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Veröffentlicht am 04.01.2025

Atlantis der Nordsee

Rungholt
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Mystisch, düster, gefährlich. Das Buch ist wie das Meer.

Ich finde das Buch lebt schon ein wenig davon, wie es geschrieben ist. Malerisch und als würde Gefahr hinter der nächsten Welle liegen. Es dauert ...

Mystisch, düster, gefährlich. Das Buch ist wie das Meer.

Ich finde das Buch lebt schon ein wenig davon, wie es geschrieben ist. Malerisch und als würde Gefahr hinter der nächsten Welle liegen. Es dauert zwar immer wieder ein wenig, bis man damit im Geschehen angekommen ist, weil der Schreibstil auch etwas komplexer und altmodischer anmutet, aber das gehört ja auch zum Charme von historischen Romanen dazu.

Was mir außerordentlich gut gefallen hat: Man merkt, hierfür wurde gut recherchiert. Bis zu diesem Buch wusste ich nicht, dass wir ein Atlantis der Nordsee haben. Umso spannender fand ich alle Details zur Stadt, von dem Aussehen der Gebäude bis hin zur Bedeutung ihrer Handelsruten übers Meer. Im Nachwort gibt es von der Autorin auch noch eine kleine Aufschlüsselung über Fakten und Legenden von Rungholt.

Im Prinzip liefert uns die Autorin zwei Sichtweisen, die beide in vergangenen Jahrhunderten spielen. Janna verliert sich in den Worten eines alten Tagebuches aus Rungholt. Ein Ort, der mehr als Legende, als Wahrheit anmutet. In den Einträgen von Leonore erkennt sie sich selbst wieder, fühlt und leidet mit ihr. In einer Familie voller düsterer Menschen und Wesen, entführt Leonore in eine unterschwellig spannende Geschichte.

Was für Charaktere. Sehr aus dem Leben gegriffen und ich habe mich bis zum Ende gefragt, wer sich als liebevoll gegenüber den zwei weiblichen Hauptfiguren herausstellt oder sich gegen sie wendet. Ich habe mit ihnen gefühlt und oft gebangt. Mein kleiner Charakterfavorit war jedoch Lara, die zierliche Frau mit spitzen Zähnen und sirenenartiger Stimme. Auf ihre Geheimnisse, ihre Geschichte und Fähigkeiten wurde man regelrecht angeheizt.

Ann-Kathrin Wasle verbindet historische Elemente mit einer herzschmerzenden Familiengeschichte und webt eine eigene Legende. Dabei bekommt das Meer eine besondere Rolle und macht fantastischen Elementen Platz. Eine Kombination, die ich im mystischen Deckmantel gerne gelesen habe. Hinzu kommt eine gewisse Dramatik, die mich an der Stange gehalten haben.

Fazit:

Den Schreibstil fand ich nicht immer leicht zu lesen, aber er ist sehr malerisch und mystisch, was zum vergangenen Zeitalter und einer Meereslegende sehr gut passt. Die Geschichte bietet historische Fakten in Kombination mit Legenden und Sagen zum Meer und dramatische Familiengeschehnisse, die mich an den Seiten festgehalten haben.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Cozy, romantisch, tiefgründig

Truly
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Ich habe schon einige Bücher von Ava Reed gelesen und war jedes Mal verliebt in ihren ausgeschmückten, poetischen Schreibstil. In diesem Roman lässt dieser sich ein wenig vermissen, aber es gab nicht minder ...

Ich habe schon einige Bücher von Ava Reed gelesen und war jedes Mal verliebt in ihren ausgeschmückten, poetischen Schreibstil. In diesem Roman lässt dieser sich ein wenig vermissen, aber es gab nicht minder viele Zitatstellen, die ich mir gerne herausgeschrieben hätte.

„Was wäre, wenn es nur schöne und gute Tage gäbe? Wären sie dann noch gut und schön?“

Der Schreibstil in „Truly“ ist insgesamt etwas flüssiger gehalten, romantisch und mit einem Hauch Spice. Abgerundet wurde das Hörerlebnis von tollen Sprechern, die ich stimmlich angenehm und deren Betonung ich sehr gut fand.

Andie kommt aus einer Kleinstadt und ist auf der Suche nach einem Job und einer kleinen Wohnung für ihre Studienzeit. Dabei findet sie einen Job hinter der Bar und fängt an neue Freundschaften zu schließen.

Für mich kam jedoch weniger der Großstadt-Vibe auf, es fühlte sich eher nach einem cozy Setting an und nach einem Found Family Trope. Die Charaktere arbeitet die Autorin ganz wundervoll aus. Sie sind insbesondere hilfsbereit und liebevoll. Gerade die Bar-Crew schließt man schnell ins Herz.

Mein Highlight ist und bleibt jedoch Hauptfigur Andie mit all ihren Ecken und Kanten. Gerade zu Beginn hat sie es wirklich nicht leicht, dennoch bleibt sie in vielen Situationen super stark, kämpferisch und boxt sich durch. Hin und wieder habe ich ihre Handlungen hinterfragt und gefühlt zwei Sekunden später, dachte sie selbst über sich nach. Für mich wurde sie damit nahbar sowie reflektiert und nicht naiv.

Cooper wiederum fand ich etwas blasser, da er aber auch lange viele Geheimnisse mit sich herumträgt. Dennoch war seine Hintergrundgeschichte sehr tiefgründig und seine Szenen mit Andie oft süß sowie prickelnd. Nur gegen Ende wurde es mir dann mal zu gewollt, zu viel spicy, aber das ist wohl Geschmackssache.

Fazit:

Trotz einer für mich neuen Schreibstil-Erfahrung in Ava Reeds-Romanen, gefiel mir „Truly“ bisher fast am besten von der Autorin. Ein absolut cozy Read mit tiefgründigen Momenten und liebevollen, hilfsbereiten Charakteren, die schnell zur Familie werden.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

In love with this

Zeitsplitter
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Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Als ich danach gegriffen habe, wusste ich gar nicht so genau, wohin die Reise geht. Die Inhaltsbeschreibung hinten auf meinem Hardcover, war auch eher nichtssagend ...

Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Als ich danach gegriffen habe, wusste ich gar nicht so genau, wohin die Reise geht. Die Inhaltsbeschreibung hinten auf meinem Hardcover, war auch eher nichtssagend - sie unterscheidet sich auch von der Beschreibung auf Goodreads. Mir war nur vage bewusst, dass es hier um Zeitreisen gehen wird.

Es beginnt in einer Zelle. Em befindet sich in einer, Finn in der anderen. Beide werden gefoltert, weil sie über gefährliches Wissen verfügen. Ihr Ziel: zurück in die Vergangenheit verschwinden und ihre Gegenwart verhindern.

Ich fand das Konzept allein schon spannend, wegen der Zukunft. Es wird möglich sein in der Zeit zu reisen, aber es zeigt, was es mit der Gesellschaft macht. Wie es sich auswirkt bezüglich Naturkatastrophen, Politikern und Kriege. Und das Szenario ist düster.

Im Fokus steht aber eher ein fastpaced Thriller und die Fragen „Wie hat sich die Zukunft so entwickelt?“, „Was können die Charaktere noch unternehmen, um das zu verhindern?“ Und sie probieren einiges. Man merkt, wie gut die Autorin ihren Plot durchdacht hat.

Ich fands genial. Das Buch hatte so eine starke Sogwirkung auf mich, weil es düster war, spannende Perspektiven, eine leicht zu verstehende Zeitreise-Logik ohne Lücken hatte und die Geschichten der Charaktere unter die Haut gingen. Ein paar Dinge habe ich vorhergesehen, andere Momente hielten interessante Plottwists für mich bereit. Dieses Buch zu lesen hat einfach nur Spaß gemacht. Ich habe es nie freiwillig aus den Händen gelegt.

Die Charaktere sind stark ausgearbeitet. Gerade die Zukunftscharaktere haben eine krasse Zeit hinter sich und bringen mit ihren Erlebnissen Spannung hinein. Durch ihre Mission, alles zu verhindern, bringt das Buch auch noch einige Moralfragen mit hinein. So was liebe ich ja. Was tut man denn alles, um der Welt eine andere Perspektive zu bieten? Doch auch die Charaktere in der Vergangenheit haben mit alltäglichen Dingen zu kämpfen, was dem Buch in vielen Bereichen Tiefe gegeben hat.

Lediglich vom Bauer der Zeitreisemaschine hätte ich gerne noch mehr erfahren. Was seine Gedanken zur Zukunft sind und welche Moral ihn begleitet hat. Für mich jedoch kein Abbruch, da es zumindest angerissen wird.

Fazit:

Diese Geschichte bot so viel mehr, als ich erwartet hab: Plottwists, Tiefe, ein spannendes Zeitreisekonzept. Ein wirklich guter Thriller.

Das Buch lag deutlich zu lange auf meinem SuB.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Bücher über Bücher, gehen doch immer

Feder & Klinge
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Lebendig werdende Buchcharaktere erfinden das Rad nicht neu. Trotzdem ist es ein Plot, den ich immer wieder lesen könnte. In „Feder & Klinge“ kommt das geniale Element hinzu, dass die Hauptfigur die Autorin ...

Lebendig werdende Buchcharaktere erfinden das Rad nicht neu. Trotzdem ist es ein Plot, den ich immer wieder lesen könnte. In „Feder & Klinge“ kommt das geniale Element hinzu, dass die Hauptfigur die Autorin vom Buchcharakter ist. Ich fand die Umsetzung der Idee gut gemacht.

Ariane ist in psychologischer Betreuung. Sie soll Fantasie und Realität manchmal nicht auseinanderhalten können. Um ihre Gefühle besser verarbeiten zu können, schreibt sie eine dystopische Reihe mit „Nummer 023“, der einige Dinge durchlebt. 023 lebt mit einigen anderen in der Anstalt, da sie besondere Fähigkeiten erlangt haben

In „Feder & Klinge“ wechseln die Geschehnisse ständig zwischen Arianes Leben, einer Sitzung bei ihrem Doktor oder ihrer Zeit mit der Familie und dem Verlauf ihres Buches. Die Mischung aus Fantasy, einer schlimmen Dystopie mit psychologischen Aspekten und dem Einblick ins Schriftstellerleben hatte eine besondere Dynamik. So liest man in einer Szene über einen neuen Buchcharakter und im nächsten Moment bespricht sie mit ihrem Psychiater, dass sie die Person nicht mag, weil es ein Verräter sein wird.

Der Plot zeigt spielerisch leicht, wie das Autorenleben sein kann. Von Cliffhangern, Szenen oder eine Buchreihe plotten bis hin zu Schreibblockaden, wird einiges aufgegriffen. Ich finde solche Einblicke, als leidenschaftlicher Leser richtig spannend. Doch auch 023’s Alltag in der Anstalt hatte es in sich. Für Ariane geht es hier auch um Verarbeitung, daher hat es 023 nicht leicht und der Bösewicht ihres Plots hat es in sich. Ich fand es aus psychologischer Sicht sehr spannend, aber auch weil hier nicht zimperlich mit den Charakteren umgegangen wird. Teilweise war das Buch auch sehr gesellschaftskritisch, aber eher Philosophisch. Natürlich setzen die Fantasy-Fähigkeiten für mich dem Ganzen noch die Krone auf. Die Spannungskurve wird also durch viele Aspekte stets aufrecht gehalten.

Was mir auch gut gefallen hat war, dass hier nicht viele Wiederholungen vorkommen. Gerade bei dem Wechsel zwischen den Perspektiven und mit dem Thema „Verarbeitung durch Schreiben“ hätten sich einige Szenen ähnlich abspielen können. Die Befürchtung hat sich für mich nicht bewahrheitet.

Ein Manko war für mich die Liebesgeschichte. Für mich hat es sich zu sehr nach Instant Love angefühlt. Die Zwei haben mit ihrer Vorgeschichte schon lange Zeit gehabt sich kennenzulernen und Gefühle aufzubauen. Diesen Abschnitt habe ich als Leser gefühlt zu wenig bekommen. Zudem hätte ich mir ein weniger glattes Ende gewünscht. Noch mehr Stolpersteine, Plottwists, Gegenangriffe und Schwierigkeiten. Ganz am Schluss hatte ich dadurch ein bisschen das Gefühl, dass die Geschichte schnell zu Ende sein musste.

Fazit:

Trotz ein, zwei Mankos hatte ich so viel Freude beim Lesen. Lebendig werdende Buchcharaktere, Einblicke ins Autorenleben, Dystopie und Fantasy im Einen. Was will man mehr? Das Buch hat eine anhaltende Spannungskurve. Ob Psychologisch oder Philosophisch, das Buch regt zum Nachdenken an und hat Mehrwert. Eine großartige Lovestory würde ich allerdings nicht erwarten. Dafür wird vielleicht auch zu viel auf einmal im Plot aufgegriffen.

Ich persönlich hätte mir auch ein Ende gewünscht, das zum vorherigen Plot besser passt: weniger zimperlich und mit mehr Problematiken.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Cozy Herbstbesuch in Honey Creek

Was wir im Stillen fühlten
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Süß, entspannt & kuschelig, lustig, aber auch emotional, aufwühlen und unfair – hier wartet eine Bandbreite an Gefühlen.

Honey Creek ist ein kleines Örtchen, in dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. ...

Süß, entspannt & kuschelig, lustig, aber auch emotional, aufwühlen und unfair – hier wartet eine Bandbreite an Gefühlen.

Honey Creek ist ein kleines Örtchen, in dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Es gibt viel Klatsch, aber auch einen heimeligen Vibe. Die Autorin entführt in einen wundervollen Ort. Auf den Straßen riechts nach Brot und Apfelkuchen, bunte Blätter rahmen den Weg und es sprüht nur vor herbstlichen Vibes. Was die Bewohner ganz klar kennzeichnet? Ihre Liebe für Hunde.

Hauptfigur Yara wird regelmäßig mit Golden Retrievers verglichen, weil sie so eine übersprudelnde, freundliche und liebe Art hat. Sie führt auch das ortsansässige Hundesitting-Unternehmen und schleicht sich jedem Vierbeiner ins Herz. Ich empfand sie als warme, fröhliche Person, die mir schnell sympathisch wurde. Spätestens nachdem ich über das Verhalten ihres Ex-Manns gelesen habe, habe ich richtig stark mitgehibbelt, dass sie möglichst eine neue, schöne Lovestory erfahren darf.

Und die neue Lovestory lässt nicht lange auf sich warten. Gegenüber ihrem Unternehmen macht nämlich ein kleiner Stinkstiefel ein Restaurant auf. In ihren Dialogen fliegen die Fetzen. Die anfängliche rosarote Brille? Von wegen! Hier brauchen die Charaktere ein wenig bis sie auftauen, aber je mehr sie sich öffnen, desto mehr Wärme baut sich in der Magengegend auf.

Was soll ich zur Liebesgeschichte sagen? Sie hat mir unfassbar gut gefallen. Sie hat einige Tropes, über die ich gerne gelesen habe – slow burn, Enemies to Lovers, Fake Dating. Die Kombination mit dem heimeligen Ort und der sich langsam entwickelnden Romanze hat mich beim Lesen auch unfassbar entschleunigt.

Es wird jedoch an keiner Stelle langweilig. Wenn nicht die Fetzen fliegen, gibt es eine Portion BCC-RomCom-Humor oder eine gute Menge an Emotionalität. Es gibt da nämlich noch Cole…

Yara‘s Exmann Cole ist ein Stadtbeliebter Charmeur und auch Polizeichef in Honey Creek. Doch hinter verschlossenen Türen ändert sich sein Verhalten gegenüber seiner (Ex-)Frau. Ich habe den starken Fokus auf eine toxische Beziehung hinter dem cozy Read zunächst gar nicht erwartet. Mich hat es jedoch berührt und betroffen. Gab dem Geschehen für mich noch eine Würze Emotionalität.

Auch der Stinkstiefel… äääh, Sternekoch Alex kämpft mit alten Wunden, die ans Herz gehen.

Fazit:

Berührend, liebevoll und eine cozy Romanze in einem herbstlichen Kleinstadtort. Hier muss man die typische Portion Drama, Emotionalität und Humor der Autorin auch nicht missen. Mich konnte das Buch entschleunigen, aber auch mitfiebern lassen in jeden Bereichen des Plots.

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen.

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