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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2026

Hat mit Klarheit und emotionaler Kraft beeindruckt.

Unterwasserblau
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Darum geht es:
Jessica und Ingwer sind seit zwanzig Jahren ein Paar und verbringen ihren Hochzeitstag im Spreewald mit Ingwers Familie. Dort erlebt Jessica Tage voller Wärme und Vertrautheit, mit Paddeltouren, ...

Darum geht es:
Jessica und Ingwer sind seit zwanzig Jahren ein Paar und verbringen ihren Hochzeitstag im Spreewald mit Ingwers Familie. Dort erlebt Jessica Tage voller Wärme und Vertrautheit, mit Paddeltouren, Ausflügen, dem Geburtstag der Schwiegermutter und gemeinsamen Grillabenden. In dieser Familie fühlt sie sich angekommen, geborgen und angenommen. Ganz anders als in ihrer eigenen Herkunftsfamilie, in der sie ohne Liebe aufgewachsen ist. Dort bestimmten Schweigen und harte, verletzende Worte den Alltag. Als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, wird sie abrupt aus dem Idyll gerissen und muss sich ihrer Vergangenheit stellen.

Mein Leseeindruck:
Was die Autorin Petra Hucke hier geschrieben hat, hat mich tief beeindruckt. Besonders die Gegenüberstellung zwischen der liebevollen Schwiegerfamilie und der emotionalen Kälte ihrer eigenen Familie habe ich als sehr stark empfunden. Die Figur der Mutter ist dabei eindringlich und erschütternd gezeichnet. Hart, abweisend und verletzend, ohne je Liebe zu zeigen. Beim Lesen wurde für mich spürbar, wie sehr eine Kindheit ohne Zuneigung einen Menschen prägen kann.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sehr uns unsere Herkunft formt und ob es möglich ist, sich davon zu lösen. Diese Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman und verleiht der Geschichte Tiefe und Kontinuität.

Die emotionale Wucht des Romans hat mich oft überrascht. Immer wieder gab es Stellen, die mich schockiert und sprachlos gemacht haben. Mehr als einmal saß ich mit offenem Mund da, weil ich so entsetzt war über das Gelesene. Die direkte, schonungslose Sprache hat das noch verstärkt und das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis gemacht.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein eindringlicher, schonungsloser Roman über familiäre Prägung, der tief bewegt, lange nachhallt und durch seine Klarheit und emotionale Kraft beeindruckt.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Ein leichtes, atmosphärisches Buch mit viel Charme!

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Darum geht es:
Manchmal braucht es nur einen mutigen Schritt, um ein ganz neues Leben zu beginnen.
Rosie hat genug von grauen Tagen und einem Job, der ihr längst nichts mehr bedeutet. Sie lässt London ...

Darum geht es:
Manchmal braucht es nur einen mutigen Schritt, um ein ganz neues Leben zu beginnen.
Rosie hat genug von grauen Tagen und einem Job, der ihr längst nichts mehr bedeutet. Sie lässt London hinter sich und wagt den Sprung ins Ungewisse nach Amsterdam, in eine Stadt voller Blumen, Farben und neuer Möglichkeiten. Dort will sie endlich das tun, was sie wirklich liebt: ihren eigenen kleinen Stand als Floristin auf dem berühmten schwimmenden Blumenmarkt, dem Bloemenmarkt, eröffnen.
Zwischen duftenden Tulpen, frischen Rosen und der Hoffnung auf einen Neuanfang scheint plötzlich alles möglich. Doch der Traum bekommt schnell Risse. Die Konkurrenz setzt alles daran, ihr das Geschäft zu zerstören, und als wäre das nicht genug, sorgt auch ihr neuer Nachbar für ordentlich Chaos. Max, ein griesgrämiger, störrischer Künstler mit einem verdammt attraktiven Lächeln, lebt auf dem Hausboot nebenan und scheint sich zur Aufgabe gemacht zu haben, ihr Leben komplizierter zu machen, als es ohnehin schon ist. Egal, was Rosie versucht, sie stößt bei ihm immer wieder auf Widerstand. Und doch ist da etwas zwischen ihnen, das sie nicht ignorieren kann.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Annabelle French hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, durch den sich die Geschichte leicht lesen lässt. Besonders die Beschreibungen der Schauplätze in Amsterdam sind ihr wirklich zauberhaft gelungen und schaffen eine wunderschöne, fast schon verträumte Atmosphäre. Auch das Cover ist mir direkt positiv aufgefallen und passt perfekt zur Stimmung des Buches.

Trotzdem konnte mich die Geschichte insgesamt leider nicht ganz abholen. Für mich fehlte es an echten Höhen und Tiefen, vieles verlief recht gleichmäßig. Zudem arbeitet die Handlung mit einigen typischen Klischees, was das Ganze stellenweise vorhersehbar gemacht hat.

Die Geschichte ist zwar süß, hat mich aber nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es war eher ein „Ich lese es, wenn ich dazu komme“, statt eines Buches, nach dem ich aktiv gegriffen habe.

Was mir ebenfalls gefehlt hat, war eine echte Verbindung zu den Figuren. Weder Rosie noch Max noch die anderen Charaktere sind mir wirklich nahgegangen, sodass die emotionale Tiefe für mich etwas auf der Strecke blieb.

Umso schöner fand ich allerdings das Ende. Das hat mich dann doch nochmal gepackt und mir tatsächlich ein kleines Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

Fazit:
3/5 ⭐️ Die Geschichte ist zwar süß, hat mich aber nicht so sehr gefesselt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Es war eher ein „Ich lese es, wenn ich dazu komme“, statt eines Buches, nach dem ich aktiv gegriffen habe.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Eine leise, atmosphärische und tief berührende Geschichte!

Das Salz in der Luft
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Darum geht es:
Die fast hundertjährige Inge reist mit ihrer Urenkelin Swantje nach New York. Die Stadt hat sich verändert, und doch ist sie untrennbar mit Inges Vergangenheit verbunden. Hier hat sie geliebt, ...

Darum geht es:
Die fast hundertjährige Inge reist mit ihrer Urenkelin Swantje nach New York. Die Stadt hat sich verändert, und doch ist sie untrennbar mit Inges Vergangenheit verbunden. Hier hat sie geliebt, gelebt und Verluste erlitten. Ende der siebziger Jahre nimmt ihr Leben noch einmal eine unerwartete Wendung und führt sie bis nach Sizilien. Dort beginnt sie, ihr Leben mit neuen Augen zu sehen und zu begreifen, was es heißt, loszulassen. Dennoch bleibt ihre Sehnsucht nach den prägenden Orten ihres Lebens bestehen: Föhr und Manhattan. Zwei Welten, die gleichermaßen zu ihr gehören und zwischen denen ihr Herz keinen klaren Unterschied machen kann.

Mein Leseeindruck:
Der zweite Teil der Dilogie um Inge Martensen hat mich sehr berührt und beeindruckt. Erzählt wird eine bewegende Familiengeschichte über vier Generationen, die sich zwischen Föhr, Manhattan und Sizilien entfaltet und dabei von Erinnerung, Verlust und innerer Stärke geprägt ist.
Janne Mommsen setzt 1978 an und schildert ruhig und einfühlsam, wie Inge nach dem Tod ihres Mannes Hauke ihren eigenen Weg weitergeht. Der Roman verzichtet bewusst auf große dramatische Zuspitzungen. Gerade diese leise Erzählweise verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Besonders schön ist die Sprache. Der Föhrer Dialekt ist lebendig und liebevoll eingefangen und gibt dem Roman eine warme, authentische Atmosphäre. Die Schauplätze werden so anschaulich beschrieben, dass sie beim Lesen fast greifbar werden. Föhr, Manhattan und Sizilien fühlen sich jeweils ganz eigen und stimmig an. Am Ende hat mich die Geschichte sehr bewegt. Ich musste sogar ein kleines Tränchen verdrücken. Inge Martensen ist eine beeindruckende Frau, deren Lebensweg lange nachklingt. Janne Mommsen gelingt es, daraus eine ruhige, berührende und zugleich kraftvolle Erzählung zu machen.

Fazit:
4,5/5 ⭐️Eine leise, atmosphärische und tief berührende Geschichte, die noch lange im Herzen bleibt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Hallt noch lange im Herzen nach!

Pina fällt aus
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Darum geht es:
Im Mittelpunkt steht eine Situation, in der gewohnte Abläufe plötzlich unterbrochen werden. Pina, die ihren Sohn Leo allein versorgt, bricht unerwartet zusammen und wird auf die Intensivstation ...

Darum geht es:
Im Mittelpunkt steht eine Situation, in der gewohnte Abläufe plötzlich unterbrochen werden. Pina, die ihren Sohn Leo allein versorgt, bricht unerwartet zusammen und wird auf die Intensivstation gebracht. Dadurch entsteht eine Lücke, die unmittelbar spürbar ist.

Der 20-jährige Leo lebt in festen Mustern und orientiert sich an wiederkehrenden Abläufen. Diese Struktur prägt seinen Alltag und bestimmt, wie er sich in seiner Umgebung bewegt. Für die Menschen, seinen Nachbarn bleibt sein Verhalten zunächst schwer einzuordnen, da es nicht ihren eigenen Gewohnheiten entspricht.

Durch Pinas Ausfall verändert sich die Situation für alle Beteiligten. Die Nachbarn sehen sich mit einer Aufgabe konfrontiert, die zuvor klar geregelt war. Der bisherige Abstand wird dadurch infrage gestellt und es entstehen neue Berührungspunkte im gemeinsamen Alltag.

Mein Leseeindruck:
Letztes Jahr gehörte „Ava liebt noch“ zu meinen absoluten Jahreshighlights und auch mit #pinafälltaus muss sich Vera Zischke überhaupt nicht verstecken. Ganz im Gegenteil: Dieser Roman ist eine Wucht.

Die Autorin kann einfach schreiben. Ihre Worte sind wie ein leiser Sturm, sanft und doch voller Kraft, und sie hinterlassen etwas, das lange nachhallt. Sie schreibt nicht einfach, sie fühlt, und genau das spürt man in jeder einzelnen Zeile. Zwischen ihren Sätzen entsteht eine Nähe, die fast greifbar ist. Man liest nicht nur, man erlebt. Es ist, als würde sie mit ihren Worten eine eigene Welt erschaffen, in der man sich vollkommen verliert.

Beim Lesen habe ich mir tatsächlich gewünscht, ich wäre selbst Teil dieser besonderen Hausgemeinschaft, am liebsten wäre ich der vierte Vogel für Leo gewesen. Die etwas skurrilen Bewohner der Hansastraße 22 sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, und ich bin mir sicher, dass ich sie so schnell nicht vergessen werde. Mehr als einmal ist mir beim Lesen das Herz schwer geworden.

Der Roman greift dabei tiefgründige Themen auf: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Verantwortung, Nächstenliebe, Behinderung und Inklusion. All das wird auf eine Weise erzählt, die berührt und lange nachklingt.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein Roman, der leise beginnt, tief berührt und noch lange im Herzen nachhallt.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Solider Thriller mit starkem Plot

Der Trailer
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m Mittelpunkt steht ein Fall, der fünfzehn Jahre zurückliegt. Eine Studentin verschwindet in den Ardennen spurlos, zuletzt gesehen auf einem abgelegenen Campingplatz. Bis heute gibt es keine Antworten. ...

m Mittelpunkt steht ein Fall, der fünfzehn Jahre zurückliegt. Eine Studentin verschwindet in den Ardennen spurlos, zuletzt gesehen auf einem abgelegenen Campingplatz. Bis heute gibt es keine Antworten. Als ein True Crime Podcast den Fall wieder aufgreift, geraten die Ereignisse erneut ins Rollen und es bleibt nicht bei der Vergangenheit.

Der Autor arbeitet mit kurzen Kapiteln und erzählt aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aus Sicht der Kommissarin Frieda Stahnke, die die Vermisste kannte, und von Wout, der damals vor Ort war und lange geschwiegen hat. Durch die ständigen Wechsel der Perspektiven und Schauplätze bleibt die Spannung durchgehend hoch.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Vergangenheit und Gegenwart greifen gut ineinander und die zentrale Frage begleitet einen die ganze Zeit: Was ist damals wirklich passiert? Ich habe viel mitgerätselt, hatte aber bis zum Schluss keine richtige Idee und wurde vom Ende komplett überrascht.

Besonders gefallen hat mir die düstere Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Die Figuren sind gut gewählt. Mit Wout bin ich anfangs nicht ganz warm geworden, aber im Verlauf der Geschichte hat sich das deutlich geändert.

Für mich ein guter, solider Thriller mit starkem Plot, den ich sehr gerne gelesen habe. Der zweite Teil liegt bereits bereit und wartet darauf, gelesen zu werden.

PS: Lest unbedingt das Nachwort von Linus Geschke. Ich finde es sehr gelungen, dass der Autor hier eine wichtige Thematik aufgreift und in die Geschichte einfließen lässt.

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