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Veröffentlicht am 20.09.2020

Wir sind mehr als unsere "Problemzonen"!

Meine Augen sind hier oben
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Greer ist eine Topschülerin und hat einiges im Köpfchen. Zu ihrem Leidwesen hat sie aber auch einiges im Körbchen und darauf wird sie in ihrem Alltag immer wieder reduziert. Sie versteckt sich oder vielmehr ...

Greer ist eine Topschülerin und hat einiges im Köpfchen. Zu ihrem Leidwesen hat sie aber auch einiges im Körbchen und darauf wird sie in ihrem Alltag immer wieder reduziert. Sie versteckt sich oder vielmehr ihre Brüste in weiten Klamotten. Doch als Greer ihre Leidenschaft für Volleyball entdeckt und sich mit den Widrigkeiten von engen Sportklamotten auseinandersetzen muss, beginnt etwas in der 15-Jährige zu brodeln...

Ich liebe an dem Buch, dass Titel und Cover einen direkten Bezug zur Geschichte einnehmen. Der Titel kommt sogar als Zitat vor.
Das Jugendbuch ist wahrhaftig besonders, denn so eine Thematik ist mir bisher noch nicht begegnet. Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass Greer BHs in Sondergrößen braucht. Sondern vielmehr darum, dass sich wohl jeder schon mal in seinem Körper unwohl gefühlt hat. Egal welches Körperteil besonders groß ist oder eben nicht. Das ist nur menschlich und auf besonders menschlicher Ebene wird auch das Buch erzählt.

Ich konnte mich sehr gut mit der Geschichte identifizieren und hatte bei all den Sportszenen ein paar Flashbacks in den verhassten Sportunterricht. Auch wie Greers männliche Mitschüler mit ihr umgehen, war nicht weit dahergeholt. Umso schöner fand ich, dass die Mädels in ihrer Volleyballmannschaft so gut zusammenhielten.

Sogar Greers Mutter fällt der Umgang mit dem Äußeren ihrer Tochter nicht so leicht. Dafür lebt sie für ihre Kundschaft, denn sie hilft Dazugezogenen den Einstieg in der neuen Stadt. So lernt Greer auch Jackson kennen, der ein besonderer Junge ist. Er sieht mehr in Greer als nur ihren Vorbau, doch so richtig kann sie dem nicht glauben.
Ich mochte Jacksons Art unglaublich gerne und fand, dass er der perfekte Jugendbuch-Boyfriend ist. Die Szene in der er seine Gefühle offenbart, war seit langem die Schönste, die ich in dem Genre gelesen habe!

Einziges Manko ist das Ende! Das Buch hätte so dringend einen Epilog nötig gehabt! Vielleicht möchte Laura Zimmermann noch einen Band nachlegen, dabei ist die Geschichte für mich eigentlich sehr gut in einem Band auserzählbar, wenn sie denn wenigstens noch einen Ausblick gegeben hätte.

"Meine Augen sind hier oben" von Laura Zimmermann ist Greers Geschichte rund um Akzeptanz. Sie musste einiges durchmachen um sich selbst zu akzeptieren und erlangte auf diesem Weg auch die Akzeptanz der anderen. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass wir viel mehr sind als nur ein Körperteil. Das hat die Autorin sehr einfühlsam mit tollen Figuren beschrieben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.09.2020

Überraschende Steigerung

Hate Notes
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Als Charlotte in einem Second Hand Shop ein Brautkleid ersteht, obwohl sie es gar nicht bräuchte, findet sie dort eine geheime Botschaft an die ursprüngliche Besitzerin. Sie macht den Urheber der Botschaft ...

Als Charlotte in einem Second Hand Shop ein Brautkleid ersteht, obwohl sie es gar nicht bräuchte, findet sie dort eine geheime Botschaft an die ursprüngliche Besitzerin. Sie macht den Urheber der Botschaft ausfindig und beginnt für ihn zu arbeiten. Reed stellt sich als ziemliches Ekel heraus, hinter dessen Fassade Charlotte mit allen Mitteln blicken möchte.

Klappentext und Cover machten auf mich den Anschein, als hätten wir hier eine Liebesgeschichte, deren Handlung viel in der horizontalen Lage stattfinden würde. Wenn dies gut gemacht ist, dann haben auch diese Bücher ihre Berechtigung.

Auf den ersten 100 Seiten hatte ich allerdings nicht unbedingt den Eindruck, als wäre die Geschichte bzw. deren Charaktere eine Bereicherung für mein Buchregal.
Ich hatte definitiv meine Schwierigkeiten mit Reed und Charlotte. Sie erschienen mir zu aufgesetzt. Reed war zu perfekt und zu ungehobelt, während Charlotte ein heißer Feger à la Marylin Monroe war, der allerdings einen ziemlich Dachschaden hatte. Irgendwie gab es nur diese zwei Attribute bei beiden und das war mir zu überspitzt.

Erst im Laufe der Handlung entfalteten die Figuren für mich ihren vollen Charme und plötzlich mochte ich alles, was ich zuvor so nervig fand. Reed und Charlotte haben eine kuriose Verbindung, die einen Schlagabtausch nach dem nächsten bereithielt. Ihre Verbindung ist sehr lange rein verbal, was ich sehr erfrischend und nicht langweilig fand. Während Cover und Klappentext etwas anderes versprachen, wird es erst sehr spät zwischen beiden ans Eingemachte gehen.

In der zweiten Hälfte des Buches kommt auch noch eine emotionale und ernsthafte Komponente hinzu, die der Geschichte sehr gut zu Gesicht stand. Die Thematik und wie sie am Ende auserzählt wurde, berührte mich so sehr, dass ich am Ende ein paar Tränen verdrücken musste.

Nach einigen Startschwierigkeiten hatte ich nicht mehr gerechnet, dass mich "Hate Notes" von Vi Keeland und Penelope Ward so sehr mitreißen würde. Aus nervigen Spleens wurden liebenswerte Marotten und eine Handlung, die mich am Ende noch sehr berührte.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.08.2020

Grandioses Flair

Lessons from a One-Night-Stand
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Neue Stadt, neuer Job, neues Abenteuer! Und so gerät Holly auf den Rücksitz eines Jeeps und lässt es dort mit Austin an ihrem ersten Abend so richtig krachen. Blöd nur, dass eben jener der Coach an der ...

Neue Stadt, neuer Job, neues Abenteuer! Und so gerät Holly auf den Rücksitz eines Jeeps und lässt es dort mit Austin an ihrem ersten Abend so richtig krachen. Blöd nur, dass eben jener der Coach an der Highschool ist, für die Holly als neue Rektorin tätig sein wird...

Mir gefallen die Cover der neuen Trilogie richtig gut. Es ist mal eine gelungene Abwechslung zu den bisherigen abgeschnittenen Männeroberkörpern.

Das Autorinnen-Duo Piper Ranye hat ihre Liebesgeschichte von der Großstadt in eine alaskaische Kleinstadt verlagert und das steht der Handlung hier ziemlich gut. Alles geht familiärer und gemütlicher zu. Das Feeling passt auf jeden Fall und hat mich ein wenig an die Lost in Love Reihe von Marie Force erinnert.
Ein nettes Gimmick war da auch der Klatschblog Buzz Wheel auf dem die Bewohner der Kleinstadt über die Liebeleien und Geheimnisse der anderen auf dem Laufenden gehalten werden. So ist auch Hollys One Night Stand mit Austin schnell das Stadtgespräch Nummer eins. Wer hinter Buzz Wheel steht, wird hoffentlich im Laufe der Trilogie noch aufgeklärt werden.

Austin ist nach dem Tod seiner Eltern zurück nach Alaska gekommen, um für seine 8 jüngeren Geschwister da zu sein. Dafür gab er seinen Traum nach einer Profi-Baseballkarriere auf. Die beiden jüngsten Zwillinge machen ihren Highschoolabschluss und danach will Austin einen Job als Collegecoach fernab von Alaska annehme. Doch dann kam Holly...

Zwischen beiden fliegen die Funken, wie ich es bei den Protagonistinnen von Piper Rayne schon gewöhnt war. Es macht einfach mal wieder viel Spaß ihnen beim Verlieben über die Schulter zu blicken.

Außerdem haben wir eine große Hand voller toller Nebenfiguren, die wir in den Folgebänden wiedersehen werden, denn die Trilogie ist der Familie Bailey gewidmet. Ich bin also gespannt, was uns in den weiteren Teilen erwarten wird und freue mich auf ein Wiedersehen.

"Lessons from a One Night Stand" ist der gelungene Start von Piper Raynes neuer Trilogie, in der ganz viel Kleinstadtflair und große Gefühle im Fokus stehen. Holly und Austin bilden eine wunderbare Paarung, die mit ihren ganz eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Das ist wie gewohnt super unterhaltsam und macht Lust auf mehr.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2020

Eher durcwachsen

Lovely Mistake
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Molly lebt den Traum ihrer kranken Mutter und betreibt für sie ein kleines Café in Bedford. Nach einer unglücklichen Erfahrung legt sich Molly selbst eine sechsmonatige Kontaktsperre für Männer auf. Blöd ...

Molly lebt den Traum ihrer kranken Mutter und betreibt für sie ein kleines Café in Bedford. Nach einer unglücklichen Erfahrung legt sich Molly selbst eine sechsmonatige Kontaktsperre für Männer auf. Blöd nur, dass sie ausgerechnet zu einem ziehen muss, als in ihrer Wohnung ein mächtiger Wasserschaden auftritt. Troy ist der wohl begehrteste Junggeselle der Kleinstadt und hat einen Ruf zu verlieren...

Mit "Perfectly broken" hatte die Autorin vor genau einem Jahr für mich ein emotionales Highlight abgeliefert, das mich sehr berührt hatte. Daher war ich super gespannt auf ihren nächsten Clou.

Molly und Troy hatten in Band eins als die besten Freunde von Brook und Chase bereits einen Auftritt. Daher waren auch in dieser Geschichte wieder die liebgewonnenen Figuren mit von der Partie, was ich sehr schön fand und auch ein wenig für nötig erachtete.

Molly hat es in ihrem Leben zwar nicht leicht. Sie hat nur noch ihre Mutter und diese ist auch noch schwer erkrankt. Allerdings musste ich ihre zwanghafte "Berühre mich nicht"-Manie gegenüber Männern nicht nachvollziehen können. Auf mich wirkte es eher aufgesetzt und überdreht. Fast so als würden alle Männer dieser Geschichte Corona übertragen und Molly lebte unter ständiger Angst vor dem Virus.

Troy toleriert dies stoisch, doch warum er all diese Eskapaden mitmachte, war mir ein Rätsel. Mir fehlte die Chemie und Anziehung zwischen den beiden. Beide kommen sich überhaupt erst weit im letzten Drittel des Buches nahe und das war in meinen Augen zu spät. Die Handlung plätscherte bis dato förmlich so dahin und auf den letzten 100 Seiten passierte alles Schlag auf Schlag.
Endlich kam auch die vermisste Emotionalität auf und konnte die Geschichte in meinen Augen noch ein wenig retten.

Ich war überrascht, wie wenig "Lovely Mistake" von Sarah Stankewitz an den herausragenden ersten Band der Bedford-Reihe anknüpfen konnte. Mollys und Troys Geschichte kam nur sehr schleppende in Gange und ließ sehr lange an Emotionalität vermissen. Gegen Ende kriegt die Geschichte gerade noch ihre Kurve und ließ mich versöhnlicher gestimmt zurück.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2020

fragwürdiges Cover

Lips Don't Lie
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Tristan ist nicht mal 18 und steckt schon bis zum Hals in Bandenkriminalität fest. Für ihn gibt es kein zurück. Allerdings wünscht er sich, es wäre anders, als Riley in seine Straße zieht und ihn mit ihrer ...

Tristan ist nicht mal 18 und steckt schon bis zum Hals in Bandenkriminalität fest. Für ihn gibt es kein zurück. Allerdings wünscht er sich, es wäre anders, als Riley in seine Straße zieht und ihn mit ihrer hartnäckigen Art auf dem Basketballfeld herausfordert.

Ich habe eigentlich nichts gegen den aktuellen Covertrend, alles in abstrakten Farbexplosionen zu verpacken. Es ist halt sehr nichtssagend, aber meist schön anzusehen. Hier finde ich Cover und Titel überhaupt nicht gut gelöst, da sie eine rosarote Lovestory vermuten lassen, die es gar nicht gibt.

Die Handlung dreht sich hauptsächlich um Bandenkriminalität und wie deren Auswirkung in der Kleinstadt Miller sind. Tristan ist seit seiner Kindheit in einer Gang, er kennt es nicht anders und hat demnach auch viel Dreck am Stecken. Dabei weiß er, dass es für ihn lebend keinen Ausweg geben kann.

Dann trifft er Riley, die sich von nichts unterkriegen und einschüchtern lässt. Nicht mal vom Verschwinden ihrer Mutter. Sie schlägt sich mit ihrem Vater durch und gibt alles, um ein Basketballstiendium fürs College zu bekommen. Riley hat mir imponiert, auch wenn sie oftmals sehr impulsiv und unberechenbar war. Welche 17-Jährige würde sich schon spontan die gesamten Haare abrasieren?

Die Liebesgeschichte der beiden beginnt sehr langsam. Der Fokus liegt halt einfach auf der Bandengeschichte. Diese nimmt viel Raum ein und brauchte recht lang, um mich vollständig in ihren Bann zu ziehen.
Wenn Tristan Riley an sich heran lässt, in unbeobachteten Momenten, in denen er sich sicher fühlen konnte, dann war das wirklich schön und einfühlsam erzählt.
Mir gefiel dahingehend auch das Ende gut. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es erst nach dem Ende so richtig losgeht und dann eine erwachsene New Adult Geschichte startet. Diese hätte mich fast ein wenig mehr gereizt. Irgendwie war das Happy End zu kurz und ich hätte mir noch ein wenig mehr Input nach allem gewünscht.

"Lips don't lie" von Ginger Scott ist ein Jugendbuch mit wichtiger Thematik, welches zu rosarot verpackt wurde. Selten passte ein Cover so wenig. Dabei hat die Geschichte einiges zu bieten gehabt und gerade das Ende konnte einiges bereithalten und ich wollte danach einfach mehr erfahren, das machen nicht viele Geschichten mit mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere