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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2020

Der trügerische Schein heiler Familien..

Papa hat dich lieb
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Angelika macht sich große Sorgen um ihre Freundin Eva. Die 18 Jährige hat sich in letzter Zeit verändert, ist sehr verschlossen geworden - und jetzt ist sie auch noch spurlos verschwunden. Die Polizei ...

Angelika macht sich große Sorgen um ihre Freundin Eva. Die 18 Jährige hat sich in letzter Zeit verändert, ist sehr verschlossen geworden - und jetzt ist sie auch noch spurlos verschwunden. Die Polizei nimmt ihre Sorgen nicht ernst, Eva ist volljährig und zunächst gibt es keinen Hinweis darauf, dass sie sich in Gefahr befindet. Angelika ermittelt auf eigene Gefahr und verschwindet schließlich selbst. Maike, Angelikas Mutter, und die Kripo setzen nun endlich alle Hebel in Bewegung, um Angelika und Eva wieder zu finden..

Das Mutter - Tochter - Gespann in diesem Krimi hat mich sofort angesprochen. Die Gespräche, Konflikte und auch die harmonischen Momente zwischen den beiden wirken authentisch und echt, auch einzeln sind beide Protagonisten gut gelungen. Beide haben ihren eigenen Kopf und manchmal ein loses Mundwerk, so bleibt auch bei diesem sehr ernsten Thema das Schmunzeln an manchen Stellen nicht aus. Auch wenn Maikes Freund CC eigentlich nur eine Randfigur ist, hat er in meiner Rezension eine Erwähnung verdient, denn auch dieser Charakter ist Gerd J. Merz außerordentlich gut gelungen.

Das heikle Thema der Kindesmisshandlung hat der Autor gut umgesetzt. Man kann den Schrecken, den die Opfer solcher Taten fühlen - und das oft lebenslang - gut nachvollziehen. Gerd J. Merz verschweigt nichts und geht dennoch auf eine sehr sensible Art und Weise mit der schwierigen Thematik um.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, dennoch hatte ich auch den ersten Seiten meine Probleme, mich in die Geschichte einzufinden. Der Autor konnte mich nicht mitreißen und Spannung baute sich erst im zweiten Drittel auf. Dafür gibt es von mir das erste Sternchen Abzug.

Den zweiten Abzug gibt es für die Vorhersehbarkeit der Geschichte. Ab etwa der Hälfte des Buches wusste ich einigermaßen, was genau gespielt wird. Sicher, die Hintergründe waren noch schleierhaft, dennoch hat sich mir das Grundgerüst sehr schnell erschlossen. Der Spannung tat das zwar keinen Abbruch, aber ein Krimi muss mich etwas länger bei der Stange halten und im Dunkeln tappen lassen, um mich wirklich zu begeistern.

Alles in allem ein gelungener Krimi mit leichten Schwachstellen um ein wichtiges Thema, das leider viel zu selten offen behandelt wird.

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Veröffentlicht am 17.05.2020

Bereue deine Sünden!

Die Sünde
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Kriminalhauptkommissar Nawrod wird von Stuttgart nach Heidelberg versetzt, er soll aus der Schusslinie gebracht werden. Zunächst ist er weder von seiner Versetzung, noch von seiner neuen Kollegin Nesrin ...

Kriminalhauptkommissar Nawrod wird von Stuttgart nach Heidelberg versetzt, er soll aus der Schusslinie gebracht werden. Zunächst ist er weder von seiner Versetzung, noch von seiner neuen Kollegin Nesrin begeistert. Doch bald hat Nawrod ganz anderes im Kopf - ihm werden Körperteile mit seltsamen lateinischen Botschaften ins Polizeipräsidium geschickt. Zunächst nur ein Finger oder ein Auge - doch als das nächste Päckchen ein menschliches Herz enthält, wissen die Ermittler, dass sie es mit einem Mord zu tun haben. Warum werden diese Botschaften ausgerechnet Nawrod übermittelt? Wer ist das Opfer? Und vor allen Dingen - wer der Täter?

Mit Nawrod und Nesrin hat Toni Feller ein ausgesprochen sympathisches Ermittlerduo geschaffen. Er ein wenig kaltschnäuzig, mit einigen Ecken und Kanten, aber dennoch herzensgut. Sie alles andere als auf den Mund gefallen und nicht bereit, sich Nawrods Spitzen einfach bieten zu lassen. Die kleinen Reibereien der beiden, die immer wieder eingestreut werden verleihen diesem Thriller immens viel Charakter und phasenweise sogar Humor. Ich hoffe auf Folgebände rund um dieses absolut gelungene Paar!

In diesem Thriller reihen sich die Opfer nicht wie Perlen an einer Kette aneinander und dennoch kommt beim Leser keine Sekunde Langeweile auf. Feller hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, der Leser ist mittendrin statt nur dabei.

Dieses Buch ist für alle, die gerne mitleiden, ab und an gerne mal eine Gänsehaut bekommen und vor allen Dingen für all die kleinen Hobbyermittler, die - so wie ich - ganz begierig darauf sind, gemeinsam mit den Protagonisten an den Fällen zu tüfteln.

Mehr als empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Nimm mich wie ich spinn!

Er nannte mich Fräulein Gaga
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Sandra hat schon die eine oder andere, kleinere oder größere Macke - aber eigentlich lebt sie ganz gut damit. Ihr Umfeld hat damit auch keine Probleme - dachte sie. Bis ihr Freund sie in einer SMS darum ...

Sandra hat schon die eine oder andere, kleinere oder größere Macke - aber eigentlich lebt sie ganz gut damit. Ihr Umfeld hat damit auch keine Probleme - dachte sie. Bis ihr Freund sie in einer SMS darum bittet, ihre Macken doch bitte in den Griff zu bekommen. Macken oder er - so startet also das Projekt "Mackenfrei in 3 Monaten".

Sandra Winkler beschreibt auf eine sympathische und sehr humorvolle Art und Weise ihre Macken - und die sind zahlreich. Die Fußmatten müssen im rechten Winkel liegen (auch die der Nachbarn), Lärm ist für sie nicht auszuhalten, sie ist immer unpünktlich und hat Angst vor dem Autofahren. Sie führt den Leser durch einen spannenden Abschnitt ihres Lebens. Sie versucht es mit Meditation, einer Angsthasenfahrschule, einem Coach, besucht eine Selbsthilfegruppe und sogar eine Schamanin.

Als Leser kommt man nicht umhin sich an der einen oder anderen Stelle ein Schmunzeln zu verbeißen. Auch das Nachdenken kam - zumindest bei mir - nicht zu kurz. Haben wir nicht alle unsere kleinen Macken und Ticks? Ist mein Umfeld genau so gestresst von mir wie Sandras Umfeld von ihr? Man nimmt aus diesem lustigen Werk also durchaus mehr mit als nur ein wenig Unterhaltung. Man lernt neues kennen - ich wusste nicht, dass es eine spezielle Fahrschule für Angsthasen gibt - oder beginnt vielleicht sogar, über das eigene Leben nach zu denken.

Die offene, mutig Art der Autorin mit ihren eigenen Eigenheiten umzugehen gibt diesem Buch einen zusätzlichen Pluspunkt.

Ein Sternchen Abzug gibt es dafür, dass die Lösungsmöglichkeiten nur sehr kurz angeschnitten werden. Bei einigen Behandlungsmethoden hätte ich es mir gewünscht, mehr darüber lesen zu können!

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Veröffentlicht am 10.05.2020

You can't judge a book by its cover.

Schräg verliebt
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Wussten sie, dass es einen Dating - Service für Haustiere gibt und dass man sein geliebtes Tierchen, sollte man für sich selbst und für den kleinen Fellball keinen anderen passenden Partner finden, auch ...

Wussten sie, dass es einen Dating - Service für Haustiere gibt und dass man sein geliebtes Tierchen, sollte man für sich selbst und für den kleinen Fellball keinen anderen passenden Partner finden, auch selbst heiraten kann? Wussten sie, dass es Menschen gibt, die sich in die Berliner Mauer verlieben oder mit Leichen zusammen leben? Wussten sie, dass der schönste Tag im Leben einer Frau gewaltig nach hinten losgehen und eskalieren kann? All das und noch viel mehr werden sie nach diesem Buch wissen - ob sie nun wollen oder nicht.

Der Titel meiner Rezension ist hier leider in einer sehr negativen Art zutreffend - lange schon habe ich kein Cover mehr gesehen, dass mich so sehr angesprochen hat, wie dieses hier. Auch der Klappentext hat mich begeistert. Allerdings musste ich schon nach den ersten paar Seiten einsehen, dass das Buch absolut nicht das ist, was ich erwartet habe.

Cynthia Ceilan bedient sich diverser Quellen - Zeitungsartikel, Internetrecherche, persönliche Erfahrung - für ihre Geschichten. War es anfangs noch eine humorvolle Erzählung über diverse seltsame Liebesgeschichten driftet das ganze Leider nach einigen Seiten in die Kategorie "Unnützes Wissen" ab. Man erfährt viel über diverse Fetische, Politikereskapaden, Hochzeiten und Traditionen. Der Großteil davon fiel für mich unter "Was sie noch nie über andere Menschen wissen wollten" und hat mich leider - größtenteils - gelangweilt.

Zwei Sternchen gibt es noch für den sehr gelungenen Anfang und den lockeren, angenehmen Schreibstil. Dieses Buch ist sicherlich was für "mal eben zwischendurch" mehr aber leider nicht - Schade, da hätte man mehr draus machen können!

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Ein Dramatiker stirbt nicht einmal, sondern mehrmals..

Theatertod
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. umgebracht von den Regisseuren seiner Stücke. (August Bebel)

Im Kölner Schauspielhaus stürzt ein Schauspieler vom Schnürboden. Alle - seine Kollegen, die Polizei - tippen auf Selbstmord, hatte er es ...

. umgebracht von den Regisseuren seiner Stücke. (August Bebel)

Im Kölner Schauspielhaus stürzt ein Schauspieler vom Schnürboden. Alle - seine Kollegen, die Polizei - tippen auf Selbstmord, hatte er es doch im Moment nicht leicht. Schließlich wurde er vom Regisseur fertig gemacht, hatte niemanden zum Reden und trank in letzter Zeit recht viel. Nur Michael, der Regieassistent, glaubt, dass noch jemand seine Finger im Spiel hatte. Er will die Selbstmordthese nicht akzeptieren - liegt er richtig mit seiner Vermutung, oder sind es doch nur die Schuldgefühle, die ihn plagen, weil er den bedrückten Schauspieler am Abend vor seinem Tod vor die Tür gesetzt hat..?

Thomas Schrage - selbst seit langer Zeit am Theater - schafft einen authentischen und, für einen Laien wie mich, sehr überraschenden Einblick hinter die Kulissen der Theaterwelt. Niemals hätte ich erwartet, mit wie viel Ellenbogen hinter den Kulissen gekämpft wird und welch niedere Beweggründe hier manchmal vorherrschen. Ich habe diesen Einblick sehr genossen, er ist informativ und unterhaltsam zugleich und gibt diesem Krimi einen besonderen Touch.

Der Autor hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, die Kapitelaufteilungen haben es mir in diesem Buch besonders angetan. Sie sind nach Tagen aufgeteilt und innerhalb dieser Tage nach - teilweise für das Theater wichtigen - Tagesabschnitten. ("Vormittagsprobe")

Der Protagonist Michael war mir von Anfang an sympathisch - als Ermittler ist er zwar völlig ungeeignet, die Wandlung, die er im Laufe des Romans erlebt, ist dafür umso spannender. Man hat als Leser das Gefühl, dass er ein wenig zu sich selbst findet - wach gerüttelt wird und am Ende vielleicht sogar endlich weiß, was er will.

Mit den Namen und Charakteren hatte ich so meine Schwierigkeiten. Die Namen sind sich teilweise sehr ähnlich, man erfährt zwar über die Persönlichkeit der Handelnden einiges, aber nichts, was man später, im Laufe der Handlung, klar zuordnen könnte. Ich musste also des Öfteren zurück blättern, um nicht den Überblick zu verlieren. Abzug gebe ich hierfür aber keinen - das liegt sicherlich auch zum Teil an mir selbst und an meinem Lesetempo.

Ein Sternchen Abzug hingegen gibt es für die paar Seiten zu viel - gegen Ende ließ die Spannung ein wenig nach, die Luft war etwas raus. Man wollte wissen, was denn nun gespielt wird und wollte endlich zum Finale übergehen, darauf lies der Autor den Leser aber noch einige Seiten warten.

Alles in allem ein gelungener - und auch informativer - Regionalkrimi, den ich durchaus weiter empfehlen kann.

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