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Laurel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2025

Sprachlich stark

Der Einfluss der Fasane
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Beim Buch „Der Einfluss der Fasane“ sollte ein aktuelles und gesellschaftspolitisches Thema behandelt werden: Panikmache und Hetzjagd in Medien sowie das schnelle und oberflächliche Abarbeiten von zu Skandalen ...

Beim Buch „Der Einfluss der Fasane“ sollte ein aktuelles und gesellschaftspolitisches Thema behandelt werden: Panikmache und Hetzjagd in Medien sowie das schnelle und oberflächliche Abarbeiten von zu Skandalen aufgeputschten Geschehnissen. Das hätte ein sehr wichtiges Buch werden können, jedoch wurde es inhaltlich nicht sehr tiefgründig. Die Handlung drehte sich eher um die Journalistin Hella Karl, ihre Gefühlswelt und Privatleben. Sicher ist dies eng mit dem Job verknüpft, ich hatte nur auf ein weiter gefasstes Bild gehofft. Hella wirkt auf den Leser kühl, harsch und irgendwie unnahbar. Ich wurde während der gesamten Geschichte nicht warm mit ihr, konnte mich nicht mit ihr identifizieren.

Abgesehen vom Inhalt ist das Buch handwerklich total gut gemacht. Jeder Satz hat einen Feinschliff erhalten. Die Sprache ist so „akkurat“, die Autorin trifft oft genau auf den Punkt.

Alles in allem war es vielleicht nicht die Art der Geschichte, die ich erwartet habe und die mir gefällt. Sie wird aber ihre Liebhaber finden. Durch die Erzählweise und sprachlichen Gestaltung konnte ich dem Buch doch etwas abgewinnen.

Veröffentlicht am 10.03.2025

Schmerz & Versöhnung

Die Summe unserer Teile
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...diese Worte beschreiben die Geschichte der drei Frauen aus drei Generationen einer Familie wohl ganz gut.

Der Roman dreht sich um Ludmila, Daria und Lucy, Großmutter, Mutter und Tochter. Die drei Frauen ...

...diese Worte beschreiben die Geschichte der drei Frauen aus drei Generationen einer Familie wohl ganz gut.

Der Roman dreht sich um Ludmila, Daria und Lucy, Großmutter, Mutter und Tochter. Die drei Frauen sind hoch intelligent, jede in einem anderen Fachgebiet. Der hohe Stellenwert einer unabhängigen Karriere wird in beiden Generationen von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Dabei schwingt jeweils bei der Tochter das Gefühl, nicht dem Anspruch zu genügen, mit. Daraus entwickelten sich Beziehungen, in denen der Schmerz durch unausgesprochene Gefühle, Vorwürfe und Nichtwissen im Zentrum steht.

Der Leser begleitet die drei Frauen durch ihre Leben. Er bekommt Einblicke in die Ursachen dieses großen Schmerzes, der die drei Generationen verbindet beziehungsweise die drei Frauen von einander entfernt.

Das Buch hat mir gut gefallen. Ich konnte mich gut in die Personen hineinversetzen, besonders die Mutter und Großmutter sind mir sympathisch geworden. Allerdings fand ich das Ende nicht auserzählt - da fehlt doch noch was?

Veröffentlicht am 10.03.2025

Berührend & authentisch

Die Garnett Girls
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Das Buch „Garnett Girls“ hat mich gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.

Es handelt von den drei Schwestern Rachel, Imogen und Sasha, deren Beziehung untereinander sowie mit dem jeweiligen ...

Das Buch „Garnett Girls“ hat mich gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.

Es handelt von den drei Schwestern Rachel, Imogen und Sasha, deren Beziehung untereinander sowie mit dem jeweiligen Partnern und der Mutter Margo. Die Geschichte beginnt im Prolog mit einer Szene in der Kindheit der drei Mädchen an einem Strandtag auf der Isle of Wight. In den ersten Kapiteln, die etwa 30 Jahre später spielen, wird schnell klar, dass diese Familien-Sommer-Strand-Idylle nur ein Schein war. Der Vater verließ bald danach die Familie. Bis zu diesem Punkt in ihrem Erwachsenenleben wissen die drei nicht, was hinter dem Verschwinden steckte. Doch eine Schwester macht nun eine Entdeckung. Außerdem stehen die drei im Schatten der alles überstrahlenden Mutter und lernen während der dargestellten Zeit, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten.

Die Autorin beschreibt die seelischen Verletzungen, die bei Kindern auftreten, die von einem Elternteil verlassen werden und auch die Verletzungen, die die Beziehungen der Familienmitglieder dadurch erlitten sehr authentisch. Ich kann mich mit den Figuren gut identifizieren, da ihr Handeln und ihre Gefühle greifbar und realistisch sind.

Einige Stellen sind vorhersehbar und etwas klischeehaft, aber darüber konnte ich in diesem Fall sehr gut hinwegsehen, da es in sich stimmig war.

Insgesamt fand ich diesen Roman sehr unterhaltsam und stellenweise tiefgründig. Hat mir richtig gut gefallen!

Veröffentlicht am 25.02.2025

Verlust ist die Kehrseite der Liebe

Mickey und Arlo
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Mickey, eine passionierte Vorschullehrerin, hat seit ihrem achten Lebensjahr keinen Vater mehr in ihrem Leben. Dieser hat mit einer anderen Frau eine neue Familie gegründet und eine zweite Tochter bekommen. ...

Mickey, eine passionierte Vorschullehrerin, hat seit ihrem achten Lebensjahr keinen Vater mehr in ihrem Leben. Dieser hat mit einer anderen Frau eine neue Familie gegründet und eine zweite Tochter bekommen. Eines Abends bekommt sie einen Anruf von einem Anwalt. Dieser erzählt ihr, dass ihr Vater verstorben sei und ihr unter einer Bedingung mehrere Millionen vererbt: Sie muss 7 Psychotherapiestunden bei einer von ihm ausgewählten Therapeutin absolvieren. Der Clou dabei ist, dass es sich bei der Therapeutin um ihre Halbschwester Arlo handelt. Das wissen die beiden Schwestern jedoch nicht.

Im Laufe der Geschichte werden die psychischen Lasten, welche die verlassene Mickey, aber auch die im reichen Elternhaus aufgewachsene Arlo mit sich tragen, beleuchtet. Die Charaktere sind sehr authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar dargestellt.

Die Autorin setzt sich sehr differenziert mit den psychischen Problemen der Akteure auseinander. Jeder einzelne Charakter in diesem Buch hat Fehler, aber auch gute Seiten. Es werden schwere Themen, wie Tod, Suizid, Sucht und Depressionen besprochen. Die Autorin schafft es aber, neben der authentischen, ernsthaften Darstellung auch eine Leichtigkeit in diese Thematik einzubringen.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist kurzweilig und unterhaltsam, aber regt auch zum Reflektieren an. Gut gelungenes Debüt!

Veröffentlicht am 24.02.2025

Die Tiefe fehlt

Rückkehr nach Budapest
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Márta hat die Schule beendet, sich von ihrem Freund getrennt und ihren Vater zuhause am Balaton sitzengelassen, um den Sommer 1986 in Ost-Berlin bei ihrer Cousine Teresa zu verbringen. Es fiel ihr schwer, ...

Márta hat die Schule beendet, sich von ihrem Freund getrennt und ihren Vater zuhause am Balaton sitzengelassen, um den Sommer 1986 in Ost-Berlin bei ihrer Cousine Teresa zu verbringen. Es fiel ihr schwer, ihren alkoholkranken und nicht mehr zur Selbstständigkeit fähigen Vater zurückzulassen, aber sie ist jung und muss ihre eigenen, freien Wege gehen.
In Berlin trifft sie gleich am ersten Abend den Dichter Konstantin Berger. Aus dem Prolog weiß der Leser bereits, dass sich eine Dreiecksbeziehung zwischen ihm, Márta und Teresa entwickeln wird. Wieso die beiden diesen Mann mögen, wird mir als Leser nicht klar, in meinen Augen ist er unsympathisch. Ich fiebere jedenfalls bei der Liebesgeschichte nicht mit. Diese Beziehung wird auch viele Jahre später, nach dem Tod von Teresa, noch nicht ausgesprochen sein.
Im Buch werden tiefgründige und philosophische Themen besprochen, jedoch leider nur angerissen und nicht tiefergehend behandelt. Dabei lebte die Autorin selbst im Berlin der DDR und hätte tiefere Einblicke und Ansichten zu diesen Themen aus der Gesellschaft des damaligen Systems zeigen können. Das wäre interessant für mich gewesen. So handelt es sich bei Rückkehr nach Budapest jedoch für mich nur um einen kurzweiligen Roman, den man schnell gelesen und aber auch schnell vergessen hat.