, Bücher und köstliches Gebäck, mit tollen Charakteren, ein bisschen Spannung und einer entzückenden Romanze. Das Hörbuch wird von Stefan Kaminski gesprochen, der seine Stimme gekonnt variierst und jedem Charakter seine eigene Note verleiht. Cozy-Fantasy für alle, die das Lesen lieben.

Veröffentlicht am 23.07.2024

Hat mich leider enttäuscht

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
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In diesem Wälzer-Auftakt einer Wikinger-Dilogie geht es um die junge Wikingerin Yrsa und den Krieger Avidh. Yrsa verlässt das Dorf, um ihren entführten Bruder Sjalfi zu finden. Das Schicksal hat einen ...

In diesem Wälzer-Auftakt einer Wikinger-Dilogie geht es um die junge Wikingerin Yrsa und den Krieger Avidh. Yrsa verlässt das Dorf, um ihren entführten Bruder Sjalfi zu finden. Das Schicksal hat einen anderen Weg für sie, denn sie hat schon immer davon geträumt Kämpferin zu werden. Der historische Hintergrund verlangt nach Stereotypen, so zeigt sich Yrsa kämpferisch gegen übergriffige Männer, die Traditionen des Dorfes und die Kräfte der Natur.

Die nordische Mythologie ist fesselnd und ich hatte mir eine unterhaltsame Abenteuergeschichte mit einer inspirierenden Wikinger-Kämpferin vorgestellt. Leider hat mich die Umsetzung enttäuscht. Der Klappentext verrät einen Großteil des Buches. Vieles besteht aus Nebensächlichkeiten und bildhaften Ausschmückungen. Der einfache Schreibstil enthält Wiederholungen und eine Sprache, die irgendwie nicht gepasst hat. Yrsa mag einen starken Willen haben, aber ihr unüberlegtes Handeln und ihre Intoleranz, lässt sie schwach wirken. Insgesamt fühlte sich das ganze Buch nicht rund an und es war mir einfach zu kitschig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2024

Ein ergreifendes Highlight

Warte auf mich am Meer
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Das Ende rückt näher: im Juni 2001 teilen Evelyn und Joseph ihren erwachsenen Kindern ihre Pläne mit. In einem Jahr wollen sie gemeinsam den Freitot wählen. Evelyn ist schwer krank und will selbst entscheiden, ...

Das Ende rückt näher: im Juni 2001 teilen Evelyn und Joseph ihren erwachsenen Kindern ihre Pläne mit. In einem Jahr wollen sie gemeinsam den Freitot wählen. Evelyn ist schwer krank und will selbst entscheiden, wie es endet, solange sie noch kann. Joseph will diesen Weg mit ihr gehen. Die drei Geschwister reagieren sehr unterschiedlich. Wut, Rückzug, aber auch Anteilnahme und Verständnis. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven über mehrere Zeitebenen. Die Geschichte kehrt zu den Anfängen zurück, als Joseph sich 1940 in die sechszehnjährige Ev verliebte, nachdem er sie und ihre Bruder, der sein bester Freund ist, schon lange kannte. Es ist eine Rückschau, die immer wieder in die Gegenwart zurückkehrt. Sehr einnehmend erzählt Amy Neff diese berührende Liebesgeschichte, bei der kein Auge trocken bleibt.

Ich fand es sehr interessant, wie die Kinder mit der Entscheidung ihrer Eltern umgehen, was es bei ihnen auslöst, sich dadurch verändert und wie sie ihre Eltern als Liebespaar wahrnehmen. Violett fragt sich, was wahre Liebe für sie bedeutet. Thomas begreift durch äußere Geschehnisse, was Verlust bedeutet und Jane legt alte Glaubenssätze ab. Diese verschiedenen Einblicke ergeben ein sehr nachvollziehbares Gefühlsleben und man taucht beim Lesen tief in diese Familiengeschichte ein. Am schönsten fand ich die Kapitel, in denen Evelyn erzählt. Sie sind nicht nur sehr gefühlvoll und reflektiert geschrieben, sondern zeigen auch das Voranschreiten ihrer Krankheit aus ihrer Perspektive, während Joseph den zweitgrößten Textanteil hat, dessen tiefe Liebe mich berührte. Dabei haben mich die Rückblicke nie rausgerissen, sondern zeigen glaubhaft die Höhen und Tiefen der Ehejahre. Es ist eine rundum stimmige Liebesgeschichte über den Tod, der Liebende scheidet, die Angst um das, was man verliert und die Erinnerung an gemeinsame Jahre. Wunderschön und ergreifend erzählt.

Veröffentlicht am 23.07.2024

Drei Frauen und ihre Geschichten

Unter dem Moor
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Die Ärztin Nina ist völlig ausgebrannt und sucht Erholung im Stettiner Haff, eine Region in Mecklenburg Vorpommern. Doch der Ort ist ganz und gar nicht das, was sie erwartet hat. Der Waldmann jagt ihr ...

Die Ärztin Nina ist völlig ausgebrannt und sucht Erholung im Stettiner Haff, eine Region in Mecklenburg Vorpommern. Doch der Ort ist ganz und gar nicht das, was sie erwartet hat. Der Waldmann jagt ihr Angst ein und sie erkennt, wie viele Geschichten das Moor zu erzählen hat, nachdem ihre Hündin dort Knochen findet. Zwei weitere Handlungsstränge erzählen von der vierzehnjährigen Gine, die 1936 unfreiwillig ein Landjahr im Stettiner Haff verbringen muss und die zwanzigjährige Sigrun, die 1979 mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Region lebt und ihre beste Freundin für ihr unangepasstes Verhalten bewundert. Die Einblicke in diese Zeit sind einnehmend und stets von Ungerechtigkeit und Unterdrückung geprägt, während sich die Frauen nach Selbstbestimmung und Freiheit sehnen. Nina steht dabei für Veränderung und die Hoffnung und Chancen der Zukunft.

Leider verrät der Klappentext mir zu viel und nimmt damit die meiste Spannung raus. Am interessantesten waren für mich die Rückblenden um Gine, dessen Kindheit im Landjahr verloren geht. Ich habe aber auch gern mit Nina und Marco Wölfe beobachtet oder gemeinsam mit Sigrun Rostock in der DDR besucht, während die Zusammenhänge immer klarer werden.

Anders als erwartet, zeigt diese Geschichte, wie wir alle miteinander verbunden sind, und wie geschichtsträchtig manche Orte sind. Der angenehme Schreibstil trägt einen durch die bildhaft geschilderten Szenen. Ingesamt fühlte ich mich gut unterhalten, während mich das Buch nicht losgelassen hat.

Veröffentlicht am 23.07.2024

Spannende und magische Unterhaltung mit tollen Bildern

Lua Luftwurzel - Silberelfen fängt man nicht
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Lua ist eine seltene Silberelfe und hat die verantwortungsvolle Aufgabe, den Tieren im Wald zu helfen. Malicia Warzenbuckel ist eine Hexe und Fabelwesen-Händlerin in Geldnot. Als Lua gefangen wird, kann ...

Lua ist eine seltene Silberelfe und hat die verantwortungsvolle Aufgabe, den Tieren im Wald zu helfen. Malicia Warzenbuckel ist eine Hexe und Fabelwesen-Händlerin in Geldnot. Als Lua gefangen wird, kann die Hexe ihr Glück nicht fassen. Nun kann sie die Elfe zu einer Haushaltshilfe abrichten und gewinnbringend verkaufen. Mehr wird nicht verraten.

Die Lesestimmung ist märchenhaft und voller Zauber. Es ist ein Hexenhäuschen in einem magischen Wald. Man weiß, hier kann alles passieren und deswegen verfolgt man mit Spannung das Geschehen. Lua ist nämlich sehr clever und fügt sich nicht einfach ihrem Schicksal. Dabei spricht die Hexe nur die Menschensprache, während die Fabelwesen die Sprache des Waldes sprechen. Deshalb wird die Geschichte aus diesen zwei Blickwinkeln erzählt, was schon irgendwie besonders ist. Die vielen schönen Bilder erfreuen bei jedem Umblättern. Die atmosphärischen Illustrationen von Daniel Napp passen sehr gut zu der märchenhaften Stimmung und zeigen auch ganzseitige Momentaufnahmen. Auch die reimenden Zaubersprüche konnten begeistert. Generell macht das Vorlesen viel Spaß und man fiebert mit den Figuren mit. Das Buch hat nämlich eine große Schrift und lesefreundliche Kapitellängen. Die Seiten fassen sich auch angenehm stabil an. Besonders schön ist, dass Malicia keine klischeehafte (böse) Hexe ist, und es traditionell und auch ein bisschen modern gehalten wurde. Das Ende ist sehr kindgerecht, und die Botschaft dahinter wichtig und wertschätzend. Sehr empfehlenswert!