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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine Familiengeschichte, wichtig, berührend und spannend wie ein Krimi

Die Akte Schneeweiß
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Eine weitere bewegende und fesselnde Familiengeschichte der Autorin, die von den siebziger Jahren bis zurück in die Kriegsjahre reicht und in der die Frauen ihre Stärke beweisen.


Mathilde und ihr Bruder ...

Eine weitere bewegende und fesselnde Familiengeschichte der Autorin, die von den siebziger Jahren bis zurück in die Kriegsjahre reicht und in der die Frauen ihre Stärke beweisen.


Mathilde und ihr Bruder Rudolf verloren ihre Eltern schon früh und kamen seitdem bei der Verwandtschaft unter. 1936 bekommt Mathilde eine Anstellung in einer Apotheke. Ihre Aufgaben bestehen nicht nur darin im Haushalt anzupacken, sie darf auch sehr schnell in der Apotheke und im Fotolabor mitwirken. Sie genießt diese Zeit, in der sie fast täglich etwas Neues lernt und saugt alles auf. Leider ist es schnell mit der Harmonie vorbei, denn die Familie, in der sie lebt, ist jüdischer Abstammung. Von einem Tag auf den anderen muss sie das Haus verlassen und Mathilde steht ohne Unterkunft und Arbeit da. Auf Empfehlung kommt Mathilde bei einem Frauenarzt unter. Sie darf dort assistieren und bald darauf verliebt sie sich in ihren Chef. Doch auch diese Freude ist nicht von langer Dauer. Mathilde lernt die Schattenseiten des Krieges kennen und begibt sich nicht selten selbst in größte Gefahr.
Über dreißig Jahre später spielt Mathildes Bruder Rudolf, der Großvater von Katja und Heidi, eine bedeutende Rolle in der Familiengeschichte. Die Kinder lieben ihn. Doch als er von einem Tag auf den anderen verschwindet, wirft das eine Menge Rätsel für die beiden Mädchen auf. Die Großmutter und die Eltern schweigen. Erst als Außenstehende ein paar Anmerkungen fallen lassen, werden die Kinder hellhörig und forschen nach. Besonders Katja vermisst ihren Großvater, der ihre Zielstrebigkeit als einziger so richtig verstanden zu haben scheint.

Wenn ich ein Buch von Felicitas Fuchs lese, fühle ich mich immer ein klein wenig in die Vergangenheit zurückversetzt, in der ich als kleines Mädchen bei meiner Oma auf der Eckbank saß und ihren Erzählungen von damals lauschte. Ihre Art zu Schreiben und sich auszudrücken, liefert mir immer ein Stück Geborgenheit. Auch wenn die Themen bei weitem nicht immer leicht sind, hinterlassen sie keine unerträgliche Schwere. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass man in diesem Roman zwischen den Kriegsjahren und den sechziger bis siebziger Jahren wechselt. Wir erleben zum einen Mathilde, die sich in ihrem Leben durch ihren Mut größter Gefahr aussetzt und zum anderen die Nachkommen von Mathildes Bruder Rudolf mit der Enkelin Katja, die sich nicht unterkriegen lässt und für ihre Ziele kämpft. Mathilde und Katja sind zwei besonders starke und mutige Frauen aus zwei unterschiedlichen Generationen und doch durch den Bruder und Großvater Rudolf miteinander verbunden. Auch wenn sie sich nie persönlich kennenlernen konnten, weil Mathilde längst gestorben war als Katja auf die Welt kam, haben sie viele Gemeinsamkeiten. Beide entwickeln genau das richtige Gespür für Gut und Böse und es ist beeindruckend, wie sie damit umgehen und ihren Weg finden. Aber auch alle anderen Familienmitglieder nehmen in diesem Buch sehr interessante und spannende Rollen ein. Über die Jahre hinweg passiert viel und durch all diese Vorkommnisse wächst einem die Familie schnell ans Herz. Zudem wirkt sie so typisch und authentisch, ich mochte sie alle gern.
Dieser Familienroman, der von Schicksalsschlägen nur so geprägt wird, fesselte mich von der ersten Seite an. Ich finde die Autorin hat neben der Dramatik noch eine Extraportion Spannung ins Buch gepackt. Manche Passagen ließen sich wie ein Krimi lesen, andere berührten mich zutiefst. Es ist erstaunlich, obwohl ich schon von vielen Gräueltaten der Kriegsjahre gelesen habe, kommen immer wieder neue hinzu, die mich unfassbar zurücklassen. Wie auch die Vorgängerbücher, ist dieses Buch für mich ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Faszinierend, leidenschaftlich und mächtig

Marigold Manor 1: Hidden Lies
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Wenn sich Gerechtigkeit einen Kampf gegen die Macht liefert und dabei auf Leidenschaft trifft. Ich liebe es! Absolutes Highlight.


Marigold Manor, hier trainieren nur die besten des Reitsports. Aiven ...

Wenn sich Gerechtigkeit einen Kampf gegen die Macht liefert und dabei auf Leidenschaft trifft. Ich liebe es! Absolutes Highlight.


Marigold Manor, hier trainieren nur die besten des Reitsports. Aiven Audrey, Lolas größter Konkurrent, ist einer von ihnen. Endlich hat Lola es geschafft, sich einen Weg nach oben zu kämpfen und steht mit dem Golden Boy Aiven im Dressurreiten auf gleicher Höhe, auch wenn ihr Reitstil ein völlig anderer ist. Eine Einladung nach England zum edlen Gestüt kann Lola nicht ausschlagen. Vor allem weil sie endlich Gewissheit darüber haben will, was ihrer Schwester vor zwei Jahren das Leben gekostet hat, nachdem sie dort ihrer Reitkarriere näherkommen wollte. Genau das ist der Plan. Auch wenn es Lola zuwider ist, sich in solch elitären Kreisen zu bewegen, wagt sie sich in ein Abenteuer voller dunkler Machenschaften, Gefahr und purer Leidenschaft.
Hätte sie sich auch darauf eingelassen, wenn sie gewusst hätte, wie schwer es ist, ihrem verhassten Konkurrenten Aiven zu widerstehen? Denn zwischen Lola und ihm entsteht eine prickelnde Hassliebe, die kaum zu ertragen ist. Am liebsten würde Lola ihren Gefühlen freien Lauf lassen und sich auf seine starke Anziehungskraft einlassen, doch könnte nicht genau er derjenige sein, der ihre Schwester in den Tod getrieben hat? Was sie nicht weiß ist, dass auch Aiven mit dunklen Machenschaften zu kämpfen hat.

Ich war etwas unsicher, ob mich dieser neue Auftakt von Lara Holthaus genauso abholen kann wie die Vienna-Dilogie. Schließlich zählen die beiden Bücher zu meinen absoluten Highlights. Nach einem solchen Höhepunkt gehe ich immer mit gemischten Gefühlen an ein neues Werk heran, denn ich finde es schwer, das noch zu toppen oder zumindest gleichzustellen. Zudem bin ich nicht unbedingt ein Pferdemädchen, auch wenn ich die Tiere mag. Doch meine Sorge war absolut unbegründet. Man muss kein Pferdenarr sein, um die Story zu verstehen. Auch wenn ich vielleicht ein paar Seiten länger gebraucht habe um mich richtig in der Geschichte wohlzufühlen, hat sie mich wieder absolut fasziniert und gefangen genommen. Ich liebe und bewundere die Art, mit der die Autorin eine wichtige Botschaft vermittelt. Sie steht für Gerechtigkeit und gegen die Macht des Reichtums, die uns im wahren Leben leider nicht immer ein gutes Ende beschert. Sie zeigt uns die Schattenseiten hinter all dem Glanz und Glamour. Zudem packt sie unglaublich viel Leidenschaft und Energie in diese Story. Die Stimmung zwischen den Protagonisten ist aufgeladen und atemberaubend. Sie zieht die Leser mit in das Geschehen, sodass man Zeit und Ort vergisst. Das Setting ist glamourös und ebenso cozy. Die Nebencharaktere, die Bösen wie die Guten, wirken echt und abwechslungsreich. Es gibt herzensgute wie abscheulich kalte Menschen in der Geschichte. Ich habe schockierend authentische und ekelhafte Momente im Buch erlebt, dass mir schlecht wurde und ich mich zwingen musste, eine Pause einzulegen, obwohl ich eigentlich nicht aufhören konnte zu lesen, weil es einfach zu spannend war. Der Wechsel zwischen dunkler Hölle und knisternder Leidenschaft verlangte mir einiges ab, denn ich fand es besonders an einer Stelle schwer, direkt umzuschalten. Die gemütlichen Szenen zwischen den Seiten, ermöglichten mir ein kurzes Durchatmen und ließen mich von meinem Schock erholen. Sogar ein paar witzige Szenen konnte ich zwischen den Seiten finden. Die Mischung aus absoluter Spannung, oder aber purer Leidenschaft und der gemütlichen Atmosphäre inmitten der dunklen Abgründe, finde ich einfach großartig. Ich kann nicht anders, ich könnte die Autorin mit tausend Komplimenten überschütten, denn sie ist für mich ein absolutes Genie auf ihrem Gebiet.
Ich würde das Buch in das Gene Romantic Suspense mit einem Hauch Dark Romance einordnen, von dem es meiner Meinung nach noch viel mehr geben dürfte. Es wird nicht leicht, so lange auf die Fortsetzung zu warten, die leider erst im Februar 2026 erscheint. Trotzdem freue ich mich wahnsinnig darauf.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Jetzt ist es mal Zeit an sich zu denken…

Mami muss mal raus (Die Mami-Reihe 2)
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Humorvolles und ehrliches Tagebuch einer Ehefrau und Mutter, die versucht den Spagat zwischen perfekter Mami, guter Ehefrau und Karriere unter einen Hut zu bekommen.


Ellen ist die Mami von Peter und ...

Humorvolles und ehrliches Tagebuch einer Ehefrau und Mutter, die versucht den Spagat zwischen perfekter Mami, guter Ehefrau und Karriere unter einen Hut zu bekommen.


Ellen ist die Mami von Peter und Jane und die Ehefrau von Simon. In diesem zweiten Band der Reihe berichtet sie von ihrem turbulenten Alltag als berufstätige Ehefrau und Mutter. Nachdem sie mit ihrer eigens entworfenen App zwar guten Erfolg einheimsen konnte, ihre neuen Ideen sich aber nicht so effektvoll umsetzen lassen, entscheidet Ellen sich, die Arbeit von zu Hause aufzugeben und wieder voll ins Berufsleben einzusteigen. Sie bewirbt sich auf einen Vollzeitjob. Wie sich Arbeit, Haushalt, Kinder und die damit einhergehenden Verpflichtungen, wie Elternversammlungen und Überstunden unter einen Hut bringen lassen, erleben wir in diesem Buch auf wunderbar humorvolle und ehrliche Art und Weise.
Besonders an dieser Reihe gefällt mir, dass die Protagonistin Ellen alles raushaut, was sie denkt. Sie teilt ihre Gedanken und Gefühle mit uns wie kein anderer. Oft sind es Ausbrüche, die man sowohl perfekt verstehen als auch nachvollziehen kann, weil es einem schon ähnlich ergangen ist. Ich kann nicht sagen, wie oft ich hier lachen musste und dachte, sie trifft den Nagel mal wieder perfekt auf den Kopf. Ich finde, ein Buch dieser Romanreihe sollte jede Mutter, die das Elternsein nicht allzu streng nimmt, einmal gelesen haben. Wunderbar ist auch, dass man das Heranreifen der Kinder hautnah mitverfolgen kann. Zwar kommen mir Peter und Jane für ihr Alter von neun und elf Jahren schon sehr weit und äußerst vorpubertär vor, doch wie ich schon aus den Folgebänden ermitteln konnte, naht die aufregende Phase der Pubertät erst, was eine weitere Herausforderung für Ellen bedeutet und sicher noch einmal für eine äußerst interessante Stimmung sorgt. Auch wenn Ellen in Bezug auf ihre Kinder oftmals sehr genervt klingt, so spürt man doch in jeder Zeile, wie wichtig diese ihr sind. Eine gewisse Portion Sarkasmus muss man natürlich einstecken können, wenn man sich auf dieses Mami-Tagebuch, einlassen möchte, denn Ellen stellt ihre Alltagsituationen schon etwas überzogen, dafür aber extrem lustig dar.
Ehemann Simon, Ellens Freundeskreis, ihre Arbeitskollegen sowie die weitläufige Familie, werden wunderbar mit in die Geschichte einbezogen und sorgen für viele unterhaltsame Momente. Trotz dem vielen Humor, der in der Geschichte steckt, geht es aber auch in die Tiefe. Es tauchen ernst zu nehmende Probleme auf, wie zum Beispiel die untergeordnete Rolle der Mütter in der Arbeitswelt oder eine besorgniserregende Ehekrise. Mir sind die Menschen aus Ellens Leben, sowie Ellen selbst, schon ziemlich ans Herz gewachsen und ich freue mich auf die nächsten Romane, denn ich muss unbedingt wissen, wie Ellen mit den kommenden Krisen fertig wird, die, wie ich erfahren habe, nicht ohne sind.
Mich hat dieser zweite Band bestens amüsiert. Ich musste herzhaft lachen und hatte meistens ein amüsiertes Schmunzeln im Gesicht. Ein wunderbar leichter Roman, der sich perfekt zwischen Haushalt, Arbeit und Kindern lesen lässt und für etwas Leichtigkeit im Alltag sorgt.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Vom kleinen Schlossgespenst, das nicht spuken wollte

KURTI – Das Schlossgespenst
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Ein Gespenst, das keine Lust aufs Spuken hat und es lieber etwas ruhiger mag. Zuckersüß bebilderte Gutenachtgeschichte für alle Kinder, die Gespenster mögen, sich aber noch nicht gruseln wollen.



Kurti ...

Ein Gespenst, das keine Lust aufs Spuken hat und es lieber etwas ruhiger mag. Zuckersüß bebilderte Gutenachtgeschichte für alle Kinder, die Gespenster mögen, sich aber noch nicht gruseln wollen.



Kurti lebt mit seinen Gespensterfreunden auf einem Schloss, doch im Gegensatz zu seinen Freunden hat er keine Lust zu spuken und die Menschen zu erschrecken. Für ihn ist im Schloss viel zu viel los. Als er eines Tages im naheliegenden Wald landet, eröffnen sich für ihn neue Möglichkeiten. Ob er jemals zum Schloss zurückkehrt, oder ein neues Leben außerhalb des Schlosses beginnt, das müsst ihr selbst herausfinden.
Perfekt für den Herbst, gibt es nun ein wunderschönes Gespensterbilderbuch von arsEdition. Das Buch ist wunderschön und liebevoll illustriert und enthält eine wertvolle Geschichte. Es zeigt unseren Kindern, dass es in Ordnung ist, wenn man anders ist und anders fühlt als seine Freunde, dass es immer eine Möglichkeit zum Glücklichsein gibt und dass man viele schöne Dinge miteinander verbinden kann. Sehr gefällt mir auch die Leichtigkeit, mit der Kurti neue Freunde findet. Denn Kurti begeht völlig unbeabsichtigt ein Abenteuer und plötzlich eröffnen sich für ihn neue Perspektiven. Er muss nur den Mut haben sich darauf einzulassen.
Wie schon erwähnt, sind die Seiten zauberhaft bebildert. Die Illustratorin erweckt Kurtis Umgebung auf zuckersüße Weise zum Leben und es macht Spaß, die vielen liebevollen Details auf den Seiten zu entdecken. Eine absolut empfehlenswerte Gutenachtgeschichte, für die dunkle Jahreszeit und für alle, die noch keine Lust auf gruselige Gruselgeschichten haben, denn schließlich mag Kurti das auch nicht.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Vielleicht war es nicht das richtige Buch für mich, aber ich nehme dennoch etwas daraus mit

Brüche
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Einige Sätze regten mich zum Nachdenken an, dennoch fand ich das Buch durch die zahlreichen Ableitungen zu unverständlich.


Der Klappentext zu diesem Buch hatte mich neugierig gemacht. Durch Brüche im ...

Einige Sätze regten mich zum Nachdenken an, dennoch fand ich das Buch durch die zahlreichen Ableitungen zu unverständlich.


Der Klappentext zu diesem Buch hatte mich neugierig gemacht. Durch Brüche im Leben zu sich selbst zu finden und diese positiv zu nutzen, klang für mich sehr reizvoll. Wer möchte nicht aus den großen Veränderungen oder Schicksalsschlägen, die das Leben für uns bereithält, wachsen, statt zu verkümmern? In diesem Buch werden besonders die schwierigsten Situationen unseres Lebens behandelt, wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen, sei es durch Trennung oder durch den Tod. Neuanfänge wie ein Arbeitswechsel, die Geburt eines Kindes oder ein weiterer Lebensabschnitt werden ebenfalls behandelt.
Bevor ich näher auf meinen Leseeindruck eingehe, möchte ich ein paar Zitate der Autorin verwenden, die mir gefallen haben und mich während des Lesens zum Nachdenken anregten.
„Man muss nicht so berühmt sein wie Sartre, um sich wie ein Gefangener der Erwartungen anderer zu fühlen, selbst wenn diese die Folge einer Entscheidung sind, die wir in der Vergangenheit aus freien Stücken getroffen haben.“
„Es geht darum zu erkennen, wer man ist, anderswo und allein. Als ob man bei dieser Abkehr von der Liebe auch etwas über sich selbst lernte.“
„Es ist immer beeindruckend zu sehen, wie das Gesicht manchmal schon ausdrückt, dass man etwas durchgestanden und überstanden hat.“
„Die psychische Erkrankung ist eine Art Flucht vor sich selbst, wenn die eigene Identität unerträglich erscheint und jede Art der Flucht unmöglich ist.“
Vielleicht bin ich mit völlig falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen, aber ich musste sehr schnell feststellen, dass ich hier keine leichte Lektüre in den Händen halte. Die Autorin schreibt philosophisch und bedient sich an zahlreichen Zitaten und Quellen berühmter Schriftsteller, Philosophen und Künstler wie zum Beispiel Friedrich Nietzschke, Henri Michaux oder Charles Juliet. Am Ende des Buches befinden sich ganze 21 Seiten Zitatnachweise und Anmerkungen, die im Verlauf des Buches zu finden sind. So kann man sich in etwa vorstellen, wie viele Unterbrechungen es im Lesefluss geben kann, wenn man diese alle nachschlägt. Ich habe sie nicht nachgeschlagen, aber sie haben mich trotzdem irritiert und manchmal in die Irre geführt, so dass ich viele Sätze mehrmals lesen musste, damit ich sie vollständig aufnehmen konnte. Ich möchte hier keineswegs den Schreibstil der Autorin bemängeln, sondern eher den Aufbau des Buches. Mir hätte es gefallen, wenn die Autorin mehr von ihren eigenen Gedanken geteilt hätte. Die vielen Quellen, an denen sie sich bediente, haben für mich nur Unruhe in das Buch gebracht. Dennoch habe ich auch sehr interessante und bemerkenswerte Informationen aus dem Geschriebenen mitnehmen können. Claire Marin ermöglicht mit ihrem Buch unser Verhalten zu spiegeln, gibt Hinweise darauf, warum wir in gewissen Situationen genau so reagieren oder wie wir uns in schwierigen Lebensphasen fühlen. Dem einen mag es die Augen öffnen, dem anderen einen Anreiz geben, sein Verhalten zu überdenken.

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