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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2020

Vielversprechender Grundsatz, der leider nicht Ganz überzeugt hat

Sweet Little Lies
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Wovon handelt es?

Betty Dawson hat genug von ihrem eher ruhigen und langweiligen Verlobten Thom, welcher sie stetig auf Abstand hält und als Versicherungsmakler ständig beruflich unterwegs ist. Betty ...

Wovon handelt es?

Betty Dawson hat genug von ihrem eher ruhigen und langweiligen Verlobten Thom, welcher sie stetig auf Abstand hält und als Versicherungsmakler ständig beruflich unterwegs ist. Betty will einen Schlussstrich ziehen und sich von Thom trennen. Als dann allerdings die Wohnung von Betty und Thom in die Luft geht und die junge Frau nur knapp mit dem Leben davon kommt beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Thom ist nämlich gar kein Versicherungsmakler, sondern ein Geheimagent, der geradewegs in ein ziemlich missliches Komplott geraten ist. Im Wettlauf gegen die Zeit versuchen die beiden nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihre Leben zu retten.



Meine persönliche Meinung:

Für mich war „Sweet Little Lies“ nicht der erste Roman von Kylie Scott, von daher hatte ich ihren Schreibstil noch positiv in Erinnerung. Meiner Meinung nach hat Kylie Scott einen angenehmen und vor allem sehr bildlichen Schreibstil. Ich würde jederzeit ohne Bedenken ein Buch von ihr an jemanden verschenken, da ich wüsste, dass es keinerlei Probleme beim Schreibstil o.ä. gäbe.

Das Cover fand ich persönlich sehr ansprechend! Mir persönlich hat es gefallen, dass Blumen auf dem Cover sind (immerhin ist Betty ja eigentlich Floristin – irgendwie hat es das ein wenig Rund gemacht und auch einen direkten Bezug zur Geschichte hergestellt). Die Farbwahl des Covers fand ich ebenfalls sehr ansprechend. Ich hätte an diesem Buch niemals vorbeilaufen können ohne es in die Hand zu nehmen.

In dem Roman lernt man die Floristin Betty Dawson kennen. Betty entspricht nicht dem klassischen 0815 Schönheitsidealen, was sie meiner Meinung nach gleich ein wenig sympathischer gemacht hat. Während des Buches strahlt sie öfter gewisse body positivity – vibes aus, was sie mir in dem Aspekt doch sympathisch gemacht hat. Allerdings gab es auch einige Dinge bei Betty die mir nicht so gefallen haben. Betty hat zwar oft Mut und Willensstärke bewiesen, allerdings wirkte sie auf mich doch auch recht unentschlossen, inkonsequent und ein wenig stur und bockig. Ich persönlich finde auch, dass ihre Charakterentwicklung viel zu schnell ging. Im Handumdrehen wurde aus der Floristin, die alles verloren hat und deshalb fast am Boden zerstört war eine taffe Frau, die einen jahrelang ausgebildeten Agenten austrickst und offensichtlich ein Kombinationsass ist. Die anfänglichen Probleme und Angst vor einer Waffe waren in wenigen Seiten wie weggeblasen und aus Betty wurde eine recht passable Schützin. Ich persönlich finde, dass das ganze viel zu schnell ging, demnach hat es die ganze Entwicklung eher unrealistisch wirken lassen.

Wirft man dann allerdings einen Blick auf Thom, Betty Gegenstück, fallen einem doch einige andere Dinge auf. Mir persönlich war sein Charakter zu oberflächlich, man konnte ihn nie so richtig packen oder zu 100% sagen was in ihm vorgeht, was ich doch auch recht schade fand. Einerseits kann er humorvoll, liebevoll und auch beschützerisch sein. Andererseits finde ich ihn doch recht kompliziert. Auf der einen Seite versucht er alles von Betty fernzuhalten, ist distanziert und erklärt, dass die eigentliche Beziehung eine Tarnung war. Auf der anderen Seite nennet er sie Schatz, versucht sie ins Bett zu bekommen und verhält sich ein wenig widersprüchlich. Ich persönlich hätte es an dieser Stelle ein wenig besser gefunden, wenn man in dem ein oder anderen Kapitel einfach mal seine Sicht gelesen hätte. Ich denke, dass es dem ganzen ein wenig mehr Tiefe verliehen hätte und man so die Charakteren besser verstehen könnte.

Die Handlung hingegen hat es in sich. Man wird vom ersten Kapitel an gleich in ein actionreiches Umfeld geworfen und steigt so auch gleich in die Handlung ein. Die Handlung an und für sich ist vollgepackt mit allem möglichen was einem schon aus diversen Agentenfilmen etc. bekannt ist. Deshalb wirkt sie auf mich doch recht klischeehaft. Vom klassischen die Protagonistin erwacht im Krankenhaus über ein dramatisches Attentat bis hin zum vorgetäuschten Tod wird eigentlich jedes Klischee bedient. Es gab einige Zeitsprünge, die dafür gesorgt haben dass man das ganze doch ein wenig distanzierter betrachtete.

Angesichts der Tatsache, dass viel passiert und das Buch dafür nun doch auch recht kurzatmig war, hätte ich es besser gefunden, wenn man sich an weniger Klischees bedient hätte und die actionreichen Szenen dafür ein wenig ausführlicher beschreiben würde.
Ich persönlich hätte es gut gefunden, wenn man vor dem actiongeladenen Start einen Einblick in den Alltag von Betty und Thom bekommen hätte. Ebenso am Ende hätte ich vor dem Epilog gerne noch einen Einblick in den Alltag nach den ganzen Ereignissen gewünscht. Das Ganze hätte der Geschichte denke ich mehr Gefühl verliehen und eine bessere Bindung herstellen können.


Fazit:

Ich bin ehrlich gesagt hin und hergerissen (so wie die bisherige Leserschaft offensichtlich auch 50% scheinen das Buch zu lieben und die anderen 50% wirken nicht sonderlich überzeugt). Einerseits fand ich das Buch doch recht humorvoll, bildlich und witzig gestaltet, was überwiegend an Kylie Scotts gutem Schreibstil liegt. Andererseits kamen für mich die Charaktere, sowie die Handlung nicht sonderlich rüber. Es hat ein wenig so gewirkt, als würde man so viele Ereignisse wie möglich in ein Buch packen wollen und würde so vergessen eine wirkliche Bindung zum Leser zu schaffen. Ich persönlich würde das Buch an und für sich denke ich nicht weiterempfehlen. Es ist vielleicht für eine kurze Leseeinheit für Zwischendurch geeignet, aber wäre nun kein Buch wo ich mich am Montag schon darauf freue am Wochenende endlich lesen zu können. Deshalb vergebe ich insgesamt 2,5-3/5 Sternen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl