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Veröffentlicht am 04.01.2025

Meeresfantasy, Piraten und eine mutige Fee

Feenstaub und Enterhaken
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Piraten, Meerjungfrauen, Meerhexen, Abenteuer auf hoher See, eine selbstbestimmte, mutige Fee hach total mein Ding. Ich persönlich liebe Abenteuer und Fantasy in Bezug zum Meer, wodurch „Feenstaub und ...

Piraten, Meerjungfrauen, Meerhexen, Abenteuer auf hoher See, eine selbstbestimmte, mutige Fee hach total mein Ding. Ich persönlich liebe Abenteuer und Fantasy in Bezug zum Meer, wodurch „Feenstaub und Enterhaken“ schnell Anklang bei mir gefunden hat. Das Buch bietet aber noch so viel mehr und ist ein richtiges Kombipaket.

Die spannende Handlung beginnt bei der Tierfee Seira, die allergisch ist gegen Tierfell und lieber auf Abenteuerreise gehen möchte statt Froschschenkel zu massieren. Ich habe es geliebt, wie Seira nach ihrer Leidenschaft gesucht hat und sich dabei von niemanden etwas sagen hat lassen. Sie wollte selbstständig sein und etwas anderes vom Leben. Wurde sie unterschätzt oder in eine Schublade hineingesteckt, hat sie das zu ihrem Vorteil genutzt und jeden mit dem besten Pokerface geschlagen. Sie zeigt, dass nichts selbstverständlich ist, schon gar nicht die Identität.

Als Pirat verkleidet versucht sie einen Platz auf der Nachtfluch zu ergattern. Damit erlebt sie spannende Abenteuer auf hoher See, im Kampf gegen Piraten, gegen (pupsende) Drachen, anderen Schiffen oder weiteren Wesen des Meeres.

Ich mochte auch den Bad Boy Piratenkapitän, der nach kurzer Zeit Gefühle bei der Fee auslöst, die sie gar nicht kennt. Als Kapitän hat Raven natürlich eine raue Schale, deshalb ist er aber nicht durch und durch böse oder verschlangen, sondern eher taktisch. Es dauert allerdings seine Zeit, bis er seinen weichen Kern offenbart.

Raven hat eine originelle Crew zusammengesammelt, die sich schnell nach einer Piratenfamilie angefühlt hat. Ich finde, dass die Autorin tolle Sidekicks entworfen hat. Hier schließt man selbst einen nervenden Klabautermann oder einen Papagei mit Höhenangst ins Herz.

Es ist lustig, es ist spannend und es vermittelt moralische Werte. Dabei kommt es zu einigen, kribbelnden Slow Burn Romance-Momenten sowie zu einem warmen Bauchgefühl, je länger und stärker Seira Teil der Mannschaft wird.

Fazit:

Ein Kombipaket.

Hier wartet nicht nur tolle Meeresfantasy auf den Leser, sondern auch eine spannende Handlung mit Slow Burn Romance inkl. lustiger Momente und liebevoll ausgearbeitete Charaktere. Ich habe diese Piratenmannschaft schnell ins Herz geschlossen und finde, dass die mutige Seira die Schiffscrew wunderbar abrundet. Außerdem wäre es kein Jacqueline Weichmann-Fuchs-Roman, wenn es nicht tolle Weisheiten bzw. moralische Botschaften mitgeben würde.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Fesselnde High Society Crime

Such Charming Liars
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„Such Charming Liars“ bietet High Society Crime, wie man sie sich wünscht. Ein Mord, eine Milliardärsfamilie, eine Menge Motive und Geheimnisse. Doch entsteht hier noch ein zusätzlicher Nervenkitzel durch ...

„Such Charming Liars“ bietet High Society Crime, wie man sie sich wünscht. Ein Mord, eine Milliardärsfamilie, eine Menge Motive und Geheimnisse. Doch entsteht hier noch ein zusätzlicher Nervenkitzel durch den geplanten Raub, der Schmugglerfamilie und der unmittelbar drohenden Gefahr vom frei herumlaufenden Mörder.

Ich fand, das Buch lässt sich gut und spannend weg lesen. Viele der Charaktere haben Dreck am Stecken, teilweise belauschen wir sie auch bei sketchy Gesprächen. Ich habe um die Hauptfiguren gebangt, Herzklopfen gehabt und umstehende Personen stark verdächtigt.

Für mich dauerte es zunächst ein paar Seiten bis das Geschehen an Fahrt aufnahm. Vorab gibt es noch einen kleinen Aufbau im Plot vor der glamourösen Party. Zudem konnte ich einige Dinge vorab ermitteln, weil einiges darauf hingedeutet hat. Der Spannungsbogen wird jedoch untermalt von einem flüssigen Schreibstil mit einigen Kapitelcliffhangern, welche optimal zum Plot passten. Dadurch fällt es insgesamt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Geschehen lässt sich aus Liams und Kats Perspektive lesen. Als Sohn eines Catfish-Vaters und als Tochter einer Profi-Diebin, sind sie ein wirklich interessantes Hauptcharakter-Duo. In ihren jungen Jahren haben sie durch ihre familiären Umstände auch schon einiges durchgemacht, wodurch ich auf ihre Backgroundstorys hingefiebert habe. Sie wirkten damit auf mich sehr gut ausgearbeitet.

Auch eine angenehme Abwechslung: Zwischen den Hauptfiguren gibt es keine klassische Lovestory, nur (Ex-)geschwisterliche Zuneigung. Somit nehmen hier keine romantischen Elemente das Spotlight ein. Der Fokus bleibt auf den Ermittlungen im Mordfall, dem Raub und auf den verdächtigen Charakteren.

Fazit:

Ein gelungener High Society Crime-Roman mit vielen Extra-Aspekten, die das Spannungslevel unterstreichen oder erhöhen. Zwar lassen sich einige Details erahnen und vorab kombinieren, dennoch ist es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Zudem macht es ja auch Spaß, wenn es möglich ist mit zu ermitteln. Gut ausgearbeitete und originelle Hauptcharaktere runden das fesselnde Leseerlebnis ab.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Sich unsichtbar fühlen vs. unsichtbar sein

If you could see the sun
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Was würdest du tun, wenn du unsichtbar sein könntest? Alice weiß es. Sie würde eine App entwickeln: Beijing Ghost – und darüber Geheimnisse, Affären oder Skandale aufdecken oder verhindern. Sie nimmt Aufträge ...

Was würdest du tun, wenn du unsichtbar sein könntest? Alice weiß es. Sie würde eine App entwickeln: Beijing Ghost – und darüber Geheimnisse, Affären oder Skandale aufdecken oder verhindern. Sie nimmt Aufträge ihrer Mitschüler an und versucht sich damit etwas dazuzuverdienen, um ihrer Familie und sich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Ich bin mir sicher, dass es nicht nur Alice so ergeht. Dass viele mit dem Gefühl „unsichtbar zu sein“ zu kämpfen haben oder sich wünschen, wie andere zu sein. Doch ist es so, dass wir unsere Präsenz manchmal unterschätzen oder wie uns Menschen wahrnehmen. Denn auch wenn wir uns manchmal so fühlen, sind wir eben nicht wirklich unsichtbar. Andere Menschen sehen uns, beneiden uns, lieben uns. Ich mag es, wie das Buch das verdeutlicht.

Das Buch vermittelt außerdem weitere, wichtige Botschaft, weil es zeigt, dass man manchmal mit den Fähigkeiten, die das Leben einem schenkt und seinen Leidenschaften arbeiten sollte. Oder dass man sich überlegt, welche Werte und Ziele wirklich wichtig sind und Mehrwert für das Leben bieten.

Gleichzeitig weist der Plot auf einige Ungerechtigkeiten im Leben hin. Ob wegen der sozialen Schere oder rassistischen Erfahrungen im Ausland oder auch im Heimatland, wenn man mal woanders gelebt hat. Wie es ist, sich einen Platz im Leben, in seiner Heimat und der Gesellschaft zu finden. Altersgerecht verpackt und flüssig, interessant und wertvoll geschrieben.

Ich finde es nur schade, dass ein paar moralische Themen eher oberflächlich behandelt werden. Der Plot bietet sehr viel Fläche um darüber zu philosophieren, wo Grauzonen beginnen oder enden. Eher werden jedoch Beweggründe besprochen. Beim Lesen habe ich auf jeden Fall verstanden, woher gewisse Entscheidungen der Hauptfigur kommen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass es noch mehr darum geht, ob gewisse Handlungen trotz Beweggründe in Ordnung sind oder nicht.

Auch geht die Hauptfigur mit viele Vorurteilen in die Geschichte. Ich habe beim Lesen gemerkt, dass sie ihre Unsicherheiten auf andere projiziert. Allerdings war es teilweise schon starkes Schubladendenken. Nur, weil andere Personen etwas haben, das wir uns für uns selbst wünschen, hatten sie es deswegen nicht zwingend leichter. Jeder hat auf seine Art ein Päckchen zu tragen und das hätte das Buch noch stärker herausarbeiten können.

Fazit:

Interessant für einige Denkanstöße. Hätte aus meiner Sicht gerne bei ein paar Dingen noch in die Tiefe gehen können. Trotzdem ein sehr jugendgerechtes Buch mit klassischen Alltagsproblemen, einem tollen Spannungslevel und einer außergewöhnlichen Idee.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Atlantis der Nordsee

Rungholt
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Mystisch, düster, gefährlich. Das Buch ist wie das Meer.

Ich finde das Buch lebt schon ein wenig davon, wie es geschrieben ist. Malerisch und als würde Gefahr hinter der nächsten Welle liegen. Es dauert ...

Mystisch, düster, gefährlich. Das Buch ist wie das Meer.

Ich finde das Buch lebt schon ein wenig davon, wie es geschrieben ist. Malerisch und als würde Gefahr hinter der nächsten Welle liegen. Es dauert zwar immer wieder ein wenig, bis man damit im Geschehen angekommen ist, weil der Schreibstil auch etwas komplexer und altmodischer anmutet, aber das gehört ja auch zum Charme von historischen Romanen dazu.

Was mir außerordentlich gut gefallen hat: Man merkt, hierfür wurde gut recherchiert. Bis zu diesem Buch wusste ich nicht, dass wir ein Atlantis der Nordsee haben. Umso spannender fand ich alle Details zur Stadt, von dem Aussehen der Gebäude bis hin zur Bedeutung ihrer Handelsruten übers Meer. Im Nachwort gibt es von der Autorin auch noch eine kleine Aufschlüsselung über Fakten und Legenden von Rungholt.

Im Prinzip liefert uns die Autorin zwei Sichtweisen, die beide in vergangenen Jahrhunderten spielen. Janna verliert sich in den Worten eines alten Tagebuches aus Rungholt. Ein Ort, der mehr als Legende, als Wahrheit anmutet. In den Einträgen von Leonore erkennt sie sich selbst wieder, fühlt und leidet mit ihr. In einer Familie voller düsterer Menschen und Wesen, entführt Leonore in eine unterschwellig spannende Geschichte.

Was für Charaktere. Sehr aus dem Leben gegriffen und ich habe mich bis zum Ende gefragt, wer sich als liebevoll gegenüber den zwei weiblichen Hauptfiguren herausstellt oder sich gegen sie wendet. Ich habe mit ihnen gefühlt und oft gebangt. Mein kleiner Charakterfavorit war jedoch Lara, die zierliche Frau mit spitzen Zähnen und sirenenartiger Stimme. Auf ihre Geheimnisse, ihre Geschichte und Fähigkeiten wurde man regelrecht angeheizt.

Ann-Kathrin Wasle verbindet historische Elemente mit einer herzschmerzenden Familiengeschichte und webt eine eigene Legende. Dabei bekommt das Meer eine besondere Rolle und macht fantastischen Elementen Platz. Eine Kombination, die ich im mystischen Deckmantel gerne gelesen habe. Hinzu kommt eine gewisse Dramatik, die mich an der Stange gehalten haben.

Fazit:

Den Schreibstil fand ich nicht immer leicht zu lesen, aber er ist sehr malerisch und mystisch, was zum vergangenen Zeitalter und einer Meereslegende sehr gut passt. Die Geschichte bietet historische Fakten in Kombination mit Legenden und Sagen zum Meer und dramatische Familiengeschehnisse, die mich an den Seiten festgehalten haben.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Cozy, romantisch, tiefgründig

Truly
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Ich habe schon einige Bücher von Ava Reed gelesen und war jedes Mal verliebt in ihren ausgeschmückten, poetischen Schreibstil. In diesem Roman lässt dieser sich ein wenig vermissen, aber es gab nicht minder ...

Ich habe schon einige Bücher von Ava Reed gelesen und war jedes Mal verliebt in ihren ausgeschmückten, poetischen Schreibstil. In diesem Roman lässt dieser sich ein wenig vermissen, aber es gab nicht minder viele Zitatstellen, die ich mir gerne herausgeschrieben hätte.

„Was wäre, wenn es nur schöne und gute Tage gäbe? Wären sie dann noch gut und schön?“

Der Schreibstil in „Truly“ ist insgesamt etwas flüssiger gehalten, romantisch und mit einem Hauch Spice. Abgerundet wurde das Hörerlebnis von tollen Sprechern, die ich stimmlich angenehm und deren Betonung ich sehr gut fand.

Andie kommt aus einer Kleinstadt und ist auf der Suche nach einem Job und einer kleinen Wohnung für ihre Studienzeit. Dabei findet sie einen Job hinter der Bar und fängt an neue Freundschaften zu schließen.

Für mich kam jedoch weniger der Großstadt-Vibe auf, es fühlte sich eher nach einem cozy Setting an und nach einem Found Family Trope. Die Charaktere arbeitet die Autorin ganz wundervoll aus. Sie sind insbesondere hilfsbereit und liebevoll. Gerade die Bar-Crew schließt man schnell ins Herz.

Mein Highlight ist und bleibt jedoch Hauptfigur Andie mit all ihren Ecken und Kanten. Gerade zu Beginn hat sie es wirklich nicht leicht, dennoch bleibt sie in vielen Situationen super stark, kämpferisch und boxt sich durch. Hin und wieder habe ich ihre Handlungen hinterfragt und gefühlt zwei Sekunden später, dachte sie selbst über sich nach. Für mich wurde sie damit nahbar sowie reflektiert und nicht naiv.

Cooper wiederum fand ich etwas blasser, da er aber auch lange viele Geheimnisse mit sich herumträgt. Dennoch war seine Hintergrundgeschichte sehr tiefgründig und seine Szenen mit Andie oft süß sowie prickelnd. Nur gegen Ende wurde es mir dann mal zu gewollt, zu viel spicy, aber das ist wohl Geschmackssache.

Fazit:

Trotz einer für mich neuen Schreibstil-Erfahrung in Ava Reeds-Romanen, gefiel mir „Truly“ bisher fast am besten von der Autorin. Ein absolut cozy Read mit tiefgründigen Momenten und liebevollen, hilfsbereiten Charakteren, die schnell zur Familie werden.

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