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Veröffentlicht am 06.08.2025

Eine zutiefst persönliche Erzählung über Schmerz, Widerstandskraft und den langen Weg zurück ins Leben nach einem tragischen Unfall.

My Next Breath
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Inhalt:
Der schneebedeckte Neujahrsmorgen 2023 endet für Jeremy Renner beinahe tödlich: Beim Versuch, seinen Neffen vor einer tonnenschweren Pistenraupe zu retten, wird er selbst überrollt und erleidet ...

Inhalt:
Der schneebedeckte Neujahrsmorgen 2023 endet für Jeremy Renner beinahe tödlich: Beim Versuch, seinen Neffen vor einer tonnenschweren Pistenraupe zu retten, wird er selbst überrollt und erleidet schwerste Verletzungen. In diesem sehr persönlichen Buch schildert er nicht nur den dramatischen Unfallhergang, sondern vor allem seinen Kampf zurück ins Leben – physisch wie emotional. Er blickt dabei zurück auf sein bisheriges Leben, erzählt von Familie, Karriere, Trauer, Dankbarkeit und dem unbedingten Willen, weiterzumachen. Dabei steht weniger der Hollywood-Star im Fokus als vielmehr der Mensch hinter dem Namen, der neu lernen muss, zu atmen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Meinung:
„My Next Breath“ ist kein klassisches Promi-Buch. Es ist ein roher, mitunter ungeschliffener und emotional aufgeladener Seelenstriptease eines Mannes, der mehr verloren als gewonnen hat – und gerade daraus seine Kraft schöpft. Jeremy Renner nimmt kein Blatt vor den Mund, weder wenn es um die brutal detaillierte Schilderung seines Unfalls geht, noch wenn er über seine Ängste, Selbstzweifel oder auch – und das durchaus selbstkritisch – über sein Verhalten während der Genesung spricht. Was mich besonders beeindruckt hat, ist der Fokus auf zwischenmenschliche Verbindungen: Seine Liebe zu seiner Tochter, seine enge Bindung zu seiner Familie und die Dankbarkeit gegenüber Ersthelfern und medizinischem Personal nehmen viel Raum ein. Diese Passagen sind nicht nur ergreifend, sondern auch authentisch und geben dem Buch eine emotionale Tiefe, die ich so nicht erwartet hatte. Nicht jeder Abschnitt ist perfekt: Es gibt viele Wiederholungen, teilweise wirkt das Buch unstrukturiert oder zu sprunghaft. Manche Lesende könnten sich daran stören, wie sehr sich Renner selbst in den Mittelpunkt stellt. Ich persönlich hatte jedoch das Gefühl, dass dies weniger aus Eitelkeit geschieht als vielmehr aus dem Versuch heraus, Kontrolle über ein traumatisches Erlebnis zu gewinnen. Dass er dabei manchmal poltert, flucht oder sich im Ton vergreift – geschenkt. Er ist Schauspieler, kein Schriftsteller. Und gerade diese Unvollkommenheit macht den Text stellenweise fast intimer als Tagebucheinträge. Wer eine klassische Heldenreise mit Hochglanzmotivationssprüchen erwartet, wird enttäuscht sein. Aber wer sich auf ein echtes, manchmal unbequemes, aber ehrlich gemeintes Zeugnis von Schmerz, Überlebenswillen und Reflexion einlassen kann, wird dieses Buch mit einem Kloß im Hals, aber auch mit Hoffnung im Herzen zuschlagen.

Fazit:
„My Next Breath – Die Geschichte meines Überlebens“ von Jeremy Renner ist eine zutiefst persönliche Erzählung über Schmerz, Widerstandskraft und den langen Weg zurück ins Leben nach einem tragischen Unfall. Es ist kein perfektes Buch, aber ein ehrliches – manchmal roh, manchmal wiederholend, aber stets getragen von echter Emotion. Jeremy Renner zeigt sich verletzlich, menschlich und mit einem Humor, der selbst im größten Leid nicht versagt. Für seine Offenheit, seine Intensität und den Mut zur Unvollkommenheit vergebe ich 4 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Ihre Gabe macht sie zur Gejagten – und ihn zum Jäger.

Knights & Heirs 2. Die Erben der Schlange
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Inhalt:
Nach den schockierenden Enthüllungen am Ende des ersten Bandes ist für Mags nichts mehr, wie es war. Verrat und Misstrauen umgeben sie, selbst die Menschen, denen sie einst vertraute, scheinen ...

Inhalt:
Nach den schockierenden Enthüllungen am Ende des ersten Bandes ist für Mags nichts mehr, wie es war. Verrat und Misstrauen umgeben sie, selbst die Menschen, denen sie einst vertraute, scheinen eigene Ziele zu verfolgen. Um Antworten auf ihre Herkunft, ihre Fähigkeiten und die wahren Absichten der geheimen Organisation zu finden, begibt sie sich mit Stella auf eine gefährliche Reise. Dabei stößt sie auf die Gegenspieler der Knights, die Heirs of the Serpent – und auf Wahrheiten, die ihre bisherige Welt in Frage stellen. Währenddessen hat sich der Konflikt zwischen den verfeindeten Logen zugespitzt, und auch Cyrus steht vor einer Entscheidung, die nicht nur sein eigenes Schicksal, sondern das vieler verändern könnte.

Meinung:
Ich habe selten ein Finale gelesen, das mich so atemlos zurückgelassen hat. Dieser zweite Band der fesselnden Romantasy-Dilogie knüpft nahtlos an den ersten Band an – keine Wiederholungen, kein langes Einleiten, sondern ein direktes Eintauchen in eine Welt voller Verschwörungen, düsterer Geheimnisse und moralischer Grauzonen. Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die emotionale Tiefe: Mags ist nicht mehr das naive Mädchen, sondern eine junge Frau, die kämpfen muss – für sich, für die Wahrheit, für eine Liebe, die eigentlich nicht sein darf. Ihre Entwicklung ist glaubhaft, vielschichtig und manchmal schmerzhaft mitanzusehen, gerade weil sie so echt wirkt. Cyrus hingegen bleibt ein faszinierendes Rätsel. Seine Zerrissenheit hat mich während des gesamten Buchs beschäftigt – er steht zwischen Familie, Verpflichtung und einer Liebe, die ihn verändert. Es ist diese ständige Unsicherheit, die ihn so spannend macht. Auch die Nebencharaktere, insbesondere Stella, bekommen Tiefe und Relevanz, was der Geschichte zusätzlichen Reiz verleiht. Der Plot? Grandios. Die Enthüllungen kamen oft überraschend, aber nie unlogisch. Es ist ein langsamer Aufbau, der in einem dramatischen Showdown mündet, der nicht nur actiongeladen, sondern auch emotional mitreißend ist. Rena Fischer hat ein großartiges Gespür für Timing und setzt ihre Twists gezielt ein – nicht überladen, sondern genau richtig dosiert. Auch die Perspektivwechsel bereichern die Story ungemein, da sie neue Blickwinkel eröffnen und die Komplexität der Ereignisse greifbarer machen. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt das Ende – einige Fragen rund um die Tabletten, ihre Folgen und langfristige Auswirkungen bleiben offen. Gleichzeitig empfinde ich diese Offenheit nicht als störend, sondern eher als realistisches Stilmittel: Nicht alles im Leben lässt sich abschließend erklären, und das verleiht dem Finale einen Hauch von Nachdenklichkeit. Vielleicht ein versteckter Wink auf ein mögliches Spin-Off? Ich würde es lesen. Sofort.

Fazit:
„Knights & Heirs – Die Erben der Schlange“ von Rena Fischer ist ein spannendes und emotionales Finale, das durch eine dichte Atmosphäre, überraschende Wendungen und starke Charakterentwicklungen überzeugt. Die Geschichte hält konstant die Spannung, erweitert geschickt das Worldbuilding und liefert einen stimmigen Abschluss, der dennoch Raum für Gedanken lässt. Besonders beeindruckend ist die Fähigkeit der Autorin, komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen und dabei stets die emotionale Ebene im Blick zu behalten. Eine eindringliche Urban Fantasy voller Geheimnisse, Machtspiele und innerer Konflikte. Von mir gibt es verdientermaßen 5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Wenn Nähe nur in Momenten möglich ist

Say You’ll Remember Me
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Inhalt:
Samantha verbringt ihren letzten Abend in Minneapolis und rechnet nicht damit, dass ihr ein Date mit einem grummeligen Tierarzt das Herz brechen könnte – aber genau das passiert. Xavier, hinter ...

Inhalt:
Samantha verbringt ihren letzten Abend in Minneapolis und rechnet nicht damit, dass ihr ein Date mit einem grummeligen Tierarzt das Herz brechen könnte – aber genau das passiert. Xavier, hinter dessen rauer Schale sich ein fürsorglicher, emotional tiefgründiger Mensch verbirgt, ist alles, was sie sich je gewünscht hat. Doch gleich am nächsten Morgen zieht Sam nach Kalifornien, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern – und für eine Fernbeziehung fehlt beiden die Zeit, Energie oder Hoffnung. Trotzdem bleibt die Verbindung bestehen. Über tausende Meilen hinweg kämpfen sie mit Distanz, Alltagslast und der Frage: Ist eine Liebe, die zeitlich wie räumlich kaum Raum bekommt, es dennoch wert?

Meinung:
Ich bin mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, nicht zuletzt, weil ich „Just for the Summer“ sehr mochte – und wurde emotional anders, aber auf eine eigene Weise berührt. Die Geschichte von Samantha und Xavier ist keine klassische Lovestory mit ständigem Knistern, dramatischem Streit und kitschiger Versöhnung – sondern eine stille, reife, oft erschütternde Auseinandersetzung mit dem, was Liebe im echten Leben bedeutet. Abby Jimenez gelingt es, durch den Wechsel zwischen Sams und Xaviers Perspektiven eine Nähe zu schaffen, die mich direkt in ihre Gefühlswelten gezogen hat. Xavier war für mich dabei die Figur, die ich am stärksten empfunden habe: Ja, ein bisschen zu perfekt vielleicht – aber auch gebrochen, müde, zutiefst menschlich. Dass er sich so aufopfernd um Tiere kümmert, dabei mit seiner eigenen Vergangenheit ringt und dann trotzdem für Sam da sein will, hat mich wirklich berührt. Samantha hingegen ist tough, witzig, voller Selbstironie – aber innerlich zunehmend zerrissen zwischen Pflicht, Schuld und Sehnsucht. Ihre Beziehung zu ihrer Mutter wurde nicht nur emotional, sondern sehr realistisch geschildert: Die Frustration, das Loslassen, die Suche nach Momenten, in denen noch etwas wie Nähe spürbar ist. Das hat mich persönlich getroffen – nicht, weil ich es eins zu eins kenne, sondern weil ich das Gefühl hatte, einer echten Tochter beim Trauern zuzusehen. Was mir im Mittelteil ein wenig fehlte: Luft und Raum für Zweisamkeit. Es reiht sich ein Schicksalsschlag an den nächsten, die Dialoge werden schwerer, die Momente der Leichtigkeit seltener. Die Popkultur-Referenzen (vor allem Rhysand – ja, wir lieben ihn, aber muss er immer als Maßstab herhalten?) waren für meinen Geschmack manchmal ein bisschen drüber. Auch mit dem Humor bin ich nicht immer warm geworden – die Senfwitze fand ich eher bemüht als charmant. Und dennoch: Ich habe jede Seite mit einem Gefühl von Nähe gelesen. Das liegt an Abby Jimenez’ großem Talent, emotionale Wahrhaftigkeit zu erzählen – ohne Kitsch, ohne künstliches Drama, aber mit all den Zwischentönen, die das echte Leben schreibt. Die Liebesgeschichte zwischen Xavier und Samantha mag sich langsam entfalten, aber sie ist ehrlich, tief und voller stiller Kraft.

Fazit:
Abby Jimenez erzählt in „Say You’ll Remember Me“ eine berührende Geschichte über Nähe trotz Distanz, Liebe inmitten von Verantwortung – und das Bedürfnis, sich Erinnerungen zu bewahren, bevor alles zerbricht. Die emotionale Tiefe ist eindrucksvoll, die Charaktere glaubwürdig und liebevoll gezeichnet, auch wenn der Humor nicht immer trifft und einige Passagen etwas überfrachtet wirken. Wer Liebesromane mit echtem Leben, echten Hürden und einem bittersüßen Happy End mag, wird hier fündig. Ich vergebe 4 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein Buch zum Wohlfühlen, Schmunzeln und Mitfiebern

The One I Stood Beside
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Inhalt:
Sadie steht nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters vor dem Nichts – die elterliche Farm droht versteigert zu werden. In dieser schwierigen Zeit ist ihr bester Freund Jude wie immer an ihrer Seite. ...

Inhalt:
Sadie steht nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters vor dem Nichts – die elterliche Farm droht versteigert zu werden. In dieser schwierigen Zeit ist ihr bester Freund Jude wie immer an ihrer Seite. Um Sadie vor dem finanziellen Ruin zu bewahren, macht Jude ihr einen ungewöhnlichen Vorschlag: eine Scheinehe, um gemeinsam einen Kredit zu bekommen. Was er nicht weiß: Sadie ist längst heimlich in ihn verliebt. Während die beiden ihre Hochzeit vorbereiten, verschwimmen die Grenzen zwischen Freundschaft und Liebe – doch Jude scheint ihre Gefühle nicht zu erwidern, oder?

Meinung:
Ich liebe Fake-Marriage-Tropes, besonders wenn sie mit einer langjährigen Freundschaft verwoben sind. Was das Autorinnen-Duo Piper Rayne in diesem Roman abliefert, ist für mich eine herzerwärmende Friends-to-Lovers-Romance mit Wohlfühlcharakter und genau dem richtigen Maß an Spice. Was mich sofort abgeholt hat, war die Atmosphäre. Das Setting auf der Farm und die Kleinstadt Willowbrook strahlen genau die Art von ländlicher Ruhe, familiärer Nähe und Gemeinschaft aus, die ich in diesem Genre suche. Es ist wie Heimkommen – mit all den charmanten Nebenfiguren, liebevollen Details und neckischen Brüdern, die die Geschichte lebendig machen, ohne je vom Kern der Handlung abzulenken. Sadie und Jude sind kein typisches Paar. Beide über 30, mit einer Vergangenheit und echten Sorgen im Gepäck. Dass sie sich seit Kindertagen kennen, macht ihre Verbindung umso glaubwürdiger – und umso schmerzhafter ist es, mitanzusehen, wie sie sich emotional umeinander herumdrücken. Gerade Sadies Zurückhaltung, ihre Gefühle zu offenbaren, war absolut nachvollziehbar, wenn auch manchmal etwas zu zaghaft für meinen Geschmack. Jude hingegen war für mich das emotionale Highlight. Er wirkt auf den ersten Blick verschlossen, grummelig und eher praktisch veranlagt. Aber sobald es um Sadie geht, wird er weich, fürsorglich und überlegt. Seine innere Entwicklung, das langsame Loslassen alter Glaubenssätze und sein Ringen mit der eigenen Verletzlichkeit, haben mich tief berührt. Ich fand es schön, dass die Autorinnen sich Zeit genommen haben, seine Perspektive ausführlich zu beleuchten. Was ich mir mehr gewünscht hätte, ist erzählerischer Raum für die wirklich wichtigen emotionalen Momente. Einige Szenen – insbesondere rund um die Hochzeit – wirkten zu kurz oder zu abrupt beendet. Auch das Ende war mir ein wenig zu glatt gebügelt, als würde man einem dramatischen Konflikt aus dem Weg gehen. Hier hätte ich mehr Mut zur Tiefe begrüßt. Ebenso waren manche Spice-Szenen sehr früh und etwas zu dominant gesetzt – nicht schlecht geschrieben, aber sie hätten besser gewirkt, wenn die emotionale Nähe vorher stärker aufgebaut worden wäre. Trotzdem: Die Geschichte schafft es, zu berühren. Nicht durch große Plot-Twists, sondern durch ehrliche Emotionen, liebevoll geschriebene Dialoge und eine sanfte Entwicklung, die sich realistisch anfühlt – keine aufgebauschten Missverständnisse, keine gezwungenen Spannungsbögen, sondern zwei Menschen, die sich trauen, ihr Herz zu öffnen.

Fazit:
„The One I Stood Beside“ von Piper Rayne ist eine gefühlvolle, charmante Friends-to-Lovers-Romance mit einer stimmungsvollen Kleinstadt-Atmosphäre und einer großen Portion Herz. Die Fake-Marriage bietet nicht nur Raum für knisternde Szenen, sondern auch für emotionale Tiefe – selbst wenn Letztere an manchen Stellen hätte stärker ausgebaut werden dürfen. Dank der liebenswerten Figuren, des authentischen Settings und des angenehmen Stils gibt es von mir 4 von 5 Sternchen. Ein Buch zum Wohlfühlen, Schmunzeln und Mitfiebern – besonders für Fans von Slow Burn, Cowboys und heimlicher Liebe.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Zwischen Sehnsucht, Zweifel und Adrenalin

Downhill Dreams
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Inhalt:
Josie ist jung, wild und ehrgeizig – sie kennt die Berge rund um Garmisch wie ihre Westentasche und träumt davon, in den USA an einem der härtesten Downhill-Rennen teilzunehmen. Als Tochter eines ...

Inhalt:
Josie ist jung, wild und ehrgeizig – sie kennt die Berge rund um Garmisch wie ihre Westentasche und träumt davon, in den USA an einem der härtesten Downhill-Rennen teilzunehmen. Als Tochter eines ehemaligen Radsportprofis trainiert sie hart, doch ihre Vergangenheit mit einer abwesenden Mutter lässt sie Nähe und echte Gefühle meiden. Dann begegnet sie Levi – einem gefeierten Star der Mountainbike-Szene, der sich weder von Risiken noch von Beziehungen aufhalten lässt. Nach einem intensiven, aber abrupt endenden Aufeinandertreffen kreuzen sich ihre Wege Monate später wieder: am Sportcollege in Kalifornien, wo Levi ausgerechnet Josies Trainer wird. Und obwohl zwischen ihnen nichts sein darf, ist da diese unausweichliche Anziehung…

Meinung:
Dieser Roman hat mich nicht wegen der großen Gesten oder dramatischen Wendungen gepackt – sondern wegen der Zwischentöne. Es ist diese Mischung aus jugendlichem Übermut, emotionalen Wunden und dem langsamen, zarten Prozess des Vertrauens, der mich berührt hat. Josie und Levi sind zwei Figuren, die auf den ersten Blick kaum verletzlicher sein könnten – sie brettern mit Höchstgeschwindigkeit Berge hinunter, aber vor ihren Gefühlen drücken sie die Bremse. Und genau das macht die Geschichte so nachvollziehbar. Besonders gelungen fand ich, wie Nadine Schojer es schafft, die Extremsport-Welt so spürbar und greifbar zu machen, ohne die Charakterentwicklung aus dem Blick zu verlieren. Die Beschreibung des Downhill-Fahrens ist nicht nur Action-Kulisse, sondern eine Metapher für das emotionale Auf und Ab der Protagonisten. Die Angst zu stürzen – körperlich wie seelisch – durchzieht das ganze Buch. Das sorgt für eine ungewöhnliche Tiefe im Genre der Sports Romance. Nicht jede Szene war ein Volltreffer für mich. Manche Gespräche wirkten leicht konstruiert und Josies impulsive Art hat mich zwischenzeitlich etwas erschöpft. Aber genau darin liegt auch ihre Stärke: Sie ist keine perfekte Heldin, sondern echt. Levi wiederum bleibt lange distanziert, doch seine Entwicklung hin zum greifbaren, fühlenden Menschen passiert still und glaubwürdig. Diese Geschichte ist keine lineare Lovestory, sondern eher eine emotionale Berg- und Talfahrt – und das meine ich im besten Sinne.

Fazit:
In „Downhill Dreams“ von Nadine Schojer rasen nicht nur Bikes steile Trails hinunter, sondern auch Herzen durch emotionale Schluchten. Zwischen Sehnsucht, Zweifel und Adrenalin erzählt die Autorin eine intensive Forbidden-Love-Story, die spürbar unter die Haut geht. Die Protagonisten sind roh, echt und voller Widersprüche – genau das macht ihre Reise so lesenswert. Von mir gibt es deshalb 4,5 von 5 Sternchen.