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Veröffentlicht am 15.09.2016

Der zweite Fall für Theo Krumme

Lügengrab
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Inhaltsangabe
Nach einem anstrengenden Fall sucht der Berliner Kommissar Krumme auf der Hallig Hooge Ruhe und Zeit zum Nachdenken. Auf der Fähre lernt er Swantje kennen, die auf der Hallig aufgewachsen ...

Inhaltsangabe
Nach einem anstrengenden Fall sucht der Berliner Kommissar Krumme auf der Hallig Hooge Ruhe und Zeit zum Nachdenken. Auf der Fähre lernt er Swantje kennen, die auf der Hallig aufgewachsen ist. Vor drei Jahren verschwand ihr Verlobter auf rätselhafte Weise – einen Tag vor der Hochzeit! Anders als ihre Freunde glaubt Swantje an ein Verbrechen. Nun kehrt sie zurück und will die Wahrheit über ihre große Liebe herausfinden. Krumme versucht zu helfen. Doch schon bald gerät er selbst in Lebensgefahr und entdeckt während einer dramatischen Sturmflut ein schreckliches Geheimnis. Denn auf dem kleinen Eiland lauert das Böse.

Lügengrab ist der zweite Fall für den Berliner Kriminalkommissar Theo Krumme und das neuste Buch von Hendrik Berg. Leider habe ich den ersten Fall „ Deichmörder“ nicht gelesen, aber die Bücher können auch unabhängig von einander gelesen werden.

Für ein Kriminalroman fand ich den Anfang recht ungewöhnlich. Es fängt mit einem Gedicht von Theodor Storm an und danach folgt eine Textpassage aus Ring of Fire von Johnny Cash..
Anmerkung: Der Krummes Lieblingssänger ist.

Wie schon oben erwähnt, habe ich das Buch Deichmörder nicht gelesen, aber trotz der fehlenden Vorkenntnisse findet man sich sehr gut und schnell in der Geschichte rein. Der angenehme Schreib- und Erzählstil machen dies möglich. Der zweite Fall spielt auf der nordfriesischen Hallig Hooge ab und dank Hendrik Bergs wunderbaren Kulissenbeschreibung entsteht der Eindruck, dass man selber vor Ort ist. Detailliert und brillant eingefangen und wieder gegeben. Einfach Perfekt. Die Handlung war präzise ausgedacht und inszeniert und alles blieb bis zum Schluss offen. Während des Lesens merkt man wie sich der Spannungsbogen sich immer weiter aufbaut und den Leser fesselt. Dem Leser werden die Details häppchenweise serviert. Wer hier mit rät, dem sei eines garantiert: lösen kann er den Fall nicht!
Am Ende des Buches findet jegliches noch so kleinstes Puzzle-Teilchen seinen Platz und das Rätsel wird somit gelöst. Ich fand es sehr rund und stimmig.
Was die Charaktere anbelangt... sie wurden sehr gut auserwählt, gezeichnet und passen hervorragend in die Szenerie rein. Hier trifft man Menschen mit Herz, Ecken und Kanten.Wie im richtigen Leben.
Was sehr schön ist, dass man immer wieder die Liebe des Autors zur Hallig und seinen Bewohnern wieder findet und auch zu spüren bekommt.


Ein gut verstrickter Fall mit hervorragender Besetzung der nicht hätte besser sein können. Spannend bis zum Schluss.
Dies wird definitiv nicht mein letzter Fall mit Theo Krumme sein. Ich freue mich schon auf seinen dritten Fall, aber vorher lese ich den Deichmörder.


Absolute Leseempfehlung!






Veröffentlicht am 15.09.2016

Der vierte Fall für Thies Detlefsen

Dreimal Tote Tante
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Inhaltsangabe
'Moin Moin, wo is denn hier die Leiche?' 'Dat is ne Riesensauerei. Ihr müsst euch Gummisachen mitbringen. Unbedingt.' Große Aufregung in dem sonst so verschlafenen nordfriesischen Örtchen ...

Inhaltsangabe
'Moin Moin, wo is denn hier die Leiche?' 'Dat is ne Riesensauerei. Ihr müsst euch Gummisachen mitbringen. Unbedingt.' Große Aufregung in dem sonst so verschlafenen nordfriesischen Örtchen Fredenbüll: Im Jauchebecken des Schweinezüchters Schlotfeldt tauchen die Leichen zweier vermisster Frauen auf. Pensionswirtin Renate verschwindet – und findet sich angekettet in einem Kellerverlies wieder. Für Dorfpolizist Thies Detlefsen ist klar: Ein wahnsinniger Frauenmörder geht um! 'Kein Wunder', meint Piet Paulsen, 'dat is wie in den Skandinavien-Krimis. Die dänische Grenze is ja nich weit weg. Da kann schon mal wat rüberschwappen… '


Dreimal tote Tante ist bereits der vierte Fall für Dorfpolizist Thies Detlefsen, aber für mich war es der erste. Der Buchtitel und auch der Klapptext haben mich so neugierig gemacht und dank einer Leserunde durfte ich das neuste Werk von Krischan Koch mitlesen. Vielen Dank dafür und das ich wieder einen tollen Autor mit seinem Buch kennenlernen durfte. War nicht mein letzter...

Der Schreibstil des Autors ist leicht, humorvoll und unverwechselbar. Krischan Koch hat es geschafft, denn friesischen Charme samt Dialekt wunderbar an den Leser zu bringen. Selbst wer den Dialekt nicht mächtig ist, wird ihn lieben und verstehen. Der Humor wird bei K. Koch Groß geschrieben und da ist der eine oder andere Lacher vorprogrammiert. Die Charaktere waren alle samt mit Ecken und Kanten gezeichnet, so dass man alles samt mögen muss. Selbst für die „bösen“ findet man ein Platz im Herzen. Die Kulisse wurde auf so wunderbaren Weise gezeichnet, dass das Gefühl entstand, selbst in Fredenbüll Urlaub zu machen. Die Handlung war gut durchdacht und vor allen Dingen sehr gut inszeniert. Während des Lesen fing ich an mit zu fiebern und zu rätseln, aber keine Chance. Wer hier einen blutigen Krimi sucht, wird enttäuscht werden. Aber unblutig heißt nicht gleich langweilig. Genau das Gegenteil ist hier der Fall. Krischan Koch hat eine sehr gute Mischung zwischen Humor, Spannung und Witz geschaffen, dass es zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langweilig wird. Bis zum Schluss des Buches bleibt der oder die Täter im verborgenen. So muss ein exzellenter Krimi sein: Spannung bis zum letzten Satzzeichen!

Für alle nicht Friesen oder Friesen-Fans: In dem Buch wird erklärt was Tote Tante ist und wer Lust hat, der kann es selbst ausprobieren. Alle anderen natürlich auch. Das Rezept dazu findet man im Buch.


Für mich war es ein brillanter und humorvoller Küstenkrimi, der mich in seinen Bann gezogen hat. Ich warte auf ein Wiedersehen mit Dorfpolizist Thies Detlefsen. Bis es aber soweit ist, werden die ersten drei Vorgänger bei mir einziehen dürfen....

Absolute Leseempfehlung und volle 5 Sterne!

Veröffentlicht am 15.09.2016

War nicht mein Buch

Liebe, Macht und rote Rosen
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Inhaltsangabe

Nach dem mysteriösen Unfalltod des Sozialministers soll seine bisherige Kabinettschefin, Sybille, zur Nachfolgerin gekürt werden. Die zögert kurz, ehe sie das Amt annimmt – unter anderem ...

Inhaltsangabe

Nach dem mysteriösen Unfalltod des Sozialministers soll seine bisherige Kabinettschefin, Sybille, zur Nachfolgerin gekürt werden. Die zögert kurz, ehe sie das Amt annimmt – unter anderem auch, weil ihr der Kanzler einmal sehr nahe gestanden ist. Kaum hat sie ihr neues Büro bezogen, fallen ihr Unterlagen in die Hände, die den Chef der Gewerkschaft in arge Bedrängnis bringen könnten – aber ist es politisch klug, sich mit der Gewerkschaft anzulegen? Sybille nimmt den Kampf auf – schließlich ist sie angetreten, um mehr Ehrlichkeit in die Politik zu bringen. Das erweist sich allerdings als schwierig, und bald hat sie nicht nur mit dem politischen Gegner zu kämpfen, auch der Kanzler bringt sie in eine höchst unangenehme Lage, und mit ihrer halbwüchsigen Tochter und ihrem besserwisserischen Vater hat sie es auch privat nicht immer leicht. Gut, dass wenigstens der Chefredakteur des Tagblattes immer öfter ihre Partei ergreift. Er erweist sich auch sonst als höchst angenehme Gesellschaft…



Liebe, Macht und rote Rosen ist das neuste Buch von Brigitte Teufl-Heimhilcher und ich durfte dieses Buch bei einer Leserunde kennenlernen. Der Klapptext versprach mir einen spannenden Politkrimi, der meiner Meinung keiner war.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und dadurch ist dieses Buch auch sehr schnell zu lesen. Die Charaktere wurden gut gezeichnet und wirkten authentisch. Bei der Handlung tue ich mich sehr schwer, denn hier wurde sehr viel rein gepackt und das bei der geringen Seitenzahl des Buches. In dieser Geschichte geht es um Sybille, die neben Familie noch eine Politikerkarriere anstrebt. Hier hat die Autorin es geschafft uns eine Frau aufzuzeichnen, die neben Karriere auch noch ihre Alltagsprobleme (u.a. mit der Tochter) zu bewältigen hat. Wie im wahren Leben. Was mich ein wenig gestört hat, dass mir der Nachhall der Geschichte fehlte. Ich habe fast immer das Gelesene so schnell vergessen, dass ich nachher gar nicht mehr wusste, worum es ging. Mir waren es zu viele Themen auf die ich mich konzentrieren musste und das bei der Kürze des Buches. Zeitweise habe ich auch die Lust am Lesen verloren.



Die Thematik des Buches und auch die Darstellung von Sybille fand ich spannend und überzeugend. Ich denke mal, dass die knapp 200 Seiten einfach zu wenig sind, um die Geschichte und auch die sozialen Themen ausbauen zu können. Auf mich wirkte es etwas gehetzt. Schade....hätte man mehr draus machen können.

Kann leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wo Steckst du, Bernadette?

Wo steckst du, Bernadette?
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Dank der WLD-Leserunde durfte ich das Buch „ Wo steckt du, Bernadette“ mitlesen. Dem Cover nach hätte ich es nicht gekauft, aber von dem Klapptext her, klang es nach einer ungewöhnlichen Story und sie ...

Dank der WLD-Leserunde durfte ich das Buch „ Wo steckt du, Bernadette“ mitlesen. Dem Cover nach hätte ich es nicht gekauft, aber von dem Klapptext her, klang es nach einer ungewöhnlichen Story und sie kam auch!!

Zum Inhalt:

Bernadette ist eine erfolgreiche Architektin, die mit einem erfolgreichen Mitarbeiter von Microsoft Namens Elgie verheiratet ist. Ihre gemeinsame Tochter Bee ist eine sehr erfolgreiche Schülerin. Alle drei leben in einem Haus, das früher einmal eine Zuchtanstalt für Mädchen beherbergte. Allerdings müsste an diesem Haus einiges gemacht werden, aber Bernadette, die ja auf diesem Gebiet zuhause ist, fühlt sich nicht in der Lage dies in Angriff zu nehmen und so bleibt es dabei. Sie lebt sehr zurückgezogen und meidet fast jeden Kontakt zu ihren Mitmenschen. Bei ihren Mitmenschen, die sie Gnitzen (Bartmücke) nennt, gilt sie als sonderbar und durchgeknallt, weil sie sich nicht intrigieren möchte oder kann. Bee, die ja eigentlich Balakrishna heißt, darf Dank ihrer guten Noten einen Wunsch äußern und der lautet: Sie möchte mit ihren Eltern zur Antarktis fahren! Trotz ihrer Menschenscheu willig die Mutter ein mitzufahren und lässt alles von einer indischen Assistentin, die sie aus dem Internet kennt, regeln. Kurz bevor die Reise beginnt verschwindet Bernadette auf mysteriöser Weise. Wo steckt Bernadette? Bee glaubt nicht daran, dass es ein Unfall war, sondern beginnt mit der Suche…..



Der Schreibstil der Autorin Maria Semple ist etwas außergewöhnlich und ich hatte meine Anfangsschwierigkeiten mich in diese Geschichte rein zu lesen. Der Erzählungssstil wird zu einem aus der Sicht der Tochter wieder gegeben und zum anderen setzt er sich aus unzähligen E-Mail, Briefen usw. zusammen. Das Buch ist sehr lustig und gefühlvoll geschrieben, aber an manchen Stellen wurde es mir ein wenig zu langatmig, aber im Großen und Ganzen war es eine sehr gute Umsetzung. Die Charaktere, besonders Bee kam sehr sympathisch rüber. Egal was war, sie hielt immer zu ihrer Mutter und gab die Suche nicht auf.

Je länger man las, desto größer war der Wunsch zu erfahren: Wo steckt eigentlich Bernadette?


Fazit:

Wer hier bei diesem Buch die klassische Erzählform erwartet, der liegt falsch. Es handelt sich hier um eine Art „Tagebuch“, die in eine sehr gute Geschichte umgewandelt worden ist. Sie ist witzig, unterhaltsam, aber regt auch zum Nachdenken an. Einfach lesen, Spaß haben und sich unterhalten lassen. Es ist Lesenswert!!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein solider Regionalkrimi

Zweihundertsechs Knochen
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Klapptext:

Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das ...

Klapptext:

Im Frühjahr 2005 wird in Düsseldorf bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden. Das Morddezernat KK 11 kann die Identität des jungen Mannes klären: Er wurde im April 1945 ermordet. Er ist nicht das einzige Opfer des Täters, der sein öffentliches Ansehen als Politiker bis zuletzt verteidigt. Eine Zeugin der damaligen Ereignisse erkennt den Mörder während einer Fahndungssendung im Fernsehen und sucht ihn auf. -



Geschickt wird historisches Wissen über das Düsseldorf der 1940er Jahre mit einer kriminellen Handlung verwoben.



Zweihundertsechs Knochen ist ein Düsseldorfer Regionalkrimi von dem 2005 verstorbenen Autor Clemens-Peter Bösken.

Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen und man findet sich recht schnell in die Geschichte rein. Der Erzählstil war sachlich, aber dadurch wurde das Ganze sehr authentisch. Die Charaktere wurden mit einem guten und trockenen Humor ausgestattet, so dass man hin und wieder lachen musste. Bei der Handlung wurden zwei Zeitstränge sehr gut miteinander verknüpft. Zum einen ist da der Knochenfund aus dem Jahr 2005. Damit wird der Fall eröffnet und Bönischs Spurensuche beginnt. Hier bekommt der Leser einen sehr detaillierten Einblick in die Ermittlungsarbeiten der Kriminalpolizei und der Gerichtsmediziner. Sie wurden so gut beschrieben, dass man das Gefühl hat alles live vor Ort mitzuerleben.

Zum anderen sind da Ereignisse, die weit ins Kriegsjahr 1945 zurück reichen. Diese werden an Hand von Tagesbucheinträgen oder Stadtarchivaufzeichnungen belegt. Dadurch bekommt der Leser einen Eindruck was im zweiten Weltkrieg in und um Düsseldorf passiert ist. Auch hier hat der Autor alles sehr gut erzählt und wieder gegeben.



Was mich ein wenig störte, war, dass der historische Teil in diesem Buch sehr dominant war. Es war zwar spannend und auch sehr informativ, aber zeitweise wurde es auch ein wenig zu langatmig. Dadurch verlor ich ein zeitweise die Lust weiter zu lesen.



Fazit:

Zweihundertsechs Knochen ist ein spannender und sehr historisch geprägter Regionalkrimi. Wer Lust und Interesse an der Düsseldorfer Geschichte um 1945 hat, ist hier bestens aufgehoben.