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Veröffentlicht am 01.04.2020

Schafft es, witzig und berührend zugleich zu sein!

Heute nicht
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Worum geht's?

Heute sind die Tiere traurig, jedes plagen Kummer und Sorgen. Ob es denn auch wieder besser werden kann?
Heute vermutlich nicht ... aber morgen?

Was mich neugierig gemacht hat:

Das Buch ...

Worum geht's?

Heute sind die Tiere traurig, jedes plagen Kummer und Sorgen. Ob es denn auch wieder besser werden kann?
Heute vermutlich nicht ... aber morgen?

Was mich neugierig gemacht hat:

Das Buch habe ich bei Vorablesen.de entdeckt und fand die Leseprobe schon umwerfend süß. Dass die Welt an manchen Tagen einfach grau erscheint und alles schiefläuft, kennt wohl jedes Kind (und jeder Erwachsene), daher war ich sehr gespannt auf dieses bunte Buch für solche Krisenzeiten.

Wie es mir gefallen hat:

Ein simples, aber (nicht nur für Kinder) äußerst lebensnahes Thema haben Timon Meyer und Julian Meyer sich für ihr gemeinsames Buchprojekt ausgesucht: Tage, an denen die Laune einfach im Keller ist und nichts ist, wie es sein sollte, und die Frage, ob darauf auch wieder Schönes folgt.
Welche Antwort sie darauf finden, zeigt schon die Seitenverteilung: Auf vier Doppelseiten werden die Charaktere des Buches vorgestellt, die es heute schwer haben und unter Kummer leiden (der Bär, der Löwe, das Krokodil, der Koala, der Lurch, das Lama und das Schaf und der kleine Panda).
Auf weiteren zwei Doppelseiten folgt die titelgebende Fragestellung des Buches, ob es denn auch wieder besser wird – Antwort: Heute nicht. Doch vielleicht morgen?
Ganze acht Doppelseiten werden daraufhin diesem Besser-Werden gewidmet.

Sowohl die traurige wie auch die schöne Stimmung werden durch die witzigen Reime (nur das Wort „schnuddeln" war mir ehrlich gesagt noch nicht bekannt) und die farbenfrohen Illustrationen wunderbar eingefangen. Auch die Mimik der Tiere ist wirklich sehr gelungen.
Ganz besonders angetan hat es mir der kleine Panda, wie er im Bambuswald im Beiwagen des Motorrads ein Lied schmettert und später an den Strand getapst kommt).

Lustig und zugleich berührend – den Spagat muss man erst mal hinbekommen! Timon und Julian Meyer meistern das hier mit Bravour und vermitteln eine schöne und unmissverständliche Botschaft, die nicht nur Kinder immer im Kopf behalten sollten. Und wenn sie doch mal in Vergessenheit gerät? Dann steht das Buch ja schon im Regal bereit!

(Für wen) Lohnt es sich?

Das Buch hat die Altersempfehlung ab 3 Jahren und kann auch (vorlesenden) Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

In einem Satz:

„Heute nicht – Doch vielleicht morgen?" ist ein herzerwärmendes, pfiffig-zuversichtschenkendes Bilderbuch, das die Hoffnung auf Sonnenschein nach dem Regen und Lachen nach dem Traurigsein in liebenswerte Worte und Bilder fasst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2020

Der Kampf um das Herz einer zukünftigen Königin

Cecilia
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Worum geht's?

Cecilia ist zurück in Amerika, doch ihre Welt ist in sich zusammengestürzt – ihr Vater ist tot. In ihrer Trauer lässt sie niemanden an sich heran, zuallerletzt Elias, der sich nun ebenfalls ...

Worum geht's?

Cecilia ist zurück in Amerika, doch ihre Welt ist in sich zusammengestürzt – ihr Vater ist tot. In ihrer Trauer lässt sie niemanden an sich heran, zuallerletzt Elias, der sich nun ebenfalls im Palast von Chicagon aufhält. Wie könnte sie Julius' Sohn jemals wieder vertrauen?
Unterdessen steigt der Druck: Wie weit wird Noran gehen, um Lia zurück nach Europa zu holen?

Was mich neugierig gemacht hat:

Nachdem Anna Nigra bekanntgegeben hatte, dass die Reihe nicht weiter bei „A Tree & A Valley" erscheinen wird, hieß es erst mal bangen! Doch zur Freude ihrer Leserinnen hat die Autorin nicht lang gezögert und Band 3 im Selfpublishing herausgebracht – dasselbe ist auch für den frisch geplanten vierten Band angedacht.
Für mich war diese Fortsetzung nach den zwei tollen bisherigen Bänden unumgänglich und ich hatte das Glück, sogar bei einer Leserunde zum Buch dabei sein zu dürfen.

Wie es mir gefallen hat:

Ich glaube, ich bleibe zu selten an Reihen dran. Auch, wenn ich mir Fortsetzungen oft zeitnah (oder, falls sie schon erschienen sind, gleich gesammelt) hole, geht es mir oft so, dass ich das Weiterlesen zu lange hinauszögere und dann zu viel Sorge habe, nicht gut wieder reinzukommen.
Die „Cecilia"-Reihe beweist mal wieder, wie sehr es sich lohnt, wenn man stetig dabeibleibt (jedenfalls, wenn die Geschichte gut ist und nicht zu schwächeln beginnt). Es baut sich einfach so eine Verbundenheit auf, und immer mehr stellt sich ein vertrautes Gefühl ein. Man begleitet die Charaktere allein wegen des größeren Seitenumfangs durch so viele Höhen und Tiefen und erlebt ihre Entwicklungen über einen langen Zeitraum hinweg. (Kein Zweifel, in Standalones ist das oft auch der Fall, aber Reihen haben da einfach noch mehr Spielraum.)

Band 1 und Band 2 habe ich beide sehr gemocht, aber als sehr unterschiedlich empfunden. Band 3 verknüpft die Elemente wieder mehr miteinander: Das Politische nimmt zunehmend Raum ein, aber auch Lias „Liebeschaos" schiebt sich zurück in den Mittelpunkt.

Besonders gefreut habe ich mich über die Perspektiven unserer beiden europäischen Prinzen, die ab und an eingestreut werden und noch mal ganz eigene Nuancen in die Geschichte bringen.
Auch davon abgesehen kommen noch einige neue Schauplätze und Charaktere ins Spiel, die sehr spannend kennenzulernen sind.
Ab und zu ging es mir beim Lesen noch so, dass ich mir etwas mehr Reflexion von Lia über ihre Gefühle und Optionen gewünscht hätte, aber daran habe ich mich im Grunde schon gewöhnt. Lia ist einfach eine sehr eigenwillige und emotional veranlagte junge Frau, die manchmal davor zurückscheut, sich Wahrheiten zu stellen. Andererseits muss ich ihr aber zugestehen, dass sie langsam echte Königinnen-Qualitäten entwickelt. Wie sie langsam über sich selbst hinauswächst, arbeitet Anna Nigra wirklich sehr gut aus.

Ich freue mich auf jeden Fall, dass es noch weitergehen wird (trotz einer ganzen Liste von Ängste in Bezug auf den weiteren Verlauf)!

(Für wen) Lohnt es sich?

Hier ist der Fall natürlich klar: Lohnen tut sich das Buch für Fans der Reihe. Um der Handlung folgen zu können, ist die Kenntnis der beiden Vorgängerbücher unbedingt notwendig.
Insgesamt eignet sich Quadrologie für Leser
innen ab ca. 14 Jahren, die Royales und Zukunftssettings sowie einen Mix aus Politischem und Romantik mögen.

In einem Satz:

Der dritte Band der „Cecilia"-Reihe führt die Geschichte von Cecilia, ihrer Familie und den Königshäusern des alternativen Zukunftsszenarios spannend fort; die Geschichte wächst mir von Seite zu Seite immer mehr ans Herz.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2020

Frauenpower sollte großgeschrieben werden!

The Grace Year
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Was mich neugierig gemacht hat:

Schon lange vor Erscheinen hat das Buch es auf meine Must-Read-Liste geschafft, weil ich sofort wissen wollte, was es mit diesem Gnadenjahr auf sich hat. Auch der gesellschaftskritische ...

Was mich neugierig gemacht hat:

Schon lange vor Erscheinen hat das Buch es auf meine Must-Read-Liste geschafft, weil ich sofort wissen wollte, was es mit diesem Gnadenjahr auf sich hat. Auch der gesellschaftskritische Aspekt hat mich gereizt. Es klang einfach nach einem Buch, das auf positive Weise ein bisschen aus der Reihe fällt.

Wie es mir gefallen hat:

Der Vergleich mit der Panem-Reihe ist bei diesem Buch durchaus verdient! Gerade hinsichtlich des Brutalitätsgrades und der gesellschaftskritischen Ebene liegen die Bücher einander nah.

Mich hat sehr überzeugt, wie Kim Liggett die von ihr entwickelte „Kultur“ mit all ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Psyche des Einzelnen darstellt. (Nur den religiösen Aspekt hätte ich mir eigenständiger bzw. deutlicher ausgeführt gewünscht.)
Das Gnadenjahr schwebt bedrohlich über allem, ohne dass man sich ein richtiges Bild davon machen kann, was in dieser Zeit eigentlich wirklich mit den jungen Frauen passiert – und es dann mitzuerleben, ist durch und durch erschütternd.
Die Dynamiken zwischen den Gnadenjahrmädchen hat die Autorin ebenfalls sehr gekonnt umgesetzt. Misstrauen, Manipulation, Gewaltbereitschaft, es ist teilweise wirklich zum Fürchten! Man bangt um die Mädchen, denn bei jeder steht in den Sternen, ob sie es nach Hause schaffen wird.

Tierney ist eine wirklich starke Protagonistin, die kritisch hinterfragt und ein glaubhaftes Stück weit dennoch von dem begrenzt wird, was ihr von ihrer Welt eingehämmert wurde.
Das Einzige, was mich an ihr ein bisschen gestört hat, ist ihr zeitweiliger Mangel an Einfühlungsvermögen für ihren langjährigen Freund Michael sowie die fehlende Reflexion über ihre Einstellung zur Liebe zwischen Mann und Frau.

Ein tragender Aspekt der Story ist die spannungsgeladene Atmosphäre in bester Mystery-Manier. Man beginnt an den eigenen Theorien und Eindrücken zu zweifeln, weiß nicht mehr, was echt ist und was Tierneys Verfassung geschuldet - oder irgendeiner anderen Ursache. Der Erzählstil hat hieran einen großen Anteil, denn es gelingt Kimn Liggett auf beeindruckende Weise, ihn Tierneys Empfinden anzupassen.

Dass die Liebesgeschichte hier eher am Rande eine Rolle spielt, finde ich gut, allerdings konnte sie mich nicht wirklich erreichen. Dafür fehlt es an Szenen zwischen den beiden, in denen sie sich richtig hätte aufbauen können. Auch entwickelt Tierney hier eine recht egoistische Ader.

Das Ende muss man erst mal sacken lassen. Es stimmt sehr nachdenklich und lässt Freiraum für Interpretationen, dennoch haben mich ein paar kleinere Punkte gestört und grundsätzliche Fragen sind offen geblieben.

(Für wen) Lohnt es sich?

„The Grace Year" bietet ein mitreißendes, düster-lichtschimmerhaftes Lesevergnügen für nicht allzu zartbesaitete Leser*innen ab etwa 16 Jahren. Fans von Dystopien mit starken Protagonistinnen, für die die Liebesgeschichte nicht der Dreh- und Angelpunkt sein muss, sind hier genau richtig.

In einem Satz:

„The Grace Year" ist ein spannungsgeladener, psychothrilllastiger Pageturner mit Gruselmomenten und einer dezenten Lovestory, in dem Frauenpower großgeschrieben wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2020

Roh und fast zerschmetternd traurigschön

C'est la fucking vie
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Worum geht's?

Keine Lügen, kein Aufplustern oder Verstecken, nur die nackte, rohe Wahrheit. Je roher, desto besser. In der Rohheit der Dinge liegt ihr ganzer Reiz. Bei mir gibt es keine Fassade. Wer mich ...

Worum geht's?

Keine Lügen, kein Aufplustern oder Verstecken, nur die nackte, rohe Wahrheit. Je roher, desto besser. In der Rohheit der Dinge liegt ihr ganzer Reiz. Bei mir gibt es keine Fassade. Wer mich nimmt, kriegt, was er sieht. (S. 38)

Der Sommer nach dem Abi: Sanni wird ihren Achtzehnten feiern, sich treiben lassen, mit ihrer Clique in den Tag hineinleben. Sie fiebert darauf hin, nach Australien zu reisen, am liebsten mit ihrem langjährigen besten Freund Niko – wenn der sich endlich dazu entschließen kann, mal nicht auf seine Eltern zu hören.
Doch dann entwickelt sich alles anders als geplant und lang Unterdrücktes drängt an die Oberfläche. Auf einmal steht sie vor der Wahl: Niko verlieren oder sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf eine echte Beziehung einlassen?

Was mich neugierig gemacht hat:

Schon „Worüber wir schweigen" habe ich wahnsinnig gern gelesen und das neue Buch von Michaela Kastel war danach ein Must Read für mich. Ich war total gespannt auf die Umsetzung des Lebenshungerthemas und dieser sehr besonderen und nicht ganz unkomplizierten Beziehung zwischen zwei jungen Menschen mit gegensätzlichem Naturell.

Dieser dickere Pappeinband ist toll gewählt und passt super zur Geschichte. Titel und Cover dagegen hätten mich jetzt, wäre ich nicht schon Fan der Autorin gewesen, nicht wirklich angesprochen, da ich sie als zu effekthascherisch empfinde (was die Story definitiv nicht nötig hat).

Wie es mir gefallen hat:

Ich feiere Michaela Kastel für ihre Charaktere! Das tue ich wirklich.
Im wahren Leben würden sie mich wahrscheinlich fertigmachen mit ihren Ecken und Kanten, ihren Grundeinstellungen und ihrer Sicht aufs Leben ... und doch: Sie faszinieren mich und erreichen mich irgendwo tief innen. Es ist unfassbar spannend, sich auf ihre Gedankenwelt einzulassen, durch sie vielleicht sogar das eine oder andere über Menschen zu lernen, die man bisher nie verstanden hat.
In diesem Buch betrifft das in allererster Linie die Protagonistin und Ich-Erzählerin Sanni. Sie wirkt so selbstbewusst und verloren zugleich, besserwisserisch und nichtsahnend, wild und verletzlich. Und so intensiv auf der Suche nach mehr Leben.
Ihr Gegenpart Niko, den sie die ganze Geschichte über mit „Du" anspricht (was mir persönlich sehr sehr gut gefallen hat) ist viel bodenständiger, zukunftsorientierter, zielstrebiger. Hier prallen zwei Welten aufeinander, die zusammengehören, paradox und traurigschön.
Auch die Nebencharaktere (die Clique, Sannis Mitbewohnerin, Nikos Freundin, die Eltern, ...) fügen sich gut ins Ganze ein.

Während viele „oberflächlichere" und Dinge die Handlung zu dominieren scheinen, brodeln darunter tiefgründige Fragen. Was, wenn man einander liebt, aber seine Liebe grundsätzlich anders auslebt? Was, wenn die Definitionen von Beziehung viel zu weit auseinanderklaffen, um vereinbar zu sein? Und was passiert überhaupt mit zwei Individuen, die es plötzlich (nur noch?) als Paar gibt? Gibt es dabei eine Machtverteilung? Welche Prägungen haben wir mitbekommen, was unsere Vorstellung von der Liebe angeht?

Der Autorin gelingt es auf eindrückliche Weise, die Entwicklung einer vielleicht schon lange mehr als freundschaftlichen Beziehung in all ihren Facetten zu zeigen. Zu kaum einem Zeitpunkt kann man wirklich sagen, ob Glück oder Zweifel überwiegen, Unsicherheiten und Opfer oder das Über-sich-Hinauswachsen.

Der Erzählstil des Buches hat mich sehr für sich eingenommen und eine richtige Sogwirkung auf mich ausgeübt. Allerdings finde ich es ein bisschen widersprüchlich, dass Sanni so eine poetische Sprache in den Mund gelegt wird. Das passt eigentlich so gar nicht zu ihr. (Trotzdem hätte ich es nicht anders haben wollen, dafür liest es sich einfach zu toll!)

Mit ein paar Dingen und auch dem Ausgang habe ich mich persönlich schwergetan. Das gilt aber nur eingeschränkt als Kritikpunkt. Ich halte den Verlauf schon für sehr authentisch und passend für die Charaktere. Dennoch sehe ich ein bisschen zu viel von aktuellen Trends darin und hätte mir mehr Kommunikation und Gegenseitigkeit gewünscht, selbst wenn es gleich geendet hätte. So ringe ich noch sehr mit dem „Hätte" und „Wäre" und frage mich, was inwieweit noch offen ist und gut oder schlecht weitergehen könnte.

(Für wen) Lohnt es sich?

Es lohnt sich auf jeden Fall! Allerdings finde ich, dass es kein reines Jugendbuch ist, sondern eher für Leser*innen ab der Altersstufe der Charaktere (17+) und drüber, weil es auf den Partys usw. hart zur Sache geht. Tatsächlich hätte ich die Figuren, hätte es keine Angabe dazu gegeben, sogar auf Anfang/Mitte 20 geschätzt. Aber andererseits passt der Sommer nach dem Abi natürlich gut zu den Thematiken, auf die das Buch hinauswill.
Meiner Meinung nach eine Geschichte mit sehr viel Potenzial zum Reflektieren und Nachdenken und weniger leichte Unterhaltung, als man erwarten könnte.

In einem Satz:

„C'est la fucking vie" ist absolut mitreißend erzählt, wirft viele bedeutsame Aspekte des Erwachsenwerdens und von Liebesbeziehungen auf und wirkt nach dem Lesen lange nach.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.03.2020

Tolle Hotel-Tauch-Gefühlschaos-Selbstfindungs-Romance

Hold me now
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Worum geht's?

Zwei Monate als Zimmermädchen in einem Hotel? Eine schlimmere Strafe hätten sich Jazz' Eltern kaum für sie ausdenken können. Und das ausgerechnet jetzt, wo es endlich so aussieht, als würde ...

Worum geht's?

Zwei Monate als Zimmermädchen in einem Hotel? Eine schlimmere Strafe hätten sich Jazz' Eltern kaum für sie ausdenken können. Und das ausgerechnet jetzt, wo es endlich so aussieht, als würde Marc sich vielleicht doch auf eine Beziehung mit ihr einlassen!
Als wäre alles nicht schon ätzend genug, ist der Sohn des Hotelbesitzers ein totaler Idiot. Zuerst legt Noah sie total mies rein, dann kommandiert er sie auch noch herum. Erst als sie einen Waffenstillstand schließen und er ihr Tauchunterricht zu geben beginnt, ändert sich Jazz' Bild von ihm. Doch ihr Herz gehört Marc, oder? Und außerdem dürfte sie als Mitarbeiterin ohnehin nicht mit Noah zusammensein ...

Was mich neugierig gemacht hat:

Mir hatte im Winter 2018 Julie Chapels Buch aus der Heartbeat-Reihe so gut gefallen, dass ich mich schon total auf die neueste Romance aus ihrer Feder gefreut habe.
Die Zimmermädchen-Sohn-des-Hotelbesitzers-Ausgangslage versprach eine spannende Kombi!
Das Cover ist auf jeden Fall im Trend, auch wenn diese Richtung natürlich immer recht nichtssagend in Bezug auf den Inhalt ist. Hätte das Ganze in Blautönen superschön gefunden, passend zur Tauch-Thematik im Buch.

Wie es mir gefallen hat:

Fangen wir bei Jazz an. Mit ihr haben wir es in gewisser Weise mit einer Ausnahmeprotagonistin zu tun. Sie ist selbstbewusst, feiert gern, hat eine große Klappe, nimmt außer ihren eigenen Bedürfnissen nicht besonders viele Dinge ernst und die vor ihr liegenden Wochen als Zimmermädchen nerven sie total an. Doch sie hat auch eine andere Seite - eine schlagfertig-witzige und doch verletzliche.
Ich finde es toll, wie man in diesem Buch die Entwicklung dieser nicht ganz einfachen jungen Frau mitverfolgen darf. Das ist eine wunderbare Abwechslung zu den vielen lieben Mäuschen, die die große Liebe finden, aber leider von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, und was es da noch so an Stereotypen auf dem Buchmarkt gibt.
Jazz muss sich damit auseinandersetzen, wie sehr sie schon seit geraumer Zeit sich selbst im Weg steht und Menschen verletzt hat, denen sie wichtig ist, und das fällt ihr gar nicht so leicht.

Was ich an der Geschichte neben der Charakterentwicklung ganz besonders gelungen finde, sind die wunderschön beschriebenen Tauchgänge sowie die Gespräche zwischen Noah und Jazz und die großartigen Nebenfiguren (Sunny und Lina!).
Außerdem rätselt man lange, was zwischen Jazz und ihrer ehemals besten Freundin vorgefallen sein mag, dass sie sich so verkracht haben.

In zwei Punkten hätte ich noch ein klein wenig mehr erwartet. Zum einen wird ein tragischer Vorfall im Verlauf der Handlung recht knapp abgehandelt, sodass er ohne emotionale Auswirkungen auf Jazz bleibt. Zum anderen hat Noah mich im letzten Drittel des Buches etwas enttäuscht, da er hier mit seinem bisherigen, sehr viel erwachseneren Verhalten deutlich besser gefahren wäre. Hier hätte ich am liebsten seine Gedanken gelesen, um nachzuvollziehen, warum er plötzlich so eine Rückentwicklung durchgemacht hat.

Insgesamt hat mir der Roman aber wieder sehr gut gefallen und mich in eine frühzeitige Sommerstimmung versetzt. Humorvoll, romantisch, dramatisch und einfach superunterhaltsam!

(Für wen) Lohnt es sich?

Das Buch kann ich allen New-Adult-Fans ab etwa 16 Jahren empfehlen, die Lust auf eine sommerliche Lovestory haben und sich auch mal auf eine etwas problembeladenere Hauptfigur einlassen können, die vielleicht erst mal ein bisschen zu kratzbürstig ist, um sie sofort ins Herz zu schließen.

In einem Satz:

„Hold Me Now" ist eine tolle Gefühlsdrama-Tauchexpeditions-Romance-Geschichte, die sich nicht auf Schema F ausruht und einem mal eine etwas herausforderndere Protagonistin zumutet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere