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Lenna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Eine liebevolle Geschwistergeschichte mit kleineren Schwächen

Ich hab dich ganz genauso lieb
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„Ich hab dich ganz genau so lieb“ von Keira Knightley ist eine süße, warmherzige Geschichte, die sich besonders gut eignet, wenn in einer Familie ein Geschwisterchen unterwegs ist. Das Buch greift typische ...

„Ich hab dich ganz genau so lieb“ von Keira Knightley ist eine süße, warmherzige Geschichte, die sich besonders gut eignet, wenn in einer Familie ein Geschwisterchen unterwegs ist. Das Buch greift typische Gefühle wie Eifersucht, Unsicherheit und das Wiederfinden von Nähe und Liebe sehr einfühlsam auf. Für Kinder, die selbst in dieser Situation stehen, kann die Geschichte tröstlich und bestärkend wirken. Genau darin liegt auch der pädagogische Wert des Buches. Es zeigt,dass schwierige Gefühle normal sind – und dass man Wege finden kann, mit ihnen umzugehen. Es lädt zu Gesprächen über Familienzusammenhalt, Veränderungen und eigene Emotionen ein.
Die Illustrationen sind sehr bunt, großflächig und insgesamt ansprechend, wobei der Textanteil eher gering ist. Das macht das Buch besonders gut zum Vorlesen geeignet, vor allem für jüngere Kinder. Für ältere Kinder, die schon selbst lesen, ist die Geschichte zu kurz.
Im Gegensatz zu den Illustrationen zur Natur- und Pflanzenwelt wirken die gezeichneten Figuren etwas ungewöhnlich – stellenweise sogar leicht gruselig, was je nach Kind unterschiedlich ankommen kann. Mir persönlich habe die Figuren nicht zu gesagt.
Die Handlung hat einen fantasievollen, magischen Charakter, ist also bewusst nicht realistisch, sondern spielt mit Traum- und Wunschbildern. Das schafft viel Raum für Vorstellungskraft, nimmt der Geschichte aber auch etwas Tiefe und ist insgesamt wenig innovativ.
Im Großen und Ganzen ist das Buch nett, liebevoll erzählt und optisch auffällig, aber kein außergewöhnliches Highlight im Bereich der Kinderbücher. Für Familien in einer Umbruchphase kann es dennoch eine schöne, unterstützende Lektüre sein.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Eine Lebensgeschichte voller Eigenheit und Wärme

Mr. Saitos reisendes Kino
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"Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt..." mit diesen doch eher ungewöhnlichen Worten beginnt der Roman "Mr. Saitos reisendes Kino". Erzählt wird die außergewöhnliche Lebensgeschichte ...

"Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt..." mit diesen doch eher ungewöhnlichen Worten beginnt der Roman "Mr. Saitos reisendes Kino". Erzählt wird die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Lita und ihrer Mutter Fabiola, die ihre Heimat verlassen mussten und auf einer Insel vor der Küste Neufundlands landen und bleiben. Lita, eigentlich mit vollem Namen Carmelita, ist ein fantasievolles und aufgewecktes Mädchen, das sich eien ganz normale Mutter wünscht. Denn Fabiola ist alles andere als eine normale Mutter. Beide Figuren sind etwas schrullig und wahnsinnig einzigartig. Das gilt aber nicht nur für die beiden Hauptfiguren, sondern auch für alle anderen Figuren der Insel. Jede von ihnen ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Ich habe mich sofort in alle Figuren des Romans verliebt, weil sie so menschlich und nahbar waren mit ihren kleinen Eigenheiten. Durch diese einzigartigen Figuren trat die eigentliche Handlung etwas in der Hintergrund. Tatsächlich habe mich eine relativ lange Zeit gefragt, was der Titel des Romans mit der Geschichte zu tun hat, da ich vergleichsweise lange auf Mr. Saitos und sein Wanderkino warten musste. Das Warten lohnt sich aber definitiv, da auch er eine sympathische Figur ist und das Leben aller auf den Kopf stellt. Mir hat es richtig gut gefallen, dass man Lita und Fabiola über Jahre hinweg begleitet und ihre Entwicklungen mitverfolgt. Das ist selten und hat mich überzeugt, vor allem da die Geschichte gut erzählt wird. Großartige Spannung kommt allerdings nicht auf, was allerdings bei diesen tollen Figuren und ihren Lebensgeschichten auch gar nicht benötigt wird.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Die Macht der Zeit

Die gestohlene Zeit
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Wer die Zeit beherrscht, der herrscht über alles und jeden. Diesen Gedanken hatte ich tatsächlich nach der Lektüre des Jugendbuchs "Die gestohlene Zeit", das mich sehr beeindruckt hat. Vor dem Lesen des ...

Wer die Zeit beherrscht, der herrscht über alles und jeden. Diesen Gedanken hatte ich tatsächlich nach der Lektüre des Jugendbuchs "Die gestohlene Zeit", das mich sehr beeindruckt hat. Vor dem Lesen des Buches habe ich mir ehrlich gesagt wenig Gedanken über die Zeit und ihre Einteilung gemacht. Dass ein Tag 24 Stunden hat, eine Stunde 60 Minuten und so weiter war für mich völlig normal und eine andere Möglichkeit der Einteilung wäre mir auch nie in den Sinn gekommen. Umso spannender fand ich die Idee innerhalb des Buches, dass man Zeit auch ähnliche wie andere Maßstäbe unterteilen könnte. Das klingt jetzt erst einmal ziemlich trocken, aber das Buch schafft es mit seinen Figuren dem Ganzen Spannung einzuhauchen. Issac als Hauptfigur fand ich sofort sympathisch und auch Hattie als sein weiblicher "Sidekick" hat mir gut gefallen. Beide entsprechen nicht den typischen Rollenklischees. Vielmehr ist Hattie die mutigere und sportlichere wohingegen Isaac, derjenige mit Köpfchen ist. Das fand ich wirklich super, auch wenn es ein bisschen schematisch wirkte.
Das empfohlene Lesealter von 10 Jahren passt im Großen und Ganzen, wobei gerade die Ausführungen zur Zeit und zu den Uhren zum Teil rechr fachmännisch wirkten vor allem durch die Fachbegriffe. Ich könnte mir vorstellen, dass das einige Kinder in dem Alter weniger interessiert.
Zu erwähnen wären außerdem die tollen Illustrationen, die der Geschichte auch optisch Leben eingehaucht haben! Ich habe es sehr genossen Isaac und Hattie bei ihrem Abenteuer zu begleiten!

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Guter Anfang, schlechtes Ende

The Business Trip
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Das Ausgangsetting des Thriller "The Business Trip" hatte mich sofort gepackt. Das zwei so unterschiedliche Frauen wie Stephanie und Jasmine auf demselben Flug verschwinden und danach komische Nachrichten ...

Das Ausgangsetting des Thriller "The Business Trip" hatte mich sofort gepackt. Das zwei so unterschiedliche Frauen wie Stephanie und Jasmine auf demselben Flug verschwinden und danach komische Nachrichten verschicken, fand ich einfach unheimlich spannend. Deswegen waren meine Erwartungen an den Thriller vielleicht auch so hoch. Gerade zu Beginn der Handlung war ich auch richtig überzeugt. Sowohl Stephanie als auch Jasmine waren als Figuren jede auf ihre Weise sympathisch und durch die Perspektivwechsel konnte man beiden gleichermaßen folgen. Das war wirklich super. Vor allem ihre Gegensätzlichkeit und ihre unterschiedlichen sozialen Milieus waren überzeugend. Besonders der Kontrast der beiden sorgte hier schon für eine gewisse Spannung und ich fand es interessant in zwei so unterschiedliche Leben hineinschnuppern zu können!
Im letzten Drittel des Thrillers allerdings kam so etwas wie eine Wende. Schlag auf Schlag passierten hier Wendungen und Überraschungen, die schlicht und ergreifend nichtt überzeugend und wenig glaubhaft waren. Auch das Ende der Geschichte konnte mich dann ehrlich gesagt nicht mehr abholen, da es unplausibel war. Vielleicht kann man das auch anders sehen, aber für mich war es einfach nicht logisch und unrealistisch. Dieses letzte Drittel hat für mich leider den Thriller insgesamt etwas heruntergezogen, obwohl der Anfang wirklich super war.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Weltenerschafferin

Die Spur der Vertrauten
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Christelle Dabos schafft es wie keine zweite fantastische Welten zu erschaffen, in die ihre Leserinnen vollständig ein- und untertauchen können. Das ihre Welten dabei meist eher dunkel und mysteriös ausfallen, ...

Christelle Dabos schafft es wie keine zweite fantastische Welten zu erschaffen, in die ihre Leserinnen vollständig ein- und untertauchen können. Das ihre Welten dabei meist eher dunkel und mysteriös ausfallen, mag den ein oder anderen vielleicht abschrecken, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Meinen Geschmack trifft Christelle Dabos mit ihrem neuen Buch "Die Spur der Vertrauten" auf jeden Fall.
In einer Welt, in der jeder einen Instinkt und damit eine zu erfüllende Aufgabe und einen Platz in der Welt hat, ist es verwunderlich, wenn plötzlich Menschen verschwinden und es niemanden so richtig interessiert. Goliath und Claire, die beiden Portagonisten, sind die einzigen beiden, die der Sache nachgehen, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Ihre Suche nach den verschwundenen Personen führt sie zusammen und lässt sie zu einem Team werden, auch wenn es zunächst einige Startschwierigkeiten zu überwinden gilt.
Claire und auch Goliath sind beides keine einfachen, geschliffenen Figuren. Beide haben definitiv ihre Ecken und Kanten, tragen jeder für sich ein Päcken mit schwieriger Vergangenheit mit sich rum, und haben ganz allgemein einen eigenwilligen Charakter. Genau diese Komplexität der Figuren habe ich sofort geliebt, genauso wie diese dystopische Welt.
Trotzdem muss ich an dieser Stelle eine kleine Warnung ausstoßen. Das Buch wird für Jugendliche ab 12 oder 14 empfohlen. Diese Altersempfehlung finde ich nicht angemessen, da es teilweise sehr düster und abstrakt zu geht. Ich persönlich würde es ab 16 Jahren empfehlen.

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