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Veröffentlicht am 24.07.2024

Reflexion und Botschaft

Komm doch mal
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Die niederländische Schauspielerin Joy Delima kann nicht gut über Sex sprechen, also schreibst sie darüber … und das unschlagbar ehrlich. So werden in diesem Buch einige sonst oft wegen Scham verschwiegene ...

Die niederländische Schauspielerin Joy Delima kann nicht gut über Sex sprechen, also schreibst sie darüber … und das unschlagbar ehrlich. So werden in diesem Buch einige sonst oft wegen Scham verschwiegene Themen, wie weibliche Lust, Menstruation, Orgasmuslücke Stuhlgang und und und angesprochen. Dafür hat sie schon einmal meinen absoluten Respekt verdient. Denn es sind Dinge, über die unbedingt gesprochen werden muss, um das Leben so vielen jungen Frauen, Mädchen und tatsächlich auch Frauen im reiferen Alter das Leben so viel leichter zu machen. Zu zeigen: ja, auch das ist normal und du bist vollkommen gut so, wie du bist.

Ich hatte mir noch ein bisschen etwas anderes erhofft, noch einen Aha-Moment für mich. Das bleib zwar aus (ich habe, wie die Autorin auch, schon sehr viele Bücher zu Feminismus, Orgasmus der Frau und Co. gelesen und daher vieles einfach schon gehört) aber dennoch freue ich mich, dass sie die Tabu-Themen aus ihrem Erleben heraus beleuchtet. Ich wünsche mir aber, dass auch Männer dieses Buch lesen. Sie spricht sie auch direkt an, aber ich fürchte, dass vermehrt Frauen zu dem Buch greifen werden. Dabei wäre es so wichtig, dass auch Männer die ein oder anderen Themen einmal betrachten, es wäre nicht nur für potenzielle zukünftige Partnerinnen wichtig, Männer könnten tatsächlich auch für sich hier etwas herausziehen. Also bitte, lest dieses Buch.

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Veröffentlicht am 23.07.2024

Das Aussterben der Arten

Das Wesen des Lebens
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Im Museum ist sie ein gern gesehenes Exponat, die Stellersche Seekuh. Das riesige Tier, ist lange ausgestorben. Nicht, weil die Welt sich verändert hat und Evolution besser angepasste Arten hervorgebracht ...

Im Museum ist sie ein gern gesehenes Exponat, die Stellersche Seekuh. Das riesige Tier, ist lange ausgestorben. Nicht, weil die Welt sich verändert hat und Evolution besser angepasste Arten hervorgebracht hat, nein, sie wurde nicht wiederholbares Opfer des größten und habgierigsten Raubtieres. Dem Menschen.

Thematisch ist es ein sehr wichtiges Buch und es geht auch um mehr als das Artensterben, die Gefahren eines Lebens auf einer Expedition, die Zeit der Entdecker und den Umgang mit Frauen in der Wissenschaft vor gar nicht allzulanger Zeit. Doch die stärkste Botschaft ist eben jene: wie unbedacht der Mensch mit der Natur und der Arterhaltung umging (und teilweise noch umgeht, auch wenn nun das Bewusstsein und auch die Verantwortung beim Eingreifen in die Natur vorhanden ist) und dadurch zum aussterben von Arten sorgte.

Der Schreibstil war für mich befremdlich (vielleicht liegt es auch an der Übersetzung oder dem Mix aus Fakten und Fiktion) und es hat lange gedauert, mich da hineinzufinden, daher war es für mich kein fesselndes Leseerlebnis. Dennoch empfehle ich dieses Buch, denn das Thema ist zu wichtig, um nicht drüber zu reden.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Fabelhaft

Fast verschwundene Fabelwesen. Die sagenhafte Expedition des Konstantin O. Boldt
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Zuallererst: die Gestaltung dieses Buches ist traumhaft schön. Viele Illustrationen, die wie Studienzeichnungen anmuten oder Ölbildern jener Zeit nachempfunden wurden. Zudem werden Zeitungsartikel, die ...

Zuallererst: die Gestaltung dieses Buches ist traumhaft schön. Viele Illustrationen, die wie Studienzeichnungen anmuten oder Ölbildern jener Zeit nachempfunden wurden. Zudem werden Zeitungsartikel, die diese Expedition beeinflusst haben oder über ebendiese berichten. Auch die Außengestaltung ist richtig edel gemacht.
Es ist definitiv ein Buch, dass man sich gerne ins Regal stellt. Und da kommt mein Haken: ich habe es am Handy als eBook gelesen und da war die Gestaltung eher hinderlich. Doppelseiten, die als Bild zusammenhängend wunderbar wirken, waren für mich auseinandergerissen. Zudem waren manche Bilder und Schriften für win eBook eher unpraktisch zu lesen. Das ist Schade, denn so geht vieles verloren. Daher empfehle ich definitiv, das Buch zur Hand zu nehmen und nicht die digitale Version zu lesen.

Die Handlung: es geht um die Letho-Expedition. In Tagebuchform berichtet der Forscher von seine. Erlebnissen, von den Begleitern und die Fabelwesen, die unterwegs gesichtet, gefangen, gezähmt oder bekämpft wurden. Für mich war der Tagebuchstil zu Bruchstückhaft, aber da der Eindruck einer echten Expedition aus vergangenen Tagen erweckt werden soll, passte es für mich sehr gut zum Gesamtkonzept.

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Veröffentlicht am 21.07.2024

Millenialtrauma

Geile Zeit
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In „Geile Zeit“ beschreibt Journalist Niclas Seydack, wie er als Millenial (Generation Y) die Neunziger, Nullerjahre und die ganzen letzten Jahre wahrgenommen hat. Für mich, die ebenfalls zu der Gen Y ...

In „Geile Zeit“ beschreibt Journalist Niclas Seydack, wie er als Millenial (Generation Y) die Neunziger, Nullerjahre und die ganzen letzten Jahre wahrgenommen hat. Für mich, die ebenfalls zu der Gen Y zählt, war es in vielen Passagen wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Und ja, wir sind mit dem Versprechen aufgewachsen, es mal besser zu haben, als die vorherige Generation. Doch dann kam 9/11, Amokläufe, Terroristenanschläge, Klimakriese, eine Pandemie, Krieg und Wirtschaftskrise. Der Glaubenssatz „wer hart arbeitet, erreicht viel“ galt für unsere Elterngeneration, uns treibt er ins Burn out, während die nachfolgende Generation auf Sabaticaltime und Work-Life-Balance besteht, schuften wir, um irgendwie mitzuhalten und doch mit einem mittleren Gehalt in den heutige. Zeiten gerade mal so eine Wohnung in der Stadt finanzieren zu können. Bekommen von den Gen Z Influenzern und Digital natives gezeigt, dass wir schöner, jünger und geiler sein müssen und von den Boomern gesagt, dass wir nicht jammern sollen. „Andere haben es ja schlechter“.

Ich konnte so vieles komplett nachvollziehen, denn es kam mir so vertraut vor, als würde ich mit meinen Freunden in einer gemütlichen Runde über unsere Kindheit und Jugend sprechen. Der Autor hat Erinnerungen geweckt (Frufoo- wie lange habe ich daran nicht mehr gedacht ^^) und unsere Situation reflektiert. Vielleicht können andere Generationen es nicht ganz so sehr nachvollziehen aber für mich war es eine tolle Lektüre, eine Zeitreise und ein Spiegel zugleich.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Witzig, aber die Tiefe fehlt

Ehemänner
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Lauren war eigentlich nur mit ihrer Freundin feiern, dich als sie nach Hause kommt, wartet dort ihr Ehemann. Nur, dass sie eigentlich Single ist. Woher kommt also dieser fremde Mann, der aber alles Anschein ...

Lauren war eigentlich nur mit ihrer Freundin feiern, dich als sie nach Hause kommt, wartet dort ihr Ehemann. Nur, dass sie eigentlich Single ist. Woher kommt also dieser fremde Mann, der aber alles Anschein nach seit Jahren ihr Gatte ist? Denn ihr Neffe kennt ihn, ihre Nachbarn ebenfalls. Nur sie nicht. Als er dann auf den Dachboden geht, kommt ein ganz anderer Mann herunter, ebenfalls ihr Ehemann. Diesem mysteriösen Dachboden geht sie auf den Grund und schickt einen nach dem anderen hinauf und wird jedes Mal auf neue überrascht, wer als Nächstes herunter kommt. Das war schon der erste Punkt, der mir Lauren etwas unsympathisch machte, denn manche Männer hat sie nur eine Sekunde angeschaut. So oberflächlich und schnelllebig. Was aber der Spiegel unserer Gesellschaft darstellen soll. Passt nicht? Weg damit. Das hatte mich sehr an eine frühere Datingshow mit dem Namen "next" erinnert und zeigte auch die schnell wegwisch oder ghosten online dating Zeit.
Erst als sie eine Begleitung zur Hochzeit der Freundin wirklich gezielt sucht, nimmt sie sich die Zeit einen Mann kennenzulernen, doch der verschwindet dummerweise, als er auf dem Dachboden etwas sucht. Der hatte es ihr aber extrem angetan und ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Wodurch sie im späteren Verlauf noch Dinge tut, die sehr fragwürdig waren. Auch wie sie den jeweils aktuellen Ehemann auf den Dachboden schickt, ist in manchen Szenen extrem. Verzweiflung lässt sie zu kriminellen Handlungen verleiten.

Leider kam keine wirklich Tiefe in die Geschichte, mit fehlten die echten Emotionen von Lauren etwas. So blieb es für mich etwas flach, auch wenn ich die Parabel ganz interessant finde. Nicht nur die Männer ändern sich, sich die Versionen von ihr selbst, was für mich symbolisiert, dass jeder Mensch immer auch von anderen beeinflusst wird, sich mit jeder Begegnung verändert. Und auch ihr Umfeld wird beeinflusst, manche Dinge so erschreckend, dass ich enorm gut verstehen konnte, dass sie sofort diesen Mann auf den Dachboden schickte.

Der Schreibstil ist locker und daher lassen sich auch die vielen Seiten recht schnell lesen. Trotz der Botschaft, fehlte mir etwas. Bei aller Schnellebigkeit, waren ein paar Passagen nicht weiterbringend innerhalb der Story. Andere Ehemannerlebnisse hingegen, die angeblich witzig waren, werden nur angeteasert. Mein Lichtblick war ihr Leidensgenosse Bohai, der sie am Ende auch zur Entscheidung bewegt.

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